Das Sterben im Web 2.0 hat begonnen. Erst kürzlich hat AOL angekündigt, sein gescheitertes soziales Netzwerk Bebo nach nur zwei Jahren zu schließen. Einen anderen Ausweg gibt es nicht. Bereits vergangenes Jahr hatte die Internetfirma vergeblich versucht, das Web-2.0-Unternehmen zu verkaufen. Mit dem Scheitern von Bebo hat AOL die absurd hohe Summe von 850 Millionen Dollar versenkt. Bebo ist kein Einzelfall. Auch andere soziale Netzwerke wie beispielsweise Ning sind längst in Schieflage geraten. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen aus dem Silicon Valley die Hälfte der Mitarbeiter gefeuert und den Gratisdienst aus Kostengründen eingestellt. Bei Ning handelt es sich um eine Online-Plattform, mit der Nutzer ihr eigenes soziales Netzwerk kreieren können.
Die Wanderprediger, die von einem Internetkongress zum nächsten wallfahren, verkünden immer noch die frohe Botschaft des Web 2.0. Doch ihre Predigten werden jetzt zunehmend skeptisch aufgenommen. Unternehmen und Investoren machen die jüngsten Entwicklungen nachdenklich: Der Ausleseprozess unter den sozialen Netzwerken hat längst begonnen. Ähnlich wie beim Zusammenbruch der New Economy droht mitten in der globalen Rezession eine weitere Blase zu platzen: Soziale Netzwerke sind überschätzt. Medial spielen sie eine bescheidene Nebenrolle. Eine aktuelle Studie des gemeinnützigen Vereins D 21 fand heraus, dass sich lediglich zwölf Prozent aller Internetnutzer vor allem auf den Homepages des Web 2.0 bewegen.
Verbliebene Giganten der Marktbereinigung wie Facebook wachsen dennoch. Die Firma des 25-jährigen Mark Zuckerberg steuert weltweit auf mehr als 400 Millionen Nutzer zu. Das ist eine beeindruckende Zahl. Dennoch fehlt Facebook ein standfestes Geschäftsmodell. Künftig milliardenschwere Umsätze aus personalisierter Werbung zu ziehen ist ein brandgefährliches Spiel. Das geplante Vorhaben, die Nutzer per Klick ihre favorisierten Webseiten benoten zu lassen, ist Bauernfängerei. Mit diesem Schritt will das weltweit führende soziale Netzwerk nur Informationen generieren, um dem Facebook-Nutzer die auf ihn zugeschnittene Reklame frei Haus zu liefern. Im Werber-Deutsch heißt das “behavioral targeting”. Auch der Kurznachrichtendienst Twitter verfolgt dieses Geschäftsmodell, das kein Selbstläufer ist: Vorgestern meldete das Targeting-Unternehmen Wunderloop Insolvenz an.
Gerade die für die Werbewirtschaft interessanten wirtschaftlichen und sozialen Eliten werden immer misstrauischer, wenn es um die gewerbliche Nutzung ihrer Daten geht. Aus purer wirtschaftlicher Notwendigkeit versucht Facebook immer wieder, sich die Informationen seiner Mitglieder zunutze zu machen. Die Kritik der Community ist stets massiv. Vor drei Jahren musste Zuckerberg die Einführung des Werbenetzwerkes Beacon nach weltweiten Protesten wieder ad acta legen.
Die Konsumenten sind klüger, als manches Web-2.0-Unternehmen sich das vorstellt. Facebook unterschätzt noch immer die mittlerweile gewachsene Medienkompetenz der Nutzer. Beispielsweise hat das von den Grünen initiierte Protestbündnis gegen einen laxeren Umgang mit Daten durch Facebook in nur einer Woche mehr als 50 000 Unterstützer gewonnen. Verbraucherschützer bemängeln die unklaren Datenschutzbestimmungen bei sozialen Netzwerken. Immer öfter finden sie mit ihrer Kritik an der ungefragten Weitergabe persönlicher Daten an Dritte nun Gehör. Die Bundesregierung drängt auf einen schärferen Datenschutz. Die Sehnsucht nach informationeller Selbstverteidigung wächst. Facebook ist gerade dabei, sich die Sympathie von Millionen von Mitgliedern zu verscherzen.
Die Faszination der Eliten für die sozialen Netzwerke droht ohnehin eher zu erlahmen als zu wachsen: Die Kommunikation über Facebook, Twitter & Co. ist meist irrelevant, viele Dialoge sind geboren aus Langeweile. Sie zu lesen ist meist reine Zeitverschwendung. Die aufgelisteten “Freunde” sind keine wirklichen Freunde, der Nutzwert von Mitgliedschaften in Netzwerken wie Xing oder Linkedin ist mehr als zweifelhaft. Karrieren werden auch im 21. Jahrhundert nicht im virtuellen Netz, sondern über fachliche Leistungen und menschliche Beziehungen geschmiedet.
Der Hype um soziale Netzwerke erinnert an die virtuelle Welt von “Second Life”. Vor ein paar Jahren galt es als lebensnotwendig, als Avatar durch computeranimierte Welten zu irren. Markenartiklern, die nicht in Second Life die Reklametrommel rührten, wurde von den Web-2.0-Apologeten der sichere Tod vorausgesagt. Heute wissen wir: Second Life ist tot, die wirkliche Welt aber quicklebendig.











13 Kommentare zu “Das Ende der Wanderprediger”
[...] schnell die Frage auf, was sich in Second Life (noch) tut? Viele reden die zweite Welt gerne tot – die Nutzerzahlen steigen aber offenbar weiter. Technisch und in puncto Nutzerfreundlichkeit [...]
Second Life tot? SICHER NICHT!!! siehe: http://bit.ly/chKhx1
Lieber Herr Dr. Siebenhaar,
fürwahr, ein erstaunliches Ergebnis, dass Sie veröffentlichen. Es mag sein, dass es Zeitverschwednung ist, manche Unterhaltungen auf Facebook zu lesen. Die Beteiligten sehen das wohl anders. Auch sind Facebook-”Freunde” nicht immer Freunde.
Die Analyse des web 2.0 ist allerdings misslungen. Es ist eine Bewegung, eine Entwicklungsstufe des Internets. Nicht gemacht von Agenturen oder Auguren. Es ist auch keine weltweite Verschwörung von Unternehmensberatern. Das Web2.0 ist entstanden durch technische Voraussetzungen, noch mehr aber durch die freiwillige Beteiligung von Milliarden von Menschen. Sie wollen sich in Netzwerken einbrigen und austauschen.
Beste Grüße!
… immer und immer wieder erinnere ich an “Die unendliche Geschichte” ein “Märchenbuch” von Michael Ende. Dort geht es darum, das die Welt der Phantasie (Phantasia) vom “Nichts” verschschluckt werden wird..wenn
nicht irgendjemand… die “Virtuelle”WELT neu erschafft duch seine Kreative Intelligenz… Nebenbei bemerkt : Virtuell ist nicht das gegenteil von Real !
Siehe wikipedia, sondern eher von Physikalisch. Obwohl.. sind Emotionen
nicht auch Physisch ? … ist nicht jeders Objekt, das uns umgibt… irgendwann NUR eine IDEE..gewesen ???
[...] [...]
[...] übernehmen. Doch diesbezüglich sind wir heute über einen interessanten Artikel aus dem Handelsblatt Blog gestolpert, der einige unserer eigenen Kritikpunkte [...]
SecondLife ist tot? Sicher nicht!
Aber die virtuelle Welt durchläuft die typischen Phasen der Gartner Hype Kurve.
Der Hype (Gipfel der überzogenen Erwartungen) ist vorbei? Ganz sicher!
Die Medien fangen an das Interesse zu verlieren und berichten nur noch negativ? Auch ganz sicher richtig. SecondLife befindet sich im Tal der Enttäuschungen. Das ist nicht verwunderlich, denn die virtuelle Welt hat recht reale Probleme, kämpfen die Macher doch immer noch mit Performance Problemen welche nicht zuletzt durch die großen Freiheitsgrade bei der Erstellung der virtuellen Gegenstände hervorgerufen werden. Es gibt nur wenige Stellen an denen so rasant wachsende Datenmengen effizient verwaltet werden müssen.
Und da hat die Firma Linden lab nun den anstrengenden Weg aus dem Tal vor sich. Man muss das Produkt verbessern, es effizienter, schneller, stabiler und vor allem sicher machen.
Vielen Anbietern im Web 2.0 geht auf diesem steinigen Weg dann die Luft aus oder sie werden von Kolumnen Schreibern so lange totgesagt bis ihnen wirklich das Geld ausgeht.
Das Internet selbst hat diesen Weg auch hinter sich, und das erfreut sich nachdem es das Tal durchschritten hat großer Beliebtheit. Also abwarten und die Füße still halten.
Allerdings würde mich eine Antwort des Herrn Dr. Hans-Peter Siebenhaar über die Tiefe seiner Recherchen ins SecondLife interessieren.
Ich selbst habe viel von dem gesehen was beschrieben wurde, ich habe mir viele der Präsenzen dort angesehen und war fast immer enttäuscht. Fast alle Unternehmen welche heute verschwunden sind haben SL wie eine Webseite betrieben. Man hat sich mehr oder weniger lieblos etwas Futuristisches bauen lassen und einige Werbeplakate ausgehängt. Aber SL ist eine Kommunikationsplattform und keine Webseite. Das haben viele Unternehmen zu spät verstanden.
“Heute wissen wir: Second Life ist tot, die wirkliche Welt aber quicklebendig. ”
Sehr geehrter Herr Doktor,
das die Web2.0 Blase platzen wird – braucht es dazu so viele Worte oder Recherche? Ich teile die hier geäusserte Meinung nicht, dass Datenschutz den meisten Usern egal ist und sie das gar nicht merken. Herr Zuckerberg möchte sein Credo “Provatsphäre war gestern” verbreiten – und das wird Folgen für die User haben. Bis dahin werden die User mitspielen – wenn Folgen spürbar werden, nicht mehr. Werden es deutliche Folgen, spricht sich das herum, negative Mund zu Mund Reklame ist wirksam.
So weit so fragwürdig, einigesw an der Analyse erscheint mir doch etwas weltfern bis weltfremd. Was ich eindeutig beanstanden muss, ist der Satz über Second Life. Hier hätte ein Minimum an Recherche statt Nachbeten irgendwelcher Vorurteile doch gut getan.
Waren Sie jemals in Second Life? Und wann zuletzt? Und vor allem: Wo?
Es ist immer das Gleiche. Entweder wird gar nicht recherchiert, sondern aus dem, was andere geschrieben haben, wird eine “Drittmeinung” aufgebaut.
Wenn sich jemand doch mal die Mühe macht, geht das meist mit knappster Zeit ab: Ach ja, SL. Mal eben Client installiert, irgendwo in der Virtuellen Welt aufgeschlagen – “Ist ja gähnend leer hier, der Laden ist tot”. Fertig, Bericht schreiben. Recherchezeit unter 10 Minuten, mann, was bin ich fleissig.
Wer meint, sich so an Second Life annähern zu können, hat den gröbsten Fehler schon gemacht. Tatsächlich ist das das große Manko von SL, der Einstieg ist enorm schwierig.
Wer bei so einer Recherche in einem “Wohnbereich” gelangt, wird meist in der Leere landen. Im Gegensatz zu oft aufgestellten Behauptungen “Leben” die meisten User ja nicht in SL, sie verbringen einen Teil ihrer Freizeit dort – die Wohnbereiche sind dementsprechend dünn besucht. Wer hat schon den Betrieb einer Supermarktkasse im heimischen Wohnzimmer? Ist das Wohnzimmer deswegen tot?
Die “In’s” und “Out’s” in SL wechseln sehr schnell. Es ist für eine Recherche als unerfahrener Benutzer tatsächlich schwer, einen Platz zu finden, wo im Jargon “was los ist”. Plätze, die dauerhaft besucherdurchsatz haben, sind relativ selten, SL lebt zumindest teilweise vom permanenten Wandel einer Unterhaltungswelt.
Wer gut recherchieren will, sollte sich wirklich Zeit nehmen und mit einem erfahrenen Besucher dort zusammen mal einige Zeit verbringen – das hilft weiter und vermittelt ein treffenderes Bild. Es wird immer von Qualitätsjournalismus geredet, wenn es um Copyright und damit Geld geht – dann sollte man den qualitativen Content auch liefern, anstatt Vorurteile unreflektiert zu reproduzieren. Das ist bestenfalls qualitativ armselig.
Die Userzahlen von SL sind höher als je zuvor. Die Onlinezahlen schwanken im Tagesverlauf von ca 45.000 bis deutlich über 80.000. Sie täuschen etwas darüber hinweg, wieviel Zeit dort verbracht wird und weiviel User das wirklich sind. SL ist eine 24h-Sociality, diese Userzahlen sind rund um die Uhr da. Im Schnitt bleiben User soweit mir bekannt etwa zwei Stunden. Unschwer zu errechnen dass eine mittlere Userzahl von ca 63.000 Usern im 2h-Takt wechselt – das sind rechnerisch 756.000 User/Tag.
Tot? Das ist dann doch schon mehr als fragwürdig.
Die Umsätze der Betreiberfirma sind hoch, die Firma ist, soweit ich das sagen kann, gesund. In der Virtuellen Ökonomie innerhalb von Second Life wurden 500 Mio US-Dollar im letzten Jahr umgesetzt.
Tot? Hoffentlich mache ich auch solche Umsätze, wenn ich tot bin!
Das von einigen Seiten ewig wiederholte (oder gegenseitig abgeschriebene) “SL ist tot” ist nicht nur ermüdend – es ist schlichtweg falsch.
Tot ist nur eines in SL:
Eine Menge Firmen haben sich drauf gestürzt und ihre im Grundsatz z.T. 20 Jahre alten Werbekonzepte 1 : 1 in die 3D-Welt übertragen – unter Missachtung aller Parameter, die dieses Umfeld und User vorgeben.
User verbringen ihre Freizeit dort – wer seine Werbung darauf nicht abstellt, verschwindet im cshwarzen Loch des Vergessens.
Die Technik erlaubt aus nachvollziehbaren Gründen nicht, dass sich sehr viele Leute auf einem einzelnen Simulator treffen (SL besteht aus einer fünfstelligen Zahl solcher “SIMs”) – bei ca 50 – 70 Usern wird es eng.
Trotzdem wurden Massenveranstaltungen geplant – und damit Geld versenkt. Als Unternehmer würde ich die Werbebude feuern, anstatt SL die Schuld zu geben – soweit reicht es im hiesigen Management – und bei einigen Reportageschreibern – ganz offensichtlich nicht.
SL ist eine 3D-Welt, und zur Zeit eine der am weitesten entwickelten. Wer, wie z. B. CocaCola meint, dort mit Plakatwänden einen Hund hinter dem Ofen hervorlocken zu können, hat den Zug der Entwicklung gründlichst verschlafen. Der Hund in SL hebt an so einer Plakatwand nicht mal sein Bein.
Wer so agiert, versenkt sein Geld, seine Zeit und seine Reputation – und die User weinen dem keine Träne nach, wenn er verschwindet.
Die Realität ist lebendig? Lassen wir mal die Arbeits- bzw. Schul- oder Studienzeit außen vor, sowie die Zeit die man schläft, also Zeiten die man gezwungenermaßen irgendwo verbringt. Dann verbringen Menschen schon seit Jahren mehr Zeit in der virtuellen Welt, erst Fernsehen, heute Internet, als in der Realität. Nichts ist lebendig, eine zunehmende Zahl von Menschen verabschiedet sich in virtuelle Welten, so daß der aktuelle Buchtitel des Professors Edward Castronova treffend von einem “Exodus to Virtual Worlds” spricht. Vor Jahren waren diese virtuellen Welten das Fernsehen. Heute ist dies das Internet. Gerade ist herausgekommen, das allein letztes Jahr 800.000 Amerikaner ihren TV-Kabelanschluss zugunsten des Internets gekündigt haben. Das ein paar soziale Netzwerke pleite gehen hat nichts mit dem Marktpotential an sich zu tun, sondern liegt daran wie dieser Markt nunmal funktioniert. Oder ist das Handelsblatt zum Untergang verdammt, weil da ab und zu mal ein paar Zeitungen schließen? Und das Second Life tot ist, halte ich nun wirklich für ein Gerücht.
“Das Ende der Wanderprediger” ist sicherlich ein schöne Titel, doch die Analyse trägt nicht ganz. Richtig ist zwar, dass Facebook mit seinen neuen Regeln das eigene Netzwerk von Grund auf umkrempeln und auf Gewinngenerierung durch “behavioural targeting” trimmen will, doch ein Großteil der User wird davon gar nichts merken. Nur die engagiertesten unter ihnen werden sich mit den geplanten Änderungen auseinandersetzen und ihre “peers” informieren.
Etwas holzschnittartig ist dem promovierten Kollegen jedoch der Vergleich zu “Second Life” geraten. Nur weil einige schlechte soziale Netzwerke den Stecker ziehen, ist nicht gleich eine ganze Idee desavouiert. Das Handelsblatt stelt ja auch nicht wegen eines Käseblatts das eigene Erscheinen ein.
Nach dieser Einschätzung wundere ich mich, weshalb so mancher Verlag die Diversifikation zu einem integrierten Medienkonzern gewählt hat – mit dem Ziel, digitale Wachstumsmärkte zu erschließen und Synergien z. B. durch soziale Netzwerke zu schaffen…
Warum gibt es eigentlich in der ganzen Welt eine Megahype um das soziale Netz und unter deutschen Eliten herrscht regelmäßig Weltuntergangsstimmung? Alles ist negativ und außer dem Thema Datenschutz assozieren die deutschen Medien nicht viel mit dem Web 2.0. Der absolute Brüller sind ja die aktuellen Aktivitäten der Ministerin Aigner. Da fehlen einem einfach die Worte. Das Google Streetview eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit sein soll, das gibt es wohl auch nur in Deutschland. Traurig und wohl der Grund warum wieder andere das große Geld machen. Warum blockieren wir uns eigentlich immer selbst und jammern dann, daß wir wieder mal den Anschluß verloren haben?
So so, Herr Dr. Siebenhaar. Was für eine haarstreubende Analyse. Da hat es also z.B. eine Firma geschafft 400 Mio Menschen zu vernetzen und ihnen Informationen vom Wohnort, Geburtsdatum bis hin zur Lieblingsmusik zu entlocken und das alles ist kaum etwas Wert. Das ist wirklich eine haarstreubende Analyse, vielleicht aber eher eine weltfremde, wo doch schon kleine Subunternehmen, wie Facebook Spieleentwickler mit mehreren hundert Millionen bewertet werden. Meine Facebook Freunde sollen keine richtigen Freunde sein? Sicherlich kann man viele eher als Bekannte bezeichnen. Aber wie schön es ist alte Schul”bekannte” nach Jahren mal wieder zu treffen oder ehemalige Arbeitskollegen, ob einfach nur zum Unterhalten oder für ernsthaftes Networking. Und das dies so schön ist macht dies zu einem realen Wert, der sich monetarisieren läßt. Das soziale Netzwerke kaputt gehen ist kein Wunder. Vielleicht ist ihnen der Begriff Netzwerk-Effekt bekannt, Herr Doktor.
Second Life ist tot? Komisch, ich bin dort gerade jetzt eingeloggt, zusammen mit 80.000 anderen Menschen. Ich verdiene dort einen Großteil meines Lebenunterhalts, so wie viele viele andere Menschen, die sich nicht davon beeindrucken lassen, daß Coca Cola und die Deutsche Telekom ihre virtuellen Plakatwände eingerissen haben. Wir vermissen sie nicht, denn sie haben nichts verstanden, im Gegensatz zu wirklich innovativen Playern, von IBM über mehrere hundert v.a. amerikanische Hochschulen, bis hin zum Pentagon. Wir sind gerne in Second Life, wie 1.5 Millionen aktive User, welche nebenbei im letzten Jahr 500.000.000 USD mit virtuellen Gütern umgesetzt haben. Vielleicht verlassen sie mal ihrer Elfenbeinturm und tauchen mal ein ins wahre Leben. Sie werden so manche neue Erkenntnis gewinnen, Herr Doctor;)