Was kann man hier eigentlich noch glauben? Und wem?
Der Parteitag der Republikaner war der Gipfel eines dreckigen, garstigen US-Wahlkampfes. Hier werden die Fakten gebogen und verdreht, Zitate aus dem Zusammenhang gerissen und schlichtweg Lügen verbreitet – immer und immer wieder .
In fast jeder Rede der vergangenen Woche – und es gab einige – fiel der Satz: „And by the way: We did built that“. Es ist eine Anspielung auf eine große und erfolgreiche Kampagne der Republikaner, die seit Wochen die Parteianhänger begeistert. Sie unterstellt Obama, er würde nicht glauben, dass Geschäftsleute ihr Unternehmen selbst aufgebaut haben. Sie beruht auf ein Zitat des Präsidenten – ein Halbsatz – der brutal aus dem Kontext gerissen wurde. Aber wen stört das schon? Er sagte: „You didn’t build that“ (sinngemäß: „Sie haben das nicht allein aufgebaut“) und meinte, dass die Straßen und Brücken, die Unternehmen für ihre Geschäfte nutzen, meist von jemand anderem (dem Staat) gebaut wurden, damit die Wirtschaft sie nutzen kann.
Selbst die Spitzenpolitiker der Partei, Mitt Romney und Paul Ryan spielen das schmutzige Spiel mit. Alle beide (und sogar Mitt Romneys Frau Ann), reiten die „We did built that!“-Welle. Ryans Nominierungsrede war in den Augen der Faktenprüfer eine ungewöhnlich starke Ansammlung von Lügen und Falschdarstellungen (Details zum Beispiel hier: http://factcheck.org/2012/08/ryans-vp-spin/) . Selbst eine Mitarbeiterin des konservativen, Republikaner freundlichen Senders Fox News überraschte mit einer vernichtenden Kritik: „Ryans Rede war offensichtlich ein Versuch, den Weltrekord für die größte Anzahl von offenkundigen Lügen und Falschangaben aufzustellen, die jemals in einer einzigen politischen Rede gemacht wurden.“
Romneys Rede einen Tag später war deutlich näher an der Wahrheit, wie sogar Obamas Wahlkampfmanager konstatieren. Und trotzdem bleibt ein fahler Beigeschmack. Nur ein Beispiel: „In den nächsten vier Jahren werde ich zwölf Millionen Stellen schaffen“, sagt Romney staatstragend und lächelt zufrieden in die Menge, während sie ihm zujubelt. Romney, der ehemalige Chef der Private-Equity-Firma Bain Capital will sich profilieren als Mann der Wirtschaft, der genau weiß, was zu tun ist, um die hohe Arbeitslosigkeit in den Griff zu kriegen. Dabei sagen Ökonomen schon seit Wochen, dass das keine große Kunst ist: Zwölf Millionen Jobs werden in nächsten vier Jahren geschaffen – ganz egal wer Präsident ist.
Wäre ich ein Wähler, dieser Wahlkampf würde mich wütend machen. Man weiß gar nicht, was man noch glauben kann. Man kann doch nicht nach jeder Rede, jeder Aussage erst mal auf die Faktenprüfer warten, bevor man sich eine Meinung bildet.
Ich finde: Es reicht jetzt! Genug gelogen, die Wahrheit lange genug verbogen – und dabei meine ich alle beiden Parteien. Weder die Republikaner noch die Demokraten haben es nötig, mit so schmutzigen Mitteln Wahlkampf zu machen. Die Unterschiede zwischen den beiden Lagern sind auch so groß genug.
Der Parteitag der Demokraten beginnt am Dienstag und danach erst beginnt eigentlich die heiße Phase im Rennen um den Chefstuhl im Weißen Haus. Ich mache mal einen Vorschlag: Wie wäre es, wen beide Parteien in den letzten acht Wochen vor der Wahl die Schlammschlacht nicht noch schmutziger machen, sondern bei ihren Attacken einfach mit der Wahrheit auskommen?


Gähn.
Gaehn auch!
Total einseitiger, an Langeweile nicht mehr zu überbietender Artikel. Offensichtlich von einer Obama-Hörigen geschrieben
Ich habe mal die Kommentare gelesen. Was ich verstanden habe ist, dass diese Leser in der Schule lesen und schreiben gelernt haben. Das ist aber auch alles, was sie an Intellekt mitbekommen haben. Ich meine, niemand, der ein ausgefülltes Leben, etwas wertvolles hat, Werte, was vernünftiges zu tun, schreibt solche Kommentare. Es ist nur “fertig machen”, also billig, destruktiv.
Vielleicht muss mal überlegt werden, was ein Kommentar ist. Der kann auch eine Bereicherung sein, ein Anstoß, der kann z. B. lesenswert sein.