»Claudia Tödtmann 13. November 2009, 01:50 Uhr

Wenn das Betriebsklima krank macht

Wenn jeder dritte Erwerbstätige über psychische Belastungen klagt, so sollte das schon zu denken geben. Dass 52 Pozent derjenigen Arbeitnehmer, die nur einen befristeten Arbeitsvertrag haben, sich psychisch unter Druck fühlen, so ist das allzu verständlich. Immerhin wirken diese – noch unsichereren wirtschaftlichen Verhältnisse als alle anderen – wie ein riesiges Damoklesschwert. Beides belegt die Studie Gesundheitmonitor, den die Stiftung Bertelsmann jetzt vorgelegt hat. Dasselbe gelte, so die Gütersloher, für die jenigen, die täglich mehr als 30 Minuten Arbeitsweg haben (38 Prozent) – auch die würden häufiger psychisch krank. Des weiteren: Dass ein übles Betriebsklima die Psyche beeinträchtigen kann, war auch eine Erkenntnis dieser Studie. Überraschen dürfte das alles keinen. Schließlich kann man nicht acht Stunden am Tag oder länger die eigenen Gefühle und das allzu menschliche Bedürfnis nach Wertschätzung und Annerkennung mal so eben ausschalten. Wie eine Lampe etwa.
Überraschend ist eher, dass die Unternehmen all diese Erkenntnisse noch immer nicht entsprechend ernst nehmen und vor allem keine Konsequenzen ziehen. Im Gegenteil, zum Beispiel die Jammerei über die angeblich zu unflexiblen Arbeitnehmer nimmt kein Ende – obwohl die Deutschen innerhalb Europas ja das Volk sein sollen, deren Arbeitnehmer am häufigsten fürden Job umziehen. Zehn Prozent im Jahr, war in der “Welt” nachzulesen.
Ich frage mich: Gibt es ein Unternehmen, das heute noch Werkswohnungen baut? Oder Unternehmen, die nicht nur wohlklingende Unternehmensgrundsätze irgendwo niederschreiben, sondern tatsächlich alles dafür tun, damit diese auch gelebt werden? Und gibt es – angestellte – Manager, die tatsächlich Vorbilder sein wollen und es auch sind? Schön wärs ja.

»Claudia Tödtmann 13. November 2009, 01:50 Uhr

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