» 06. August 2008, 12:54 Uhr

, , , ,

Anklagen im größten Fall von Online-Datendiebstahl

Sie sollen nicht weniger als 41 Mill. Kreditkarten-Daten gestohlen und weiterverkauft haben. Gegen elf Tatverdächtige wurde in den USA jetzt Anklage erhoben. Dem Hauptverdächtigen droht lebenslange Haft.Datendiebstahl, vor allem Identitätsdiebstahl, ist in den USA noch weitausschwerwiegender als in Europa oder Deutschland. Mit Kreditkartendaten oder der so genannten “social security number” lässt sich in den USA praktisch eine virtuelle Persönlichkeit erstellen. Mit der kann man nicht nur viel Geld ergaunern, sondern auch das Leben des wirklichen Dateninhabers vollständig ruinieren. Betroffene Opfer stehen manchmal vor dem Nichts, verlieren jede Kreditwürdigkeit, werden (fälschlicherweise) verhaftet oder angeklagt und brauchen Jahre, um ihr Leben und ihre Daten wieder in den Griff zu bekommen.

Elf Männer aus den USA, Weißrussland, Ukraine, Estland und China sollen die größte Online-Datenmafia aufgebaut und zwischen 2003 und jetzt über 40 Millionen Kreditkartendaten erbeutet und verkauft haben. Was einem da den Schauder über den Rücken laufen lässt ist vor allem eines: Sie sind einfach durch die Gegend gefahren und haben mit Wlan-Sniffern nach Sicherheitslücken in Drahtlos-Netzen von Einzelhandelsfilialen gesucht, das so genannte “war driving”. Betroffen waren Ketten wie OfficeMax und Barnes & Noble und damit dann auch dahinter arbeitende Datendienstleister wie TJX, ein besonders spektakulärer Fall. 2006 sollen die Angreifer so weit gewesen sein, Programme einschleusen zu können, die Kreditkartendaten direkt bei der Verarbeitung abgreifen konnten. Der Hauptangeklagte, Albert “Segvec” Gonzalez aus Miami, sieht einer lebenslangen Freiheitsstrafe entgegen, falls er in allen Anklagepunkten für schuldig befunden würde. Gonzales war 2003 schon einmal verhaftet worden und sollte gegen Strafmilderung als V-Mann für die ERmittlungsbehörden arbeiten. Schnell stellte sich aber heraus, dass er ein doppeltes Spiel trieb und seine Kumpane warnte.

Mehr Infos

International Herald Tribune

Washington Post

» 06. August 2008, 12:54 Uhr