Der Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes beträgt um die 9 Milliarden Euro beziehungsweise etwa 1 Prozent der insgesamt abzusichernden Spareinlagen. Sollte einer der fünf Großbanken Deutschlands in eine arge Schieflage kommen, so könnten Sparer lediglich 20 Prozent oder weniger auf ihre Einlagen über 20 000 Euro zurückerhalten. Dennoch: kein Grund zu großer Sorge.
Gut, das sind Schätzungen: weiter unten steht, wie ich darauf komme. Vom Bankenverband habe ich nämlich inzwischen auf Nachfrage die Antwort erhalten, dass „wir aus grundsätzlichen Erwägungen keine Auskünfte über die Höhe des Einlagensicherungsfonds geben“. Das ist merkwürdig. Denn die Sicherungseinrichtungen sollen doch zur Stabilität des Bankenplatzes Deutschlands beitragen, oder? Warum also die Sparer im Dunkeln lassen? Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber das Große Unbekannte macht mich eher nervös. Ich fahre nicht gerne Auto in schwarzer Nacht ohne Scheinwerfer. Ist denn alles so schlimm, dass man uns Öffentlichkeit die Wahrheit nicht zumuten kann? Das macht mich noch nervöser. Die Idee, dass Sparer beruhigt schlafen, wenn man Ihnen bloß die Wahrheit verheimlicht, halte ich persönlich für vorsintflutlich. Aufklärung ist gut! Daher dieser Blog: etwas Licht in das viele Dunkel bringen! Und die Anregung, doch in Zukunft durch die Verbände bitte klare, verständliche Zahlen bereitzustellen. Das ist mein Beitrag zur Finanzstabilität. Was denken Sie?
Also, hier die Basis für meine Schätzungen. Aus dem Statut des Einlagensicherungsfonds, (Link passte hier nicht hin, ist aber zu finden über Google -> Bankenverband Einlagensicherungsfond Statut) oder auch von der Bundesbank,
http://www.bundesbank.de/download/bankenaufsicht/pdf/einlsich.pdf,
erfährt man, dass Banken 0.3 Promille der „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ pro Jahr in den Sicherungsfond einzahlen – also bei einer Spareinlage von 100 000 Euro sind das 30 Euro pro Jahr (Übrigens: es gibt prominente Webseiten, die behaupten, es seien 0.3 Prozent. Das wäre zehnmal so viel! Und ist falsch). Riskantere Banken müssen etwas mehr zahlen. Umgekehrt: war die Bank 20 Jahre lang brav, und ist der Fond groß genug, dürfen Sie die Zahlungen einstellen. Der Fond besteht ohnehin erst seit etwa 30 Jahren, kurz nach dem Zusammenbruch der Herstatt-Bank. Weitere, interessante Infos findet man bei der BaFin,
http://www.bafin.de/bankenaufsicht/sicherungen.htm,
und der Bundesbank,
http://www.bundesbank.de/bankenaufsicht/bankenaufsicht.php.
Also rechnen wir einmal. 20 Jahre mal 0.3 Promille, das macht 0.6 Prozent. Nun sagen Sie, halt, was ist mit der Verzinsung? Und vielleicht waren es ja doch 30 Jahre! Andererseits: die Banken sind jedes Jahr mit dem Wirtschaftswachstum gewachsen, also helfen die Zinsen auch nicht so viel (und wir hoffen doch sehr, dass der Einlagensicherungsfonds die Mittel konservativ angelegt hat). Ein paar Auszahlungsfälle hat es ja auch gegeben. Aber gut: Zinsen sind mehr als Wirtschaftswachstum, und für die ersten 30 Jahre haben vielleicht tatsächlich alle Banken immer eingezahlt und Inanspruchnahmen zurückgezahlt.
Mit etwas Optimismus (und Rundungs-Faulheit) komme ich auf 1 Prozent. Voila! Das ist die Zahl, die ich oben genannt habe.
Sicher, es könnte mehr sein. Ein Bericht des Internationalen Währungsfonds vom Dezember 2006 (David S. Hoelscher, Michael Taylor und Ulrich H. Klueh, „The design and implementation of deposit insurance systems“, IMF Occasional Paper No. 251, December 2006, hhttp://www.imf.org/external/pubs/cat/longres.cfm?sk=18683.0 ), sagt, es sind 3 Prozent. Dort werden aber viele Sicherungssysteme verglichen, und die Quelle wird nicht angegeben: mir scheint diese Zahl suspekt hoch. Es könnte aber auch weniger sein: ich habe oben durchaus Optimismus walten lassen. Genauer nachrechnen: das wäre eine schöne Aufgabe für eine Bachelor- oder Master-Arbeit, denke ich! Für diesen Blog bleibe ich bei etwa 1 Prozent.
Wieviel ist das in Euro? Dazu konsultiere ich das Statistische Beiheft zum Monatsbericht der Bundesbank im August 2007, http://www.bundesbank.de/download/volkswirtschaft/bankenstatistik/2007/bankenstatistik082007.pdf . Im Juni 2007 haben alle Banken zusammen 2752 Milliarden Euro „Verbindlichkeiten gegenüber Nicht-Banken“ (also Kunden). Interessanterweise schulden Sie sich gegenseitig fast genauso viel, nämlich 2078 Milliarden Euro (und, was meinen Sie, wer wohl zuerst sein Geld zurück holen würde?).
Die Banken teilen sich in mehrere Gruppen auf. Die privaten Banken oder Kreditbanken haben Verbindlichkeiten von 874 Milliarden Euro gegenüber Kunden: das ist die Zahl, die der Bankenverband meint. Nicht alle Kreditbanken sind Mitglied im Sicherungssystem, aber wohl der Löwenanteil. Ein Prozent von 874 Milliarden – das sind (etwa) 9 Milliarden Euro: voila, das ist die zweite Zahl, die oben steht!
Für eine typische Bank ist die Bilanz als 3.6 mal so groß wie die Verbindlichkeiten (auch das aus diesen Statistiken). Also, eine Bank, die eine Bilanz von etwa 3.6 mal 9 Milliarden Euro oder 33 Milliarden Euro hat, könnte aus dem Sicherungsfonds gerade noch komplett abgedeckt werden. Wie groß ist das? Nun, Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA, Köln war 2005 etwa so groß. Das ist Bank Nummer 40 in der deutschen Hackordnung, nach der Information des Manager-Magazins 2005, siehe http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,364887,00.html . Keine kleine Bank, sicher. Aber auch nicht enorm groß. Eine mittlere Bank eben.
Nun ist diese Rechnung nicht fair. Denn bevor der Sicherungsfonds einspringt, muss die gesetzliche Sicherung heran, die seit 1998 besteht (übrigens, nur aufgrund von EU-Recht, gegen das Deutschland erst einmal geklagt hat! Auch interessant, oder?). Die beträgt 90 % der Einlagen, bis maximal 20 000 Euro. Wenn also kein Sparer mehr als 20 000 Euro hat, dann braucht man den Sicherungsfond nur für die letzten 10 %.
Hier muss man jetzt – mangels Zahlen – wirklich heroische Annahmen treffen (und auch hier eine Bitte an den Bankenverband: Zahlen bereitstellen! Die wissen das nämlich – jedenfalls im Prinzip). Sagen wir – für den Zweck der Diskussion – das die gesetzliche Sicherung die Hälfte der Spareinlagen abdeckt, und der Sicherungsfond die andere Hälfte. Verändern Sie selbst die Zahlen, wenn Sie anders rechnen wollen! Oder bemühen Sie ganz andere Kaliber von Statistiken und deren Auswertung, wie Panel-Daten etc.. Hier sind einige Dissertationen verborgen! Aber für diesen Blog: sagen wir, es ist die Hälfte.
Dann reicht der Sicherungsfond für eine Bank mit einer Bilanz von 66 Milliarden Euro aus. Die Landwirtschaftliche Rentenbank, auf Platz 25 nach Manager Magazin, war 2005 schon größer. Immer noch nicht die großen Fische.
Denn von den insgesamt 874 Milliarden Euro „Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken“ sind allein 511 Milliarden Euro bei den fünf Großbanken zu finden, also fast 60 Prozent. Eine „durchschnittliche“ Großbank hat also fast 12 Prozent der gesamten Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken unter ihrem Dach. Ich habe angenommen, dass die Hälfte durch das gesetzliche Sicherungssystem abgedeckt ist: also bleiben 6 Prozent der 874 Milliarden, die der Einlagensicherungsfond abdecken müsste. Der hat aber nur 1 Prozent davon. Also folgt: sollte einer der fünf Großbanken zusammenbrechen, so sehen die Sparer von ihren Einlagen, die über 20 000 Euro hinausgehen, nur ein Sechstel, also weniger als 20 Prozent wieder. Voila, das ist die dritte Zahl, die ich genannt habe.
Wenn mehr Banken betroffen sind (und genau das ist das Problem bei einer systemischen Krise, wie wir sie jetzt sehen), ist es entsprechend weniger.
Müssen Sie sich große Sorgen machen? Wahrscheinlich nicht. Die Großbanken haben große Reserven, gute Finanzmanager und ein diversifiziertes Portfolio. Die verkraften auch Einbußen von einigen Milliarden hier und da. Im Zweifel käme es auch zu staatlich orchestrierten Fusionen oder vielleicht würde sogar Steinbrück ein paar Hundert Milliarden Euro finden, um zu helfen.
Andererseits: die Deutsche Bank und die Commerzbank geben zur Zeit diverse Warnungen über die Verluste aus der Finanzkrise heraus. Ist das schon das Ende vom Lied? Wer weiß. Und sollte Steinbrück wirklich dem Steuerzahler tief in die Tasche greifen, um Sparern mit den dicksten Konten bei einer verspekulierenden Großbank zu helfen? Könnten Übernahmen in dieser Größenordnung in Zeiten einer Finanzkrise überhaupt funktionieren? Und schließlich: dürfen Sie? Auch Mervyn King in England hat wohl versucht, einen Käufer für Northern Rock zu finden – und ist am EU-Recht gescheitert. Stattdessen also dort der Bail-Out. Fragen, die wir weiter diskutieren sollten.
Nur eines sollte klar sein. Wenn Sie ein größeres Konto bei einer der 20 größten Banken Deutschlands haben, und die vollmundigen Zusicherungen lesen, dass Konten bis zu 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals durch den Einlagensicherungsfonds geschützt sind, dann dürfen Sie wohl jetzt – aus all den Informationen, die uns der Bankenverband freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat – schließen, dass diese Zusicherung Schall und Rauch sind. Im Fall einer systemischen Finanzkrise, und selbst im Fall einer extremen Schieflage einer einzigen Großbank, ist die Einlagensicherungsfond weit davon entfernt, diese Zusage einhalten zu können.
Ich finde das unproblematisch. Banken müssen Fristentransformation betreiben: eigentlich ist doch klar, dass der Einlagensicherungsfond nicht den Umfang aller Einlagen (oder selbst einen großen Prozentsatz dieser Einlagen) haben kann. Und: wenn Sie mehr als 20 000 Euro auf der Bank haben, und sich nicht um den Zustand ihrer Bank kümmern: sei’s drum, es ist ja Ihr Geld! Ich halte es zudem für unwahrscheinlich, dass wir in eine solche Schieflage kommen (Anmerkung: dies ist ein Blog, und dies ist meine private Meinung).
Nur: dass der Bankenverband die Behauptung verbreitet, dass alles so wunderschön sicher ist, und die Mitglieder auch noch dazu verpflichtet, diese Behauptungen zu verbreiten (ja, wirklich! Siehe den Statut des Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes, suche ihn per Google), und ansonsten weiter die Sparer im Dunkeln lässt, wie umfangreich denn die Sicherung im Vergleich zu den zu sichernden Einlagen ist, das halte ich für – vorsichtig ausgedrückt – merkwürdig. Ich gehöre zu den Leuten, die lieber wissen, was Sache ist – und dann selbst entscheiden, was ich mit meinem Geld machen möchte. Daher dieser Blog. Ich vertraue den deutschen Banken weitgehend. Aber Bankiers und ein ganzer Bankenverband, die mich im Dunkeln lassen, was da wirklich vorgeht, und die mir eine Sicherheit vorgauckeln, die wahrscheinlich nicht existiert, wackeln sicherlich an meinem Vertrauen. Mich beruhigt die Wahrheit, und Zweck-Optimismus macht mich nervös. Denn wenn es dann wirklich einmal zur Krise kommt, wird lange nichts mehr zu reparieren sein, dann haben wir wirklich eine Panik und einen Zusammenbruch. Daher: mehr Infos, bitte! Ich, als Sparer, habe doch (zumindest moralisch) ein Recht darauf, oder? Oder was meinen Sie?











20 Kommentare zu “Die Welt-Finanzkrise: Wie sicher sind Sparkonten in Deutschland?”
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Ich mach kurzen Prozess – denn Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!
Ich habe alles von meinem Sparkonto abgehoben, denn nur so weiß ich wo mein Erspartes ist und was mit ihm geschieht!
Wenn sich alle Turbulenzen wieder normalisieren sollten, so kann ich ja wieder einzahlen.
Aber das sollte nun jeder für sich entscheiden – aber nicht jammern wenn es zu spät sein sollte !
“Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums betrage das Volumen des Sicherungsfonds 4,6 Milliarden Euro.”
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,578638,00.html
Kennen sie den einzigen Unterschied zwischen einer Bank und der Mafia ?
” Bei der Mafia wissen sie vorher woran sie sind “
Hallo Herr Uhlig!
Super Analyse oben.
Nichtsdestotrotz muss ich mal hier auch nochmal “das Licht anknipsen”. … Sie erinnern sich … ?
Mittlerweilen beginnt die Subprimekrise entgegen Ihrer Überlegungen vom 04.09.2007 die Realwirtschaft hart zu treffen.
Damals haben Sie sich über solche Gedankengänge aber noch lustig gemacht.
http://blog.handelsblatt.de/oekonomie/eintrag.php?id=18
Hier ist der direkte Link … .
Habe dort mal ein Zwischenfazit hinterlassen, damit die dortigen ökonomischen Fehleinschätzungen angesichts der neueren Texte hier nicht ganz vergessen werden, es wäre schade drum.
Herzliche Grüße nach Berlin!
Arno Schlick
Hallo Herr Uhlig,
vielen Dank für Ihre interessanten Berechnungen – ich habe sie soeben nachvollzogen und kann sie bestätigen. Leider haben Sie nur die vielen Dummköpfe vergessen, die sich von den Banken Zertifikate (d.h. Inhaberschuldverschreibungen) haben andrehen lassen. Dafür tritt der Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes nämlich nicht ein. Von den 874 Mrd. Euro sind also rund 250 Mrd. Euro abzuziehen – damit beläuft sich die Sicherungsquote dann auf 1,4%. Das ist doch schon besser – oder ?
Ohnehin habe ich eine gewisse Angst vor den ganz großen Banken. Während sich das Risiko in Verbundsystemen dadurch relativiert, dass nie alle Institute in eine Richtung laufen, können wenige Spezialisten einer Großbank schnell den Garaus machen, wenn die Kontrollsysteme nicht funktionieren und/oder der Verstand ausgeschaltet wird (wie beim AAA-Müll geschehen).
Übrigens: die New York Times berichtete schon am 16. Juni 2005 in dem bemerkenswerten Artikel “The Trillion-Dollar Bet”: “The homeowner would start by paying about $1,250 a month. If interest rates rise modestly over the next few years, as many forecasters expect, the payment will jump to almost $2,100 in 2010 …”
Da haben wir also noch einiges vor uns – denn von einer Verdoppelung des Ölpreises und enormer Prämiensteigerungen für die Gebäudeversicherung w/ Hurricanes, Erdbeben und Feuerkatastrophen war damals noch nicht die Rede.
Lieber Herr Starr! Vielen Dank für Ihren Dank! In der Tat: es wäre gut, zum Thema deutsche Unis auch auf diesen Blog-Seiten mit allen zu diskutieren – was ist gut, was nicht so gut? Vielleicht bietet mein Eintrag “Nobelpreis 2007″ einen Anlass.
off-topic:
Hallo Herr Uhlig,
vielen Dank für ihre “Blaupause für eine bessere VWL in Deutschland” ( http://bc1.handelsblatt.com/news/loadbin/ShowImage.aspx?img=1535656 ), ich kommentiere es mal hier, da es bis jetzt keinen Diskussionsstrang dazu gibt.
In den meisten Punkten stimme ich mit Ihnen überein, ich finde es jedoch sehr schade, dass sie die deutschen VWL-Professoren aus Ihrer Kritik ausnehmen. Gerade die schlechten, die um ihre Pfründe fürchten gehören zu den Blockierern und sind häufig nicht bereit sich auch nur minimal an einer Verbesserung zu beteiligen. Da sie von diesen Leuten ja nun nicht mehr abhängen, würde ich mir aus Ihrer Feder auch hierzu mal deutliche Worte wünschen.
Gruß.
Herrn Uhlig vielen dank für diesen Beitrag zu einem Thema, was auch mich seit einiger Zeit beschäftigt.
Interessieren würde mich z. B. die Einschätzung von Herrn Uhlig bzw. der Kommentatoren zu der Alternative “unsicheres” Tagesgeld durch Bundeswertpapiere mit kurzer Restlaufzeit zu ersetzen. Das kostet dann Gebühren, aber eben für Risikoreduzierung. Danke für evtl. Beiträge …
Zur ergänzenden Info: Die “Einlagensicherung” im Genossenschaftsbereich besteht nicht im Schutz der Kundeneinlagen sondern in der Gewährleistung der Existenz der Bank als ganzes. Wenn der Einlagensicherungsfondstopf nicht ausreicht müssen alle Genossenschaftsbanken entsprechende Nachschüsse leisten. Somit verteilt sich das Risiko auf viele Institute. Und Difersifikation reduziert Risiken.
(bezieht sich auf Kommentar zum letzten Blog-Eintrag)
Sehr geehrter Herr Illing,
ich bin kein Bankökonom, daher habe ich vier Fragen an Sie (bzw. an das Forum).
a) sollte der Einlagensicherungsfond neben seiner Anreizwirkung für den Interbankenhandel nicht auch Schutz gegen “bank runs” bieten, indem er Risiken von Privatanlegern begrenzt? Wenn ja, dann müssten Sie erst einmal Harald Uhligs Frage beantworten, warum mit dieser Information so geheimniskrämerisch umgegangen wird.
b) M.Stötzel erwähnt den illiquiden Markt für Interbankkredite. Die Banken mit relativ hoher Markttransparenz halten sich mit der Vergabe von Krediten stark zurück, fordern Informationen oder höhere Risikoprämien. Wieso sollten private Sparer die ebenfalls Bankengläubiger sind nicht genauso ihre Kreditvergabe an Banken restriktiver handhaben?
c) Entsteht eine Bankenkrise durch Leute, die auf Missstände hinweisen, oder durch diejenigen, die sie verursachen?
d) Wenn ich ihrer Argumentation folge, dann entfaltet der Einlagensicherungsfond eine gewisse hilfreiche Anreizwirkung zur Vorsichtigkeit bei Geschäften zwischen Banken, die dem Fond angehören. Inwieweit funktioniert dieser Anreizmechanismus denn bei internationalen Bankgeschäften, z.B. wenn amerikanische Banken deutschen Banken subprime loans als struktierte Finanzprodukte verkaufen?
Ehm…also, alles richtig aber KEINER hier hat die LÖSUNG für das Problem erwähnt. Hier sie:
GOLD kaufen – JETZT GLEICH !
Sorry, auch mir ist eine Verwechselung unterlaufen, die aber alle hier, denke ich, automatisch richtig stellen werden beim Lesen: Gläubiger statt Schuldner natürlich im 1. Absatz. Bleibt noch die Frage, ob es denn nun wirklich eine war. Siehe der Fortgang im Artikel.
Mir fällt noch kein richtiges Wort ein bei der ganzen Geschichte, wie dann die Spareinlagen zu bezeichnen wären unter diesen Voraussetzungen. Denn ganz offensichtlich handelt es sich da auch um eine Falschmünze im Wortschatz. Aber vielleicht kommt es noch. Die Sonne steht ja heute morgen hell am Himmel. Nur zur Verdeutlichung das alles.
Aber trotzdem lieber Harald, ein Thema zu beleuchten, an dem man täglich so einfach vorüber geht wie an der Reklametafel, an die man sich auf dem Weg zur Arbeit gewöhnt hat, dafür einen grossen Dank. Vielleicht druckt das HB den Artikel mit einem ganz dicken und fetten Trauerrahmen, so dass er nicht übersehen werden kann. Zum Wochende, damit sich jeder mit etwas mehr Muse daran delektieren kann.
Du bekommst eine ganze Menge Klicks durch mich durch diese Arbeit. Das ist sicher. Lichtbringer im Dunklen sind immer willkommen und werden im Web herumgereicht. Vor allem dann, wenn es um das liebe Geld geht, ohne das es ja so gut wie keine Beziehungen mehr unter Menschen gibt. Aber wie bereits gesagt: der Gegner ist nun zwar im Dunklen gut auszumachen, eine Gegenwehr aber unmöglich. Jedenfalls für den gewöhnlichen Entsparer. War das Ganze so von anfang an gedacht? Fast möchte man es meinen.
Guten Tag allerseits.
Vielen Dank für den wirklich interessanten Beitrag. Das sind Dinge, die man doch auch gerne mal an etwas prominenter Stelle lesen würde.
Dass selbst das beste Sicherungssystem bei einer grossen Krise versagen wird, dürfte klar sein. Nur etwas mehr Transparenz dürfte es schon sein. Solange beruhigt mich nur, dass mein studentisches “Vermögen” schon von der staatl. Sicherung abgedeckt ist. Aber das kann’s ja nicht sein.
Ich weiss zwar nicht wie das Sicherungssystem in anderen Ländern strukturiert ist, aber gesetzt den Fall es ist “besser”, sollten dann eigentlich bei sonst gleichen Bedingungen Kunden deutscher Banken eine erhöhte Risikoprämie erhalten? (Naja, dürfte sich wenn überhaupt im Mikopromillebereich bewegen-;)
Übrigens: bitte auch Gerhard Illings Kommentar zu meinem letzten Eintrag lesen – sehr informativ! Nicht, dass er durch meinen neuen Eintrag untergeht…
Harald Uhlig
Bei der Pleite einer großen Bank würde ich aber auch nicht auf die 20000 Euro der EdB vertrauen. Es gibt wohl einen rechtlichen Anspruch darauf, aber ob das Geld letztendlich auch vorhanden ist, ist eine andere Sache. Die EdW soll auch 180 Millionen an die ehemaligen Phoenix Kunden zahlen, hat aber nur 5 Millionen.
“und, was meinen Sie, wer wohl zuerst sein Geld zurück holen würde?” Statt holen bekommen. Dann liegt der Autor richtig. Also, wer bekommt wohl sein Geld als erster? Und wer ist ein After Schuldner? Richtig. Der, der gearbeitet und gespart hat.
Vom Querlesen her sowohl für die Politik als auch Bankenwelt ein provokanter Artikel.
Wenn´s von beiden Seiten her ruhig bleibt, dann haben doch die Omas aus meinem weiterem Bekanntenkreis recht, die ihr gesamtes Gespartes bereits in aller Ruhe auf die Bilder aus England hin komplett bei der Kreissparkasse abgehoben haben. Der Zinssatz unter dem Kopfkissen wäre dann unvergleichlich höher als der “Zinsatz” der Bank für das hohe Risiko, dass die Bank am Sparkonto zu tragen hatte. Analog dem der Junk Bonds, nicht war. Und selbst die wären dann im Schnitt bei weitem besser als ein Sparkonto. Was soll man da noch sagen? Ach ja, Leistung und Risikobereitschaft müssen sich lohnen. Natürlich. Ja. Ist auch richtig so.
Nun ja. Da liegt das Geld nun bei den Omas daheim und tut nichts. In Zuckerdossen, unter der Matratze, eben überall da, wo die Einbrecher zu erst hinlangen. Alles sicher? Mitnichten! Denn der Staat will auch noch seinen Teil: Inflation! Faulheit wird bestraft. Zurecht! Muss bestraft werden. Denn nur Leistung darf sich lohnen in unserem Land. Sonst werden falsche Anreize gesetzt. Und das wollen wir doch alle nun wirklich nicht, nicht wahr?
Hier MEIN TIP:
Sprechen Sie mit Ihrer Bank und verlangen Sie hoehere Zinsen auf jedes Ihrer Guthaben fuer das ja auch bestehende hoehere Risiko. Tagesgeld mindestens 4.2%.
Sie haben ja de Power und koennen entweder Ihr Geld abheben oder zu einer anderen Bank transferieren. Innerhalb der naechsten 2 monate wissen wir ja auch mehr und koennen dann das Geld wieder aufs konto bringen. Da sich die Banken ja immer noch nicht gegenseitig vertrauen ist das der einzig wirksame Schutz!
Viele Gruesse
P.S. Ausgezeichnete Analyse