»admin 14. July 2006, 17:31 Uhr

Der Web Watcher startet …

Geht das jetzt schon wieder los? Plötzlich reden und schreiben alle über ein neues Internet, von Web 2.0. Das erinnert sehr an die Euphorie vor etwa sechs Jahren. Was nicht plötzlich alles über den Computer, der über die Telefonleitung mit dem Internet verbunden war, möglich sein sollte. Vieles von dem, das nie realisiert wurde ? so hat man den Eindruck ? kommt jetzt wieder. Alter Wein in neuen Schläuchen? Nur zum Teil.

Manches lässt sich, wie die Übertragung von Videos und die Nutzung von Software im Internet, heute erst realisieren, weil die Übertragung der Daten schnell genug ist. Außerdem sind viele mobile Internetgeräte erst jetzt leistungsfähig genug, um die Multimediaanwendungen und die Programme abspielen zu können.

Es gibt aber auch wirklich Neues. So wird das Internet interaktiver und damit um ein Vielfaches attraktiver. Angebote kommen nicht mehr nur von wenigen, sondern jeder kann mitmachen. Das ist die eigentliche Botschaft von Web 2.0. Wie bei den neuen Versionen von Computerprogrammen soll die 2.0 signalisieren, dass es sich um eine deutliche Verbesserung handelt. Und das ist es wirklich.

Man hat den Eindruck, dass die Onlinenutzer nur darauf gewartet haben, sich einzubringen. Beispiel Online-Tagebücher. Es gibt sie erst seit wenigen Jahren, inzwischen berichten über 40 Millionen Menschen in den so genannten Weblogs über ihr Leben und das was sie täglich bewegt. Und täglich werden es mehr. Dabei ist die Kommunikation nicht einseitig. Immer mehr Leser nutzen die Gelegenheit die Einträge in den Weblogs zu kommentieren.

Ein anderes Beispiel für die zunehmende Interaktiviät sind Onlinelexika wie Wikipedia, bei denen jeder sein Wissen einbringen und anderen Internetnutzern mitteilen kann. Das Onlinelexikon gibt es inzwichen in mehr als 200 Sprachen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Speziallexikas nach ähnlichem Muster. Auch Handesblatt.com ist mit mit seinem WirtschaftsWiki von der Partie.

Die Idee, die Internetnutzer mit einzubeziehen, ist nicht neu. Auf zahlreichen Online-Plattformer werden die Surfer schon lange immer wieder aufgefordert, ihre Meinung zu sagen, abzustimmen oder Tipps zu geben. Es funktioniert nur heute besser. Das liegt vor allem daran, dass sich immer mehr Menschen immer länger im Internet aufhalten. Viele schalten ihren Computer gar nicht mehr aus und sind always on.

Schnelle Datenleitungen wie DSL und Flatrates, die monatlichens Surfen im Internet zu einem festen Preis ermöglichen, haben den Umgang mit dem Onlinemedium verändert. Mußte man den Rechner früher immer erst starten, bevor man eine Information abrufen konnte, wird jetzt nur noch die Homepage oder ein Suchwort eingegeben. Dadurch findet man eine Erklärung bei Wikipedia nun wirklich viel schneller als durch das Nachschlagen im Brockhaus.

In unserer neuen Web-Kolumne werden wir nun Woche für Woche die neuen Trends beschreiben, die das Internet bewegen. Und auch hier kann jeder mitmachen.

Mit besten Grüßen,

Ihr Hans Schürmann.

»admin 14. July 2006, 17:31 Uhr

    9 Kommentare zu “Der Web Watcher startet …”


  1. tv-proll says:

    Eine schöne Utopie. Leider wird nichts daraus. Dank GEZ fallen wir ins Web0.001a (ins Mittelalter des Intellektualismus) zurück. Welcher Freiberufler oder Unternehmer wird das Internet -zumindest von Deutschland aus- noch powern, wenn er Mitglieder der Gilde besser im Biergarten oder Cafe anzutreffen vermag.

  2. gusch says:

    “Mußte man den Rechner früher immer erst starten, bevor man eine Information abrufen konnte, wird jetzt nur noch die Homepage oder ein Suchwort eingegeben.”

    Huppala, so einen PC möchte ich aber auch haben, wenn der gar nicht mehr gestartet werden muss :-)

  3. Vielleicht könnte einer der kommenden Artikel ja darüber sein, wie “Kommentatoren” die Kommentarfunktion als Werbefläche für die eigene Site nutzen… ;)

  4. Kurzer Hinweis: Trackbacks scheinen noch nicht zu klappen.

  5. Michael Jung says:

    Na dann noch mal von Hand: das http://www.e-commerce-blog.de wünscht einen guten Start!

  6. Na dann wünsch ich natürlich auch mal viel Erfolg und warte gespannt auf das, was da schönes kommen mag!

  7. Michael Jung says:

    Schade, mein Trackback scheint nicht angekommen zu sein…

  8. Nee, bleiben Sie mal schön bei der wöchentlichen Frequenz. Eine Kommentierung (vermeintlich) neuer Entwicklungen im Fast-Food-Stil gibt es bereits von Bloggern an jeder Ecke im Netz.

    Lieber seltener, dafür aber besser. So viel passiert nun auch nicht, als dass nicht wöchentliche Beiträge das wirklich Wichtige berichten, analysieren und bewerten könnten.

    Viel Erfolg!

  9. Na, dann nutz ich mal die Gelegenheit zum Eintrag – damit das hier auch ein echter schuermann2.0 wird und nicht etwa ne Kolumne ohne Rückkanal.

    Ich wünsche alles Gute – möge der Brückenbau zwischen der alten Medienwelt und der neuen gelingen.

    Melde auch gleich einen Verbesserungsvorschlag an: Eine Woche Abstand zwischen zwei Kolumnen ist im kooperativen Internet eine sehr lange Zeit – gerade für eine Tageszeitung.

Kommentar abgeben