» 10. Juni 2011, 14:48 Uhr

Apple knickt vor den Verlagen ein

Apple ist eingeknickt. Die monatelange Auseinandersetzung zwischen dem Computerhersteller und den Zeitungsverlagen um den Vertrieb von Digital-Abos ist beigelegt. Ab 1. Juli dürfen die Verlage eigenständig die Apps von Zeitungen und Zeitschriften zu einem frei wählbaren Preis vertreiben. Der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino hat seine Geschäftsbedingungen für den App-Store, dem Internetshop für digitale Inhalte, entsprechend geändert.

Bei den Marktteilnehmern kam die Änderung der Geschäftsbedingungen gut an. “Wir begrüßen die Kehrtwende. Damit ist Apple endlich der Kritik der Zeitungsverleger weltweit gefolgt”, sagte mir Hans-Joachim Fuhrmann, Geschäftsführer des Verlegerverbands BDZV. Bereits im Frühjahr hatten sich die deutschen Verlage bei Apple beschwert. Massive Kritik übten in Briefen an den Konzernvorstand unter anderem Bernd Buchholz, Chef von Gruner+Jahr, sowie Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer.

Mit der Kehrtwende ist eine drohende Dominanz von Apple beim digitalen Medienvertrieb gebannt. Der Computerhersteller hatte ursprünglich versucht, den Verkauf von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern für seinen Minicomputer iPad oder sein Handy iPhone ausschließlich über seinen Onlineshop iTunes durchzusetzen. Dagegen haben die Verlage nun erfolgreich revoltiert. Den Verlagen ging es darum, auch weiterhin ihre Inhalte auf Apps, den Miniprogrammen für iPad und iPhone, selbst vertreiben zu können. Dadurch sind sie in der Lage, ihre Kundendaten selbst zu verwalten. Zudem zahlen sie eine geringere Marge an Apple. Das ist für die Verlage wichtig, denn sie haben massiv in Programme in Apps investiert. Apple behält in seinem Shop 30 Prozent an Provision für jeden Kauf einer Onlinezeitung. Damit können Steve Jobs und seine Aktionäre gut leben.

» 10. Juni 2011, 14:48 Uhr

    Ein Kommentar zu “Apple knickt vor den Verlagen ein”


  1. Übergröße sagt:

    Apple dürfte in letzter zeit nicht zu klagen haben. im vergleich zu den letzten 5 Jahren erleben die gerade einen richtigen BOOM.