Microsoft hat offenbar wieder Interesse an Yahoo. Mal so nebenbei ließ Chef-Bulldogge Steve Ballmer auf einer Konferenz die Bemerkung fallen, dass eine Ehe schon irgendwie Sinn machen könnte. Unrecht hat er wirklich nicht – bei dem Preis! Wohl dem, der genug Geld auf der hohen Kante hat. Der Yahoo-Kurs steht jetzt bei 13 Dollar und selbst wenn Microsoft diesen Wert um 50 Prozent erhöhen sollte (was schon eine Menge wäre im aktuellen Umfeld, lägen die rund 20 Dollar immer noch weit unter dem Angebot von 33 Dollar, das Jerry Yang so souverän ausgeschlagen hat, weil es doch so dermaßen zu niedrig war. Doch das ist Legende. Mittlerweile musste er auch noch die Schlappe mit Google einstecken. Die geplante Werbekooperation verkommt langsam zu einem Kooperatiönchen. Das ist gar nicht gut.
Ok, die globale Finanzkrise konnte Yang nicht voraussehen. Die hat ihm eigentlich letztlich das Genick gebrochen. Alle hochfliegenden Pläne mit explodierenden Werbeeinnahmen müssen alle Web-Player erst einmal ad acta legen. Die eBay-Zahlen waren gestern eine deutliche Warnung. Google wird heute noch berichten. Das wird spannend.
Microsoft hat im Anschluss an die Ballmer-Bemerkung in einem offiziellen Statement klargestellt, dass es derzeit keinerlei Gespräche gebe. Aber das ist nachvollziehbar. Schon aus Gründen der Börsenaufsicht ist das notwendig, das zu betonen. Und es wird auch stimmen. Aber wer weiß. Vielleicht übt Steve ja nur schon mal und wartet jetzt die Reaktion aus Sunnyvale ab. Die dürfte, falls überhaupt eine erfolgt, eher moderat ausfallen. Laut Valleywag bereitet sich Yahoo immerhin gerade auf die nächste Massenentlassung vor. Da spuckt man keine großen Töne.
Insgesamt scheint der Zeitpunkt günstig für Ballmer, um noch mal anzuklopfen. Kredite bräuchte er kaum, wenn er die frühere Offerte vielleicht auf 30 Mrd. Dollar drücken könnte. Einen Versuch wäre es wert.
Hier ein ausführlicher Bericht auf CNN










