Von Amerika lernen heißt siegen lernen. Russlands Führung hat aus den von den USA unterstützten Rosen- und anderen Revolutionen gelernt. Nach der Ukraine kehrt nun offenbar auch Kirgistan in Russlands Hinterhof zurück.
Eigentlich ist Kirgistan für die Welt noch unbedeutender als Madagaskar: Klein, rohstoffarm und völlig abgelegen in Zentralasien. Doch spätestens mit dem Afghanistan-Krieg bekam die Ex-UdSSR-Republik einen großen strategischen Wert. Wohl als einzigstes Land der Welt (korregiert mich!) beherbergt es neben den alten russischen Militärstützpunkten auch einen US-Militärflughafen in Manas, über den der Nachschub für die US-geführten Truppen in Afhganistan abgewickelt wird.
Das hat einen gewissen Einfluss auf das Interesse der Weltmächte.
Ausgerechnet die USA hatten den autoritär herrschenden Präsidenten Kurmanbek Bakijew gestützt, der 2005 mit der so genannten Tulpen-Revolution an die Macht gelangt war. Zwar drohte er Washington mit einer Schließung der Airbaise, nachdem er aus Moskau einen Kredit über zwei Mrd. Dollar erhielt. Doch davon ließ er sich dann doch durch eine höhere Mieter der Amis für Manas abhalten. Doch dann taktierte Bakijew auch noch mit den Chinesen – und fiel in Russland endgültig in Ungnade.
Ausgerechnet die ebenfalls autoritär regierende Kreml-Spitze unterstützte jetzt den Aufstand unter der Führung von Ex-Außenministerin und Ex-USA-Botschafterin Rosa Otunbajewa, die schon eher einer Demokratiebewegung im westlichen Sinne zuzuordnen wäre als zum Beispiel, ja als zum Beispiel die US-Marionette Michail Saakaschwili in Georgien.
Dass Frau Otunbajewa Kirgistans starke Kraft der Zukunft sein wird hatten die Russen früh erkannt – und ihren Aufstand ganz offenbar gezielt gefördert. Unmittelbar nach der Flucht von Bakijew rief Russland Premier Wladimir Putin die Dame an. Derzeit verhandelt ihr Stellvertreter schon zum zweiten Mal in Moskau über “humanitäre Hilfe”.
Erst zwei Tage nach dem Machtwechsel meldete sich Hillary Clinton bei Otunbajewa. Spät, aber immerhin. Denn beiden Supermächten ist klar, dass sie auf ein gutes Verhältnis zu Kirgistan angewiesen sind.
Egal, wie arm, klein und abgelegen das Land auch ist.











534 Kommentare zu “2:1 für Moskau im Revolutions-Cup”
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I’ve to agree with you on most components of what you reported but in the end we will disagree. I’ll come back again later and see what you say.