Zahmer Schlagabtausch in Bayern

TV-Duell Seehofer und Ude

Horst Seehofer und Chrstian Ude in Duell.

„Nein, bei der Kanzlerin bedankte ich mich nicht“, sagt Christian Ude. „Aber bei Ihnen, Herr Seehhofer.“ Es geht mal wieder um die Maut als Wahlkampfthema. Dieses Mal eben im Bayern-Wahlkampf. Drei Tage nach dem großen Duell in Berlin treffen Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der Herausforderer von der SPD im Fernsehen aufeinander. Auch dieses Mal stehen die Positionen fest. Seehofer: „Die Maut muss kommen, wird kommen, das ist eine Frage der Gerechtigkeit.“ Egal, was die Kanzlerin sagt. Ude kontert und nennt das Ganze ein „Hirngespinst.“

Ansonsten aber streiten die beiden Kontrahenten nicht wirklich, wenigstens nicht, wenn es um Themen auf Landesebene geht. Vielleicht noch beim Thema Schule: Ude wirft Seehofer vor, er habe für Chaos gesorgt, weil das Abitur nach acht Jahren Gymnasium viel zu schnell durchgeprügelt worden sei. Er hingegen sei für eine Wahlmöglichkeit der Eltern und Schüler zwischen G8 und G9 (also acht oder neuen Jahren Gymnasium) von vornherein. Seehofer kann da nicht kontern.

Vielleicht auch noch beim Thema Ganztagsschule und Kinderbetreuung. Seehofer betont immer wieder: Jeder dritte Euro fließe in das Bildungssystem. Auch wenn es um die Frage der Chancengleichheit geht, führt er wieder die Investitionen an. Steilvorlage für Ude, der mit dem Thema punkten kann.

Doch meistens streiten sich die beiden über Bundesthemen: Mindestlohn, Betreuungsgeld, Energiewende. Man merkt, es geht hier nicht nur um Bayern. Ganz amüsant: Mehrmals reden einfach alle durcheinander – minutenlang, Ude, Seehofer und der Moderator Sigmund Gottlieb. Wie im Klassenzimmer, wenn der Lehrer nicht da ist. Zu verstehen ist dann nichts mehr.

Doch selbst, wenn die Kontrahenten streiten, gehen sie noch freundlich miteinander um. Seehofer lobt Udes Pragmatismus, der wiederum die gute Umgänglichkeit mit dem Ministerpräsidenten und sagt: Es sei ein Duell ohne giftige Worte und kläffenden Tonfall. Ganz schön brav für eine Streitegespräch. Wäre da nicht die München-Bayern-Posse. Natürlich betont Ude, wie erfolgreich er seit 20 Jahren Bayern regiert. Und Seehofer betont, er führe immerhin erfolgreich ganz Bayern. Da gibt es dann schon Gerangel.

 

Trotzdem, zum Schluss ist es ein eher zahmes Duell der beiden Kontrahenten. Seehofer wirkt müde und ein wenig unmotiviert, so gar nicht in Angriffsstimmung. Ude ist zwar wacher, aber trotzdem brav. Auch wenn er weniger Redezeit bekommt als Seehofer, das Duell gewinnt er trotzdem.

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Alle Kommentare [3]

  1. Wer jetzt immer noch Rot/Grün wählt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Steuererhöhungsorgie und damit Wirtschafts-Zerstörungs-Orgie vom feinsten. Die einzige Koalition, die Deutschland weiterhin vor Rot-Rot-Grün (und genau das würde bei der Münchhausen Partei kommen) und somit dem sicheren Ruin retten kann ist: CDU/CSU & FDP. Ich weiß, ich weiß…es ist sicherlich nicht alles Gold, was glänzt. Nur alle anderen Alternativen sind noch schlimmer. Viel schlimmer. Das ahnt der Bürger noch nicht mal mehr, was die versteckten Plänge (man muss auch endlich mal in die SPD/Grüne Parteiprogramme gucken) Steuererhöhungspläne wirklich bedeuten würden. Deshalb CDU/CSU & Zweitstimme FDP am Wahltag.

  2. BILDUNGSSYSTEM: Mit keinem Begriff wird in Wahlkämpfen so herumgeschludert wie mit dem Terminus Bildung, der sich speziell dann als vage bis dort hinaus erweist. Der Bayernplan der CSU enthält irgendwelche Aussagen zur Förderung der Bildung (daß also irgendwie gefördert werden soll). Aber was ist Bildung bitte? Muß einem diese, für den Fall, daß man das Schwafeln zum Bildungsinhalt erhebt, von Politikern vermittelt werden? – Nein, doch!

    Die SPD spricht gerne über die Verbesserung von BildungsChancen für sozial Schwächere, ohne daß hernach dann auch tatsächlich etwas passiert. Eine qualitative Ausssage zu den Bildungsinhalten wird hingegen ebensowenig gemacht. Ein Bidlungsförderungsangebot ohne Bezugnahme auf dessen Inhalte ist herzlich wenig relevant. Die SPD steht ganz stark für nicht erfüllte Bildungsversprechen. Es wird dem Bürger auch nie vermittelt, was gute Bildung dem Staat kosten darf. Das sind Fragen, die es in Wahlversprechen zur Bildungsförderung mitzuberücksichtigen gilt.

    Ohnehin stellt man fest, daß sich die Wahlkämpfer um Veranstaltungen herumdrücken, die an den politisch interessierten Bürger die Erläuterung des Wahlprogrammes heranbrächten. Eher erfuhr man seit eh und je speziell von Spitzenpolitikern der CSU Botschaften im Stakkato-Ton – vom erhöhten Podium herab und typischerweise in einem riesigen Bierzelt. Botschaften der populistischen Sorte – fernab jeglicher Spezifizierung von Bildungsinhalten.
    CSU-Kreisverbände veranstalten während des Jahres „Dämmerschoppen“. Aber bei solchen Anlässen stellt sich ganz gewiß kein CSU-Mann hin und stellt sich „coram publico“ kritischen Fragen zur Parteipolitik zur Verfügung. Bei der SPD übrigens genausowenig.

    CQ (DD)

  3. Sieger Ude! Weis zwar nicht was Sie gesehen haben mit Ihrer Parteibrille, aber alle neutralen Beobachter sehen Seehofer vorne..und im übrigen auch bei der Bundespolitik vermisse ich Fakten, wir stehen auf der Welt, in Europa blendend da, und in Bayern als Nr. 1. Schreiben Sie mal wer Mitschuld ist am Mindeslohn…unter SPD/Grüne ist es eingeführt worden alle Niedriglöhne wurden besteuert..und die AG`s runter gestuft..wer hat die Sozialwhg. des Bundes; Bahn, Post verkauft an amerikanische Hedgefonds und das Geld in sinnlose Projekte gesteckt u.u.u. hierzu sollten Sie mal schreiben…die negative Liste wäre lang für Fakten der SPD/Grüne
    SPD/Grüne stehen für Schulden u. Steuererhöhung