Artikel zum Thema: symbolische Kommunikation

Agents of Change


Letzte Woche Mittwoch verlieh Barack Obama mehreren "agents of change", wie sein Pressesprecher Robert Gibbs später sagte, die amerikanische Freiheitsmedaille. Zu den Ausgezeichneten gehören ein mit Federn und akademischen Meriten geschmückter Indianer, Jim Crow, Stephen Hawking, Muhammad Yunus und der einstige Stadtrat von San Francisco Harvey Milk. Nicht erst seit Sean Penn ihn so wunderbar gespielt hat, weiß man auch in Europa, wer das war.

His name was Harvey Milk, and he was here to recruit us — all of us — to join a movement and change a nation. For much of his early life, he had silenced himself. In the prime of his life, he was silenced by the act of another. But in the brief time in which he spoke — and ran and led — his voice stirred the aspirations of millions of people. He would become, after several attempts, one of the first openly gay Americans elected to public office. And his message of hope — hope unashamed, hope unafraid — could not ever be silenced. It was Harvey who said it best: "You gotta give ‚em hope."

Ich versuche mir vorzustellen, wie eine ähnliche Situation im Bundeskanzleramt aussehen könnte. Die Auswahl der Namen ist alles andere als willkürlich. Denken wir an Regine Hildebrandt, Rosa von Praunheim, Martin Dannecker, Klaus Lukas oder Albert Eckert. Oder an den deutsch-ägyptischen Geburtshelfer und Gynäkologen Tarek Meguid, der in Malawi in fast auswegloser Lage sich dafür engagiert, das Gesundheitswesen zu reformieren und dafür ein Modell erfunden hat, das fast alle von Abwanderungsverlusten qualifizierter Gesundheitsarbeiter geplagten Länder kopieren könnten.

Mir fallen gewiss noch mehr Namen ein. Das spielt jetzt keine Rolle. Es ist eine Frage der symbolischen Kommunikation. Für solche symbolischen Gesten ist die Kultur unseres Landes, um dafür ein Schweizer Wort zu gebrauchen, immer noch viel zu verharzt.