» 25. Februar 2008, 14:11 Uhr

Ein Oscar für Osterreich, nicht für Deutschland

Mit seinem wirtschaftlich wenig erfolgreichen Film "Der Fälscher" heimst der Wiener Regisseur Stefan Ruzowitzky einen begehrten Oscar ein. Doch ist das Nazi-Drama wirklich ein österreichischer Film? Die eitlen Filmförderer in Berlin und Schleswig-Holstein, die mit deutschen Steuergeldner die österreichisch-deutsche Koproduktion ermöglichten, wollen auch vom Glanz des Oscars etwas abhaben.  Das ist peinlich.

Denn die Deutschen schickten nunmal Fatih Akins Kinostreifen „Auf der anderen Seite“ in das Rennen. Doch die Jury in Los Angeles winkte schnell ab. Der Film scheiterte schon grandios in der Vorauswahl.

Der Oscar für den besten ausländischen Film gebührt daher Österreich. Die Alpenrepublik hatte den Film über eine Fälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen nominiert. Der Regisseur kommt aus Wien.

Es gehört zu den Seltsamkeiten der  Berlinale, dass der  „Fälscher“ im vergangenen Jahr als deutscher Beitrag in den Wettbewerb aufgenommen wurde. Die Berlinale zahlte sich aber für den Streifen nicht aus. Die positiven Kritiken wurden gedruckt und schnell wieder vergessen.  Denn nur klägliche 63 000 Besucher wollten das KZ-Drama in Deutschland sehen. Das ist nicht einmal überraschend. Erfolgreiche Filme auf der Berlinale sind fast immer wirtschaftliche Rohrkrepierer.

Freuen kann sich hingegen das Studio Babelsberg. Denn die Traumfabrik vor den Toren Berlins war einer der Drehorte für den "Fälscher". Schon im vergangenen Jahr durfte Babelbsberg jubeln. Denn der Oscar für das Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" war auch eine Auszeichnung für das traditionsreiche Studio. Florian Henckel von Donnersmarck produzierte in Babelsberg große Teile seines exzellenten Films.

.

» 25. Februar 2008, 14:11 Uhr