»Prof. Harald Uhlig 08. July 2009, 15:23 Uhr

Quantitative VWL oder Ordnungspolitik? Eine Stimme aus dem Wirtschaftsministerium

Hier eine – wie ich finde, vernünftige! – Stimme aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie zu der Frage, wie die VWL für die Wirtschaftspolitik nützlich sein kann. Verfasser ist Dr. Berend Diekmann, der Text ist ungekürzt, und er hat mir für die Verbreitung hier seine Erlaubnis gegeben.

Die Lage der Ordnungstheorie

Volkswirtschaftslehre nach Adam Riese oder nach
Adam Smith?

Dr. Berend Diekmann

Mit ungewohnter Heftigkeit tobt zur Zeit in Deutschland eine Auseinandersetzung um die Ausrichtung der Volkswirtschaftslehre an den Universitäten.
83 Professoren der Volkswirtschaftslehre sahen sich sogar veranlasst, einen Aufruf zur Rettung der Wirtschaftspolitik zu veröffentlichen.
Es scheint, nicht nur die Unternehmenslenker und die Wirtschaftsverfassung, sondern auch die Wirtschaftswissenschaften selbst stecken mittlerweile in einer Vertrauenskrise. Worum geht es?

Die Verteidiger der traditionellen Lehre von der Wirtschaftspolitik an den deutschen Universitäten befürchten, dass – vereinfacht gesagt – die Ordnungspolitik durch mathematische Methoden abgelöst wird.
Die interdisziplinären Bezüge etwa der Ordoliberalen Freiburger Schule zur Rechtswissenschaft und zur praktischen Philosophie würden durch interdisziplinäre Bezüge zur Mathematik und zur angewandten Statistik ersetzt.
Die Verfeinerung des mathematischen Instrumentariums würde in der Wirtschaftswissenschaft immer mehr zum Selbstzweck.
Die Wirtschaftswissenschaften würden zu einer Art sozialer Physik weiterentwickelt.
Kurz: Eine Verdrängung von Adam Smith durch Adam Riese mit sehr nachteiligen Konsequenzen.
Hieraus resultiert die Forderung, aus der Formelwelt in die reale Welt zurückzukehren.

Was ist Mathematik, welche Rolle spielt Sie?

Dazu drei Thesen:
Erstens: Mit Blick auf die aktuelle Wirtschaftskrise ist festzustellen, dass sich keine Richtung der VWL mit Ruhm bekleckert hat.
Die versicherungsmathematisch geprägten Risikosteuerungsmodelle der Banken haben mit Blick auf ihre Leistungsfähigkeit für die Geschäftsstrategien versagt.
Dies liegt insbesondere daran, dass solche Modelle letztendlich nur Verhaltensmuster für die Vergangenheit unter Rahmenbedingungen der Vergangenheit abbilden und in die Zukunft fortschreiben können.
Bei Innovationen und/oder bei Extremereignissen müssen sie versagen. Auch die vielen empirischen Untersuchungen zur Tragbarkeit und zu den Grenzen globaler Ungleichgewichte z. B. mit Hilfe der Schätzung von Vektorautoregressionsansätzen oder mehrvariablen Zeitreihenanalysen haben jedenfalls nicht zum Erkenntnisfortschritt im Sinne einer Frühwarnfunktion geführt. Sollte es einen Anspruch gegeben haben, menschliches Verhalten vollständig mathematisch beschreiben zu wollen oder zu können, hat die aktuelle Bankkrise fürs erste das Gegenteil belegt.

Freilich haben sich in der gleichen Zeit viele Ordnungspolitiker hier zu Lande am EU-Vertrag oder am Attribut „Sozial“, das der Marktwirtschaft verpasst worden ist, abgearbeitet.
Eine vernehmbare Warnung mit Blick auf Fehlsteuerungen am Finanzmarkt gab es auch von dieser Seite nicht.
Zweitens: Es ist lohnend, sich zu vergegenwärtigen, was Mathematik und Statistik eigentlich sind: Keine Weltanschauungen, sondern Methoden, Instrumente.
Wer sich mit einem Wirtschaftswissenschaftler über seine mathematischen Methoden unterhält, weiß noch nichts über seine Weltanschauung.
Die Methodenwahl ist unabhängig vom inhaltlichen Standpunkt. Alle Sachverhalte, die in der wirtschaftswissenschaftlichen Analyse mathematisch ausgedrückt werden, können auch verbal ausgedrückt werden. Umgekehrt gilt das nicht.
Als Instrument hat die Mathematik hier aber zwei Vorteile:
Man kann Zusammenhänge kürzer ausdrücken.
Und man kann die Prämissen der Analyse vollständig offen legen.
Damit ist die Vorgehensweise offen für eine zielgenaue Kritik.
Das hat nichts damit zu tun, dass die Mathematik die Komplexität der realen Welt ausblenden würde.
Im Gegenteil: Es wird deutlich, was die Analyse ausblendet und die Grenzen der Methode treten klar zum Tage.
Beides sind Eigenschaften, die einer verbalen politischen Argumentation oft fehlen.
Dies spricht den Wirtschaftswissenschaftler freilich nicht davon frei, mit dem Instrumentarium verständig umzugehen: Dazu gehört, nicht vorschnell aus statistischen Zusammenhängen Ursachen abzulesen oder Ergebnisse vorschnell zu verallgemeinern.
Die mathematische Methodik darf folglich die verbale Kommunikation und das Denken in großen Zusammenhängen nicht verdrängen, sondern sie soll sie ergänzen.
Drittens: Es ist richtig, dass die Wirtschaftswissenschaften den politischen Entscheidern helfen soll, die Wirkung ihrer Instrumente einzuschätzen, richtige Anreize zu geben und Verhaltensweisen zu verstehen.
Gerade um zu testen, ob diese mit der Theorie – genauer der Ordnungstheorie – übereinstimmen, kann es hilfreich sein, Hypothesen mit empirischen Methoden zu überprüfen.
Dass quantitative Methoden nicht exakt sein können, zeigt schon der Instrumentenkasten selber: So gibt es in der Ökonometrie Konfidenzintervalle, Fehlerabschätzungen oder Bestimmtheitsmaße, die die Beschränktheit der Datenmodelle verdeutlichen.

Ein konkretes Beispiel für den ergänzenden Nutzen, aber auch die Fallstricke einer quantitativen Methode kann zum Beispiel die Analyse der Frage geben, ob und wieweit zusätzliche Staatsausgaben für eine Stabilisierung der Konjunktur geeignet sein können.
Ludwig Erhard hat dazu festgestellt: Jede Ausgabe des Staates ist ein Verzicht des Bürgers.
Ordnungspolitisch liegt die Antwort auf die Frage, wann Staatsausgaben angebracht sind, also nah und sie ist auch logisch plausibel ableitbar.
Der Verweis auf das Prinzip, dass der Bürger grundsätzlich besser wissen sollte als der Staat, wann und wofür er sein verdientes Geld ausgibt, kann aber dann wirkungsvoll ergänzt werden, wenn durch empirische Arbeit belegt wird, dass der Multiplikatoreffekt zusätzlicher Staatsausgaben in der gegenwärtigen Situation beispielsweise kleiner als eins ist
So erntete eine Untersuchung der Vorsitzenden des Council of Economic and Advisors, Christina Romer (zus. Mit Jared Bernstein), die den Multiplikator des US-Konjunkturpaktes modellgestützt auf 1,6 bezifferte, sehr schnell auf Grund der gemachten Annahmen harte Kritik: Sie hatte nämlich die Anpassung der Erwartungen und des Verhaltens an den Konsolidierungsbedarf in den Folgeperioden ausgeblendet und den Leitzins von Null konstant gehalten.
Die Gegenrechnung (u. a. von John Taylor) kam auf einen Multiplikator von 0,4.
Ähnliches gilt für die Beurteilung der Frage, ob man Eigentümer insolventer Banken enteignen sollte: Die ordnungspolitische Antwort ist eindeutig, aber Spieltheorie oder die Theorie asymmetischer Informationen (Akerlof), können durchaus ergänzende Erkenntnisse liefern, die für die künftige Gestaltung beispielsweise einer Insolvenzordnung oder einer Bankaufsicht von Nutzen sein dürften.

Meine Folgerung aus diesen drei Punkten:
Die Erweiterung der Methodik in der wirtschaftspolitischen Analyse birgt Chancen und Gefahren.
Aus Sicht der Politik ist es deshalb wichtig, dass Wirtschaftswissenschaftler nicht nur ihr Instrumentarium virtuos beherrschen, sondern auch ein Gespür für relevante Untersuchungsgegenstände entwickeln und in der Lage sind, Vorgehen und Ergebnisse für den Laien verständlich zu kommunizieren.
Wenn man etwa die Vorträge im offenen Teil der Jahrestagung des Vereins für Sozialpolitik besucht, so erlebt man einige bedenkliche Tendenzen.
Wer sich Zeitreihen so zurecht bastelt, dass sie für eine bestimmte Untersuchungsmethode passen, kann damit möglicherweise die Kenntnis des formalen Instrumentariums unter Beweis stellen, bietet aber aus Sicht der Politik nichts an.
Ein Standpunkt, der mit Zahlen, gerne auch eingeschränkt durch Konfidenzintervalle und ähnliches untermauert werden kann, ist für politische Entscheidungsträger allemal eindrucksvoller.
Ein weiteres Argument ergibt sich aus der internationalen Entwicklung.
Der Ideenwettbewerb bringt jede Wissenschaft, so auch die Wirtschaftswissenschaft voran. Absonderung oder Sonderwege möchte ich aber nicht mit diesem Ideenwettbewerb gleichsetzen. Deshalb teile ich die Analyse von Professor Ritschl (Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Londons School of Economics). Wie der Begriff „Nationalökonomie“ schon sagt, waren die Wirtschaftswissenschaften in Deutschland im 19. Jh. sehr stark auf das Werden der Nation hin orientiert. Das Wesenhafte des Staates und ein Korporatismus im nationalstaatlichen Interesse spielten eine große Rolle dort, wo die anglo-amerikanische Tradition ganz nüchtern Wirtschaftlichkeit allgemein und speziell beim internationalen Handel in den Mittelpunkt rückte.
Ich halte es für eine interessante These, dass die deutsche Ordnungsökonomik nach 1945 besonders erfolgreich darin war, ein neues, liberales Weltbild, das die Fixierung auf Nation und nationale Champions (die Gefahren) überwinden sollte, der Bevölkerung und den Politikern in Deutschland nahe gebracht zu haben. Die Ordnungsökonomik war – in den Worten Ritschls “der Pfad für die verspätete Modernisierung des ökonomischen Denkens in Deutschland“. Um nicht missverstanden zu werden: Ihre ideellen Grundlagen befürworte ich uneingeschränkt. Ich bin überzeugt: Eucken, Hayek, Erhard und ihre Mitstreiter haben gut daran getan, diesen Weg zu beschreiten. Denn es wäre ja auch anders gegangen: Irving Fisher verfeinerte die Quantitätsgleichung 1911, Ronald Coase’ The nature of a firm ist von 1937, das IS/LM Schema von John Hicks wurde auch 1937 erstmalig veröffentlicht und das Wachstumsmodell von Roy Harrod ist von 1939.
Diese wirtschaftswissenschaftliche Basis hätte nach 1945 zur Übernahme in Deutschland zur Verfügung gestanden. Ob sie akzeptiert worden wäre, kann man bezweifeln.
Aber ein Blick auf die Ideengeschichte in den Wirtschaftswissenschaften zeigt, dass es ohnehin keine Einbahnstraßen gibt: Robert Lucas hat mit seiner Econometric Policy Evaluation Critique (Journal of Monetary Economics 2 Supplement 1976) 1976 die Modewelle ökonometrischer Großmodelle zum Einsturz gebracht, indem er darauf hinwies, dass die ökonometrischen Strukturparameter von wirtschaftspolitischen Eingriffen nicht unabhängig seien und sich die Modelle daher nicht zur Politiksimulation eignen würden.
Seit den 80er Jahren hat die Ökonometrie mit ihren Vektorautoregressionsmodellen und Kausalitätsuntersuchungen bei der Betrachtung von Zeitreihen einen Siegeszug in der ökonomischen Analyse angetreten.
Auch das wird keine Einbahnstrasse: Denn eine Theorie, die sich neuen Ansätzen nicht öffnet, verkümmert.
Ich kann es mir daher nur begrüßen, das deutsche Wirtschaftswissenschaftler seit den 90er Jahren in die internationale Forschung und damit auch in die Internationale Wahrnehmung deutlich besser eingebunden sind. Begrüßenswert wäre es, wenn sie sich ihre Forschungsgegenstände dabei auch jenseits US-amerikanischer Themen und Daten suchen würden.

Die ökonomische Analyse an die „Wirklichkeit“ anzupassen wird eine Daueraufgabe der Wirtschaftswissenschaften bleiben.
Ich bin gespannt, wie weit es der Verhaltensökonomik gelingt, Probleme, die das angeblich oder tatsächlich irrationale Verhalten der Menschen aufwirft, aufzufangen und in die Analyse zu integrieren.
Man mag behavioral economics als einen Versuch zu betrachten, den Ansatz einer formalen Beschreibung menschlichen Verhaltens zu retten. Wenn das so ist: Ich glaube nicht, dass das gelingen wird.

Ein letzter Punkt zur Lage der Ordnungstheorie Deutschland: Eine Rückkehr zur Aufteilung der Volkswirtschaftslehre in Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik hat keine Zukunft.
Die Politik erwartet Wirtschaftswissenschaftler, die alle drei Komponenten beherrschen: Anspruchsvolle Theorien allgemein verständlich formulieren,
das analytische Instrumentarium anwenden
und politische Schlussfolgerungen formulieren können.
Niemand fordert dabei abgeschlossene Projektionen gesellschaftlicher Zustände, die eine perfekte Planung ermöglichen können.
Was die Politik aber erwartet, sind Tendenzaussagen darüber, in welche Richtung es laufen könnte.
Die Kenntnis typischer menschlicher Reaktionsmuster – ganz im Sinne der Beobachtungen Hayeks oder Euckens – ist dabei eine unentbehrliche Voraussetzung.
Balzac, der große französische Romancier, hat das Dilemma gut umschrieben:
„Obwohl die Statistik die Kinderei der modernen Staatsmänner ist, die glauben, dass die Zahlen die Rechnung seien, so muss man sich doch der Zahlen bedienen um zu rechnen.“
So ist es.

»Prof. Harald Uhlig 08. July 2009, 15:23 Uhr

    39 Kommentare zu “Quantitative VWL oder Ordnungspolitik? Eine Stimme aus dem Wirtschaftsministerium”


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    Ich mag den Uhlig-Blog, auch wenn ich seine Ansichten nicht immer Teile (Methodenstreit). Es ist immer wieder erfrischend.

    Zur VWL:
    Ich weiß gar nicht warum da diskutiert wird. Es wird sich im Wettbewerb der Methoden diejenige durchsetzen die besser ist. Lustig ist, dass viele “liberale Ordnungspolitiker” dies nicht so sehen – und sie Angst haben. Oder sie sehen es so, aber glauben ihre Methode ist schlechter. Dann wäre der Einspruch verwerflich. Ich persönlich denke, es ist für alle ein Platz da. Nicht jeder muss in die VWL gehen, um an Modellen zu schrauben und zu kalibrieren. Es kann auch Forscher geben die VWL mit Recht, Soziologie oder Politik verbinden. Ja sogar welche, die einfach nur Forschungsergebnisse verständlich rüberbringen und journalistisch einen Überblick über die Forschung geben. Denn einen Artikel aus dem QJE versteht ja kein Politiker.

    Außerdem kann es zum Verstehen schwieriger Zusammenhänge gar nicht schaden, wenn Unterschiedlichstes versucht wird. Deshalb ist es genauso lächerlich die Mathe zu verteufeln, wie sie zur einzigen Methode zu erklären (was keiner gemacht hat). Ich vermute viele der quantitativen Ökonomen könnten auch anders – wie man an Uhlig hier sieht. Wahrscheinlich können nicht alle der verbalen Ökonomen die Mathe. Es gibt halt Schlechte auf beiden Seiten.

    Die Ordnungsökonomen müssen sich auch nicht krämen, wenn sie die Mathe nicht anwenden wollen oder können – weil es keinen Spaß macht oder vielleicht nicht deren Vorstellung einer Sozialwissenschaft entspricht. Ordnungsökonomen müssen einfach kreativer in ihren Ansätzen sein als Modellschrauber. Sie können ja auch flexibler reagieren auf neue Ereignisse.

    Die Modellierung von “financial frictions in DSGE-Modellen” zeigt z.B., dass die Modelle den Ideen immer nur folgen können. Verbaltheoretisch kann ich den Effekt schnell beschreiben – manchmal bzw. oft sagt auch das Modell dann nicht mehr aus. Aber es kommt ja auf die Modelle an, die eine neue Einsicht bringen bzw erlauben Entscheidungen zu spezifizieren. Das sind dann Durchbrüche.

    Es sollte wohl eher ein miteinander als ein gegeneinander geben in der VWL.

  5. 2010: vom Betriebssystem Gott zum Betriebssystem Mensch

    Nein, wir kommen 2009 nicht aus der Krise. Im Gegenteil – sollte es nicht gelingen, bis 2010 die Natürliche Wirtschaftsordnung zu verwirklichen, kommen wir nie mehr aus der Krise!

    Warum hat John Maynard Keynes 1944 auf der Bretton-Woods-Konferenz eine internationale umlaufgesicherte Währung (Bancor) vorgeschlagen? Weil Keynes wusste, dass Silvio Gesell Recht hatte, und dass – sollte weiterhin Zinsgeld verwendet werden – die Weltwirtschaft auf die globale Liquiditätsfalle (Armageddon) zusteuern würde. Also: Herzlichen Glückwunsch – wir stehen unmittelbar davor! Denn religiös Verblendeten fällt es unendlich schwer, sechs Gleichungen mit neun Unbekannten zu lösen:

    (001) Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.

    (044) Jesus sagte: Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.

    (055) Jesus sagte: Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.

    (105) Jesus sagte: Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.

    (106) Jesus sagte: Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: “Berg, hebe dich hinweg!”, wird er verschwinden.

    (113) Seine Jünger sagten zu ihm: “Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?” Jesus sagte: “Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: “Siehe hier oder siehe dort”, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.” ***

    (Nag Hammadi Library / Thomas-Evangelium)

    Einzig sinnvolle Lösung:

    Mutter = Summe aller Ersparnisse
    Hure = Finanzkapital
    Brüder und Schwestern = Sachkapitalien
    Berg = Rentabilitätshürde
    Tod = Liquiditätsfalle
    Vater = Kreditangebot
    Sohn = Kreditnachfrage
    heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld
    Königreich = Natürliche Wirtschaftsordnung

    (Die originale Heilige Schrift – die “heilige Bibel” nur bis Genesis 11,9 – bezieht sich immer zuerst auf die ganze Kultur und erst danach auf den einzelnen Kulturmenschen!)

    Wenn wir diese eine sinnvolle Interpretation als richtig ansehen, war der Prophet Jesus von Nazareth das größte Genie aller Zeiten, und er entdeckte tatsächlich die einzig denkbare Möglichkeit, wie Menschen wirklich zivilisiert zusammenleben können: das Grundprinzip der absoluten Gerechtigkeit als Basis für die ideale Gesellschaft.

    Wäre Jesus der moralisierende Wanderprediger gewesen, zu dem ihn die “heilige katholische Kirche” degradierte, wüssten wir heute gar nicht, dass es jemals einen Propheten dieses Namens gegeben hat! Die “Moral” ist eine irrelevante Größe: solange es möglich ist, einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) zu erzielen, weil eine fehlerhafte Makroökonomie die Gesellschaft in Zinsgewinner und Zinsverlierer unterteilt, wäre selbst dann, wenn alle Menschen grundehrlich und auch noch hyperintelligent wären, der nächste Krieg unvermeidlich. Andererseits: sind leistungslose Kapitaleinkommen eigendynamisch auf Null geregelt, bedeutet es prinzipiell das Beste für alle, wenn jeder Einzelne nur das Beste für sich anstrebt. Der Moralbegriff löst sich auf.

    Mit freiwirtschaftlichem Gruß

    Stefan Wehmeier

    *** “Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.”

    Silvio Gesell

  6. mariana mayer says:

    Also ich überlege gerade wie ich herausfinden kann, ob ein Bundestrojaner auf meinem Rechner installiert ist und wie die aktuell gesteuerte Planwirtschaft weiterhin die reale Arbeitslosenquote überdecken möchte?

    und diese Planwirtschaft der Bevölkerung weiterhin die Verantwortung zuschiebt, einfach dadurch, dass gewisse Teile der Bevölkerung lebenslang bevorzugt behandelt werden und andere lebenslang bevorzugt benachteiligt (nur ein Beispiel: Petitionsablehnung von Zwangsarbeitern)?

  7. evariste.galois says:

    Henry,
    wenn die oekonomie nicht zum ziel hat, fakten aus ihren modellen zu gewinnen, was ist denn dann der anspruch? man kann ja die mathematik als logisches werkzeug benutzen, um seine gedanken klar darzustellen. weiter oben hat jemand angefuehrt, dass man alternativ versuchen sollte einen mathematischen artikel in worte zu fassen, und dann das ergebnis hinsichtlich verstaendlichkeit verlgleichen sollte. es ist richtig, dass die mathematik eine effiziente sprache ist, ein model darzustellen. den vorwurf kann man aber auch genauso gut umdrehen. auf der anderen seite laesst die mathematik aber nur bestimmte modelle zu. wie sie ja schon angemerkt haben, ist eine exakte modellierung des verhaltens einzelner nicht moeglich.
    der kritikpunkt an der mathematischen modellierung liegt in der beschraenkheit der modelle begruendet. die annahmen sind willkuerlich. man geht einfach davon aus, dass ein modell welchem ein rational handelnder mensch zugrunde liegt auch dann im grossen und ganzen verwertbare aussagen ueber die realitaet liefert, wenn die einzelne mensch nicht rational handelt. dafuer gibt es keine beweise. die kritik setzt doch nicht an der tatsache an, dass die daraus folgenden schlussfolgerungen mit hilfe der mathematik hergeleitet werden. die kritik ist vielmerh diese, dass zum zwecke mathematischer modellierbarkeit unrealistische annahmen bewusst in kauf genommen werden nur um eben diese mathematische modellierbarkeit ueberhaupt moeglich zu machen.
    meines erachtens ist das keine wissenschaft sondern ein spiel mit formeln. oekonomen, die versuchen die annahme des rational handelnden menschen zu untersuchen, z.b. in “labor”experimenten betreiben meines erachtes schon eher wissenschaft. auch wenn die ergebnis rein deskriptiver natur sind und eine vollstaendige beschreibung menschlichen verhaltens nicht moeglich ist, wird dieser ansatz hoffentlich mehr junge wissenschaftler in zukunft anziehen. die traditionelle mathematische modellierung in der oekonomie wird sich dann aendern muessen. vielleicht wird mathematik anders eingesetzt, vielleicht setzt sich auch eine andere strukturierte modellierung durch ich hoffe allerdings, dass “rational handelnder mensch optimiert” nicht mehr zum mainstream gehoeren wird.

  8. mariana mayer says:

    Doch die Stammbelegschaften sind nicht verantwortlich dafür.

    Sondern wer?

  9. mariana mayer says:

    Zum allgemeinen verständnis:

    Leiharbeit in Atomkraftwerken und die zugehörigen Auswirkungen?

    Leiharbeiter erhalten keinerlei Asubildung durch ihre Betriebe. Da hilft es nicht, wenn Ökonomen auf einmal Förderungen betreiben. Alleine aus dem Grund, dass es Druck von aussen gibt.

    Die notwendigen Ausbildung gilt nur für Stammbelgeschaftsmitglieder und die Leiharbeiter leben in vollständiger Abhängigkeiten dieser Stammbelgeschaften. Mehr oder weniger gut. je nach Laune und Tagesrichtung.

  10. mariana mayer says:

    Es geht nicht nur um Leiharbeit sondern um die Rechtelosigkeit innerhalb von Arbeitsbeziehungen in der Menschen beliebig behandelt werden können. Frei nach Gutdünken lieber Henry.

  11. mariana mayer says:

    Desweiteren hat kein Bezieher aus der Grundsicherung einen Euro mehr Rente bezogen trotz der Rentenerhöhung.

    Die Rentenerhöhung wird auf den Grundsicherungsbeitrag angerechnet.

    Das alles hat sehr viel mit Mathematik zu tuen und wie hier die Leute jahrelang über den Tisch gezogen werden.

    Zwar nicht aus Modellen heraus, sondern mit der angewandten Praxis, ihrer aus der Theorie abgeleiteten wissenschaftliche Begründungen in der politik und zusätzlich noch der Beschneidung bzw. versuchten Manipulation der Aufklärung hierüber noch der ständigen Bedrohung darüber reden zu können in Blogs oder anderswo.

  12. Henry says:

    Ich möchte noch bemerken, dass ich kein Jünger mathematischer Modelle bin, aber man sollte sie wenigstens kennen und verstehen und dann seine Rückschlüsse ziehen. Oder sie zumindestens als weiteres Argument einbeziehen!

  13. Henry says:

    Also erstens finde ich es grausam, wenn ein artikel/blog bzw. eine Diskussion durch Kommentare entwürdigt wird, die entweder völlig vom Thema abweichen oder aus einem einzelnen Lebenslauf Rückschlüsse auf einen ganzen Wissenschaftszweig ziehen.

    2. Natürlich können die mathematischen Modelle nicht korrekt sein. Dazu müsste man ja sämtliche Akteure als Variable darstellen. Desweiteren wäre es nötig Gedanken zu lesen um die Präferenzen und die Erwartungen dieser Akteure genau darzustellen. Die Ökonomie erhebt meines Erachtens wie oben schon gesagt auch nicht den Anspruch genaue Fakten aus Ihren Modellen abzuleiten.

    Nichts desto trotz kann man durch mathematische Modelle schon einen sehr großen Erkenntnisgewinn ziehen und dadurch auch die Wirkungsweise einer bestimmten Maßnahme besser beurteilen. Auch versucht insbesondere die modernene Ökonomie durch die verbesserten Möglichkeiten und Vorraussetzungen für solche Modelle die getroffenen Annahmen so realitätsnah wie möglich zu gestalten. Es ist also durchaus sinnvoll diese Modelle zu kennen. Diese Art der Wissenschaft ist ganz und gar nicht unberechtigt.
    Wer das anzweifelt, kann gern einmal solch ein neues verbessertes Modell nehmen und versuchen die getroffenen Annahmen hieb und stichfest zu widerlegen und gleichzeitig aufzeigen, welche Alternativen Bewertungsinstrumente für zukünftige Wirtschaftspolitik zur Verfügung stehen.

    Man kann dann ja gleich nach Gefühl Politik machen!
    oder wie?

    und nochmal zu Frau Mayer: Auch die Leiharbeit hat durchaus Ihre Berechtigung. Ohne diese wäre die Arbeitslosigkeit in Deutschland weitaus höher und der ohnehin finanzschwache Sozialstaat hätte noch vielmehr zu schultern als sowieso schon!!!!!
    Das kann man übrigens mit ein bisschen Kenntnis der Ökonomie relativ leicht erklären!!!!

    Soviel dazu!

  14. mariana mayer says:

    Ach so noch vergessen: Hajek hat dies beschrieben. danke für die Info.

  15. mariana mayer says:

    Also gerade wurde von mir ein Bericht zu den Gehälter von ErzieherINNEn im Vergleich zu Ärztinnen aufgeführt.

    Erzieherinnen bei lediglich 4 jähriger Ausbildung ohne Studium bis hin zu Ärztinnen 2700 Euro brutto und Vergleich zu mir 2400 Euro mit 3 abgeschlossen Ausbildungen jahrelang in Leiharbeit, 41 Jahre alt mit Rentenanspruch aktuell 301 Euro, ohne Aussicht auf Rente ohne Grundsicherung, zuletzt verantwortlich für Bahnsicherheit in Leiharbeit mit zahlreichen Diskriminierungen etc..
    Und die Fragestellung, wer setzt hier seine Machtinteressen durch?

  16. mariana mayer says:

    Gut das ging durch, also Verweise auf andere Seiten oder Schlüsselworte führte mehrfach bei mir bis hin zu Abstürzen des Computers.

    Da wissen Sie, wo sie Stehen in BRD. Der Autor hat damit nichts zu tuen.

  17. mariana mayer says:

    Hier werden mittlerweile nicht nur Meinungen sondern Verweise auf andere Websiten automatisiert zensiert. Dies ist ein test. Haben Sie irgendwelche Schlüsselworte eingegeben @ dirk?

  18. mariana mayer says:

    Die Ökonomen behaupten ständig sie hätten durch die Einführung der Leiharbeit Arbeitsplätze geschaffen?
    Also kann ich als Ergebnis dieser Leiharbeit doch die Zustände evaluieren:

    Mariana Mayer, seit 4,5 Jahren aufgrund von zahlreichen Mobbingattacken mit erheblichen finanziellen Schädigungen und psychischen Druckmitteln in Leiharbeit, arbeitslos
    Ausbildung als Informatikerin FH , Datenverarbeitungskauffrau und Konditorin

    Komisch vorher hatte ich immer Arbeit, war zwar gering bezahlt, aber Ausgrenzung und Diskriminierung in diesem Umfang habe ich erst in der Leiharbeit kennengelernt in die ich “unbewusst” hinein manövriert wurde

  19. Dirk says:

    Warum wurde denn mein Kommentar gelöscht?

  20. Jorge says:

    Wenn ich das richtig verstehe, ist die Annahme rationaler Erwartungen mehr eine Krücke mangels Alternativen als eine tiefe Überzeugung der Ökonomen.

    Zur Aussage, dass sich die VWL in 200 Jahren (mit wahrscheinlich etlichen Wirtschaftskrisen in der Zwischenzeit) ganz anders darstellen wird, bedarf es wohl keiner hellseherischen Fähigkeiten.

  21. evariste.galoois says:

    Man sollte nicht so sehr ueber die Methoden streiten, sondern ueber die Annahmen. Die Annahme, dass man aus einem Modell, welches einen rational handelnden Menschen als Grundlage hat, Rueckschluesse auf die Wirklichkeit ziehen kann ist weder belegt noch wiederlegt. Auch wenn die Analysen der Mainstreamkoekonomie in sich schluessig und logisch sind, ist das fundament, von dem die analysen ausgehen wacklig und alles andere als fundamentiert.

    das verhalten des menschen wurde von einigen oekonomen in den letzten jahren in den mittelpunkt der forschung gestellt. diese gruppe gewinnt innerhnal der zunft an bedeutung, spielt aber weiterhin eine untergeordnete rolle.

    meines erachtens nach wird sich dies in den naechsten jahrzehnten aendern. wie die oekonomie in 200 jahren aussehen wird, weiss ich nicht. ich gehe aber fest davon aus, dass ein mainstream paper in 200 jahren sich fundamental in methodik und annahmen von einem maistream paper heutiger oekonomen unterscheiden wird.

  22. siensl says:

    Entweder a) es gibt tatsächlich eine Zukunftsvorhersage, die ich persönlich für ziemlich unwahrscheinlich halte
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  23. oder b) es gibt doch das Gedankenlesen, dies würde jedoch darauf zurückzuführen sein, das der Absturz geplant war und ich lediglich eine Stimmung vernommen habe. replica louboutin

  24. Martin says:

    @Laie: Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

    Gruss, Martin

  25. mariana mayer says:

    Also ich habe vorhergesagt, dass die Ariane abstürzt. Und zwar 6 Wochen vor dem Absturz damals vor ein paar jahren.

    Dabei wusste ich nicht mal das dieses Ding startet, noch hatte ich mich in irgendeiner Weise damit beschäftigt. Irritiert hatte mich insbesondere, dass ich von “Satelliten” gesprochen und die Fehlerursache benannt hatte. Tasächlich waren teure Satelliten an Bord. Das kam dann im Fernsehen und ich bin fast vom Hocker gefallen.

    Dabei wollte ich lediglich einem Ing. die Bedeutung von Sicherheitstechnik durch Informatiker klarmachen.

    Bis heute überlege ich, es gibt 2 Möglichkeiten:

    Entweder a) es gibt tatsächlich eine Zukunftsvorhersage, die ich persönlich für ziemlich unwahrscheinlich halte

    oder b) es gibt doch das Gedankenlesen, dies würde jedoch darauf zurückzuführen sein, das der Absturz geplant war und ich lediglich eine Stimmung vernommen habe.

    Diese Themen sind seit langem wissenschaftlich behandelt und nichts neues.

  26. Laie says:

    @ Martin
    Viele Banken etc. haben auch vor Lehmann etc. mit Stresstests (sprich Simulationen) untersucht, ob ihre Portfolios etc. sicher genug sind…
    Es kommt einfach auch hier wieder auf den Umgang mit der Methode an. Es liegt oft auch einfach an der Einstellung, mit der man an die Sache rangeht. In der Blase kann man immer irgendwie begruenden, dass es keine ist, nachher klingen die “guten” Gruende dann total aberwitzig. Ich erwarte nicht, dass Simulationen uns wirklich ein wirklich besseres Erkennen von Blasen erlauben werden.

  27. Laie says:

    @Martin
    Es gibt sicherlich einen gewissen Trend zum erhoehten Einsatz von Simulationen, der sicherlich auch darin begruendet liegt, dass inzwischen die oft hohen Computerkapazitaeten fuer solche Rechnungen verfuegbar sind. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es ein Paper von Nelson und Winter (1982), dass zu den ersten Simulationsstudien zaehlt. In diesem werden gerade mal fuenf Simulationslaeufe durchgefuehrt, da jeder Lauf einen hohen Zeitaufwand erfordert.

    Natuerlich werden auch Abweichungen vom homo ökonomicus analysiert. Meiner Erfahrung nach entsteht hier aber schnell ein aehnliches Problem, wie es sich auch in der Einarbeitung von Ergebnissen aus der Verhaltensoekonomik in der “klassischen” Theorie ergibt. Es ist – meineserachtens – oft nicht so klar, wie sich die Ergebnisse von Experimenten etc., die auf einer speziellen, oft irgendwie sterielen (Mikro)ebene stattfinden, in die Modellierung von grossen Modellen einarbeiten lassen. Je nachdem wird dann aber das Korstett in das ich einen Agenten presse zu eng oder weit und ich kann nahezu jede Aussage bekommen.

    Zum Beispiel: 1.Menschen haben keine perfekte Voraussicht in die Zukunft oder rationalen Erwartungen, jedenfalls nicht im naiven Sinne. Wenn ich jemanden auf der Strasse frage, wie hoch er glaubt, die Wahrscheinlichkeit fuer 3 oder mehr Prozent Inflation naechstes Jahr ist, gibt er mir wahrscheinlich nicht die “richtige” Antwort (was auch immer “richtig” hier heissen mag). Es gibt aber durchaus Gruende, warum diese Annahme in mathematischen Modellen durchaus Sinn macht. Lasse ich nun aber diese Annahme fallen, muss ich mir etwas anderes ueberlegen, wie Agenten Erwartungen bilden. Die Moeglichkeiten sind Legion und fuehren natuerlich alle zu verschiedenen Ergebnissen – und ploetzlich kann ich eine riesige Spanne von verschiedenen Folgerungen erzielen. Am Ende kann man dann vielleicht alles moegliche “erklaeren”, also gar nichts.
    2. Bei manchen Ergebnissen der Verhaltensoekonomik fehlt die noetige Fantasie/Idee, wie man sie ueberhaupt modellieren soll und es stellt sich die Frage, ob es ueberhaupt moeglich ist. (Vielleicht ein Argument gegen mathematische oder Computermodelle?)

  28. Martin says:

    Ließen sich dadurch nicht mitunter Blasenbildungen mit größerer Sicherheit vorhersagen?

  29. Martin says:

    Ein bischen off-topic: Habe mit Interesse den Econonomist dieser Woche gelesen in der der Zustand der gegenwärtigen Makroökonomie und Finanzönkomie beschrieben wurde. Nun zu meiner Frage: Kann es sein, dass die Entwicklung sich eher wegbewegt von der klassischen deduktiven Vorgehensweise bei der Theorieentwicklung hin zu einem eher induktiv-simulationsbasiertem Vorgehen? Verspricht diese nicht realitätsnähere Ergebnisse als das klassische Vorgehen, indem man bspw auch Verhaltensweisen von Agenten berücksichtigt, die sich zT deutlich von denen des homo ökonomicus unterscheiden?

  30. mariana mayer says:

    Möchte immer noch eine Erläuterung haben warum und vor allen Dingen “wer” meinen Aussage hier zensieren wollte?

    diese bagna so (deutsch englisch … Cobol Pascal clipper)
    und genau das steht schon “seit Jahren” unter Sprachen nachweislich in meiner Bewerbung drin.

    Also wer schreibt von wem ab?

  31. Dakra says:

    Denjenigen die meinen, man käme ohne Mathe aus, denen mache ich hiermit einen provokanten Vorschlag :D .

    Nehmt doch bitte mal einen stark “mathematisierten” Artikel und versucht ihn ausschließlich in Worte zu fassen. Meine Bedingung an euch ist:

    - genauso präzise
    - möglichst einfach geschrieben
    - möglichst knapp und übersichtlich
    - er muss den ganzen Inhalt erfassen

    Ich bitte um einen gemeinsame Plattform auf der die Resultate begutachtet werden können!!! :)

  32. veblen says:

    Eigentlich wollte ich zu diesem unsäglichen, selbstreferentiellen Methodenstreit nichts mehr posten. Schließlich geht es hierbei vor allem um Besitzstände. Dann aber bin ich auf folgenden Artikel gestoßen, in dem darauf hingewiesen wird, dass es sich im Wesentlichen um einen Streit zwischen Marktgläubigen handelt, und beide Gruppen sich im Kern nicht unterscheiden.
    http://www.ftd.de/wirtschaftswunder/resserver.php?blogId=10&resource=WiDiThielemannJuli09.pdf

  33. Muhkuh says:

    @enigma. Um wissenschaftliche Erkenntnisse müssen sie immer sich eine Geschichte ausdenken, ein Bild malen, usw. Ob die Inhalte dann noch dieselben sind ist eine andere Sache.

  34. enigma says:

    @ Muhkuh

    Könnte es sein, daß dieser Artikel mit drei sprachlichen Sätzen und der Kenntnis von einigen Substitutionselastizitäten sich erledigen läßt? Und wenn nicht: wie übersetzt man das Mathematikgeschwurbel in politikfähige Aussagen und Empfehlungen? Das scheint mir hier in diesem Blog eine zentrale Fragestellung zu sein!

  35. Muhkuh says:

    @olaf. Vor einiger Zeit wollte ich mir mal so ein super artikel über Kapitalstrukturen durchlesen (tradeoff modell mit ganz vielen faktoren in einer PDE). Der artikel war ca 40 seiten lang, singlespaced, ohne anhang, aber noch genug Worten zwischen den Formeln. Ich weiß nicht ob ohne Formeln der Inhalt, die Aussagen, die qualitativen Begründungen klar und eindeutig rübergekommen wären. Auf jedenfall würde der gleiche Inhalt in puren Worten vielleicht 100, 200, ??? Seiten benötigen – Entsprechend anstrengend war es auch zu lesen (Merke “Lesen lernt man durch Lesen”). Mathe ist eigentlich wie eine Sprache (wie Deutsch, Englisch, …, Fortran, C, Java :) mit den witzigen Nebeneffekt, das man damit auch irgendetwas aus”rechnen” kann – Das kann dann gewisse Vorteile bei der “Operationalisierung” haben.

    Mir schwebt da immer ein Spruch aus meiner Schulzeit vor: Physik ist NICHT angewandte Mathematik! Dieses Missverständnis hat damit zu tun dass die wenigsten Menschen über “Rechnen” in ihrem Leben hinausgekommen sind/werden/wollen, und diese Masse tatsächlich glaubt “Rechnen” sei “Mathe” (Steht ja auch auf diesen Zeugnissen). Darum glauben einige Menschen dass “quantitative” Ansätze in Sozialwissenschaften seien stumpfes “Rechnen”.

  36. mariana mayer says:

    Was sind denn Sonderwege oder Absonderungen?

    Kidis die über Jahrzehnte nicht bei “Jugend forscht” eingeladen wurden, obwohl angeblich gleiche Chancen für alle gelten?

    Wer darf denn teilnehmen an der aktuellen Mathematik Olympiade?
    Wieviel Kinder aus sozial schwachen Schichten oder mit Migrationshintergrund sind beteiligt?
    Wieviel Prozent genau?

    Stimmt, die sitzen ja bei der Tafel und betteln um Essen vor Hungern. Wie soll da gerechnet werden können, bei diesem Sonderweg Hunger.

    Oder die bösen Rabeneltern dieser Kinder lassen sie dort nicht hingehen. Stimmts?

    Also: als Praktikantin habe ich folgendes irrationale “angehauchte” in unserer Wirtschaftslehre gelernt, weil die Ökonomie und das Irrationale? Naja, :

    Summieren Sie den mehrfachen Zeilensatz einer Rechnung einmal mit und ohne Mwst zusammen.
    Zum Schluss summieren sie die Zeilen einmal mit Steuer gerechnet und ohne steuer gerechnet und addieren diese Steuer erst zum Schluss gesondert.

    Das ergibt die allgemein bekannte Rundungsdifferenz.

    Welcher Betrag gilt?

  37. Olaf says:

    Was ich nicht verstehe: Wenn die Mathematik trotz aller Mühe der Beteiligten keine verlässliche Prognose erlaubt, warum sollte sie als Instrument Verwendung finden?

    Zumal: Eine mathematisch ausgedrückte “Verkürzung” komplexer Sachverhalte als “transparent” oder gar “nachvollziehbar” zu bezeichnen, kann nur aus dem Munde eine Wissenschaftlers (oder eines Jüngers) kommen.

    Dummerweise sind Entscheider in Politik und Wirtschaft eben keine Wissenschaftler, was der Absurdität der Diskussion die Krone aufsetzt.

    Richtig ist und bleibt:
    “…Mit Blick auf die aktuelle Wirtschaftskrise ist festzustellen, dass sich keine Richtung der VWL mit Ruhm bekleckert hat. …”

  38. Rainer Rilke says:

    “Man mag behavioral economics als einen Versuch zu betrachten, den Ansatz einer formalen Beschreibung menschlichen Verhaltens zu retten. Wenn das so ist: Ich glaube nicht, dass das gelingen wird.”

    Haben Sie damit nicht ihre ganzen guten Überlegungen zur ‘modernen’ Wirtschaftswissenschaft zerstört. Alle neueren Modelle beschreiben menschliches Verhalten bereits formal. Dabei unterstellen Sie, kurz gesagt, Individuuen wie Firmen

    - unbegrenzte kognitive Fähigkeiten
    - konsistente Präferenzen
    - konsistente Wahrscheinlichkeitsurteile
    - absolute Selbstkontrolle.

    Das diese doch sehr einseitige Sichtweise menschlichen Verhaltens einer Differenzierung bedarf lässt sich nicht bestreiten.

    Ich könnte mir vorstellen, dass sie fürchten, dass aus dem Bereich “Behavioral Economics” Politikempfehlungen kommen werden (liberaler Paternalismus) der nicht mit ihren übereinstimmt.

  39. Muhkuh says:

    Ist ein lesenswerter Artikel. Ob Herr Diekmann auch noch forscht? Ist ja Doktor.

    Ein bisschen hört sich das nach “what the customer wants” an.

    Zu “Politiksimulation” würde ich gerne noch was erfahren.

    Das Wort “behav. econ.” ist doppelt gemoppelt. Das Problem mit menschlichen Verhalten ist, dass man es schneller in Worten beschreiben kann. Will man Wortmodelle vergleichen, abstrahieren, generalisieren, dann helfen math. Formulierungen, wo dann beim Lesen schnell Köpfe explodieren.

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