Romneys Rede verpufft

Ob`s an Clint Eastwood lag? Mitt Romneys große Rede am Donnerstagabend hat dem Kandidaten nicht viel gebracht – zumindest, was seine Zustimmungsraten angeht. Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Gallup-Instituts liegt Romney auch nach der Convention der Republikaner weiterhin bei 46 Prozent, Präsident Barack Obama bei 47 Prozent. „Wir sehen bis jetzt keine Wirkung“, so Gallup-Chefredakteur Frank Newport.

Die Meinungsforscher haben aber auch noch eine andere interessante Zahl: Sie misst, wie stark Romney auf dem Parteitag die Amerikaner ingesamt beeinflussen konnte, ihn zu wählen. Ergebnis: Fast gar nicht.

40 Prozent der Befragten sagten demnach zwar, sie würden nun eher für Romney stimmen wollen. Doch fast genauso viele, 38 Prozent, würden nun eher davon ablassen. Damit hatte das dreitägige Spektakel in Tampa netto eine Wirkung von +2 Prozent – weniger als bei John McCain 2008 (+5 Prozent) und George W. Bush 2004 (+3 Prozent).

Zum Vergleich: Obama erzielte 2008 bei der Convention eine Nettowirkung von +14 Prozent. Doch keiner zog die Amerikaner mehr auf seine Seite als Bill Clinton. Nach dem Parteitag der Demokraten 1992 sagten 60 Prozent der Befragten, sie würden nun eher für Clinton stimmen wollen. Das macht eine Nettowirkung von +45 Prozent. (Und weil es so schön war, hier Auszüge aus seiner Rede am 16. Juli 1992 im New Yorker Madison Square Garden).

Die aktuellen Gallup-Zahlen sind natürlich nur Momentaufnahmen, Rechnungen, oft verwirrende Tabellen von eifrigen Meinungsforschern. Vieles kann sich noch ändern bis zum Wahltag am 6. November. Und doch scheint der Trend anzuhalten: Romney hebt einfach nicht ab.

 

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