»Axel Postinett 23. September 2008, 23:02 Uhr

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Google-Handy: VoiP schon ab nächstem Jahr?

Billig telefonieren per Internet und VoiP wird es für das aktuelle G-1-Handy von T-Mobile nicht geben. Aber das könnte sich schon bald ändern, verspricht der Google-Plattformchef Rich Miner. Das riecht nach Ärger mit dem Rosa Riesen.Es klingt verlockend. Ein G-1-Google-Handy kaufen, die billigste Daten-Flatrate abschließen und dann billig per Skype oder Jajah im Internet telefonieren. Doch das läuft nicht. Rich Miner, Google-Plattformchef fürs Mobile, bestätigte auf Anfrage, dass es im “sicherheitskritischen Bereich” Limitierungen für Android-Programmierer gibt. Das SDK erlaube deshalb keine Programmierung rund um die Funknetz-Technologie oder das W-Lan-Modul. Das heißt auf gut Deutsch: es laufen keine VoiP-Clients, auch für Skype & Co heißt es: Ich muss leider draußen bleiben. Eigentlich inkonsequent, denn Dienste wie Yahoo Messenger, AIM oder Windows Live Messenger laufen doch auch.

T-Mobile G-1 Aber in diesem Fall scheint sich T-Mobile noch mal durchgesetzt zu haben und Google hat mitgespielt, um den Start nicht zu gefährden. Allerdings: Dieses Agreement mit T-Mobile USA gilt nur für die aktuelle Version 1.0 von Android, betont Miner zugleich. Und die nächste Version des Betriebssystems wird schon 2009, kurz nach dem Weihnachtsgeschäft, auf den Markt kommen. Dann sei VoiP über Android “durchaus denkbar”, orakelt der Google-Manager. Na, warten wir es einmal ab.

Dazu passt allerdings die Aussage von Christopher Schläffer, Group Officer Product & Innovation der Deutschen Telekom, den ich auf einer belebten Straßenkreuzung in New York ans Telefon bekommen habe. Er bestätigte, dass es “keine Beschränkungen für die Software” gebe werde, als ich ihn auf das G-1 und Deutschland angesprochen habe. Das gelte ausdrücklich auch für VoiP-Clients. Das wiederholte er auch auf Nachfrage. Da das G-1 erst 2009 hier starten wird, ist dann auch schon die neueste Version von Android verbaut.

Google wird aufpassen müssen, dass dieser erste Sündenfall – die Kungelei mit T-Mobile – auch der letzte ist. Wo “offen” drauf steht, sollte auch “offen” drin sein.Allerdings sollte auch jedem klar sein: Wer ein völlig offenes Telefon haben will, wird sich auch mit einer geringeren Subvention des Gerätepreises begnügen müssen.

Ein weiteres Manko des G-1 ist das Fehlen jeglichen Push-E-Maildienstes.

Schäffer geht davon aus, dass es aber bald “aus der Open-Source-Gemeinde” Clients für Microsoft-Exchange-Server geben wird. Der Zugang zu Firmen-E-Mails wäre dringend nötig, um das G-1 – so wie das iPhone – businesstauglich zu machen. Das Fehlen eines Push-Dienstes hat auch Apples erstes Wundertelefon wirksam aus den Chefetagen fern gehalten. Schäffer: “Die Open Source Gemeinde wird sicher bald einen schreiben, und wir würden nicht verhindern, dass er laufen würde.”

»Axel Postinett 23. September 2008, 23:02 Uhr

    2 Kommentare zu “Google-Handy: VoiP schon ab nächstem Jahr?”


  1. webwatcher says:

    @Christoph: Ja, sehe ich auch so. Ich nehme an, die wollen einfach noch abwarten, ob sich das Ganze lohnt. Siehe Nokia und Blackberry: Ab N71 wird das nicht mehr unterstutzt, und ich glaube, es vermissen nur wenige. Wer BB will, der kauft ihn auch. Es könnte gut sein, dass jemand, der auf MS Push-Mail setzt auch direkt lieber ein Windows OS wählt. Man weiß ja nie …. ;)

  2. Christoph Dernbach says:

    Schon merkwürdig, dass T-
    Mobile auf die Open-Source-Szene setzt, um eine Exchange-Anbindung für das G1 zu bekommen. Warum sollten OSS-Programmierer ausgerechnet eine Anbindung an das “Reich des Bösen” knüpfen? Das funktioniert nur reibungslos, wenn Google oder T-Mobile “Active Sync” von Microsoft lizensieren. Diese Lektion musste auch Apple lernen.

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