Artikel mit dem Tag: Fernsehen

Wann kommt der Teamworx-Film über Reinhard Mohn ins Fernsehen?

Die Trauer um die Unternehmerlegende Reinhard Mohn ist in ganz Europa groß.

Auf Europas größter Filmmesse Mipcom bewegte die Nachricht viele Besucher. Eine der großen Unternehmer der Medienbranche in Europa ist von der Bühne abgetreten.

Viele Mitarbeiter der UFA und der RTL-Sender aus ganz Europa sind in diesen Tagen in Cannes unterwegs. Über die Unternehmerlegende wird viel diskutiert. Doch über den Eigner von Europas größtem Fernsehkonzern RTL gibt es nur wenige öffentlich zugängliche filmische Dokumente, die sein spannendes Leben erzählen. Trotz seines unternehmerischen und gesellschaftlichen Wirkens ist seine komplette Biographie überraschend wenig bekannt.

Dabei wurde Reinhard Mohns Leben bereits zu Lebzeiten verfilmt. Allerdings geschah das unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der preisgekrönte Produzent Nico Hofmann („Tunnel“, „Dresden“) verfilmte als Chef der Bertelsmann-Filmtochter Teamworx  die Unternehmervita. 

Der einstündige Streifen wurde derzeit unter größter Geheimhaltung zum 85. Geburtstag produziert. Vor 700 Führungskräften in Berlin wurde der Film damals gezeigt. Die Idee zu einer Dokumentation mit fiktiven Elementen stammt vom damaligen Vorstandschef Gunter Thielen. Er und seine Vorstandskollegen  hatten die ungewöhnliche Idee. Kein Geringerer als Sebastian Koch, der bereits den Widerstandskämpfer Graf Stauffenberg oder den entführenden Industriellen-Filius Richard Oetker oder den Seewolf mimte, schlüpfte in die Rolle von Reinhard Mohn. Auch die Konzernmatriarchin Liz Mohn hat ihren Auftritt in dem Film. Ihre Rolle übernimmt nach Angaben eines Konzernsprechers Nina-Friederike Gnädig, die sich bei der Herz-Schmerz-Geschichte „Verliebt in Berlin“ einen Namen gemacht hat.

Warum wird der eigentlich für interne Zwecke gedachte Film nicht im Fernsehen für ein Millionenpublikum ausgestrahlt? Verdient hätte er es! Denn der Film ist ein erstklassiges Werk über eine der großen Unternehmerlegenden der Bundesrepublik.

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HDTV: RTL wirft ARD und ZDF Scheinheiligkeit vor

In der vergangenen Woche hatte ZDF-Intendant Markus Schächter und ARD-Chef Peter Boudgoust zum Auftakt der IFA kräftig ausgeteilt. Beim Hintergrundgespräch im Berliner Nobel-Hotel Westin in der Friedrichstraße bekam jeder sein Fett weg – die Kabelkonzerne, SES Astra, Pro Sieben Sat 1 und RTL.

Der Kölner TV-Konzern hat sich über die Kritik an der neuen HDTV-Gebühr richtig geärgert. Ab 1. November will die Bertelsmann-Tochter zusammen mit dem Satellitenkonzern SES-Astra für RTL und Vox in HD-Qualität eine monatliche Zusatzgebühr von etwa fünf Euro nehmen.

Auf der IFA macht nun Marc Schröder, Chef von RTL Interactive, aus seinem Herzen keine Mördergrube mehr. Der frühere Telekommanager schlägt zurück. "Es ist wenig hilfreich – und zudem scheinheilig – wenn die öffentlich-rechtlichen TV-Kollegen scheinbar betroffen einen Makel darin ausmachen, dass ein Angebot von Programmen über die Plattform HD+ von SES Astra den Nutzer für den Mehrwert HD eine Pauschale kosten wird. Leider nicht zu hören war, dass sich ARD und ZDF für die laufende Gebührenperiode bereits schlappe 244 Millionen Euro haben genehmigen lassen für die Umsetzung von HD. Halbwahrheiten wie diese sind aus meiner Sicht verzichtbar."

Schröder hat natürlich recht, ARD und ZDF haben leicht reden. Mit einer Viertel Milliarde im Rücken lässt sich leicht hoch auflösendes Fernsehen "gratis" anbieten…. Wenn er allerdings glaubt, dass der Ärger gegen die neue HDTV-Gebühr abnehmen wird, so hat sich der RTL-Manager gründlih getäuscht.

Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise sind die Verbraucher extrem preissensibel. Die Pläne von SES Astra mit RTL und Pro Sieben Sat 1 künftig rund fünf Euro extra zu nehmen, werden noch viel Widerstand herausfordern. Schon jetzt ist klar, mit der Idee einer HDTV-Gebühr haben sie der Einführung der neuen Fernsehtechnologie einen Bärendienst erwiesen.

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Fernsehen bittet Telekomkonzerne zur Kasse

"Spain is different", sagen spanische Politiker gerne ihren ausländischen Amtskollegen, wenn sie erklären, warum südlich der Pyrenäen Politik ein wenig anders funktioniert als im restlichen Europa. Nun haben Spaniens regierende Politiker eine Idee der besonderen Güte: die Telekom-Konzerne sollen mit einer Sonderabgabe das geplante Werbeverbot des staatlichen Fernsehkonzerns TVE finanzieren.

Mit dem Vorhaben der sozialistischen Regierung unter Premier Zapatero geht ein Herzenswunsch der Privatsender in Erfüllung. Denn die Bertelsmann-Tochter Antena 3 oder Berlusconis TV-Konzern Telecinco leiden unter dem dramatischen Niedergang der Werbekonjunktur. Der Wegfall eines Konkurrenten wie der mächtigen TVE wäre daher ein Glücksfall für die börsennotierten Unternehmen.

Über viele Jahre bommte die TV-Reklame wie nirgendwo sonst in Europa. Nun stürzt sie ab wie nirgendwo sonst in Europa.

Auch für die Zuschauer erfüllt sich mit einem Werbeverbot für die Öffentlich-Rechtlichen ein Herzenswunsch. Denn die Kommerzialisierung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Spanien lässt sich kaum übertreffen. Oft wirkt das Programm der TVE wie Werbung unterbrochen von ein wenig Information und Unterhaltung.

Die Idee, ausgerechnet Telefonica und andere Telcos mit einer Abgabe von  0,9 Prozent der Einnahmen zur Kasse zu bitten, ist aber eine Schnapsidee. Es ist klar, dass bei der TVE durch den Wegfall der Werbung eine Lücke von 300 Mio. Euro entsteht. Doch es kann nicht angehen, dass ausgerechnet die Telekommunikationskonzerne für die politische Entscheidung zahlen sollen.

Die Lösung ist einfach. Die TVE muss endlich anfangen, den finanziellen Gürtel ein paar Löcher enger zu schnallen. Das teure Regionalfernsehen zwischen Galicien und Andalusien bietet dafür vielfältige Möglichkeiten. Wer in seinem Urlaub mal durch die Sender in Gegenden wie Galicien oder Extremadura gezappt ist, weiß wie schlecht dort öffentlich-rechtliches Fernsehen gemacht wird.

Ohnehin sind die Sender beliebte Spielzeuge der Regierenden in den 17 Autonomen Gemeinschaften. In der politischen Klasse Spaniens – egal ob die sozialistische PSOE oder die rechtskonservative PP – herrscht noch immer viel zu wenig Respekt vor journalistischer Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Im Vergleich dazu, sind ARD und ZDF ein medienpolitisches Paradies.

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Ritterschlag für Maria Furtwängler: “Tatort” bringt Geheimdienstler durcheinander

Stocksauer sind die Geheimdienstler auf die ARD-Granden und die „Tatort“-Kommissarin Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler. Denn in der letzten Folge der populären Krimiserie kamen die Schlapphüte und ihre Dienstherren ganz mies weg. Eigentlich legt sich die ARD mit Landespolitikern nicht an. Denn schließlich sind die Länder laut Verfassung für den Rundfunk zuständig.

Nun aber hat das Erste richtig Ärger mit dem Verfassungsschutz-Chef Günther Heiß und dem niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Geheimdienstler Heiß kritisiert in einem Brief ausgerechnet an die Hauptdarstellerin Maria Furtwängler, dass solche Krimis „für unsere Bestrebungen nicht hilfreich“ seien. Die Darstellung sei nicht realistisch. Nicht der „Tatort“, sondern die Äußerungen des Verfassungsschutz-Chefs jagen uns Angst ein. Verwechseln die Geheimdienstler Fiktion im Fernsehen mit der Wirklichkeit im Leben? Die Folgen für die Republik wären verheerend. Doch vielleicht ist alles ganz anders: Die Hüter des Grundgesetzes fühlen sich vom „Tatort“ einfach nur ertappt?

Der Protest aus der Geheiimdienst-Provinz ist für Maria Furtwängler ein Ritterschlag. Denn der "Tatort" mit der Ehefrau des Medienunternehmers Hubert Burda war bislang alles andere als Kult. Im Vergleich zu den populären "Tatorten" aus Münster, München oder Köln galten die Krimis aus Hannover als spröde und wenig innovativ. Mit dem am vergangenen Sonntag ausgestrahlten "Tatort" mit dem Titel "Das Gespenst" hat sich die Schauspielerin in die erste Riege der Kommissare katapultiert.

Für den NDR, der den "Tatort" mit Furtwängler, produziert und verantwortet, ist die Kritik ohnehin eine Lachnummer. Denn die scharfen Worte aus Hannover sind ohne Sinn für die mediale Wirklichkeit.

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ZDF: Chefredakteursstreit wird zum Überlebenskampf für Intendant Schächter

Im 14. Stock des ZDF-Hochhauses auf dem Mainzer Lerchenberg fällt am 27. März um 14 Uhr die Entscheidung um die Zukunft des ZDF-Intendanten Markus Schächter. An diesem Freitag tritt der Verwaltungsrat des öffentlich-rechtlichen Senders im Sitzungssaal des Intendanten zusammen, um über die Verlängerung des Vertrags von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender um fünf Jahre zu beraten. Schächter hat den liberalen Fernsehjournalisten vorgeschlagen und damit den Widerstand der Union provoziert. Sollte er mit seinem Personalvorschlag im Kontrollgremium scheitern, bleibt dem Intendanten offenbar nur noch ein Ausweg, nämlich der Rücktritt. Aber noch ist das Kräftemessen zwischen Medien und Politik nicht entschieden.

Doch die Situation spitzt sich weiter zu. Brender gilt als nicht mehr durchsetzbar. „Es gibt von der Unionsseite neun Stimmen gegen den Personalvorschlag des Intendanten, da bewegt sich nichts“, sagte Kurt Beck, im Hauptberuf rheinland-pfälzischer Ministerpräsident und im Nebenberuf Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrat, „Spiegel Online“. Ohne die Union läuft aber beim Mainzelmännchen-Sender mit einem Jahresetat von 2,05 Milliarden Euro gar nichts, geschweige denn die Verlängerung des am 31. März auslaufenden Vertrages für ZDF-Chefredakteur Brender. Damit der angesehene TV-Journalist länger den  Informationsbereich der Mainzer Anstalt leiten kann, braucht er mindestens neun der insgesamt 14 Stimmen. 

Der Chefredakteursstreit wird für den 59-jährigen Südpfälzer zur Überlebensfrage. Eigentlich ist Schächter ein Konservativer. Doch gerade aus dem eigenen Lager bläst ihm der Wind stramm entgegen. Der ZDF-Fernsehratsvize und hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) lässt nicht locker, gegen Brender zu trommeln. Dabei steht das ZDF erstklassig da: Das Zweite ist in den ersten beiden Monaten mit einer Quote von 13,8 Prozent noch vor der ARD mit 12,9 Prozent und RTL mit 12,2 Prozent der Marktführer.

Doch das interessiert die politischen Kesseltreiber nur wenig. Im Hintergrund arbeitet offenbar auch der frühere bayerische Landesvater und CSU-Chef Edmund Stoiber gegen Brender und Schächter. Der Wolfratshausener hat nach Meinung von Insidern noch ein paar Rechnungen offen. Er soll das ZDF für seine Niederlage als Kanzlerkandidat mitverantwortlich machen. Für Schächter wird es eng. „Bei einem anderen Unternehmen wäre solch eine Desavouierung in wichtigen Personalfragen gleichbedeutend mit der Aufforderung, das Amt abzugeben“, gibt Beck zu bedenken. Die Luft wird dünn für Markus Schächter.

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Banker ziehen bei Premiere nicht den Stecker

Eigentlich wollte der Bezahlfernsehsender Premiere die wochenlangen Gespräche mit den Banken längst vor dem vierten Advent erledigt haben. Doch die Verhandlungen in Sachen Umschuldung ziehen sich hin. Warum? Offenbar muss sich das Krisen geschüttelte TV-Unternehmen auf eine Kapitalerhöhung einstellen. Das heißt: die Banker ziehen bei Premiere nicht den Stecker.

Das ist durchaus kein Selbstverständlichkeit. Denn offenbar habe manche Banker durchaus gezweifelt, ob das ehemalige Kirch-Unternehmen auf Dauer überlebensfähig ist.

Doch der Kompromiss ist nun zum Greifen nahe.

In Verhandlungskreisen ist von einer Kapitalerhöhung in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro die Rede. Die Marktkapitalisierung von Premiere beträgt derzeit gerade noch 525 Mio. Euro.

Die Gespräche sind daher kompliziert. Premiere-Chef Mark Williams und sein Team sind zähe Verhandler, aber auch die Banken stehen angesichts der Finanzkrise unter großem Druck.

Die Banker-Runde will sich – wenn irgendmöglich – nicht nach dem 6. Januar wieder treffen, sondern das Thema vom Tisch haben.  In Unterföhring wird bereits mit einer schnellen Einigung gerechnet. Die News Corp. von Medien-Tycoon Rupert Murdoch ist offenbar bereit, die von den Banker geforderte Kapitalerhöhung mitzumachen.

Den Kleinaktionären gefällt hingegen die Aussicht auf eine Kapitalerhöhung überhaupt nicht. Das Papier des Unterföhringer Medienunternehmens geht heute auf Talfahrt. Zu Mittag sank die Aktie bereits um fünf Prozent auf 4,44 Euro.

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Rauswurf erster Güte: ZDF setzt Elke Heidenreich vor die Tür

Das ZDF hat heute der Literatur-Moderatorin Elke Heidenreich gekündigt. Die Kölner Schrifstellerin wird nicht mehr die beiden ursprünglich vereinbarten Sendungen von "Lesen!" im ZDF moderieren.Dafür sendet das ZDF zwei zusätzliche Ausgaben seines Kulturmagazins "Aspekte". Das teilte der Sender nun offiziell mit.

Die jüngsten Angriffe auf die ZDF-Ikone Thomas Gottschalk haben das Faß zum Überlaufen gebracht. Die Geduld des ZDF-Programmchefs Thomas Bellut war damit endgültig erschöpft.

Insider berichten, dass es nicht einmal mehr zu einem Krisengespräch zwischen Bellut und Heidenreich gekommen ist. Auf beiden Seiten war offenbar die Lust auf ein klärendes Gespräch gering.

Bellut bliebt am Ende nichts mehr anderes übrig, als Heidenreich in die Wüste zu schicken. Denn die Angriffe der Kölner Schriftstellerin gegen die Mainzer Anstalt und deren Mitarbeiter wie Gottschalk drohten auch seine Autorität zu untergraben.

Das ZDF steht nun unter Druck. Denn das Zweite will auch in Zukunft keineswegs auf eine populäre Literatursendungen verzichten. Noch in dieser Woche will sich das ZDF Gedanken über einen Nachfolger für "Lesen!" machen. Intern kursieren offenbar bereits einige Namen. Gespräche sollen demnächst anlaufen.

Für Heidenreich ist der Rauswurf erster Güte bitter. Denn noch nie zurvor wurde ein Mitarbeiter derart vor die Tür gesetzt, wie die kesse Lippe aus Köln.

Die streitbare Moderatorin hat aber womöglich ihren Rauswurf einkalkuliert. Denn die fast schon beleidigenden Äußerungen haben das ZDF immer wieder provoziert. Thomas Gottschalk, den 58jährigen Quotenbringer des ZDF, bezeichnete sie als einen "müden alten Mann". Das Programm des ZDF hat bei ihre Schamgefühle hervor gerufen. Damit ist es nun vorbei.

Eigentlich ist die 65Jährige ja bereits im Rentenalter. Doch ans Aufhören denkt die fleißige Autorin und Moderatorin noch lange nicht. Vielleicht wartet ja der WDR auf eineElke Heidenreich? Beide Seiten kennen und schätzen sich seit vielen Jahren.

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ZDF zeigt Elke Heidenreich die Zähne

Endlich zeigt ZDF-Intendant Markus Schächter die Zähne. Der Chef auf dem Mainzer Lerchenberg, ansonsten ein geduldiger Mann, verzichtet offenbar liebend gerne auf seine freie Mitarbeitern Elke Heidenreich nach ihrem Interview-Kreuzzug gegen das ZDF. Er hat von der gnadenlosen Selbstdarstellung der Autorin auf Kosten seines Senders genug.

Die kesse Lippe aus Köln hat eindeutig überzogen.  Die Moderatorin der ZDF-Büchersendung „Lesen!" hatte öffentlich gesagt, sie schäme sich, beim ZDF zu arbeiten. Nun legt Schächter der in den Medien bestens verdrahteten Heidenreich nahe, doch künftig auf eine Mitarbeit bei dem Sender zu verzichten. Ein entsprechender Brief hat die Intendanz in Mainz verlassen. Schächter ist sich in seiner ablehnenden Haltung mit seiner Führungsmannschaft einig. „Meine Neigung, mit ihr zu sprechen, ist gering. Sie hat keine Einsicht erkennen lassen“, sagte mir auch ZDF-Programmchef Thomas Bellut heute.

Die Entscheidung auf eine weitere Mitarbeit von Heidenreich zu verzichten, ist konsequent und richtig. Denn die Autorin, die sich nach Meinung manche Buchmesse-Besucher nicht zuletzt durch ihren Egozentrismus auszeichnet, hat tatsächlich dem Ansehen des ZDF geschadet. Viele der über 3000 Mitarbeiter fühlten sich durch die Worte von Heidenreich verletzt. Manche sind sogar beleidigt.

Das ZDF kann einen möglichen Abgang von Heidenreich nach ihrem Ego-Trip gut verkraften. Denn Kandidaten gibt es für eine neue Literatursendungen genug. Warum sollte nicht ein Autor wie Benjamin Stuckrad-Barre oder eine TV-Veteran wie Roger Willemsen einspringen? Aber auch Literaturkritiker können intellektuell spannendes Fernsehen machen wie Denis Scheck in der ARD immer wieder vorzüglich beweist. Literatur im ZDF ist nicht abhängig von einer einzelnen Person.

Doch noch will in dieser Woche ZDF-Programmchef Thomas Bellut und ZDF-Kulturchef Peter Arens mit Heidenreich sprechen. Ob es zu den zwei geplanten Ausgaben von "Lesen!" in diesem Jahr überhaupt noch kommt, steht unterdessen  in den Sternen. Dem ZDF ist die Lust auf Heidenreich gründlich vergangen.

Dass auch Heidenreich nicht immer mit intellektuellen Glanznummern ihre Zuschauer in den Bann gezogen hat, hat sie selbst offenbar vergessen. Denn vor 32 Jahren erfand sie den nervige Kleinbürger-Figur "Else Stratmann", an der sich mancher Zuschauer nur noch mit Grauen erinnert. Warum nicht ein Comeback? Für eine schnoddrige Metzgersgattin aus Wanne-Eikel wäre sicher auf einem hinteren Sendeplatz bei irgendeinen Privatsender noch Platz oder? Vielleicht kann Atze Schröder für die Kulturfrau aus dem Rheinland bei RTL ein Wort einlegen?

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Die fetten Jahre sind vorbei – Finanzkrise verunsichert Filmbranche in Cannes

Da nützt selbst der beste Sonnenschein nichts: Auf Europas größter Film- und Fernsehmesse Mipcom in Cannes ist die Verunsicherung wegen der Finanzkrise groß. Fernsehmanager, Produzenten und Rechtehändler sehen in diesen Tagen an der Croisette noch öfters auf den Blackberry, um die neuesten Nachrichten aus der Finanzwelt sofort zu erfahren.

Die Krisen geschüttelte Branche, die sich gerne die Welt schön redet, ist vorsichtig. Denn die meisten Rechtehändler wie der frühere Kirch-Vize Jan Mojto von der Beta-Film wissen, dass der Niedergang des Werbemarktes durch die Finanzkrise noch beschleunigt wird. Die immer neuen Sparbemühungen bekommen auch die Sender und damit die Produzenten zu spüren. Öffentlich-rechtliche Töchter wie der Filmrechtehändler Telepool haben es da leichter. Sie können auf den soliden Gesellschafter ARD in diesen schweren Zeiten setzen.

Wird die Marktbereinigung durch die Finanzkrise beschleunigt? In diesen Tagen zählt offenbar Größe. Die Branche ist sich einig, dass vor allem für kleine und mittlere Produzenten die Luft künftig dünn werden könnte. Schon jetzt läuft die Marktbereinigung auf vollen Touren. Zuletzt hatte der britische Privatsender ITV die kleine Berliner Filmfirma Imago übernommen. Über andere Übernahmen wird an der Croisette bereits fleißig spekuliert.

Die Stimmung auf Europas Film- und Fernsehmesse in Cannes ist gedrückt. "Ich erinnere mich noch gut an der Messe nach dem 11. September 2001. Damals flogen die Amerikaner aus Angst nicht nach Cannes", sagt ein Rechthändler, der das Geschäft aus dem Effeff kennt. Diesmal sind die Amerikaner doch noch gekommen. Doch die Taschen sind mit Dollars längst nicht mehr so gefüllt. Ähnlich wie damals nach dem 11. September erwarten die meisten Unternehmen harte Zeiten für die Branche, die sich gerade im vergangenen Jahr im Licht des unternehmherischen Erfolgs sonnen konnte.

Die Paranoia in der Branche ist groß. Denn an der Croisette werden derzeit die neuesten Geschichte ausgetauscht, was denn mit den Geld in Zeiten der Börsenpanik zu tun sei. Geschichten von Menschen kursieren, die aus lauter Angst ihren Sparstrumpf angeblich im Wald vergraben haben. Andere geben Tipps, wo man sich kurzfristig noch mit Goldbarren eindecken kann.

Die Gastronomen an der südfranzösischen Küste gehen unterdessen auf Nummer sicher. In einem Nobelrestaurant bei Cannes wird nur Bargeld akzeptiert – auch ein Modell in Krisenzeiten, um Liquidität zu sichern.

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Bertelsmann mag die Börse nicht

Der damals noch neue Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski musste kurz vor Weihnachten 2007 einen peinlichen Rückzieher machen. Der Ostwestfale musste seine Pläne aufgeben, die in Luxemburg börsennotierte RTL Group komplett zu übernehmen. Ostrowski ließ damals mitteilen, ein Grund für den Rückzieher seien Unklarheiten in der luxemburgischen Gesetzgebung. Seitdem herrscht offiziell Ruhe.

Hinter den Kulissen wird aber in der Gütersloher Konzernzentrale offenbar an einem zweiten Versuch gearbeitet, die ungeliebten Luxemburger Kleinaktionäre bei der RTL Group doch noch loszuwerden. Die Chance, dass ein neuer Anlauf Ostrowskis diesmal erfolgreich sein könnte, mehren sich. Die Luxemburger Gesetzeslage gibt den Bertelsmännern mittlerweile recht. Sie haben ihren Anteil an Europas größtem Medienkonzern mittlerweile auf 90,2 Prozent aufgestockt und können offenbar einen Squeeze-out durchsetzen.

Derzeit wird beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg abgeklärt, ob dieser Schritt rechtlich anfechtbar wäre. Eingeweihte berichten, dass sich die obersten Richter Europas wohl noch über ein Jahr Zeit für eine Stellungnahme nehmen würden. Die Mühlen der EU-Justiz mahlen bekanntlich langsam.

Dass die RTL Group irgendwann vom Kurszettel verschwinden wird, scheint aber beschlossene Sache zu sein.

Die detaillierte Quartalsberichterstattung und der mit der Börse verbundene Aufwand ist den Bertelsmänner schon lange ein Dorn im Auge. Ostrowski selbst ist kein Freund einer maximaler Transparenz der Milliardengeschäfte.

Als Arvato-Chef hat er gelernt, lieber gute Geschäfte hinter verschlossenen Türen zu machen und nicht öffentlich darüber zu reden. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – heißt seine Devise. Auch Liz und Reinhard Mohn schätzen es nicht, wenn sich die Vorstände mit hohen Renditen in den Medien brüsten.

Ostrowskis Schweige-Strategie hat sich ausgezahlt. Nicht zuletzt deshalb ist er zum Lenker des Medienriesen aufgestiegen.

Wie sehr die Gütersloher die Börse ablehnen, hat sich erst vor zwei Jahren gezeigt. Damals hatten Bertelsmann den 25prozentigen Anteil des Minderheitseigners Groupe Bruxelles Lambert (GBL) an der Bertelsmann AG zum Preis von 4,5 Mrd. Euro zurückgekauft. Damit hatte die Patriarchenfamilie Mohn einen Börsengang des Gütersloher Medienriesen endgültigen verhindert.

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