»Georg Watzlawek 10. July 2009, 11:01 Uhr

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Irans Opposition meldet sich zurück

Nach einer Auszeit von zehn Tagen haben sich die Widerstandskräfte in der iranischen Gesellschaft eindrucksvoll zurück gemeldet. Die breiten Proteste beweisen, dass die Angstkampagne des Regimes nur oberflächig wirkt. Was gestern wirklich geschah – die wichtigsten Quellen und Videos.In den westlichen Medien ist das Thema Iran schon wieder weit in den Hintergrund gerückt, selbst die BBC hat ihre bislang so vorbildliche Berichterstattung weitgehend zurückgefahren, die Agenturen melden sich nur mit großer Zeitverzögerung.

So ließ sich die ziemliche dynamische Entwicklung ab Donnerstag nachmittag zunächst nur bei Twitter unter dem Stichwort #iranelection verfolgen. Später lieferten die Live-Blogs der Huffington-Post und des National Iranian American Council gute Einblicke, gespeist von Bürgerjournalisten vor Ort. Green Brief von Josh Shahryar fasst alle vertrauenswürdigen Informationen über Twitter vorbildlich zusammen.

Doch inzwischen liegen die ersten glaubwürdigen Berichte vor, vor allem Time und CNN liefern gute Zusammenfassungen.

Schon im Vorfeld hatte die Opposition im Umfeld von Mir-Hossein Mussawi zu einem Massenspaziergang eingeladen. Zum 10. Jahrestag der Niederschlagung von Studentenunruhen 1999 sollten die Menschen in allen Städten am Nachmittag auf die Straße gehen, dieses Mal ohne die üblichen grünen Tüchern und Bändern, dafür mit dem Koran. Die schiere Präsenz sollte den Machthabern deutlich machen, dass die Opposition gegen die Wahlfälschungen am 12. Juni nach wie vor lebendig ist, trotz harscher Drohungen, Einschüchterungskampagnen und Massenverhaftungen.

Die Aufrufe wurden über Twitter und Facebook verbreitet, vor allem aber durch die Mundpropaganda. Und tatsächlich fanden sich zunächst in Teherans Zentrum, später aber offenbar auch in vielen anderen Stadtteilen, Tausende von friedlichen Demonstranten ein. Realistische Schätzungen für Teheran gehen von 35 000 Teilnahmern aus. Weitere Proteste wurde gemeldet aus Ahvaz, Mashhad, Rasht, Isfahan, Tabriz, Sari, Hamadan, Babol, Kerman, Dezfol and Shiraz

Angeblich sollte Mussawi später selbst beim Besuch einer Moschee teilnehmen, das lässt sich jedoch nicht bestätigen. Auch Rafsandschanis Tochter war den Berichten zufolge mit unterwegs.

Wie üblich trafen sie auf massive Sicherheitskräfte, sowohl uniformierte Polizisten wie Einheiten der Basiji-Milizen. Die schritten aber nur ein, sobald sich größere Menschenansammlungen zu bilden drohten – und verhinderten dies mit Tränengas, Wasserwerfern, Gummigeschossen und Schlagstöcken. Vereinzelt sollen Warnschüsse gefallen sein, Berichte über zwei Todesopfer wurden nicht bestätigt. Zudem sollen Sicherheitskräfte in Wohnheime der Universität eingedrungen sein.

Auch die Demonstranten hielten sich zurück, dennoch wurden an vielen Orten Müllcontainer in Brand gesetzt. Auch die Metrostation Mirdamad ging offenbar in Flammen auf. Straßenschlachten blieben aber aus.

Statt dessen ertönten überall Schlachtrufe, wobei zwei neue Parolen herausstachen:

Mit “Mutige Iraner -unterstützt uns” forderten die Menschen auf der Straße die Rückendeckung der Bevölkerung ein, zu hören etwa auf diesem Video:


Interessanter noch ist dieser Ruf: “Mojtaba Bemiri, Rahbari Ro Nabini” – Mojtaba stirb – damit Du niemals Irans Führer wirst”, wie in diesem Video:

Damit richten sich die Demonstranten an Mojtaba Khamenei, den mysteriösen Sohn des obersten religiösen Führers Ali Khamaeni. Er wird bereits seit längerem als möglicher kommender starker Mann gehandelt – und hatte vor wenigen Tagen die Führung der gefürchteten Basiji-Milizen an sich gerissen. Mehr zu dieser Schlüsselfigur hat der Guardian.

Trotz dieser Provokationen vermieden die Sicherheitskräfte offenbar jede Eskalation. Offenbar hatten sie Anweisung erhalten, kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen. Meine Interpretation: Das Regime bleibt extrem nervös, eine offene Konfrontation mit einer womöglich erneuten hohen Zahl von Todesopfern wagt es nicht zu riskieren.

»Georg Watzlawek 10. July 2009, 11:01 Uhr

    17 Kommentare zu “Irans Opposition meldet sich zurück”


  1. gio says:

    Mein Lieber Thrasymachos, stell dir mal den Wecker damit du nicht noch dein ganzes Leben verpennst! Deine Kommentare koennten von einen “Alien” sein der hier notgelandet ist.

  2. mariana mayer says:

    Jetzt ist ein gutes Niveau erreicht:

    Also : Der Interpretationspielraum innerhalb einer Aussage ist groß, dass möchte ich Aussagen.
    Beispiel:
    Ich war nicht beim Hartz4 Amt und habe dort freie Meinungsäußerung betrieben. Jedoch wurde berichtet, dass die Leute dort nach Ihrer Gesinnung beurteilt werden. Das heißt sie sollen sagen:

    Ich bin bereit jede Arbeit anzunehmen, auch putzen hauptsache ich habe Arbeit.

    In diesem Fall ist die Gesinnung richtig und der Empfänger hat zunächst keine Nachteile zu befürchten.

    Doch weiter zum eigentlichen Thema:

    Ich verstehe was sie meinen:
    ModellBeispiel:
    In einer freien Gesellschaft darf jeder alles sagen muss aber mit Gegenwind rechnen.
    Modell weil eine freie Gesellschaft in diesem Sinne ist zunächst ein Modellbeispiel an dem experimentiert werden darf. Was passiert? Was sind die Folgen?

    Ist es so ok?

    Gut: Weiter zum Kernthema:
    Ich werfe den Medien nichts vor.
    Meine Aussage lautete:

    Die dortigen Medien haben über Wahlunregelmäßigkeiten berichtet. Sie haben in gutem Glauben etwas berichtet und sind anschließend mit Wahlbetrug konfrontiert worden.

    Jetzt versetzen sie sich mal in die Medien dort hinein: Sie schreiben etwas und berichten über eine Schwachstelle. Sofort wird diese Schwachstelle methodisch genutzt um über diese Schwachstelle herzufallen.
    Folge:
    Sie dürfen nicht über Schwachstellen berichten, sonst haben sie direkt einen Widerstand und zwar genau an dieser Stelle.

    Ähnlich ist es bei einem Huhn: Hat es eine Wunde wird es solange gepickt bis….
    Hier gelangen wir hoffentlich zu der Erkenntnis: Die Menschen unterscheiden sich vom Tier.

    Die Konsequenzen dort sind jedoch andere als hier in Deutschland. Richtig. Hier werden sie zunächst nicht unbedingt sozial, sondern in erster Linie finanziell ausgegrenzt.

    Doch die finanzielle oder sagen wir Ausgrenzung aus dem Berufsleben hat eine bestimmte Folge. Dies wurde in der Marienthalstudie untersucht.
    (Habe ich lediglich im Fernsehen gesehen) Diese Studie habe ich nicht gelesen.

    Dort im Iran sind die Konsequenzen, wie Sie richtig erkannt haben, andere.

  3. Thrasymachos says:

    Ich bezog mich dabei auf diese Äußerung von Ihnen:

    “Doch gehen sie beispielsweise mal arbeiten in Deutschland und schauen sie wie weit sie mit freien Meinungsäußerungen kommen, oder gehen sie mal bei berechtigter Antragsstellung zum Hartz4 Amt und betreiben dort freie Meinungsäußerung. Somit stelle ich Ihnen die Frage: Was ist die Folge? “

    Erklären Sie mir doch bitte, wie Sie das meinen.

    Beste Grüße

    T.

  4. Thrasymachos says:

    Ich rede davon, dass wir in diesem Land ein Recht auf freie Meinungsäußerung haben und aus dieser Position heraus Gesellschaften beurteilen, die diese Freiheit nicht haben. Diese Freiheit wird bei uns dadurch gesichert, dass wir keine staatlichen Repressionen zu befürchten haben (Inhaftierung & Tötung bzw.Schädigung der Gesundheit)
    Sie argumentieren, dass wir diese Freheit nicht haben bzw. diese zum Preis sozialer Ausgrenzung erkaufen und werfen den Medien vor, verantwortungslos zu handeln und den Frieden in den besagten Gesellschaften (Iran) zu gefärden.
    Als Beispiel dafür erwähnten Sie den Arbeitsplatz und das “Hartz IV – Amt”, wo Sie “freie Meinungsäußerung betrieben” hätten.
    Nur frage ich mich, wie ich mir das vorstellen soll? Denn ich kann Ihr Argument so nicht verstehen.
    Das mit den “schlechten Menschen” ist ein Beispiel dafür, dass die Meinung zwar frei, aber nicht gänzlich ohne Konsequenzen bleibt – mehr nicht.
    Schon Kant hat gesagt, dass Freiheit nicht beliebig ist.
    Und wie kommen Sie dazu, zu behaupten, ich würde die deutschen Verhältnisse nicht kennen? Auch ich lebe und arbeite hier.

    Beste Grüße

    T.

  5. mariana mayer says:

    Ich kann natürlich allen Menschen in meiner Umgebung erklären, dass ich sie für schlechte Menschen halte (mit der entsprechenden Wortwahl) – aber dann muss ich mich nicht wundern, wenn ich hinterher allein (und arbeitslos) bin.

    Wer ist denn hier arbeitslos aufgrund von freier Meinungsäußerung?
    Meinen Sie mich damit?

    Arbeitslosigkeit hat damit nichts zu tuen, die Leute haben keine Arbeit, weil Sie nicht entsprechend eingestellt werden und der Arbeitsmarkt sich entsprechend verändert hat.

    Doch da sie die deutschen Verhältnisse nicht einmal kennen, was möchten Sie überhaupt aussagen @T.?

  6. Thrasymachos says:

    Ist “nackt ´rumlaufen” denn freie Meinungsäußerung? Welche Meinung wird da denn vertreten?

    Und was meinen Sie mit “freie Meinungsäußerung betreiben” im Zuzsammenhang mit dem Sozialamt und dem Arbeitgeber?
    Und was hat das alles mit der öffentlichen Berichterstattung im Iran zu tun?

    Prinzipiell gilt natürlich auch bei der Meinungsfreiheit, dass sie nur soweit gilt, wie sie die Freiheit des anderen nicht verletzt. Ein Arbeitnehmer, der sich in geschäftsschädigender oder beleidigender Art und Weise gegen seinen Arbeitgeber äußert, muss mit Konsequenzen rechnen. In Zweifelsfällen muss da eben das Arbeitsgericht entscheiden.
    Aber selbst hier ist das schlimmste, was den Einzelnen erwarten kann, der Verlust des Arbeitsplatzes. Aber nicht Inhaftierung oder körperliche Gewalt bis hin zur Tötung (wie eben im Iran!). Die körperliche Unversehrtheit und die persönliche Freiheit bleibt geschützt.

    Ich kann natürlich allen Menschen in meiner Umgebung erklären, dass ich sie für schlechte Menschen halte (mit der entsprechenden Wortwahl) – aber dann muss ich mich nicht wundern, wenn ich hinterher allein (und arbeitslos) bin.

    Aber das ist immer noch besser als das Schicksal der zahlreichen Demonstranten im Iran, die ihre freie Meinung mit dem Leben bezahlen mussten.

    Beste Grüße

    T.

  7. mariana mayer says:

    In den USA sind die Leute das gewöhnt, die freie Presse. Doch nackt rumlaufen dürfen sie nur in den Niederlanden, laut Presseberichten.

    Doch gehen sie beispielsweise mal arbeiten in Deutschland und schauen sie wie weit sie mit freien Meinungsäußerungen kommen, oder gehen sie mal bei berechtigter Antragsstellung zum Hartz4 Amt und betreiben dort freie Meinungsäußerung. Somit stelle ich Ihnen die Frage: Was ist die Folge?

  8. Thrasymachos says:

    “Allerdings haben diese Leute ein anderes Temperament und ich glaube dies kann ein Europäer nicht ganz verstehen.”

    Ich halte das Argument des “südländischen Temperaments” in all seinen Ausformungen für eine schlichte Mär.
    In Deutschland leben allein aus dem islamischen Kulturkreis ca. 4 Mio. Menschen in Deutschland – fast alle friedlich. Auch Griechen und Italienern sagt man Temperament nach.
    Das kann aber nicht heißen, dass Gewalt für sie etwas Selbstverständliches ist – nur diejenigen, die Gewalt üben fallen auf: Geschieht in Deutschland in einer Migrantenfamilie ein Mord an Verwandten (um den Begriff “Ehrenmord” zu vermeiden – abscheuliches Wort, als ob Mord etwas mit Ehre zu tun hätte) so redet man sofort von “schleichender Islamisierung” und “Integrationsunfähigkeit bestimmter Kulturen”. Wird aber von einem Deutschen ein Mord oder eine Vergewaltigung begangen steht die Gesetzestreue der deutschen Bevölkerung nicht in Frage.
    Gewalt wird überall auf der Welt geächtet, besonders gegen Unschuldige und Wehrlose.

    Nochmal zum Thema Presse und “Aufstand” im Iran:

    Sie schreiben:

    “Deswegen verstehe ich teils die Kritik an der westlichen Presse, die meistens aus sehr gesicherten Verhältnissen heraus schreibt ohne selber in diesem boot zu sitzen, als Verantwortliche Frieden zu wahren.”

    Das hört sich so an, als hätte die Presse den Aufstand billigend in Kauf genommen.
    Aber es ist doch Aufgabe der Presse (die im Iran sowieso zensiert wird), zu berichten, wenn eine Wahl angezweifelt wird, wenn gegen eine Regierung demonstriert wird und wenn diese Regierung dann Demonstrationen mit Gewalt niederschlägt.
    Was soll die Journaille denn machen? Es ignorieren? Oder Hofberichterstattung für Ahmadinejad?
    Natürlich erwarten wir in einer freien Gesellschaft eine kritische Berichterstattung. Sollen wir aus Rücksicht auf die unfreien Gesellschaften darauf verzichten? Wenn jede kritische Äußerunggegen die iranische Regierung als Angriff des amerikanischen Imperialismus aufgefasst wird, jede entsprechende Kritik an Israel als Antisemitismus, jede Kritik an den USA als Antiamerikanismus, und wir auf alle Rücksicht nehmen wollen, dann müssen wir eben auf eine freie Presse verzichten.
    Wenigstens nehmen weder Israel noch die USA unliebsame Berichterstattung zum Vorwand für staatliche Unterdrückung und Zensur.

    Beste Grüße

    T.

  9. Thrasymachos says:

    “Allerdings haben diese Leute ein anderes Temperament und ich glaube dies kann ein Europäer nicht ganz verstehen.”

    Ich halte das Argument des “südländischen Temperaments” in all seinen Ausformungen für eine schlichte Mär.
    In Deutschland leben allein aus dem islamischen Kulturkreis ca. 4 Mio. Menschen in Deutschland – fast alle friedlich. Auch Griechen und Italienern sagt man Temperament nach.
    Das kann aber nicht heißen, dass Gewalt für sie etwas Selbstverständliches ist – nur diejenigen, die Gewalt üben fallen auf: Geschieht in Deutschland in einer Migrantenfamilie ein Mord an Verwandten (um den Begriff “Ehrenmord” zu vermeiden – abscheuliches Wort, als ob Mord etwas mit Ehre zu tun hätte) so redet man sofort von “schleichender Islamisierung” und “Integrationsunfähigkeit bestimmter Kulturen”. Wird aber von einem Deutschen ein Mord oder eine Vergewaltigung begangen steht die Gesetzestreue der deutschen Bevölkerung nicht in Frage.
    Gewalt wird überall auf der Welt geächtet, besonders gegen Unschuldige und Wehrlose.

    Nochmal zum Thema Presse und “Aufstand” im Iran:

    Sie schreiben:

    “Deswegen verstehe ich teils die Kritik an der westlichen Presse, die meistens aus sehr gesicherten Verhältnissen heraus schreibt ohne selber in diesem boot zu sitzen, als Verantwortliche Frieden zu wahren.”

    Das hört sich so an, als hätte die Presse den Aufstand billigend in Kauf genommen.
    Aber es ist doch Aufgabe der Presse (die im Iran sowieso zensiert wird), zu berichten, wenn eine Wahl angezweifelt wird, wenn gegen eine Regierung demonstriert wird und wenn diese Regierung dann Demonstrationen mit Gewalt niederschlägt.
    Was soll die Journaille denn machen? Es ignorieren? Oder Hofberichterstattung für Ahmadinejad?
    Natürlich erwarten wir in einer freien Gesellschaft eine kritische Berichterstattung. Sollen wir aus Rücksicht auf die unfreien Gesellschaften darauf verzichten? Wenn jede kritische Äußerunggegen die iranische Regierung als Angriff des amerikanischen Imperialismus aufgefasst wird, jede entsprechende Kritik an Israel als Antisemitismus, jede Kritik an den USA als Antiamerikanismus, und wir auf alle Rücksicht nehmen wollen, dann müssen wir eben auf eine freie Presse verzichten.
    Wenigstens nehmen weder Israel noch die USA unliebsame Berichterstattung zum Vorwand für staatliche Unterdrückung und Zensur.

    Beste Grüße

    T.

  10. mariana mayer says:

    Richtig und meine Meinung ist, es geht in erster Linie um die Atompolitik des Landes. Die Unterdrückung allgemin in vielen Ländern ist seit Jahrzehnten bekannt und wird ausreichend debattiert.

    Das ähnliche Dilemma wie im Irak. Mit über 100 000 getöteten Zivilisten, laut Presseberichten.

    Aber warum soll nicht über Tatsachen berichtet werden? Meinung ist vage, tatsachen die besteht die bestehen nun mal. Es wird doch ständig über Tatsachen berichtet. Oder die Presse hat unzureichend über Tatsachen berichtet (Beispiel kann sein: Wissensmangel) und das wird in Folge falsch widergegeben und nachgesprochen.

    Ursache wäre in diesem Fall allgemein gefasst (ohne Iran) aber die Meinungsverbreitung in diesem Fall der Presse, also Fernsehberichte etc.
    Die Schwierigkeiten der Nachrichtenverbreitung und der zugehörigen “natürlichen Verfälschung” in Folge sind bekannt.
    Beispiel:
    Also Person A sagt etwas, person B gibt es weiter usw. und Person Y sagt wiederum etwas ganz anderes wie Person A ohne dass jemand bewusst die Nachricht verändert hat.
    Durch das menschliches Nachsprechen mit normalen Erinnerungslücken oder unbewussten Abänderungen.

  11. Thrasymachos says:

    “Es dürfen vorgefertigte Meinungen und Texte wiedergegeben werden. Wissenschaftlich nachgewiesene am Besten.
    Diese Aussage ist erlaubt, diese nicht.
    Das darf gesagt werden, dieses nicht. Wird ein Leben lang vorgehalten. Also Klappe halten brav.
    Daher kriegen die Deutschen den normalen Mund nicht mehr auf. Freies Reden, jedoch ohne andere zu diskriminieren, ist klar. “

    Hmmm…..ich kann nicht finden, wo die freie Meinungsäußerung hierzulande unterdrückt wird (solange es sich wirklich um Meinungsäußerungen und nicht um Tatsachenbehauptungen handelt). In Deutschland gibt es historisch bedingte Ausnahmen, die sich auf Rassendiskriminierungen im Allgemeinen und den Holocaust im Besonderen beziehen. Da gibt es tatsächlich “Tabus” (ganz abgesehen vom Thema “Beleidigung”).

    Ansonsten darf aber jeder alles sagen, was er will. Wo soll den das Problem sein?
    Dass jemand Widerspruch zu seiner Meinung erfährt? So etwas muss man in einer freien Gesellschaft aushalten.
    Dass einem nicht geglaubt wird, weil man kein Studium nachweisen kann? Solche Snobs sollte man ohnehin meiden (und letztlich haben auch Snobs das Recht, Snobs zu sein).
    Das man nicht verstanden wird, weil man sich nicht richtig ausgedrückt hat?
    Die Gefahr besteht immer, aber wenn man seine Meinung nicht nur zur bloßen Selbstinszenierung formuliert, muss man sich halt Mühe geben, sich verständlich zu machen.

    Und zum Punkt Iran/Ahmadinejad:
    Es mag ja sein, dass in anderen Ländern andere Sitten herrschen. Aber offensichtlich gibt es auch dort Leute, die mit diesen Sitten (aus mir sehr nachvollziehbaren Gründen) nicht einverstanden sind (siehe Iran).
    Und wenn die iranische Regierung (auch wenn sie demokratisch legitimiert sein sollte, was ja in Frage gestellt wird) sich aufführt wie eine Militärdiktatur, dann erwarte ich von unseren “westlichen” Medien, dass sie genau das schreiben!
    Wer dem widersprechen möchte darf das in diesem Land gerne tun: In Leserbriefen, in diesem Blog, durch Petitionen, in Vereinen und Interessengemeinschaften.

    Beste Grüße

    T.

  12. mariana mayer says:

    Und wie wird diesem hierzulande begegnet : Es dürfen vorgefertigte Meinungen und Texte wiedergegeben werden. Wissenschaftlich nachgewiesene am Besten.
    Diese Aussage ist erlaubt, diese nicht.
    Das darf gesagt werden, dieses nicht. Wird ein Leben lang vorgehalten. Also Klappe halten brav.
    Daher kriegen die Deutschen den normalen Mund nicht mehr auf. Freies Reden, jedoch ohne andere zu diskriminieren, ist klar.

    Wo findet das statt?
    Es gibt dieses ewig Unterdrückte was an die Oberfläche möchte und endet irgendwann in anderen Aktionen. Auch Leute die nicht an der Uni oder Schule waren und sämtliche rethorischen Finessen und Fallstricke sollten reden dürfen, oder etwa nicht? Und zwar ohne ständige Bedrohung sie hätten hier oder da etwas gesagt, was so nicht im Duden steht und ihnen nun ein Leben lang vorgehalten und vorgeplappert wird.

    Alle haben etwas zum Sagen.

  13. mariana mayer says:

    Als ich vor zig Jahren mit Exiliranern gesprochen habe, damals gab es noch lange keinen A., war es dieselbe Story in grün.
    Und: Der Erzähler hatte auch nicht gerade einen Heiligenschein auf dem Kopf.
    Allerdings haben diese Leute ein anderes Temperament und ich glaube dies kann ein Europäer nicht ganz verstehen.
    Unabhängig davon, gibt es seit Jahren die Ehrenmorde oder ähnliches weltweit in vielen Völkern unterschiedlichster Herkunft.

    Ich versuche globale Probleme unabhängig zu finden: Es gibt Überbevölkerung, Klimawandel, die Menschen stehen weltweit unter Druck, Viele möchten etwas tuen und wissen nicht was
    dazu ständige Aggressionen gegen andere, Wie gesagt, ich war mal kurz in Afrika da flogen schon zielgerichtet Steine gegen den Bus wo ich drinne saß aus einem Slum,
    Die Bevölkerung ist schnell auf den Beinen weltweit und es ist eine hohe Priorität Frieden zu erhalten. Deswegen verstehe ich teils die Kritik an der westlichen Presse, die meistens aus sehr gesicherten Verhältnissen heraus schreibt ohne selber in diesem boot zu sitzen, als Verantwortliche Frieden zu wahren. Weil jeglicher Aufstand, ist allgemein bekannt erzeugt Gewalt, es ist schließlich nicht mit den Demos hier zu vergleichen.
    Und wenn ein Volk Hunger hat und selbst die Regierenden vielleicht sogar geld haben doch kein Korn oder Wasser, was dann?
    Da gibt es einfach nichts zu kaufen.

  14. Thrasymachos says:

    “Doch was hat dieser Mann wirklich getan um sich so unbeliebt zu machen.”

    Naja, im Wesentlichen fällt Herr A. durch Provokationen auf, in denen er Israel das Existenzrecht abspricht, den Holocaust leugnet etc.

    Aber das ist hier ja gar nicht der Punkt.

    Das Wesentliche bei diesem Aufstand ist, dass es nur durch Zutun von Herrn A. erst zu einem Aufstand gekommen ist – sonst wäre es ne Demonstration geblieben. Erst durch massiven Einsatz von Basidj – Milizen, die eher eine “agent provocateur” – Rolle gespielt haben ist die Lage eskaliert.

    Meiner Meinung nach wird hinter den Bühnen der iranischen Politik hier ein sehr schmutziges Spiel gespielt, in dem Präsident A. mit seinen politischen Gegnern abrechnen möchte. Diesen kann er dann nämlich vorhalten, mit “ausländischen Agenten” zu paktieren, um den Iran zu destabilisieren.

    Der eigentliche Skandal ist, dass diese selbsternannte Demokratie offensichtlich nicht souverän mit einer starken Opposition umgehen kann und im Fall des Falles die Schlägertrupps losschickt.
    In Deutschland mag ja nicht alles koscher sein, aber die Zeiten, in denen friedliche Proteste einfach mit physischer Gewalt niedergeschlagen wurden, sind schon etwas länger vorbei.

    Beste Grüße

    T.

  15. mariana mayer says:

    Artikel 1 von oben
    Dies ist ein Fatwa der Geistlichen ohne einen Namen zu nennen. Also ist die Überschrift bereits von der Presse wegweisend gerichtet, obwohl kein Name genannt wird.
    Der Hinweis auf Massenhinrichtungen sind natürlich immer ein leichtes Argument um eine vorgefertigte Richtung argumentativ zu unterstützen.

    Es bewegt sich in einem Neutrum.
    Fragen sind zu stellen:

    Ist Präsident A. überhaupt verantwortlich für diese Hinrichtungen?
    Eine weitere Annahme, keine Aussage :
    Wenn Stimmen gefälscht worden sind, konnte die Gegenseite genausogut fälschen.
    Doch ist dies die Basis der Wahl gewesen?

    Der Tatbestand von Hinrichtungen ist in europäichen Ohren ein schreckliches Greuel, weil es bei uns in dieser direkten Form abgeschafft wurde.

    Doch andere westliche Länder haben die Folter und Todesstrafe beibehalten. Marschieren “wir” deshalb in die USA ein oder in Russland?

    Nein, Deutschland macht etwas anderes: Stellt sich als guten Menschen dar der sich gegen Hinrichtungen und Gewalt gegen Unterdrückte, beispielsweise Frauen, aufspielt.

    Doch was passiert tatsächlich: Die sogenannten Elektroschocker werden in Deutschland auseinandergebaut verschickt und produziert.
    Quelle: ARD oder ZDF

    Unsere europäische Waffenproduktion blüht seit Jahren.
    Hier werden Milliarden verdient und investiert. Milliarden die den Völkern nicht für Ernährung und anderes zur Verfügung stehen.

    Beispiel Irak Krieg: Quelle Stuttgarter zeitung

    Die Waffen mit denen Die Nebenkriegsschauplätze im Irakkrieg beliefert wurden, sind über Deutschland abgewickelt worden.
    Nebenkriegsplätze waren die privaten Bewacher also nicht das offizielle Militär, sondern das was alles in einem Krieg nebenher läuft und über das ausführlich berichtet wurde:
    Das Abknallen von Zivilisten.
    Gut Geld verdient und fein aus dem Schneider: Da können die Deutschen doch nichts dafür. Hat doch keiner was damit zu tuen.
    Wir setzen und doch für die armen und unterdrückte Frauen im Iran ein. (es gibt sogar leute die tuen das)
    Doch diese Organisationen kommen genau zum richtigen Zeitpunkt zum Zuge. Jetzt haben sie endlich ihre Chance sich öffentlich für ihre Arbeit zu präsentieren und damit endlich mal ein Erfolgserlebnis und eine Selbstbestätigung.

    Klar wir haben sogar einen Sündenbock für alles: Präsident A.

    Doch was hat dieser Mann wirklich getan um sich so unbeliebt zu machen.
    Das wäre die Aufgabe herauszufinden: Beispiel oder Annahmen hierfür sind:
    Hat er sich vielleicht gegen die europäische Waffeneinfuhr in “sein Land” gewehrt?
    Wollte er ein Embargo gegen europäische Waffenlieferanten erwirken?

    Hat dies schon mal jemand hinterfragt?

    Die Waffe

  16. Alex says:

    “Fatwa gegen Chamenei”
    Was sagen Sie denn zu diesem TAZ-Artikel?
    http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/fatwa-gegen-chamenei/

    Das klingt doch nach einer ganz neuen, viel tiefgreifenden Unterstützung der Protestbewegung.

    Da ich gerade auf den TAZ-Seiten war: Haben Sie auch Hinweise auf die wetterbedingte Stärke der Proteste? Also dass der vorläufige Rückgang der Proteste evt. nicht als Sieg der Regierung, sondern auch des Wetters zu verstehen wäre? ;-)

    http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/wir-sollten-den-wetterbericht-gruendlich-lesen/

  17. mariana mayer says:

    Es fehlt immer noch jeglicher Hinweis für eine Wahlfälschung?
    Worin liegt sie begründet?
    Einfach in der Behauptung, dass die Wahl gefälscht ist?

    Dagegen hatte laut beschriebenen Aussagen die dortige Presse korrekt und wahrheitsgemäß von Unregelmäßigkeiten berichtet.
    Und genau hier zeigt sich doch das Problem: die Presse dort hat in gutem Glauben berichtet und es ist ein Auslöser gefunden worden um einen Riesenmassenaufstand zu inzenieren.

    Die Gründe für eine Demonstration sind vielleicht berechtigt. Doch die Ursachen zu erforschen was wirklich abläuft und was getan werden könnte, dafür sind ganz andere Nachrichtenkanäle erforderlich.

    Oberflächliche Analyse und zugehörige(gesteuerte)Fehlinterpretationen reichen dafür bei weitem nicht aus eine Wahlfälschung zu begründen. Auch hier liegt der Vorwurf des Ostens richtig, die hiesigen westlichen Medien stacheln den Aufstand an, zu verstehen.
    Sich etwas mehr Mühe zu geben.

    Wo ist der Beweis für eine Wahlfälschung?

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