» 28. Oktober 2008, 14:09 Uhr

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Youtube allein Zuhaus

Im August haben 26 Mio. deutsche Webnutzer sagenhafte 219 Mio. Stunden Webvideos geguckt. Und außer Youtube scheinen sie nichts zu kennen. Warum kann Google damit bloß kein Geld verdienen?Die jüngsten Zahlen von Comscore sind der Hammer. Satte 52 Prozent Anteil am gesamten Web-Videovolumen hat die Google-Tochter. Der nächste Verfolger hat – Achtung! – 1,5 Prozent (in Worten: Einskommafünf) und heißt ProSieben/Sat1. Das ist irre.

 

Youtube einsam in Führung

Webangebot Videos(in 000) Marktanteil
Gesamt 3.052.670 100%
Google (Youtube) 1.590.301 52,1%
ProSieben/Sat1 46.237 1,5%
RTL Gruppe 33.527 1,1%
Megavideo.com 31.522 1,0%
Universal Music Group 27.534 0,9%
Microsoft 11.816 0,4%
Lokalisten.de 10.497 0,3%
Viacom Digital 9.748 0,3%
Yahoo 8.322 0,3%
Dailymotion.com 7.377 0,2%

Quelle: Comscore

Was die Nutzer angeht, ist der Vorsprung vor dem Zweitplatzierten nicht so groß. 16,6 Mio. Youtubler stehen 8,8 Mio. Nutzern von Universal Music Group gegenüber. Allerdings bei der Nutzungsintensität erreicht Google wieder Werte wie bei DDR-Wahlen: 95 Clips zieht sich jeder Video-Junkie im Schnitt durch die Tube rein. Zum Vergleich: Megavideo kommt mit netten 15,1 Videos pro Nutzer schon auf den zweiten Platz.

 

Youtube hat die meisten Nutzer

Webangebot Unique User (in 000) Videos im Durchschnitt
Gesamt 25.652 117,6
Google (mit Youtube) 16.652 95,5
Universal Music 8.879 3,1
RTL Gruppe 4.449 7,5
ProSieben/Sat1 4.007 11,5
Megavideo.com 2.090 15,1
Microsoft 1.915 6,2
Viacom Digital 1.643 5,9
Yahoo 1.375 6,1
Fox Interactive 1.342 3,5
Axel Springer AG 1.83 5,2

Quelle: Comscore

Die Zahlen belegen auch, dass Webvideo schon zum Allgemeingut gehört. Rund 73 Prozent der deutschen Surfer haben sich mindestens einmal ein Video im Web angeschaut. Erstaunlich auch: Der durchschnittliche Clip lief 4,3 Minuten, laut Comscore der absolute Spitzenwert. Niemand hat so viel Geduld am Bildschirm, nicht mal die Surfer im Youtube-Mutterland USA.

Google hat allerdings noch immer kein Mittel gefunden, diesen Schatz wirklich zu heben. Die Bannerwerbung auf Youtube soll angeblich ganz gut laufen (Zahlen will man nicht nennen), an der Strategie für Bewegtbildwerbung wird aber noch gearbeitet, heißt es. Dabei setzen die Googler jetzt auf “Channels”, programmierte Kanäle mit professionellem Inhalt. Hier sind die Werber offenbar eher bereit, aich zu engagieren.

Das ist irgendwie schon eine Art Treppenwitz: Da werden 1,6 Mrd. Dollar in eine Plattform mit Nutzer generiertem Inhalt gesteckt, um dann mit einer Art TV für Arme das Geld zu verdienen.

Ich glaube eines ist klar: Das klassische Fernsehen in seiner Art der Unterhaltungsdarbietung ist noch lange nicht tot. Auch wenn das dem armen Marcel wieder nicht gefallen wird.

Hier der Link zur Mitteilung

» 28. Oktober 2008, 14:09 Uhr

    3 Kommentare zu “Youtube allein Zuhaus”


  1. webwatcher sagt:

    @ schlaubi: Hab die Zahlen noch mal gecheckt, die hat Comscore so rausgegeben. Die schreiben dazu: “Average videos per viewer”.

  2. Schlaubi sagt:

    Die Zahl “Videos im Durchschnitt” ist m.E. falsch.
    Der Gesamtwert wird sicherlich nicht höher als alle (sichtbaren) Werte sein!

  3. derherold sagt:

    Allerdings kann man schlecht mit einem “schlechten” Werbeumfeld werben. ;-)
    Ob “rechtlich umstrittenes” Kopieren von Videos/Spots oder Filme mit politisch unkorrektem Inhalt: So viel bleibt nicht übrig, was man bewerben könnte … oder möchte.

    Es ist ja generell das Problem, daß “2.0″ noch nicht so richtig weiß, wie man Geld verdienen könnte.