Die Einschläge kommen näher. Der amerikanische Veranstalter O’Reilly Media streicht die Web 2.0 Expo in Berlin.Im Web 2.0 war es ohnehin schwer, Geld zu verdienen, mit der Web 2.0-Hype jetzt offenbar auch. Die Berliner Veranstaltung wird gestrichen, europäische Besucher können an einer Verlosung teilnehmen und einen Reisekostenzuschuss nach San Francisco gewinnen. Da wird die Original-Show noch einmal am 31. März angepfiffen. Und das, obwohl aus dem Silizium Tal längst ein Jammertal geworden ist. Auch in San Francisco, Palo Alto und Umgebung ist längst Schmalhans der Küchenmeister.
Vor diesem Hintergrund ist es auch spannend zu sehen, was aus dem Projekt Webciety der Cebit werden wird. Mehr als immer nur die gleichen Vortragsredner, die gebetsmühlenartig blühende Web2.0-Landschaften an die Wand malen?
Kommende Woche werden wir es wissen.
Wohlgemerkt: das ist jetzt keine Häme gegen die Web-2.0er. Aber es wird immer klarer, das Web 2.0 eben nicht die Antwort war, auf die alle gewartet haben. Das letzte erfolgreiche Geschäftsmodell aus dem Valley war Google. Die die sind nun mal so richtig 1.0ig. Facebook? Myspace? Twitter? Publikumserfolge, ja. Unbestritten. Aber where’s the beef? Die Frage wird immer lauter.











6 Kommentare zu “Web 2.0 Expo Berlin gestrichen”
@Stefan: also ich bin da ganz unsentimental: Diese Seiten werden da sein, so lange irgend jemand dafür bezahlt, dass sie laufen. Wer, ist restlos egal. Erst werden es Investoren sein. Wenn die sehen, es kommt was zurück – gut. Wenn nicht, auch gut. Auf zum Nächsten. Zum Schluß werden die Nutzer gefragt, ob sie es nicht weiter finanzieren wollen, sonst muss dicht gemacht werden. Und genau dann wird sich zeigen, was es ihnen wert ist, Mitglied in ihrem Verein zu sein. Es wird ein Web 3.0 geben, etwas Neues, das ist der Lauf der Dinge. Und ich finde das gut.
Sehe ich alles anders: Web 2.0 ist nicht tot, weil es nicht die gewünschten Milliarden gebracht hat. Es ist vielmehr der Ausweg aus der Glauben-an-die-Milliarden-Falle und zeigt neue Wege des menschlichen Miteinanders jenseits von Profitvorstellungen des 20.Jhs auf. Man muss es halt wollen oder lässt es bleiben.
@ Claudia: sorry wg Trackback. Aber der Plattformbetreiber hat es deaktiviert, weil er wohl der Spam-Flut nicht mehr Herr geworden ist, wie er mir einmal auf Anfrage erklärt hat. Ich kann es nicht ändern. :(
Tja, wo bleiben denn die Rendite aus freiwilligen Sozialzusammenschlüssen wie Vereinen oder Web 2.0 Communities, die im wesentlichen von den Beiträgen der User leben?
Und wo bleibt die Rendite der Hypo Real, der Bank of Scotland und all der anderen “realen” Wirtschaftsgrössen des 20. Jahrunderts, liebes Handelsblatt-Redakteure?
Etwas mehr Web-Kompetenz und Tiefenschärfe darf man den Redakteuren der letzen verbliebenen Printorgane schon abverlangen, sonst lese ich gleich lieber Blogs – und ihr müsst euch nicht nur fragen, wo die Web 2.0 Rendite bleibt, sondern wo eure Arbeitsplätze geblieben sind … #kopfschüttel über solchen Praktikanten-Wirtschaftsjournalismus.
Noch ein Versuch, den Link zum Resonanz-Artikel zu posten:
http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2009/02/28/web-20-ja-verdammt-wo-bleibt-die-rendite/
Da der Trackback nicht funktioniert hat:
Web 2.0: Ja verdammt, wo bleibt die Rendite?