Der Verfasser ist nach wie vor als Trainer auf Bildungsreise. Gleich gehts weiter nach Sachsen. Am Freitag gute Diskussionen mit Studierenden in Bremen.
Es gibt ein paar Themen auf Wiedervorlage, die ich nur im Vorübergehen antippen kann – und die anderswo bereits bis über die Erschöpfung hinaus breitgetreten worden sind.
Der Rhetorik-Blog legt eine kurze Pause ein. Freitag bin ich für meinen Lehrauftrag in Bremen. Am Sonntag fahre ich für ein dreitägiges Seminar nach Meißen.
Der nächste Beitrag erscheint voraussichtlich am 3. Juni. Dann gibt es wieder eine kurze Pause bis Montag, den 7. Juni. Dann melde ich mich wieder aus dem tiefen Süden.
Warum erinnert mich diese Nachricht aus China an das europäische Rettungspaket? Die Rettung folgt – auf einer anderen Skala – der gleichen Logik. Sie soll vor dem Sturz in den Abgrund bewahren. Alle Länder verpflichten sich zu einer scharfen Austeritätspolitik. Schon beginnt ein Wettrennen, das für den Augenblick die Italiener gewinnen. Katholiken sparen wilder als Puritaner. Wer hätte das gedacht?
Die Logik der Redundanz funktioniert nicht. Mit dem Einbau der Auffangnetze dokumentiert das chinesische Unternehmen seinen Zweifel an der Selbstverpflichtung der Arbeiter, keinen Selbstmord zu begehen. Finden die Arbeiter etwas Besseres als den Tod ?
Hier kommt der Film Magnolia ins Spiel. Der Anfang dieses Films folgt einem Drehbuch aus der Chaos-Forschung. Irgendwo da draußen sitzt jemand ohne Idee, was ihm vor die zufällig geladene Flinte kommt. In dem Spiel von Redundanzen und Kontingenzen gibt er den seltsamen Attraktor, schießt vielleicht auf den Schmetterling.
Die Folgen dieses Schusses sind nirgendwo eingepreist. Wie auch?
Ohnmächtig sehen die Träumer, wie das Verhängnis in Zeitlupe seinen Lauf nimmt. Träumer können dem Geschehen nicht Einhalt gebieten. Sie messen die Zeit. Sie zählen die Schritte. Sie sehen das Ergebnis – es sei denn, sie wachten rechtzeitig vor dem bitteren Ende auf.
Die Ausweitung der Kampfzonen ist beschlossene Sache. Der Zeitpunkt, zu dem sie bekannt wird, ist weniger interessant als der Zeitpunkt, zu dem sie beschlossen wurde. Kurz danach verließ Mark Lippert, einer der engsten Sicherheitsberater Barack Obamas, das Weiße Haus, um seine militärische Karriere bei der Navy fortzusetzen.
Lippert dürfte einer der wenigen Kampferfahrenen da draußen sein, der die persönliche Mobilnummer von Obamas Blackberry kennt.
Die Transparenz der Obama-Administration und ihre multilaterale politische Rhetorik sind die eine Seite der Medaille. Es gehört zu den kommunikativen Kunststücken dieser Regierung, nur die Vorderseite der Medaille in den Blick zu rücken.