No access? Not so fast! Mehrere Leser haben uns gebeten, die Welt der Journalisten auf den Parteitagen zu zeigen, die Welt hinter den Kulissen, die Bilder, die im Fernsehen nicht so oft gezeigt werden. Also los geht’s:
Das Leben auf den Parteitagen findet vor allem in zwei Orten statt: Im Pressezentrum und in der Veranstaltungshalle, in der die Reden gehalten werden.
Pressezentren sind meist große, fensterlose Räume, in denen Schreiber, Fotografen und Fernsehteams in langen Reihen nebeneinandersitzen. Überall stehen große Flachbildschirme, auf denen man die Reden und die Berichte der großen Fernsehsender verfolgen kann.
In Tampa hat Google eine Lounge eingerichtet. Wer einen Tapetenwechsel braucht, nimmt hier platz….
…lässt sich auf den Massageliegen kurz durchkneten…
….oder geht zum Zeitunglesen aufs Laufband… (leider nicht besonders gefragt)
In der Halle (hier Charlotte) hat jeder seinen Platz, um die Reden live verfolgen zu können.
Mit einem extra Pass, der für maximal 90 Minuten gültig ist, dürfen Journalisten runter auf den Floor. Allerdings gelten da unten strenge Regeln, die sich ständig ändern. „Sie dürfen herumlaufen, aber Sie dürfen nicht stehenbleiben“, sagt der Sicherheitsmann mit dem breiten Kreuz, der da unten für Ordnung sorgt. Ein paar Minuten später heißt es: „Alle, die auf die Treppe passen, dürfen dort stehenbleiben.“ Dann kommt der Brandschutzbeauftragte und sagt: „Sie dürfen hier nicht stehenbleiben.“
Wer ein bisschen Ruhe braucht, der geht ein paar Meter weiter in den Presseraum. Hier kann man sich die Redetexte abholen und arbeiten, ohne die lauten Stimmen der Politiker zu hören.
Und was isst man da so? Leider nichts Gutes. Auf der Speisekarte stehen Hamburger, Cheeseburger, Fritten und Nachos. Kein Wunder, dass Arianna Huffington zum Liebling vieler Journalisten geworden ist. Die Gründerin der Internet-Zeitung „Huffington Post“ hat auf beiden Parteitagen eine Wellness-Oase spendiert. Gratis Obst, gratis Joghurt (griechisch, natürlich), gratis Essen von einem Lifestyle-Unternehmen. Zwar auch aus der Mikrowelle, aber immerhin mit Gemüse dabei.
Und für den geschundenen Körper:Gratis Massagen und Yoga-Stunden.
Großveranstaltungen wie diese zu covern ist Arbeiten am Limit. Immer auf Achse, immer on Deadline. “Fünf Stunden Schlaf sind Luxus”, sagt ein mexikanischer Fotograf, der neben mir im Pressezentrum gähnt. Und manchmal muss man einfach schlafen, wo es sich gerade ergibt.











Ist das wirklich in dieser Form notwendig? In einer Zeit, in der man jede Art von Information in Bruchteilen von Sekunden um die Welt schicken kann, sollte doch vieles effizient beobachtbar sein ohne vor Ort zu sein.