Als der Eroberer Hernando Cortés seinerzeit an der Küste des Aztekenreichs gelandet war, ließ er die Schiffe seiner kleinen Flotte verbrennen. Er machte allen seinen Mitstreitern unmissverständlich klar, dass es kein zurück mehr gibt. Und manchmal ist das auch heute noch nötig.
Cortés ahnte offenbar ungefähr, welche Strapazen vor ihnen liegen werden, welche Opfer zu bringen sind und er erstickte gleichzeitig jede Rebellion gegen ihn im Keime. Wo hätten die Rebellen denn auch hin gekommt, wenn sie ihn entmachtet hätten? Auch Stephen, call me Hernando, Elop, Nokias CEO, hat jetzt klar gemacht, dass es für den angeschlagenen Marktführer kein zurück mehr gibt. Die komplette Entwicklung des Symbian-Betriebssystems mit 4000 Mitarbeitern wird an einen Outsourcing-Dienstleister verkauft, oder besser gesagt zur Abwicklung übergeben. Gebetsmühlenartig wird zwar wiederholt, das Nokia in den kommenden Jahren noch weitere 150 Millionen Symbian-Geräte verkaufen will, aber was heißt das schon. Das werden überwiegend Billiggeräte sein, die man auch mit den vorhandenen Symbian-Versionen noch im Resteverkauf losschlagen kann.
Elop selbst macht sich ohne Rückfahrkarte mit seinen verbliebenen Truppen auf zum Marsch nach Redmond, zu seinem alten Arbeitgeber Microsoft. Windows Phone 7 ist jetzt die einzige Option, die bleibt, Amerika ist die Zukunft der geschlagenen finnischen Söldnertruppe, die einmal als Hersteller von Gummistiefeln angefangen hat und dahin mit Sicherheit nicht wieder zurück will. Tatsächlich ist Microsofts mobiles Betriebssystem nicht so schlecht wie sein Ruf. Es hat nur alleine keine Chance mehr gegen die Marktmacht von iPhone und Googles Android. Insofern wäre ein zu allem entschlossenes Nokia auch der einzige Hoffnungsschimmer für Microsofts CEO Steve Ballmer.
Der harte Schnitt bei Symbian ist also richtig, aber jetzt muss Elop Nokia zügig ans Ziel bringen. Erste Windows-Nokias müssen noch dieses Jahr auf den Markt kommen und mit überragender Qualität und Ausstattung punkten. Nokia und Microsoft können sich im beiderseitigen Interesse keine kleinlichen Grabenkämpfe um Prinzipien, Grundsatzfragen und Zuständigkeiten leisten. Cortés eroberte das Aztekenreich im Handstreich und entdeckte später auch noch das heutige Kalifornien. Das hat auch Ekop entdeckt. Hier, im Silicon Valley, hat Nokia im März ein brandneues Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnet. Die Frage ist jetzt, wie schnell Nokia die kalifornische Arbeitsweise verinnerlichen und schnellstens Ergebnisse vorweisen kann. Es gibt wirklich keinen Weg mehr zurück in die finnischen Wälder. Vielleicht hilft das ja.










