»Axel Postinett 26. February 2009, 22:33 Uhr

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Facebook läßt über die AGBs abstimmen

Basisdemokratie im Web: Die Social Networkingseite Facebook hat neue Richtlinien und AGBs zur öffentlichen Diskussion ins Netz gestellt. Die Nutzer sollen entscheiden, was mit ihren Daten passiert. Nun ja, zumindest sollen sie mit diskutieren dürfen.Die in die Kritik geratene Netzwerkseite Facebook hat erste Entwürfe für „Facebook-Leitsätze“, sozusagen die zehn Gebote des Networking, und „Rechte und Pflichten“ vorgestellt, sozusagen die Hausordnung. Beide Regelwerke können ab heute in entsprechenden Gruppen von den Nutzern kommentiert und bewertet werden.

Zuvor hatte Facebook eigenmächtig substanzielle Änderungen in seinen Vertragsklauseln vorgenommen ohne die Kunden zu informieren. Nach einem Sturm der Entrüstung nahm Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Änderungen dann wieder zurück und versprach einen Neuanfang.

Das soll er nun sein, Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind die Stichworte des Regelwerks, das nun vorliegt. Nach 30 Tagen will das Unternehmen die Richtlinien anhand der Kommentare überarbeiten und dabei genau dokumentieren, warum man bestimmte Forderungen und Wünsche übernommen hat und andere nicht. Denn eines ist klar, es kann hier nur um Details und kleinere Änderungen geben, die die Millionen von Nutzern durchsetzen können. Auch Facebook ist natürlich weiterhin an gesetzliche Rahmenbedingungen gebunden, die in jedem Fall erfüllt sein müssen.

Außerdem, stellte Facebook klar, werden Produkteinführungen und ihre Zeitpunkte weiterhin völlig unabhängig von irgendwelchen Kommentaren oder Hinweisen durch das Management alleine entschieden werden.

Die überarbeiteten Entwürfe werden dann zur generellen Abstimmung vorgelegt werden, berechtigt sind dabei alle Facebook-Nutzer weltweit, die bis zum 25. Februar 2009 aktiv waren. Die Ergebnisse der Abstimmung werden veröffentlicht und sind bindend, so Facebook, falls mindestens 30 Prozent aller aktiven Facebook-Nutzer abgestimmt haben.

Hier die Diskussionsgruppe für die Prinzipien

Hier die Gruppe für die Rechte und Pflichten

Nach einer Telefonkonferenz heute Nacht hatten wir die Möglichkeit, noch kurz mit Elliot Schrage, Vice President Public Policy bei Facebook, zu sprechen. Hier das Ergebnis:

Frage: Herr Schrage, lädt Facebook nach dem Desaster mit den jüngsten, gescheiterten Änderungen der AGBs jetzt einfach die Verantwortung bei seinen Nutzern ab?

Elliot Schrage: Es ist in der Tat ein großer Schritt. Früher war es ganz einfach, da haben wir entschieden und der Rest musste folgen. Aus den Reaktionen der Vergangenheit haben wir aber gelernt, dass Facebook anders ist als andere Seiten. Die Nutzer vertrauen uns ihre wichtigsten und persönlichsten Informationen an. Wir haben nie behauptet, dass diese Informationen uns gehören und das haben wir jetzt noch einmal bekräftigt. Die Daten sollen nur in der Art und Weise verwendet werden, mit der die Nutzer einverstanden sind. Der Prozess wird nicht einfach werden, bereits nach den ersten Stunden haben wir hunderte Kommentare in den Gruppen. Das geht von Nutzern, die völlig verunsichert sind bis hin zu sehr kritischen und auch konstruktiven Beiträgen.

Frage: Geben Sie ihren Nutzern keine Hilfe an die Hand?

Schrage: Wir geben eine Leitlinie, indem wir unsere Vorstellungen vorgeben. Während der Diskussionsphase gehen wir davon aus, dass die Nutzer sich selber gegenseitig helfen und informieren werden. Am Ende werden wir klarmachen, warum wir was entschieden haben.

Frage: Werden die Diskussionsforen geschlossen, wenn die endgültigen Dokumente verabschiedet sind?

Schrage: Das ist noch nicht entschieden. Aber wir gehen davon aus, dass es ein fortlaufender Prozess sein wird.

Frage: Wer kann entscheiden oder fordern, dass die Dokumente wieder geöffnet werden sollen?

Schrage: Eines ist klar, wenn Gesetze uns zwingen etwas zu ändern, dann werden wir das machen. Aber wir wollen auch klarstellen, dass es von jetzt an keine Änderungen mehr geben wird, ohne dass die Facebook-Nutzer involviert sein werden.

»Axel Postinett 26. February 2009, 22:33 Uhr

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