Jean-Bernard Lévy, Chef des französischen Medienkonzerns Vivendi, hebt die Stimmung auf der Musikmesse Midem in Cannes. Der Chef über die weltgrößte Musikfirma Universal macht sich und der Branche Mut: „Die CD hat noch viele, viele Jahre vor sich. Eine Menge Menschen werden weiterhin ein Produkt kaufen wollen, das sie anfassen können“, sagte er in Cannes.
Internet und vor allem der populäre Musikdownload iTunes von Apple beeindrucken den Franzosen nicht. „Es wird in Zukunft viele verschiedene Kanäle und Formate geben, über die Musik läuft - darunter auch die CD", sagt Levy. Ob sich der Vivendi-Chef hier nicht gründlich täuscht?
Auch die gute, alte Videokassette VHS wurde von der Industrie bis zuletzt hoch gehalten. Denn das damals noch junge Videogeschäft wuchs damals schnell und spielte erstklassige Gewinne ein. Niemand wollte das Trägermedium schlecht reden. Doch mit der Einführung der DVD war die unhandliche VHS-Kassette schnell mausetot. Ähnlich wird es der CD ergehen. Schon jetzt gelten CD-Racks in Wohnzimmern als Ausdruck der 90-er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Download substituiert die CD schneller als vielleicht Universal erwartet. Vor allem die Handy-Industrie rüstet ihre neuen Mobiltelefone mit immer mehr MP3-Playern aus. Wer will denn noch im Saturn noch durch die Gänge irren, um eine CD zu kaufen? Mit drei Musikclicks kann sich jeder Karteninhaber das Album auch auf das Handy oder den iPod laden.
Die Plattenindustrie hat in den vergangenen Jahren einen Niedergang erlebt wie die Textilindustrie in den 80er Jahren. Die Granden der großen Label haben den Musikdateitausch im Internet unterschätzt. Die Musik ist keine Wachstumsbranche mehr. Das gegenseitige Schulterklopfen, dass nun wieder in Cannes stattfindet, hilft nicht weiter., um die Zukunft zu gewinnen. Herr Levy sollte das eigentlich wissen.
