Minsky und die Staatsverschuldung

Soll der Staat die Wirtschaft weiter massiv stimulieren? Soll er weiterhin große Anteile an den Banken halten? Sollen die Zentralbanken weiterhin fragwürdige Wertpapiere als Sicherheit für ihre Kreditgeschäfte akzeptieren? Eine Frage, die dabei zunehmend gestellt wird: soll der Staat sich dafür immer weiter verschulden? Gibt es da eine Schulden-Obergrenze? Was passiert, wenn die erreicht wird?

Sicher, die Vergangenheit hat gezeigt: diese Schuldengrenze ist recht hoch. Man schaue nur auf den Quotienten von Schulden zu Bruttosozialprodukt in Japan! Vielleicht. Aber was war da mit Dubai? Was ist los in Argentinien, wo der Zentralbankchef gefeuert wird, weil er Staatsschulden nicht finanzieren will? Was ist los in Griechenland? Hat nicht gerade erst Island beschlossen, die durch die Bankenkrise verursachten Staatschulden nicht zu zahlen? Noch sind Staatspapiere die Qualitäts-Fluchtburg, nachdem alle anderen Schuldpapiere an Vertrauensverlusten leiden – nur: wie lange noch?

Es gab einmal eine Phase, da wurden Staatskredite vorsichtig aufgenommen, da waren zukünftige Steuereinnahmen sicherlich hoch genug, um die Kredite und Zinsen zu tilgen. Dann kam eine Phase, wo man lediglich die Zinsen tilgte: die Schulden selbst wurden mit neuen Schulden bezahlt. Sind wir nun in einer Phase, wo auch die Zinsen mit neuen Schulden bezahlt werden?

Es gibt wohl einige, denen kommt diese Geschichte bekannt vor. Das Handelsblatt berichtete am 4. 1. dieses Jahres (http://www.handelsblatt.com/politik/nachrichten/finanzkrise-oekonomen-huldigen-propheten-des-untergangs;2502858 ), daß Ökonomen nun dem Propheten des Untergangs Hyman Minsky “huldigen”. Wo’s in der Zeitung steht, glaube ich das jetzt mal! Und das Handelsblatt beschrieb dann weiter:

“Jeder Zyklus durchlaufe dabei drei Phasen, skizzierte Minsky: Am Anfang verhalten sich Konzernlenker und Banker noch konservativ, wenn es um das Aushandeln von Krediten geht – und achten penibel darauf, dass die prognostizierten Erträge einer Investition hoch genug sind, um die dafür aufgenommenen Kredite samt Zinsen zu tilgen.
Mit zunehmenden Erfolg kommt dann der Leichtsinn – und die Lust am Spekulieren: Jetzt halten es alle für ausreichend, wenn die Erträge die Zinszahlungen decken, schließlich kann man ja – scheinbar – jederzeit problemlos umschulden.
Geht weiterhin alles gut, folgt Phase drei: Dann werden selbst die Zinsen nur noch durch neue Kredite gezahlt – eine Strategie, die darauf setzt, dass die Kapitalmärkte immer liquide sind und das eigene Vermögen ständig im Wert wächst. Passiert das aber plötzlich nicht mehr, bricht alles zusammen: Niemand vertraut niemandem mehr, die Liquidität versiegt und setzt eine Abwärtsspirale in Gang.”

Im Handelsblatt wurde die Geschichte als Geschichte des US-Immobilienmarktes erzählt. Na, wenn das mal keine Geschichte der Staatsschulden nach der Stimulus-Euphorie wird! Hoffen wir also mal alle, daß es keinen “Minsky-Moment” der Staatsverschuldung gibt.

Warnung vor Überregulierung der Finanzmärkte

Der Franzose Michel Barnier wird wohl Binnenmarkt-Kommissar der EU. Eine seiner wichtigsten Aufgaben wird die Finanzmarktregulierung sein. Man wird sehen, ob sich Frankreich dismal für pro-Markt-Lösungen stark macht, aber gegeben vergangene Erfahrungen und die derzeitigen überhitzten Diskussionen in dem Tenor “Je mehr Regulierung, desto besser”, lassen mich nur Schlechtes befürchten.

 

Wo fangen wir an? Vielleicht mit einem einfachen Beispiel völlig verkehrter Regulierung in Deutschland, im Sinne des “Anlegerschutzes”. Ist es einer erwachsenen Deutschen Person, im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und in der Lage, im Beruf schwierige Aufgaben zu meistern, erlaubt, sich optimal am Finanzmarkt abzusichern und Risiken zu minimieren? Ist es nicht, jedenfalls nicht ohne Hürden. Das Wertpapierhandelsgesetz schreibt bei der Eröffnung eines Wertpapierdepots nämlich vor, daß der Finanzdienstleister seinen Kunden beraten (und ob das eine “Beratung” oder doch eher ein “Verkaufsgespräch” ist, will hier lieber nicht auch noch beleuchten!) und in eine von fünf Risikoklassen einteilen muß. Ist man in Risikoklasse eins, so darf man nur Bundesschatzbriefe, Geldmarktfonds und ähnliches mehr kaufen. Leerverkäufe deutscher Aktien und eine weltweit gestreute Anlage in ausländische Aktien (inklusive Schwellenländern) geht selbst in Risikoklasse vier noch nicht: das ist erst in Risikoklasse fünf erlaubt.

 

Quizfrage an meinen geneigten Leser oder Leserin: welcher Risikoklasse sollte man angehören, um eine optimale Absicherung seiner Risiken zu erzielen? D.h., in welche Risikoklasse muß man sich einstufen lassen, wenn man besonders risikoscheu ist (und – das kommt hinzu! – weiß, wie man die richtige Risikostreuung erreicht)? Die Auflösung erfolgt weiter unten, mit Literature. Hinweis: es ist nicht Risikoklasse eins.

 

 Ein Nebenphänomen dieser Regulierung ist, daß es nicht viele Anleger gibt, die Leerverkäufe von Aktien machen dürfen, also auf fallende Kurse spekulieren können. Das ist nämlich erst in Kategorie fünf erlaubt. Merke: folgt man manch öffenticher Diskussion, so sind es insbesondere spekulative Blasen der Überbewertung auf Finanzmärkten, die hinterher zu großen Problemen führen. Wie können aber Anleger auf Finanzmärkten dazu beitragen, daß solche erkennbaren Blasen gar nicht erst zu sehr wachsen? Sie haben es erraten: sie müssten dann auf fallende Kurse spekulieren. Und da stellt sich heraus: das ist – aus regulatorischen Gründen! – nicht einfach. Wer also “Finanzmarktblase” sagt und den Finger zeigen will, der sollte gleich auf die Regulierung zeigen, die daran dann sicherlich ein gutes Stück Schuld trägt. Zum Glück gibt es einige Institutionen, die diese Funktion auf Finanzmärkten erfüllen: einige davon sind unregulierte Hedge Funds. Nun will man aber dazu übergehen, jede Finanztransaktion zu regulieren. Und dann, so darf man sicher schließen, zerstörerische Blasen nur noch wahrscheinlicher machen? Na, prost Mahlzeit.

 

Nehmen wir den Markt für Hypotheken an Haushalte mit geringen Einkommen und hohen Risiken in den USA, möglicherweise der Auslöser für die “subprime crisis” und die Weltfinanzkrise von 2008. Interessanterweise gibt es seit 1977 in den USA den “Community Reinvestment Act”, der Banken dazu anhält, Hypotheken an solche Haushalte zu vergeben! Die “CRA-Performance” wird regelmäßig überprüft etc etc. Das ist sicher nicht die ganze Geschichte – aber wenn hier mit dem Finger gezeigt wird, dann muß man auch auf diese Regulierungen zeigen.

 

 Wie ist es mit staatlichem Bankbesitz? Nun: die Regierungs-kontrollierten Hypotheken-Finanzierer in den USA wie Fannie Mae und Freddie Mac hielten den größten Teil der “subprime loans”. Und in Deutschland sind in der Finanzkrise als erstes die staatseigenen Landesbanken den Bach hinuntergegangen. Wer also hier die Heilung sucht, ist einfach nicht ernstzunehmen.

 

Nehmen wir die Eigenkapitalvorschriften. Da wird es einige Bastelei geben, ganz sicher! Mit welchen Effekten? Welche systemischen, makroökonomischen Effekte ergeben sich, wenn jede einzelne Bank seine Eigenkapitalvorschrift erfüllen muß. Interessante Frage – und es gibt Antworten, z.B. in Cifuentes-Ferrucci-Shin, “Liquidity Risk and Contagion,” Journal of the European Economic Association 2005, 556-566 (und zwei Jahre vor der Finanzkrise geschrieben!). Hat das irgendwer in der Regierung gelesen? Gibt es fähige Journalisten, die sich zutrauen, das zu lesen (nicht lang – nur zehn Seiten!), und dann gelegentlich mal eine informierte Frage bei einer Pressekonferenz zu Finanzmarktregulierung stellen könnten? Weitere Quizfrage: wo ist das eigentliche Problem in der von Cifuentes-Ferrucci-Shin beschriebenen Welt? Die Antwort führt zu weit, aber nur soviel: nein, es sind nicht die Eigenkapitalvorschriften. Eher der Mangel an aggressive Hedge Fonds.

 

Aber wenigstens gibt es jetzt die Auflösung zur Quizfrage oben. Die richtige Antwort ist: Risikoklasse fünf. Glauben Sie nicht? Dann bitte Jermann-Baxter, “The International Diversification Puzzle is Worse than You Think”, American Economic Review, March 1997, 170-180, lesen. Die beiden Autoren argumentieren nämlich (ziemlich überzeugend!), daß man zur optimalen Risiko-Absicherung, also zur Absicherung des langfristigen Lohnrisikos im Heimatland tatsächlich die heimischen Aktien leer verkaufen und dafür international breit gestreute Aktien kaufen sollte. Sie wundern sich, warum das in den Daten nicht der Fall ist. In Deutschland darf man da wohl getrost auf den “Anlegerschutz” per Wertpapierhandelsgesetz verweisen: die meisten dürfen das nämlich nicht!

 

Mit anderen Worten: damit ein auf Finanzmärkten wenig versierter Deutscher das richtige tun kann, muß er sich in Risikoklasse fünf einstufen lassen – und riskiert dann natürlich, daß ihn die “beratende Bank” alles mögliche verkauft, was er oder sie garantiert nicht halten sollte (die “Berater” sind dafür bestens geschult). Oder er oder sie belässt es bei der sogenannten “Risikoklasse eins” und hat damit letztlich mehr Risiko in seinem Portfolio als sinnvoll und gewünscht.

 

Man fragt sich hier: hatten die Konstrukteure dieses Gesetzes irgendwelche volkswirtschaftlichen Vorkenntnisse oder waren es komplett ahnungslose Dilettanten? Sind bei der Konstruktion des Gesetzes sachkundige Ökonomen gefragt worden? Oder gibt es inzwischen wenigstens sachkundige Ökonomen im Finanz- und Wirtschaftministerium, die diese Punkte zur Sprache bringen? Das Jermann-Baxter Papier ist inzwischen 12 Jahre alt, das Cifuentes-Ferrucci-Shin Papier ist 5 Jahre alt – Zeit genug ware ja gewesen, oder nicht? Wie kann es sein, daß die Einsichten der Wissenschaft auf Regierungsebene so geflissentlich ignoriert werden, wie kann es sein, daß Regulierungen erfunden werden, die die Problem größer und nicht kleiner machen? Mir ist das ein Rätsel. Und der Schaden, der hier angerichtet wird – immer wieder, unablässlich! – ist enorm.

 

Zurück zu Michel Barnier, dem neuen Kommissar. Vielleicht geschieht ja ein Wunder, und es gibt einen ernsthaften Dialog in die Wissenschaft und mit den führenden Ökonomen auf dem Gebiet. Vielleicht umgibt er sich mit Ökonomen als Beratern, die sich wirklich gut in der Materie auskennen. Darf ich skeptisch sein? Sicherlich. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ein Wunsch an Merkel und Westerwelle: Experten statt Dilettanten

Wie lassen sich die derzeit schwierigen wirtschaftlichen Probleme Deutschlands lösen? Gute Frage. Wer kann sie beantworten? Na klar: da gibt es die 10-Sekunden bis 30-Minuten Fernseh-Interviews mit prominenten Ökonomen, Literaturnobelpreisträgern, Popstars und ähnlichem mehr. Stattdessen ist mein Vorschlag und Wunsch für die neue Regierung: Professionalisierung, durch ausreichende Expertise in den Ministerien und engen Kontakt in die Wissenschaft, ernstgenommen auf höchster Ebene. » Weiterlesen

“Der Spiegel”, Westerwelle, Steuersenkungen und die Laffer Kurve

Kurz vor der Bundestagswahl hat Sven Böll in “Der Spiegel” noch schnell einen unvollständig recherchierten Artikel über die Laffer-Kurve geliefert, wohl insbesondere als Breitseite gegen Westerwelle, die FDP und deren Steuersenkungsvorschläge. Lieber Herr Böll, liebe “Der Spiegel”-Redaktion: vom Leder ziehen ist ja ok, aber wo sind die einstigen Recherche-Stärken ihrer Redaktion geblieben? Schon mal “Laffer curve” in Google eingegeben? Dort finden sie auf Seite 1 gleich den Link zu einer 2009 verbreiteten wissenschaftlichen Studie mit dem doch klaren Titel “How Far Are We From The Slippery Slope? The Laffer Curve Revisited”. Diese Studie gibt durchaus eine präzise Antwort auf die von Ihnen in den Raum gestellte Herausforderung: “Denn Laffer selbst hat den Prozentsatz, ab dem die Einnahmen des Staates bei Steuererhöhungen sinken, nicht präzisiert. Und auch die Forschung tut sich mit konkreten Antworten auf die Frage, wo dieser Punkt denn eigentlich genau liegt, bis heute schwer.” Die Antworten finden sich in dem genannten Papier. Mal ehrlich: das konnten Sie nicht finden? Wie kann das sein? » Weiterlesen

G20: Regulierungs-Chaos nach der Weltfinanzkrise

Im Vorfeld des G20 Treffens in Pittsburgh überbieten sich die Regierungen gegenseitig, welche Finanzmarktregulierung denn streng genug sei, um die bösen, bösen Banker davon abzuhalten, in Zukunft zuviele Risiken einzugehen und das Finanzsystem zum Einsturz zu bringen. In Holland gibt es bereits einen freiwilligen Codex, daß Bonus-Zahlungen nicht das reguläre Gehalt übersteigen dürfen. Die Europäer würden wohl Bonus-Zahlungen grundsätzlich stark reglementieren – dagegen mutet der eigentlich absurde Vorschlag der Fed, in Zukunft alle Bonus-Kontrakte im Vorfeld zu genehmigen, schon beinahe milde an. Da geht die Bundeskanzlerin in einer Pressekonferenz an diesem Montag noch deutlich weiter: “Jedes Finanzmarktprodukt, jede Finanzinstitution und jeder Finanzplatz sollen einer Regulierung unterworfen werden, und das Ganze muss natürlich kohärent, global geschehen.” Dazu sollen die Eigenkapitalregeln verschärft werden: mehr soll sein und irgendwie besser. Der IMF soll mehr Ressourcen und mehr Aufgaben bekommen.

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Schlaflos über Seattle

Ein 8-Stunden Nachtflug irgendwohin, vielleicht New York nach London, vielleicht woanders. Das sollte doch ausreichen, um gute sieben Stunden zu schlafen, oder? Ist es nicht. Etwa eine Stunde nach Abflug wird erst einmal Essen serviert. Um mich regt sich alles, die freundlichen Stimmen der Stewardessen und das Geklapper mit Besteck, das Aufrichten der Stühle – nein, Schlafen ist unmöglich. » Weiterlesen

Externe Berater in den Ministerien: auch Ökonomen?

Da lese ich zum Beispiel hier, daß die Bundesregierung im Jahr 2008 “mindestens 40 Millionen Euro” für externe Beratungsverträge ausgegeben hat. Mich interessiert nun: wieviel davon floß an Ökonomen, außerhalb der “Wirtschaftsforschungsinstitute” und des Sachverständigenrates? D.h., hat man in dieser Wirtschaftskrise versucht, volkswirtschaftlichen Sachverstand zu holen – und zwar in einer Weise, die signalisiert, daß hier mehr als eine gelegentliche Hobby-Beschäftigung gewünscht wird? Ich vermute, die traurige Antwort ist im wesentlichen ein “Nein”. » Weiterlesen

Deutsche Politiker: ohne Computerkenntnis?

Mehrfach beklagte ich in diesem Blog die mangelnde Interaktion der Wirtschaftspolitik mit den wirtschaftswissenschaftlichen Experten – und da finde ich diesen Bericht der Kinderreporter auf YouTube. Da hat z.B. Bundesjustizministerin Zypries noch nie etwas von einem Browser gehört, Ströbele weiß möglicherweise nicht einmal, wie man so einen Computer eigentlich einschaltet – und sie sind nicht allein. Lustig? Traurig? Entscheiden Sie. Ob also irgendein Expertenwissen gleich welcher Art per Internet irgendwie bei den Politikern ankommt, darf man nach diesem Bericht wohl stark bezweifeln – aber jeder Politiker sei aufgerufen, dem hier durch kurzem Eintrag zu widersprechen! Fachbücher, Fachzeitschriften und “working papers” werden dort wohl auch nicht gelesen, vermute ich. Vielleicht probieren wir Wissenschaftler es da doch lieber, die wesentlichen Informationen in eine schöne Sendung-mit-der-Maus-Geschichte zu verpacken, und als VHS-Video an die Politiker zu senden? Das könnte evtl funktionieren – hat das schon einmal jemand probiert? Schließlich wird ja immer gesagt, die Wissenschaft habe eine Bringschuld. Sponge Bob würde ich als Grundlage nicht empfehlen: zu modern, kennen die wahrscheinlich nicht. Immerhin. » Weiterlesen

Claudia Pechstein und die Ökonometrie

Hat Claudia Pechstein gedopt? Auffällige Blutwerte, vehemente Proteste, verwirrende Experten-Aussagen: vieles ist noch unklar. Zur Entscheidung soll diesmal ein statistischer Beweis herangezogen werden. Doch was man darüber in den Zeitungen liest, erstaunt den Ökonometriker in mir. Entweder ist die Berichterstattung doch etwas oberflächlich oder der geplante statistische Beweis ist etwas wackelig oder die Einsichten der Ökonometrie helfen hier tatsächlich nicht. Aber das sollte zumindest geklärt werden.

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Quantitative VWL oder Ordnungspolitik? Eine Stimme aus dem Wirtschaftsministerium

Hier eine – wie ich finde, vernünftige! – Stimme aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie zu der Frage, wie die VWL für die Wirtschaftspolitik nützlich sein kann. Verfasser ist Dr. Berend Diekmann, der Text ist ungekürzt, und er hat mir für die Verbreitung hier seine Erlaubnis gegeben.

Die Lage der Ordnungstheorie

Volkswirtschaftslehre nach Adam Riese oder nach
Adam Smith?

Dr. Berend Diekmann

Mit ungewohnter Heftigkeit tobt zur Zeit in Deutschland eine Auseinandersetzung um die Ausrichtung der Volkswirtschaftslehre an den Universitäten.
83 Professoren der Volkswirtschaftslehre sahen sich sogar veranlasst, einen Aufruf zur Rettung der Wirtschaftspolitik zu veröffentlichen.
Es scheint, nicht nur die Unternehmenslenker und die Wirtschaftsverfassung, sondern auch die Wirtschaftswissenschaften selbst stecken mittlerweile in einer Vertrauenskrise. Worum geht es?

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