»Dr. Hans-Peter Siebenhaar 12. September 2007, 15:59 Uhr

ARD verspricht Mäßigung und startet aber nun Video-On-Demand

Der Tag nach nach der Karlsruher Entscheidung. Die ARD gelobt auf ihrer heutigen Pressekonferenz in Köln Mäßigung bei der nächsten Gebührenerhöhung in zwei Jahren. Im gleichen Atemzug brescht sie aber vor. Ihr Video-on-Demand-Angebot, im ARD-Jargon Mediathek genannt, soll spätestens im November starten. Dann können Filme und Radiosendungen kostenlos im Internet abgerufen werden. 

"Was der Gebührenzahler mit seiner Gebühr schon bezahlt hat, das gehört ihm", sagte ARD-Chef Fritz Raff heute, der wie kein zweiter Intendant politisch clever handelt. Wer könnte dagegen etwas haben?

ARD goes online in Sieben-Meilen-Schritten. Mit ihrer Offensive bringt das öffentlich-rechtliche Fernsehen die Privatenaber  richtig in Schwitzen. "Die Entscheidung der Verfassungsrichter ist nicht das Ende des Privatfernsehen, aber sie ist eine ernste Bedrohung des gerade entstehenden Online-Marktes", sagte mir ein früherer Manager der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 heute. Die Münchener haben beispielsweise das Filmabrufportal Maxdome gegründet. Doch im Gegensatz zu den Gratis-Angeboten von ARD und ZDF kosten die Filme und Serien dort richtig Geld.

Das Urteil der Verfassungsrichter bestärkt die Öffentlich-Rechtlichen mit immer neuen Online-Angeboten möglichst schnell Tatsachen zu schaffen. Die Kontrolle über Rundfunk- und Fernsehräte funktioniert nicht, um dieser ungehemmten Expansion im Internet Einhalt zu gebieten. Denn Hand aufs Herz: ARD und ZDF werden im Internet nicht gebraucht, um Meinungsvielfalt zu garantieren.

»Dr. Hans-Peter Siebenhaar 12. September 2007, 15:59 Uhr

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