» 31. März 2010, 02:34 Uhr

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Google Chrome integriert Flash

Volle Breitseite gegen Apple und das iPad. Google wird den Adobe Flash Player als Standard in seinen Web-Browser integrieren. Apple weigert sich bislang standhaft, diese Plattform auf seinem Web-Browser Safari auf iPhone oder iPad zu erlauben.

Der Flash-Player wird automatisch mit Installation des Chrome-Browsers verfügbar sein, heißt es im Chromium Blog, und ständig im Hintergrund aktualisiert werden. Die neue Version des Browsers solle “so schnell wie möglich” fertiggestellt werden. Derzeit können nur Software-Entwickler mit dem neuen Browsermodell arbeiten.

Steve Jobs hatte wiederholt Adobes Flash-Technologie massiv kritisiert und als fehlerbehaftet bezeichnet. Vor allem die Werbe- und Medienindustrie ist jedoch stark an einer Integration von Flash interessiert, im PC-Web ist es die wichtigste Plattform für interaktive Werbung. Die Ankündigung gilt als klares Signal in Richtung Medienindustrie, sich nicht zu früh auf Apples Technologie einzulassen.

Das Ergebnis dieser Allianz dürften schon bald Tablet-Computer auf Basis von Googles Betriebssystem Chrome als direkte Konkurrenz zu Apples iPad auf den Markt kommen. Die nahtlose Integration des gleichnamigen Browsers mit Flash könnte eine enorme Sogwirkung auf Medienkonzerne haben, die derzeit noch nicht wissen, wie sie ihre Flash-Werbung in iPad-Apps integrieren sollen. Apples Tablet-Computer wird am 3. April in den USA in die Läden kommen.

Google will gleichzeitig auch das traditionelle und durchaus unbeliebte System der Browser-Plug-Ins kräfig überarbeiten. Zusammen mit der Mozilla Foundation, Trägerorganisation des Firefox-Browsers, soll eine neue Generation von Schnittstellen (APIs) entwickelt werden, die die bisherigen Nachteile wie schlechte Verträglichkeit mit anderen Programmen, Performanceprobleme und Sicherheitslücken abschafft.

Neben interaktiver Werbung wird mit Flash-Technologie zunehmend auch Anwendungsprogrammierung betrieben. Die Spannweite geht von Spielen über Anwendungsprogramme oder Cloud-Anwendungen bis hin zu Enterprise-Anwendungen. Das Geschätsmodell des Apple AppStore sieht jedoch vor, dass solche Anwendungen nur über szezielle, von Apple genehmigte Apps installiert werden dürfen. Anwenderprogramme im Web-Browser könnte Apple dagegen nicht kontrollieren. Apps für den AppStore in Flash programmiert sind, erlaubt Apple allerdings.

Im Februar hatte Google CEO Eric Schmidt angekündigt, Flash auch auf Android-Smartphones zu integrieren.

Apple dagegen setzt voll auf die Zukunft mit HTML5, einer Weiterentwicklung der bekannten Web-Programmiersprache. Die US-Firma Brightcove arbeitet derzeit mit großen Medienhäusern an der Umsetzung von HTML5-Videos und interaktiver Werbung für das iPad.

Der Chromium  Blog

» 31. März 2010, 02:34 Uhr