»Axel Postinett 13. June 2008, 16:20 Uhr

, , ,

Börse: Google rauf, Yahoo runter

Die Anleger haben ihr erstes Urteil gefällt. Yahoo sackt im frühen Börsenhandel ab, Google zieht mächtig an. Damit ist zweierlei geklärt: Google ist nach allgemeiner Lesart der Sieger des neuen Werbedeals und Großzocker Carl Icahn geht die Munition aus, um weiter gegen Jang zu wüten.

Dabei sehen die Konditionen zunächst einmal günstig aus. Yahoo selber rechnet mit 450 Mill. Dollar operativen Cash Flow im ersten Jahr, der Vertrag läuft vier Jahre und hat eine Option auf weitere drei Jahre. Die Abrechnug findet direkt über das Yahoo-System Panama statt (eine große Angst war, dass Yahoo die Milliardeninvestition Panama hätte abschreiben müssen).

Analyst Jeff Lindsay von Sanford C. Bernstein & Co. in New York schätzt, dass der Deal drei bis fünf Dollar zum Kurs beitragen könnte. Das wären aus heuter Sicht also im besten Fall 27 Dollar. Wenn ALLES optimal läuft. Und was kommt dann? Hier fehlt noch die Antwort. AOL und Ask, die beiden anderen großen Werbepartner von Google konnten von ihren Verträgen nicht profitieren. Sie fallen im Suchmarkt weiter zurück. Das Grundproblem, dass Google bis zu 70 Prozent höhere Preise als Yahoo für seine Suchwerbung vom Werbekunden verlangen kann, bleibt bestehen.

Yahoo hat seine Position durch den Deal keinesfalls verbessert, nur Zeit gekauft, weil Google gnädig war und beide als gemeinsames Ziel Microsoft bekämpfen wollen. Das wird Google am Ende nutzen, Yahoo nicht. 33 Dollar pro Aktie lagen auf dem Tisch und eine ungewisse Zukunft. Daran hat sich kaum etwas geändert – nur die 33 Dollar sind weg.

»Axel Postinett 13. June 2008, 16:20 Uhr

Kommentar abgeben