Seit zwölf Jahren bestimmt Wladimir Putin Russlands Geschicke, er könne durchaus noch weitere zwölf Jahre regieren, kokettierte er im Gespräch mit dem Handelsblatt, wenn die Russen das wollten. Aber sie wollen nicht. Der moderne Zar wird zwar nun für sechs Jahre als Präsident in den Kreml zurückkehren, doch sein Wahlsieg an diesem Sonntag ist kein Triumph. Es ist der Anfang von Putins Ende.
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Live aus Moskau: Warlamow bloggt mit allen Mitteln
In Russland gehen nicht nur die Uhren, sondern auch der Kalender anders. Daher findet die nächste große Protestkundgebung genau dann statt, wenn wir uns vor dem Weihnachtsbaum versammeln. Damit wir dennoch nichts verpassen, hat Handelsblatt Online einen russischen Blogger gesucht, der uns auf dem Laufenden hält.
Dabei zeigt sich, dass Russland zwar in Sachen Demokratie Defizite hat – aber ganz bestimmt nicht bei der Blog-Kultur. Ilja Warlamow, der für uns bloggt, schreibt und fotografiert nicht nur hervorragend, er schickt auch Drohnen in den Moskauer Himmel, um wirklich beeindruckende Panorama-Videos zu erstellen. Dieses Foto wurde von der Drohne mit einem Fischauge aufgenommen – und zeigt unter Moskau (während der Demonstration auf dem Balotnaja Ploschad) aus einer völlig neuen Perspektive:

Auch die Zeit und der Spiegel haben bereits über Warlamow berichtet.
Hier können Sie Warlamows ersten und zweiten Blog-Eintrag lesen, wir haben auch seinen (russischen) Twitterfeed eingebunden. Auch Heilig Abend und an den Weihnachtsfeiertagen schickt er uns aktuelle Beiträge, schauen sie wieder rein.
Ach ja, auch die Orthodoxen Gläubigen in Russland. Aber erst im nächsten Jahr, am 7. Januar.
Massenprotest in Moskau – live dabei
Verfolgen Sie die Massenproteste in Moskau live im Internet, per Livestream, Liveblog, Twitter und Facebook. Wir nennen die besten Anlaufstellen.
Keine Facebook-Revolution, aber eine Evolution
Was Jabloko ein Jahrzehnt lang nicht vermochte gelingt jetzt der Generation Apple: Russland erlebt eine Protestbewegung, die sich per Facebook, Blogs und Twitter der Kontrolle des Regimes entzieht.
2:1 für Moskau im Revolutions-Cup
Von Amerika lernen heißt siegen lernen. Russlands Führung hat aus den von den USA unterstützten Rosen- und anderen Revolutionen gelernt. Nach der Ukraine kehrt nun offenbar auch Kirgistan in Russlands Hinterhof zurück.
Realpolitiker mit Visionen
Da sind sie wieder, die hochfliegenden Visionen – aber sie tragen einen Stachel. „Staaten, die sich an die Regeln halten, werden zu mehr Sicherheit und Fortschritt finden“, postuliert Barack Obama nach der Unterzeichnung des neuen Start-Absrüstungsvertrages in Prag. „Aber Nationen, die sich ihren Verpflichtungen verweigern, werden isoliert. Ein Visionär? Ja, aber.
Regt sich Russlands Demokratie?
Angesichts der Finanzkrise werden die Regierungen abgestraft. Nicht nur in Frankreich profitiert die Opposition bei Regionalwahlen vom Unmut der Bürger, auch in Russland verliert die Regierungspartei kräftig an Stimmen. Das ist ein starker Beleg für ein demokratisches Bewusstsein in der Bevölkerung – auch wenn in Frankreich die Rechtsextremen und in Russland die Kommunisten begünstigt werden.
Jegor Gaidar hätte mehr verdient
Der Mann war unglaublich: Enkel eines berühmten sowjetischen Schriftstellers und selbst zunächst Propagandist der KP – bevor er Anfang der 90er Jahre unter Boris Jelsin Russland einer neoliberalen Schocktherapie unterzog. Jegor Gaidar verstarb jetzt im Alter von 53 Jahren – und was mir als erstes in den Sinn kommt ist Wiktor Tschernomyrdins zynischer Spruch, mit den “Jungs in den rosa Hosen” werde er schon noch fertig. Das ist nicht fair – Gaidar hätte mehr Anerkennung verdient.
Ahmadinedschad unter Druck
Man sollte Irans Präsidenten nie unterschätzen. Auch wenn er simpel gestrickt wirkt ist Ahmadinedschad doch ein Meister der Taktik, der sich jeder “Iran unter Druck”-Schlagzeile locker entzieht – in der Innenpolitik wie im internationalen Streit um Sanktionen und Atomwaffen. » Weiterlesen
Russland im August
Stets zuverlässig wartet der August mit Katastrophenmeldungen aus Russland auf: Terroranschläge im Kaukasus, der Zusammenbruch eines Kraftwerks und dazu die höchst mysteriöse Entführung der Artic Sea – die sich noch zum größten Imageschaden für den Kreml entwickeln könnte.
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