Barack Obama hat heute eine paradoxe Entscheidung mit einer paradoxen Rede beantwortet. Die paradoxe Entscheidung hat er im Oktober bescheidener und verhaltener kommentiert als heute Mittag im Rathaus von Oslo.
Es passt in das Bild dieses Festakts, dass Barack Obama buchstäblich über sein hochansehnliches Publikum hinwegredet. In den einleitenden Worten wendet er sich an die königliche Familie, das Nobelpreiskomitee, die Bürger Amerikas – und die Bürger der Welt. Die Damen und Herren im Saale wurden eingemeindet – ein legitimer Kunstgriff, aber für einen Redner, der bei zahlreichen Auftritten nicht müde wird, sein jeweiliges Publikum mit persönlichen Grußworten für sich zu gewinnen durchaus erstaunlich.
Die Rede aber ist der skrupulöse Versuch des Verfassungsrechtlers, den Krieg als ultima ratio der Völkergemeinschaft zu hegen wie zu pflegen. Insofern wendet Obama sich trotz der einleitenden Grußformel in erster Linie an das amerikanische Publikum, das noch vor kurzem andere Töne gewohnt war. Obama rechnet in der Rede mit der politischen Philosophie und Praxis seines Vorgängers ab.
Er nutzt zu Beginn eine Formulierung von Franklin D. Roosevelt aus dem Jahr 1939, der nur wenige Monate vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs sagte: "There is no fatality which forces the Old World towards new catastrophe. Men are not prisoners of fate, but only prisoners of their own minds. They have within themselves the power to become free at any moment."
In der Tat: "Wir sind nicht bloß Gefangene des Schicksals, es kommt darauf an, wie wir handeln, um Geschichte auf den Pfad der Gerechtigkeit zu lenken." (Übersetzung HH) Wie immer, wenn Obama zu großer Form findet, verbergen sich hinter Alliterationskaskaden mehrfache Absichten. "And yet I would be remiss if I did not acknowledge the considerable controversy that your generous decision has generated."
Das ist der einzige Moment in der Rede, wo er mit dem in Kauf genommenen Gelächter im Saale von seinem Kurs abzukommen droht: anlässlich der Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis die Legitimation der Eskalation des Afghanistan-Krieges darzulegen.
Vor drei Monaten machte die erzürnte amerikanische Öffentlichkeit das seinsvergessene friedliebende linke Europa in Gestalt des Nobelpreiskomitees dafür haftbar, einen Präsidenten auszuzeichnen, der das keineswegs verdient habe. Nun kommt dieser Friedensfürst nach Oslo und hält eine völkerrechtliche Vorlesung über den gehegten Krieg.
Die Eisenbeißer in Amerika, die darauf gehofft hatten, Obama werde sich an der falschen Stelle wieder zu tief verbeugen, mussten sich eines Besseren belehren lassen. Der Oberste Befehlshaber redete rollenkonform – und nahm dafür sein Publikum in Oslo für 36 Minuten in Geiselhaft. Die Ironie zu Beginn der Rede endet mit den Worten – "und das ist erst der Anfang meiner Bemühungen auf der Weltbühne".
Deshalb können wir die Rede als eine im besten Sinne aufgeklärte historische Revanche des amerikanischen Präsidenten vor den Bürgern dieser Welt verstehen. Er hat die Würde seines Amtes und das Ansehen seines Landes rehabilitiert.
Diese Adresse gehört zur Pflichtlektüre, wenn man verstehen will, was in Afghanistan passiert, was auf dem Spiel steht – und welche Fragen gestellt werden müssen, wenn unser neuer Verteidigungsminister die deutsche Afghanistan-Strategie vorstellt.
Die Asymmetrie des Konflikts hat nichts mit den Waffen und ihrem Gewicht zu tun oder mit den Bürden gegen einander Krieg führender Kulturen.
Es ist ein Krieg der Sanduhr gegen die Ewigkeit.
Die Entscheidung des Komitees in Oslo, Obama mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, hätte zu keinem besseren Zeitpunkt erfolgen können. Mit dieser Hypothek von Vorschusslorbeeren im Gepäck ist die Aussicht darauf besser geworden, dass in den kommenden Wochen und Monaten die richtigen Fragen gestellt und keine vorschnellen Antworten gegeben werden.
Einer der interessanteren Kommentare zum Friedensnobelpreis spekulierte darüber, wie die Welt aussähe, wenn Obama am Freitag die Auszeichnung abgelehnt hätte. Was für ein Befreiungsschlag das gewesen wäre. Wie Obama von jetzt auf gleich all die messianischen Projektionen auf seine Politik und seine Person über Bord gekippt hätte. Wie er den europäischen Humbug und das alberne postchristliche und postmarxistische Fußvolk abgeschüttelt hätte.
Was für eine vergiftete Idee – und was für eine Naivität gegenüber der Welt, wie sie ist, und gegenüber dem Medienmarkt, wie er ist.
Die Idee lebt von der gleichen Passionslogik wie messianische Projektionen. Mit einem Unterschied: Sie hofft, dass Obama sich in einen Flagellanten verwandeln möge, in einen Hauself, der jeden Impuls, als Redner das Wort zu ergreifen, mit Schlägen auf den eigenen Mund beantwortete, in eine lame duck noch vor Ende des ersten Amtsjahres.
Zugegeben: Der Preis nützt in der amerikanischen Innenpolitik wenig bis gar nichts. Das Land ist tiefer gespalten als je zuvor. Gelegentlich habe ich darüber spekuliert, ob die Amerikaner der politischen Rhetorik Obamas überdrüssig geworden seien. Heute betrachte ich diese Spekulation als politisch naiv. Es gibt manche Skeptiker unter seinen amerikanischen Unterstützern, die sich danach sehnen, dass Obama endlich die Samthandschuhe auszieht und in den Ring steigt. Tat er dies aber – wie bei seinen Town Halls zur Gesundheitsreform – kommt von der gleichen Seite, die ihm heute Entscheidungsschwäche vorhält, der Vorwurf, er wechsle ohne Not in den Kampagnenmodus.
Nein, die Antwort auf die Frage, warum das Land so gespalten ist, liegt auf der Hand. Die Transformation der amerikanischen Politik durch die neue Regierung wird von einigen mächtigen Interessengruppen aktiv bekämpft. Nehmen wir das Beispiel der Klimaschutzgesetze. Dagegen läuft die amerikanische Handelskammer Sturm. Ebenso gegen die Errichtung einer Verbraucherschutzbehörde im Markt für Finanzdienstleistungen. Oder gegen die Idee einer gesetzlichen Verpflichtung von Unternehmen ab einer bestimmten Größe, ihren Mitarbeitern die Krankenversicherung zu bezahlen.Schweigen wir von der Öl- und Gasindustrie.
In den letzten Monaten sind viele große Unternehmen aus der amerikanischen Handelskammer ausgetreten, weil sie die Politik des Njet für vorgestrig halten. Warum lesen wir darüber nichts in den Berichten deutscher Amerikakorrespondenten?
Das politische Handicap Obamas sind nicht seine Reden, nicht seine zu ehrgeizige Agenda, nicht die Kompetenz seiner Berater – es sind die Besten aus mehreren Generationen. Das Handicap sind die demokratischen Parteifreunde im Kongress, die wie eine wildgewordene Basisgruppe wirken: ein zweifelhafter Steuerhinterzieher als Vorsitzender des Haushaltsausschusses, das Verbot, die Guantánamo-Insassen in amerikanische Gefängnisse zu überführen, zu große Lobbynähe zu Interessengruppen im Gesundheits- und Finanzdienstleistungsmarkt.
Nancy Pelosi und Harry Reid müssen ihre Fraktionen führen. Obama muss sein symbolisches Kapital in Führungskraft gegenüber den eigenen Parteifreunden verwandeln. Sonst werden sie im nächsten Jahr bei den Zwischenwahlen krachend abgestraft. Aber das wissen sie schon.
Die Debatte über den Friedensnobelpreis für Barack Obama zeigt absurde Züge. Um eine Idee ihrer Abwegigkeit zu gewinnen, besinnen wir uns eines Verfahrens, mit dem die katholische Kirche Kandidaten für die Heiligsprechung prüft, ein ehrwürdiges Verfahren, das seit vielen Jahrhunderten funktioniert.
Da gibt es zuerst denjenigen, der den Vorschlag macht. Wer Obama vorgeschlagen hat, wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass der Vorschlag vor Ablauf der Nominierungsfrist erfolgte, also Anfang Februar 2009. Dieses frühe Datum ist ein triftiger Grund, die kirchliche Kanonisierung zum Vergleich heranzuziehen. Denn aus der Nominierung spricht eine Gewissheit, die den Charakter einer Offenbarung besessen haben muss.
Es gibt zwei Wege ins Himmelreich der Heiligen: das Martyrium oder ein Wunder. Welche Ereignisse aus der uns bekannten Geschichte Obamas kämen als Belege für Wunder in Betracht? Hat er als kleiner Junge in Indonesien mit Tieren geredet? Hat er Todkranke wieder wandeln lassen? Ist er wie Jesus Christus über den See Genezareth gewandelt?
Wir können alle drei Fragen mit einem beherzten Ja beantworten.
In Dreams From My Father erzählt Obama von den Krokodilen im Garten seines Stiefvaters. Die erste komparative Erfahrung des Kleinen. Alle Kinder reden mit ihren Tieren, auch wenn es Krokodile sind. (Ist Ihnen die Ähnlichkeit von Nancy Pelosi mit kalifornischen Wüstenalligatoren aufgefallen? Obama kann mit ihr reden wie mit seinen kleinen Krokodilen in Djakarta.)
Wer Obamas Siegesrede der Nacht zum 5. November erinnert, hat das Bild der Wählerschlangen vor Augen. Sie haben die todkranke Demokratie Amerikas wiederbelebt.
Schließlich sind genügend Bilder im Verkehr, die zeigen, welche Sportart der junge Obama in den Wellen des Pazifiks perfekt gelernt hat: auch ohne Brett. Er ist bodysurfer. Wir erinnern uns an den Kommentar von Angela Merkel am Tag der Amtseinführung Obamas: Der sei auch nur ein Mensch … Ecce homo! (Welch beredte Ironie, dass die belesene Pfarrerstochter bei ihrem wurstigen Kommentar offen ließ, ob sie sich auf die Seite von Pontius Pilatus oder von Friedrich Nietzsche schlug, der sein Vorwort zu ECCE HOMO mit dem Titel versah "Wie man wird, was man ist".)
In der legenda aurea obamana finden wir weitere Wunder: Seine Rede zum Rassenthema: A More Perfect Union. Oder das Wunder seiner Reden vor großen Menschenansammlungen: Er wendet sich an die Würde ihrer Individualität. Er verwandelt Menschenmassen in Versammlungen verständiger Personen.
Oder denken wir an die Schriftgelehrten und Pharisäer, die seinen Weg säumen, ihr "Kreuziget ihn!" Jenen Republikaner, der Obama sein Waterloo bereiten will, das ihn brechen wird. Die Birthers, die seine Geburtsurkunde in Zweifel ziehen, die Hetzer, die den Mob für amerikanische Passionsfestspiele orchestrieren. Die öffentliche Hysterie erinnert mich an Thomas Wolfes "Look Homeward, Angel". Ihr jüngster Tag ist nicht mehr fern.
Damit sind wir bei der zweiten Methode, einen Heiligen zu prüfen: die Frage nach Obamas Martyrium. Denn darauf läuft es hinaus. Wer ihn scheitern sehen will, arbeitet mit der Apokalypse. Das war im Wahlkampf seine heutige Außenministerin, die an ihrer Kandidatur festhielt, indem sie an die Ermordung Bob Kennedys erinnerte und sich als eiserne Reserve anbot.
Wer auf Obamas Scheitern setzt und die Apokalypse beschwört, muss diese Alternative ins Auge fassen. Cormac McCarthy hat sie beschrieben, in dem Roman The Road.
Wer schreibt, Obama habe noch nicht geliefert, erfüllt im Prozess der Kanonisierung eines Heiligen eine ehrwürdige Funktion: die Rolle des advocatus diaboli. Natürlich gehört es zu desen Pflichten, alle Argumente heranzuziehen, die gegen den Heiligen sprechen. Die zeremonielle Rolle verträgt sich bloß nicht mit rechthaberischem Triumphgeheul.
Darin erklingt nicht die Stimme des Advokaten, sondern die des Mandanten. Wie man wird, was man ist.
Diese Woche ist ein Wendepunkt. Ich rede nicht von dem Friedensnobelpreis und seiner Nominierungsfrist, auch nicht von der amerikanischen Innenpolitik (die Gesundheitsreform findet prominente republikanische Unterstützer; das Klimaschutzgesetz kommt vielleicht doch noch in diesem Jahr zustande; die Meinungsumfragen werden wieder besser; die Schlagkraft der eigenen Truppe gegen die hysterische Stimmungsmache wird besser).
Diese Woche und die kommenden Wochen sind aus anderen Gründen historisch: Obama sucht nach einer neuen Afghanistan-Strategie. Er diskutiert mit Aufstandsbekämpfern und Antiterrorspezialisten über die Frage, ob mehr Soldaten nach Afghanistan sollen und welche Alternativen es dazu gibt. Von allen Seiten wird er an die Geschichte des Vietnamkriegs erinnert. Dort hat sein Af-Pak-Beauftragter Richard Holbrooke in den 60er Jahren prägende Erfahrungen gemacht, wie wir kürzlich in einem fesselnden Porträt lasen. Nach Vietnam war Holbrooke mit dem Friedenskorps erst in Marokko, dann in Afghanistan, wenige Jahre vor dem sowjetischen Einmarsch. Holbrooke, Pate der American Academy in Berlin, wirkt wie eine literarische Figur, die William J. Robert Lederer, Thomas Pynchon, Ross Thomas und Joseph Conrad gemeinsam ausgekocht haben.
Zwischendurch setzt Obama rhetorische Signale: beim Besuch des Zentrums für Terrorismusbekämpfung, beim Sternegucken, bei der Vergabe der Ehrenmedaillen für Forscher und Erfinder. This nation has never feared the future. Er erinnert daran, wie die Amerikaner Wernher von Brauns V2-Raketen in New Mexiko testeten und zitiert Carl Sagan: “Somewhere, something incredible is waiting to be known.”
Obama steht vor der Frage, wie er “seinen” Krieg führt. Skeptiker gewinnen an Boden. Wieder redet man von Afghanistan als dem Totenacker für Imperien. Sollen junge Amerikaner für ein korruptes Regime verheizt werden?
Die Komplexität der Konflikte, die sich in der Region überlagern, schildert der pakistanische Publizist Ahmed Rachid: Welche Akteure mit welchen Interessen sich welcher Figuren bedienen: wie z.B. afghanische Warlords und Mujaheddin, die der pakistanische Geheimdienst ISI finanziert. Die pakistanischen Militärs nutzen diese Krieger als Faustpfand im Konflikt mit Indien.
Afghanistan produziert 93 Prozent des Heroins auf dem Weltmarkt. Die Opiumökonomie hat das Land im Griff. Sheriff Biden hat schon vor Amtsantritt deutlich gemacht, dass er Hamid Karzai für korrupt hält. Karzais massiver Wahlbetrug delegitimiert den NATO-Einsatz (warum sterben in der Provinz Helmand am Wahltag 37 englische Soldaten für geklaute Wahlen?) und ist Wasser auf den Mühlen der Taliban. Die Heimatfront in Amerika und bei den Verbündeten kommt ins Wanken: Kaum einer ist bereit, sich mit mehr Soldaten zu engagieren. Gerade sind die Defizitzahlen des letzten Haushaltsjahres bekannt geworden, 1,4 Billionen Dollar – und der Krieg in Afghanistan kostet monatlich 4 Mrd. Dollar. (New York Times-Kolumnist Kristof beziffert Relationen: die Kosten der beiden Kriege in Irak und Afghanistan und George W. Bushs Steuersenkungen für die Superreichen haben Amerika 3,4 Billionen Dollar gekostet.)
Die Schlachtschachspieler sehen die Lösung für alle Probleme in Pakistan: Sonderbeauftragter Holbrooke aber darf keine Silbe über Indien und Kashmir reden. Das Imperium fesselt sich selbst. Think Tanks wie die New America Foundationfragen: Was sind die Ziele? Wie definieren sie Erfolg? Mit welchen Kriterien? Was sind die Alternativen?
Obamas Zwickmühle: Will er eine Niederlage riskieren oder 40.000 Soldaten aufs Schlachtfeld schicken? Roger Cohen, gerade erst zu Besuch in Berlin, bringt die Situation hellsichtig auf den Punkt: Amerika sucht einen Ausweg und justiert seine Perspektiven in einer Welt mit neuen Machtzentren. Obama sei der richtige Mann dafür. Das Land aber folge ihm nur, wenn er glaubhaft mache, welche Chancen sich eröffnen.
Warum fragt jemand Robert Gibbs nach Friedensverhandlungen mit Al Quaeda und den Taliban? Das erinnert an Kissingers Pariser Geheimgespräche mit den Nordvietnamesen. Gore Vidal erzählte einmal, wie Kissinger nach der Restaurierung der Sixtinischen Kapelle die Freskenbilder der Hölle inspizierte: Er habe da wohl eine Wohnung gesucht.
Johann Haris Porträt Vidals ist eine Achterbahnfahrt durch die Hölle. Der Autor von“The City And The Pillar” sei die Verkörperung des amerikanischen Jahrhunderts – und der Prophet seines Scheiterns. Das Land breche auseinander, wenn Obama dem Tollhaus unterliegt und die Chinesen ihre Schulden eintreiben. “The President ´wants to be liked by everybody, and he thought all he had to do was talk reason. But remember – the Republican Party is not a political party. It’s a mindset, like Hitler Youth. It’s full of hatred. You’re not going to get them aboard. Don’t even try. The only way to handle them is to terrify them. He’s too delicate for that.´” Vidal sieht nur noch den Untergang. Afghanistan werde dem amerikanischen Imperium, den “United States of Amnesia” den Todesstoß versetzen.
Obamas Schutzschild könnte Richard Holbrooke werden, Mehrzweckwaffe und Springteufel aller großen Konflikte seit Vietnam. Im März 2008 schrieb er, der Afghanistankrieg werde der längste Krieg der amerikanischen Geschichte. Anfang dieses Jahres war er an der Af-Pak-Studie beteiligt, die eine neue Strategie vorbereiten helfen sollte. Eine wesentliche Erkenntnis: Al Quaeda trainiert in den Bergen Pakistans Leute mit europäischen Pässen. Die aber bomben nicht das Marriott Hotel in Islamabad.
Springteufel Holbrooke ist Realist. Er glaubt nicht an “Nationbuilding” in einem von Stammesloyalitäten geprägten Land. Der einzige Ausweg seien Sicherheitsgarantien für Pakistan. Das könnte die Militärs umstimmen und sie für den Kampf gegen die Taliban und Al Quaeda mobilisieren.
Obama hat die Chance, die Prognose seines Springteufels zu widerlegen. Einer seiner engsten Sicherheitsberater, Mark Lippert, verlässt das Weiße Haus und geht zu den Navy Seals. Die haben vor ein paar Monaten einen amerikanischen Seemann aus somalischer Geiselhaft befreit. So ein Kämpfer mit der Mobilfunknummer des Präsidenten dürfte seinesgleichen suchen. Obama wird die Optionen prüfen und sich mehrerer Werkzeuge bedienen.