Endlich haben die Profisportligen in Deutschland eine gemeinsame Interessenvereinigung gegründet. Das erfuhr das Handelsblatt von Gründern des Verbands. „Wir stehen mit einem Jahresumsatz von über zwei Milliarden Euro und mehr als 40 000 Arbeitsplätzen für 50 Millionen Fans“, sagte ein Beteiligter. Die Initiative Profisport Deutschland – so der offizielle Name – repräsentiert die Fußball-Bundesliga, die Basketball-Bundesliga, die Deutsche Eishockey-Liga und die Handball-Bundesliga.
Sprecher wird Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Offiziell wollten weder die DFL noch andere Verbände Stellung nehmen. Als Stellvertreter soll Jan Pommer, Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga, fungieren. Aufgabe der Initiative Profisport soll es sein, in Bund und Ländern die Interessen des Sports besser durchzusetzen. „Die Politik muss stärker unsere Interessen berücksichtigen. Wir brauchen faire Rahmenbedingungen“, sagte ein Sportfunktionär. Schließlich sei der Profisport eine Wachstumsbranche, die viel Steuern zahle.
Den Sportverbänden brennt insbesondere der Markt der Sportwetten auf den Nägeln. Trotz des jüngsten Korruptionsskandals fordern sie eine Öffnung des Wettmarkts, um vor allem den Amateursport zu fördern. Auch eine Liberalisierung des Kartellrechts steht nach Angaben der Gründer auf der Agenda. Der Deutsche Olympische Sportbund, der den Amateursport vertritt, wurde von der Gründung vorab informiert und soll in die Verbandsarbeit einbezogen werden.
Zuletzt war die DFL, der Verband der 36 Klubs der Fußball-Bundesligen, am Bundeskartellamt gescheitert. Die DFL wollte die Fernsehrechte der Fußball-Bundesliga an den Medienunternehmer Leo Kirch für rund 500 Mio. Euro pro Saison verkaufen. Doch das drei Mrd. Euro schwere Geschäft wurde untersagt, die Liga nimmt etwa 90 Mio. Euro weniger pro Saison ein.
