Artikel mit dem Tag: Obama

Obamas Härtetest

Keine zwei Wochen ist es her, da galt der Republikaner Mitt Romney noch als sicherer Verlierer der US-Präsidentschaftswahl. Zu hölzern, zu ahnungslos, zu chancenlos lautete das allgemeine Urteil. In den nationalen Umfragen lag er deutlich hinter Präsident Barack Obama, bei den Hochrechnungen für die Verteilung der entscheidenden Wahlmänner in den Bundestaaten eigentlich uneinholbar zurück.

Doch genau das ist das faszinierende am Ritual des amerikanischen Wahlmarathons: wenn es langweilig zu werden droht wird es wieder spannend. Mitt Romney reichte eine herausragende Leistung beim ersten TV-Duell Anfang des Monats – und das Glück eines ausgesprochen schlecht aufgelegten Obamas – und das Pendel schwang um. Romney legte in den Umfragen sofort zu, der Vorsprung Obamas bei der Hochrechnung der Wahlmännerstimmen schrumpfte kräftig zusammen.

Inzwischen ist das undenkbare zwar noch nicht wahrscheinlich, aber denkbar. Romney, der sich nach dem beinharten parteiinternen Vorwahlkampf rasch wieder ins politische Zentrum  orientierte, gewinnt als “Moderate Mitt” in den entscheidenden Wählerschichten kräftig hinzu.

  1. Die Mittelschicht sieht in dem Mann, der für die Steuerprivilegien der Superreichen kämpft, aber in vielen zentralen wirtschaftspolitischen Punkten gar nicht soweit von Obama entfernt ist, plötzlich eine neue Chance auf eine bessere Zukunft.
  2. Die Wall Street spenden noch kräftiger für den Mann der freien Märkte.
  3. Und selbst die Frauen, die bislang als sichere Bank für die Demokraten galten, wanken plötzlich.

Also reichlich Grund für das Team von Obama, nervös zu werden. Wir ihr Horrorszenario aussehen könnte zeigte Time-Journalist Mark Halperin auf: Mitarbeiter der Romney-Kampagne hatten ihm das Bild ihrer Version der Karte der sogenannten Swingstates gezeigt: und dort sind plötzlich Bundesstaaten rot (für die Republikaner) eingezeichnet, die bislang rot (für die Demokraten) waren – oder dorthin tendierten.

Das Kalkül dahinter: wenn Romney alle drei gemeinhin als unentschieden, aber als Hochburger der Republikaner geltenden Staaten Florida, North Carolina und Virginia gewinnt – und dann auch noch den zentralen Swingstate Ohio, dann hat er die Präsidentschaft so gut wie in der Tasche. Und ein Blick auf die aktuellen Umfragen in diesen Staaten zeigen, dass dieses Ziel nicht völlig unrealistisch ist.

Das heißt jedoch noch lange nicht, dass Obama die Wahl bereits verloren hat. Seit seinem merkwürdig lustlosen Auftritt bei der ersten TV-Debatte hat sich seine Mannschaft voll und ganz auf die zweite Runde in der kommenden Nacht konzentriert. Und sein Vizepräsident Joe Biden hat in seinem Duell gegen den frechen jungen Running Mate von Romney, Paul Ryan, gezeigt, wie man die Rethorik der Republikaner kontern kann.

Davon auszugehen, dass Obama ein zweites Mal versagt, sei realitätsfremd, bringt es Joe Weisenthal auf den Punkt:

Hart, konsequent, aber keinesfalls verbittert werde Obama Romney nun in die Schranken verweisen, verlautet aus seiner Mannschaft. Argumente, die für seine Leistungen in extrem schwierigen Zeiten und sein Programm für die Zukunft hat er vorbereitet. Und auch weisen Romney Konzepte zur Sanierung des Staatshaushaltes große Widersprüche auf. Extra zur Debatte hat das Democrativ National Committee dazu eine innovative Website gebaut – und Bill Clinton nimmt Romney Taxplan in diesem Video sehr effektiv auseinander:

Aber auf Fakten kommt es bei der TV-Debatte gar nicht an, sondern auf einen guten Eindruck.

Den wird Obama heute liefern müssen. Mein Tipp: Er wird es.

Falls Sie die Debatte live verfolgen wollen:

Falls Sie sich morgen ausgeschlafen informieren wollen:

Liveblog: Obamas Plädoyer für eine zweite Amtszeit

Alle wichtigen Informationen und Einschätzungen zum Parteitag in Charlotte, North Carolina, findet man in unserem Liveblog.

Handelsblatt Online ist mit den Amerika-Reportern Nils Rüdel und Astrid Dörner vor Ort in Charlotte. Neben ihrer Berichterstattung auf handelsblatt.com twittert Astrid mit ihrem  Account @AstridDoerner. Eindrücke, Fotos und Videos teilen sie auch im US-Blog “State of the Union”.

Von Düsseldorf aus ergänze ich den Nachrichtenstrom über meinen Twitter-Kanal @gwatzlawek und im Blog “Der nächste US-Präsident”, das noch aus dem Wahlkampf 2008 stammt und daher ein gutes Archiv für Obamas erste Kampgagne sowie allgemeine Wahlrechtsfragen ist.

Die gelähmten Staaten von Amerika

Ein weiterer Versuch, Amerikas Schuldenproblem über die Parteigrenzen hinweg zu lösen, ist gescheitert. Der Zusammenbruch des Super-Komitees“ legt den Bankrott der USA offen – finanziell und politisch.

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Amerika wählt – 2012 lässt grüßen

Barack Obama hat seinen Hut offiziell in den Ring geworfen, damit ist die US-Präsidentschaftswahl eröffnet. Höchste Zeit also, Informationen zum Thema anzubieten. Dieses Mal klinke ich mich wohl aus – aber ich biete Ersatz.

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Von Barack Obama zu Jack Daniels

Das war eine spannende Wahlnacht, auch wenn das Ergebnis am Ende eindeutig für die Republikaner, nicht ganz so klar für die Teaparty und sehr heftig gegen Barack Obamas Demokraten ausfiel. Wer die Nacht im Bett verbrachte kann die Uhr um 24 Stunden zurückdrehen – und die Dramatik im Liveblog drüben bei Global Reporting Revue passieren lassen. Dabei klärt sich dann auch die Frage, welcher Politiker sich von Obama ab und am späten Abend Jack Daniels zuwenden musste.

Realpolitiker mit Visionen

Da sind sie wieder, die hochfliegenden Visionen – aber sie tragen einen Stachel. „Staaten, die sich an die Regeln halten, werden zu mehr Sicherheit und Fortschritt finden“, postuliert Barack Obama nach der Unterzeichnung des neuen Start-Absrüstungsvertrages in Prag. „Aber Nationen, die sich ihren Verpflichtungen verweigern, werden isoliert. Ein Visionär? Ja, aber.

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Für Zentristen ist in DC kein Platz

Ausgerechnet Senator Evan Bayh fällt seinem Präsidenten in den Rücken. Die Weigerung des Senators von Indiana, noch einmal  anzutreten, verschlechtert die Position der Demokraten bei der Kongresswahl im Herbst deutlich – und steht für einen Trend, der ganz Amerika schadet.

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Amerikas Etat – Wagemut in Zahlen

Milliarden, Billionen, Trillionen – bei diesen Summen wird der US-Haushalt 2011 vor allem als gigantisches Zahlenmonster wahrgenommen. Doch hinter den historischen Rekorddaten verbirgt sich ein radikaler Kurswechsel der amerikanischen Politik.

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Obamas Demütigung

Die Konsequenzen der Niederlage in Massachusetts für US-Präsident Barack Obama, für Amerika und für die Welt können gar nicht unterschätzt werden. Die Demütigung der Demokraten zwingt Obama auf einen amerikanischen, populistischeren Kurs. Ein Kommentar – und Lesetipps.

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Obama verliert an Zustimmung

Schon seit einiger Zeit befinden sich die Zustimmungsraten von US-Präsident Barack Obama unter der 50-Prozent-Marke, eine neue Umfrage von CBS bestätigt den Trend.

Doch wie so oft zeigt ein Foto (in diesem Fall eine Grafik) weit deutlicher als 1000 Worte, wie rasch die übersteigerten Erwartungen einer realistischeren Einschätzung gewichen ist:

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