» 03. Dezember 2009, 15:00 Uhr

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World Economic Forum zeichnet Amiando als Tech-Pionier aus

Das World Economic Forum pickt jedes Jahr weltweit eine Handvoll Start-Ups als Technologiepioniere heraus. Dieses Jahr ist mit der Event-Plattform Amiando sogar mal ein deutsches Unternehmen mit dabei und darf sich in einer Reihe mit Web2.0-Größen wie Twitter oder playfish stellen. Geld gibt’s nicht dafür, aber freie Tickets im Januar ins schöne Davos, zu den Reichen. Schönen und Mächtigen der Welt. Das ist echtes Networking.

Große Anerkennung aus Davos. Die Initiatoren des jährlichen World Economic Forum haben ein Münchener Start-Up als Technologiepionier ausgewählt. Über die 2006 gegründete  Plattform Amiando lassen sich sehr  einfach Events von einer privaten Geburtstagsfeier bis zur mittelgroßen Branchenmesse  oder Firmenveranstaltung managen und promoten. Ticketverkäufe und Abrechnung inklusive. Das Besondere daran: Amiando hat anders als die meisten anderen Web2.0-Start-Ups sogar ein funktionierendes Businessmodell. Anfang 2007 erstmals ins Netz gegangen, wird dieses Jahr bereits ein Umsatz im einstelligen Millionenbereich generiert, so Mit-Gründer und CEO Felix Haas im Gespräch mit dem Webwatcher. Im Ergebnis habe man “knapp den Break Even” geschafft. Das Unternehmen beschäftigt 25 Mitarbeiter, Gründer inklusive.

Entstanden ist das Ganze aus dem schieren Chaos heraus. Als Gruppe befreundeter Studenten wollte man zur Fußball-WM 2006 eine Riesenparty organisieren, so mit 300 bis 400 Leuten. Jeder Gast sollte 10 Euro mitbringen für Speis und Trank. Das Ende vom Lied: “Wir haben irgendwann komplett den Überblick verloren, wer nun gezahlt hatte und wer nicht”, erinnert sich Haas heute. Die Fußballfreunde bleiben auf den nicht unerheblichen Kosten der Sause sitzen.

Den Rest des Jahres hat das sechsköpfige Gründerteam dann Amiando zunächst als reines Vewaltungsprogramm für Gästelisten erstellt. Die ersten Nutzer organisierten ihre Familienfeste oder Silvesterpartys mit Aminando. Schon nach wenigen Monaten kamen die ersten kleineren Betriebsfeiern und dann fragte eine Organisatorin der Grünen Woche in Berlin an, ob man die Landwirtschaftsmesse nicht auch damit managen könnte. Das Problem: zu dieser Zeit war es möglich eine Werbe-Webseite mit Antwortformular zu erstellen, um für seine Fete einzuladen und Zu- und Absagen zu verwalten. Aber es existierte keine Möglichkeit, Eintrittskarten abzurechnen.

Das war erst Mitte 2007 dann so weit, und mittlerweile steht vom Internetkongress ( Le Web, Paris; DLD, München) bis zum “Baggerfahrer-Fortbildungsseminare auf Sylt” (Haas: “Kein Witz!”) alles auf der Kundenliste. Insgesamt seit Start rund 70 000 Veranstaltungen von praktisch zwei Gästen fürs private Candlelight-Dinner bis rund 700 Teilnehmern einer Großveranstaltung. Sein persönliches Highlight in der Gründerkarriere war für Haas als das Telefon klingelte und Kalifornien am Hörer war. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg komme nach Europa und würde gerne bei Amiando vorbeischauen, was am 7. Oktober dann auch geschah.

Für private Feste ist der Service weiter kostenlos, so bald aber Eintrittspreise verlangt und Tickets verkauft werden, wird eine Gebühr von mindestens 1 Euro pro Ticket, maximal 6 Prozent vom Ticketpreis fällig. Darin sind dann Kosten für Kreditkartenzahlungen, Paypal- oder sonstige Gebühren inkusive Rücküberweisungskosten und Rechnungsdruck enthalten. Große kommerzielle Plattformen von Konzertveranstaltern im Netz nehmen in der Regel ab zehn Prozent aufwärts für solche Dienstleistungen.

Die eingegangenen Gelder werden auf 14 Treuhandkonten weltweit gesammelt und zu siebzig Prozent wöchentlich an die Veranstalter ausgezahlt. Den Rest gibt es erst, wenn das Event auch wirklich stattgefunden hat und keine Rückforderungen mehr drohen können. “Wenn es größere Veranstaltungen werden sollen”, so Haas, “dann überprüfen wir zusätzlich im Vorfeld so gut wie möglich, ob die Veranstaltung wirklich “echt” ist und verlangen auch eine rechtssichere Identifizierung der Organisatoren.”

Die sechs Gründungsmitglieder, von denen eines bereits aus dem Unternehmen ausgeschieden ist, halten noch die Mehrheit der Gesellschaft, bestätigt Haas, daneben sind eine Reihe der üblichen Business Angels und die Venture-Capitalfirma Wellington Partners beteiligt. Nächster Schritt soll die internationale Expansion sein, bereits heute kommen über 50 Prozent des Umsatzes über ausländische Veranstalter. Da dürfte das Forum in Davos genau der richtige Rahmen für Kunden-Akquisitionen sei. Vielleicht organisiert ja dann Barack Obama seine nächste Geburtstagsparty mit Amiando.

www.amiando.com

» 03. Dezember 2009, 15:00 Uhr