GadgetTrak nutzt in Fotos eingebettete Seriennummern um gestohlene Kameras im Internet aufzuspüren. Der Dienst hat Millionen Fotos in beliebten Tauschbörsen und sozialen Netzwerken durchforstet und ist jetzt in der Betaphase.Schwups, einmal einen Moment nicht aufgepasst und schon ist der Schuft mit der neuen Digitalkamera im Gewühle zwischen all den Touristen verschwunden. Dumm gelaufen, oder auch nicht. Nach dem Gang zur Polizei und entsprechender Diebstahlsanzeige könnte der nächste Weg direkt ins Internet führen. Nach Eingabe der Seriennummer der Kamera in ein Suchfeld spuckt Gadgektrak eine Liste mit Fotos aus, die mit dieser Kamera aufgenommen und online veröffentlicht wurden.
Das sind heutzutage schon eine ganze Menge. Was viele Nutzer nicht wissen: zahlreiche Kamerahersteller stanzen automatisch immer die Seriennummer neben anderen Angaben wie Verschlusszeit und Blende mit in die EXIF-Datensatz des Fotos. Spannend wird das Ganze in Zusammenhang mit Geodaten, die Standortdaten bei der Aufnahme. Nun lässt sich schon mal sagen, wo sich das Gerät befinden könnte. Der Glückstreffer wäre natürlich ein dämlich grinsendes Selbstportrait des Übeltäters mit Standortdaten auf einer Seite wie Facebook, wo er direkt noch seine ganzen persönlichen Daten mit angegeben hat.
Theoretisch ist der Dienst natürlich auch nützlich um herauszufinden, wer die eigenen im Web platzierten Bilder kopiert hat und vielleicht auf der eigenen Webseiten oder im Blog kopiert hat.
Kleiner Negativpunkt: Smartphones werden allerdings nicht gefunden, da deren Seriennummern nicht in die Fotos eingestanzt werden. Das ist natürlich schade, weil immer mehr Bilder auf Facebook und Co. direkt mobil ins Web gestellt werden.












4 Kommentare zu “Gestohlene Kameras im Web finden”
Aus Datenschutz-Sicht gefällt mir das Ganze nicht besonders. Die extrem theoretische Möglichkeit, gestohlene Cams wiederzufinden, steht in keinem Verhältnis zu den umfangreichen Möglichkeiten der Überwachung…
Anon,
von Kaufvertragsrecht haben Sie keine Ahnung: An gestohlenen Gegenständen kann man kein Eigentum erwerben!
Egal unter welchen Umständen gekauft wurde (nachgewiesener gutgläubiger Erwerb) Gestohlen bleibt gestohlen. Auch nach 400 Jahren müssen gestohlene Bilder dem rechtmäßigen Erben zurückgegeben werden.
Ehrlich gesagt bin ich froh mein Kameramodell *nicht* auf dieser Liste zu finden. Die Wahrscheinlichkeit, das ein Dieb sich wie in Ihrem Beispiel direkt selbst ablichtet, statt die Kamera einfach weiterzuverkaufen ist noch geringer, als dass eine Sicherheitskamera bei der Aufklärung eines Schwerverbrechens hilft. Umgekehrt, erleichtert diese Funktion jedem gewillten das Data-Mining, daher in diesem Fall das zusammensuchen *aller* Photos dieser Kamera, die ich ins Netz gestellt habe ungemein.
Hallo
Der Artikel ist ja wirklich interessant, leider funktioniert der Link nicht:
“Liste der unterstützten Kameramodelle”
Danke und grüzi aus der Schweiz