Maike Freund
Maike Freund ist Redakteurin im Ressort Politik bei Handelsblatt Online.

Beiträge von Maike Freund:

Zahmer Schlagabtausch in Bayern

TV-Duell Seehofer und Ude

Horst Seehofer und Chrstian Ude in Duell.

„Nein, bei der Kanzlerin bedankte ich mich nicht“, sagt Christian Ude. „Aber bei Ihnen, Herr Seehhofer.“ Es geht mal wieder um die Maut als Wahlkampfthema. Dieses Mal eben im Bayern-Wahlkampf. Drei Tage nach dem großen Duell in Berlin treffen Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der Herausforderer von der SPD im Fernsehen aufeinander. Auch dieses Mal stehen die Positionen fest. Seehofer: „Die Maut muss kommen, wird kommen, das ist eine Frage der Gerechtigkeit.“ Egal, was die Kanzlerin sagt. Ude kontert und nennt das Ganze ein „Hirngespinst.“

Ansonsten aber streiten die beiden Kontrahenten nicht wirklich, wenigstens nicht, wenn es um Themen auf Landesebene geht. Vielleicht noch beim Thema Schule: Ude wirft Seehofer vor, er habe für Chaos gesorgt, weil das Abitur nach acht Jahren Gymnasium viel zu schnell durchgeprügelt worden sei. Er hingegen sei für eine Wahlmöglichkeit der Eltern und Schüler zwischen G8 und G9 (also acht oder neuen Jahren Gymnasium) von vornherein. Seehofer kann da nicht kontern.

Vielleicht auch noch beim Thema Ganztagsschule und Kinderbetreuung. Seehofer betont immer wieder: Jeder dritte Euro fließe in das Bildungssystem. Auch wenn es um die Frage der Chancengleichheit geht, führt er wieder die Investitionen an. Steilvorlage für Ude, der mit dem Thema punkten kann.

Doch meistens streiten sich die beiden über Bundesthemen: Mindestlohn, Betreuungsgeld, Energiewende. Man merkt, es geht hier nicht nur um Bayern. Ganz amüsant: Mehrmals reden einfach alle durcheinander – minutenlang, Ude, Seehofer und der Moderator Sigmund Gottlieb. Wie im Klassenzimmer, wenn der Lehrer nicht da ist. Zu verstehen ist dann nichts mehr.

Doch selbst, wenn die Kontrahenten streiten, gehen sie noch freundlich miteinander um. Seehofer lobt Udes Pragmatismus, der wiederum die gute Umgänglichkeit mit dem Ministerpräsidenten und sagt: Es sei ein Duell ohne giftige Worte und kläffenden Tonfall. Ganz schön brav für eine Streitegespräch. Wäre da nicht die München-Bayern-Posse. Natürlich betont Ude, wie erfolgreich er seit 20 Jahren Bayern regiert. Und Seehofer betont, er führe immerhin erfolgreich ganz Bayern. Da gibt es dann schon Gerangel.

 

Trotzdem, zum Schluss ist es ein eher zahmes Duell der beiden Kontrahenten. Seehofer wirkt müde und ein wenig unmotiviert, so gar nicht in Angriffsstimmung. Ude ist zwar wacher, aber trotzdem brav. Auch wenn er weniger Redezeit bekommt als Seehofer, das Duell gewinnt er trotzdem.

Peer Steinbrück; erst erfrischend, dann beleidigt

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steonbrück im Sommerinterview: "Eine etwas fairere Betrachtung hätte ich mir schon gewünscht.“

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Sommerinterview: „Eine etwas fairere Betrachtung hätte ich mir schon gewünscht.“

Wie glaubwürdig sind Sie, Herr Steinbrück, wo Sie doch alle Griechenland-Maßnahmen mit großem Pathos mitgetragen haben? „Das haben wir aus einer gesamteuropäischen Sichtweise getan.“ Warum sagen Sie nicht, was uns die Rettung Griechenlands kostet? „Das kann Ihnen keiner in Euro und Cent ausrechnen.“ Ein zweiter Schuldenschnitt? „Das ist einer der wenigen Bereiche, bei denen ich sage: Vorsicht an der Bahnsteigkante.“ Ein SPD-Plakat mit dem Motto: Keine Milliarden mehr für Griechenland? „Das würde ich nie versprechen.“

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Langweilig, langweiliger, Seehofer

ARD-Sommerinterview mit Seehofer

Horst Seehofer: Bayerns Ministerpräsident gibt sich gelassen im Sommerinterview.

Hans Peter Friedrich? Ja, ihm bescheinigt Seehofer prompt, dass er auch der neue Innenminister werden wird – NSA-Affäre hin oder. Auch in andere Punkten legt sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer im Sommerinterview fest. Zum Beispiel in Sachen PKW-Maut oder Länderfinanzausgleich. Und schiebt hinterher: Das sei alles nichts Neues.

Da hat er Recht. Die Unzufriedenheit der CSU mit dem Länderfinanzausgleich – „ein bescheuertes System dürfen wir nicht in die Zukunft tragen“ – ist ein alter Hut. Dass die CDU eine PKW-Maut für Autofahrer aus dem Ausland fordert, kommt immer mal wieder auf den Tisch – vor allem in Wahlkampfzeiten. Da hilft auch nicht die Frage, ob die PKW-Maut als Bedingung für eine weitere Koalition nicht „politische Erpressung“ sei.

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Überall Merkel

plakat13_merkel_neuland_835x1181Merkel und ihre Handtaschen sind schon fast legendär. Nun hat sich die SPD dem Accessoire der Bundeskanzlerin gewidmet – und zwar in Form eines Wahlplakates: Heute stellte die Partei ihre Wahlplakate für die Bundestagswahl vor. Man sehe und staune: Auf ihnen ist vor allem die Bundeskanzlerin zu sehen.

Auf diesem einen speziellen schaut Merkel suchend in ihre Handtasche. Was ist es nur? Die SPD hat eine eindeutige Antwort; „Privatsphäre: Neuland für Merkel“ – und spielt damit auf die Abhör-Affäre und die Beschwichtigung aus der Regierungsecke an.

Das Plakat kommt ziemlich gut daher. Und trotzdem: Dass Merkel von Wahlplakaten blickt, damit muss man sich kurz vor der Bundestagswahl abfinden. Dass jedoch die Opposition vor allem auf Merkel setzt, ist schon etwas merkwürdig. Vor allem, wenn die Sozialdemokraten ihren eigenen Spitzenkandidat Steinbrück (bisher) nicht als Werbefigur auf Papier benutzen.

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Auf ein Bier mit dem Spitzenkandidaten

Lust auf ein Bier mit Bundeskanzlerin Angela Merkel?

Oder doch lieber auf ein Glas mit Peer Steinbrück?

Würde Sie mit Angela Merkel (CDU) ein Bier trinken gehen wollen? Oder doch lieber auf ein Glas mit Peer Steinbrück (SPD)? Unwahrscheinlich, dass das passiert, denken Sie? Ja, mag sein. Und trotzdem könnte das Gedankenspiel entscheidend für die Frage sein, wer die Bundestagswahl 2013 gewinnen wird. (mehr …)