Prof. Dr. Dres. h.c. Karsten Schmidt ist Präsident der Bucerius Law School. Er war Professor an den Universitäten Göttingen (1976-1977), Hamburg (1977-1997) und Bonn (1997-2004) und ist durch viele Publikationen im Wirtschaftsrecht (Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Insolvenzrecht) sowie im Zivil- und Zivilprozessrecht bekannt.

Beiträge von Karsten Schmidt:

Keine Rechtsanwalts-GmbH Co. KG? – Von der Weisheit des Rechts, der Gesetze und der Gerichte

Fällt Ihnen, liebe Leser, ein überzeugender Grund ein, aus dem eine Anwaltskanzlei als GmbH betrieben werden kann (§ 59c Abs. 1 BRAO), nicht aber als GmbH & Co. KG? Mir auch nicht! Wer die typische GmbH & Co. KG ohne Vermögensbeteiligung der Komplementär-GmbH kennt, wird mir darin zustimmen, dass diese Gesellschaft de facto nichts anderes ist als eine mitunternehmerische (§ 15 EStG) auf Kapitalkonten (nur) der Kommanditisten aufbauende GmbH im formalen Gewand einer Personengesellschaft mit einem GmbH-Geschäftsführer als (mittelbarem) Leitungsorgan. GmbH und GmbH & Co. KG sind insofern funktionsgleich.

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“Dieses unser Land” … nur bedingt reformfähig?

Wo immer man hinblickt, besteht Reformbedarf. Ihm zu genügen, wird zur Zukunftsfrage für die USA, für Europa, für unsere Nachbarländer und auch für „dieses unser Land”. Es gibt Anzeichen dafür, dass wir gar nicht so schlecht dabei abschneiden könnten. (weiterlesen …)

Sanierung nach Plan, oder: die Gläubiger besetzen die Burg

Seit einer Woche liegt der Referentenentwurf für ein Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen vom 25. Januar vor. Er enthält lange und intensiv diskutierte Neuregelungen im Unternehmens-Insolvenzrecht und demonstriert aufs Neue, wie sich das Insolvenzrecht in das Unternehmensrecht einmischt. Drei Hauptanliegen sind sichtbar: die weitere Zurückdrängung der an Masselosigkeit scheiternden Verfahren (1.), die Verbesserung des vorläufigen Insolvenzverfahrens (2.), vor allem aber die Stärkung des Insolvenzplanverfahrens (3.). (weiterlesen …)

Mantelverwertung und “wirtschaftliche Neugründung”: eine Haftungsfrage von gestern?

Wie man liest, ist der Streit um die „wirtschaftliche Neugründung“ und deren Haftungs­konsequenzen bei der Verwendung von Kapital­gesellschaften für die Gründung und Umstrukturierung von Unternehmen noch lange nicht ausgetragen (zuletzt Habersack, AG 2010 S. 845). Bekanntlich kommt die Debatte aus der Praxis über Mantel- und Vorrats­gesellschaften. (weiterlesen …)

Anlegerschutz und fehlerhafte Gesellschaft

Das Rechtsinstitut der fehlerhaften Gesellschaft, einst erfunden, um fehlerhaft gegründete Gesellschaften zu einem Nullum werden zu lassen, konterkariert den Anlegerschutz bis hinein in Fälle der Innengesellschaft (z.B. BGH-Urteile vom 29. 11. 1952 – II ZR 15/52, vom 29. 6. 1970 – II ZR 158/69 sowie vom 26. 9. 2005 – II ZR 314/03, DB 2005 S. 2573) und der treuhänderischen Beteiligung (z.B. BGH-Urteil vom 2. 7. 2001 – II ZR 304/00, DB 2001 S. 1775). (weiterlesen …)