Artikel mit dem Tag: Politiker

Hartmut Koschyk dem Hund sein Herrchen

Es ist nicht gut für deutsche Politiker, dieses Internet. Weil es jedem die Möglichkeit gibt, Dinge zu veröffentliche, hochzuladen, wie es in der Fachsprache heißt. Und das tun sie dann, die Volksvertreter, ohne dass sie jemand bei den Schultern packt, sie schüttelt und ihnen ins Gesicht brüllt: “HAST DU NOCH ALLE DELFINE IM BECKEN?”

Zweimal habe ich versucht, dies mit der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt zu erklären. Schon nach dem ersten Mal dachte ich: Es kann nicht mehr absurder werden. Dann kamen Butch Burkert und Doser Gloser.

Bei denen aber merkte man wenigstens einen Hauch von Versuch von Selbstironie. Das unterscheidet sie vom neuesten Wahlkampftiefschlag. » Weiterlesen

Für eine Handvoll Stimmen in der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt

Nur der Chef der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt fehlt noch. Die anderen drei sind schon vor Ort in der “Pink Mile”, jener rosalichtigen Bar am anderen Rand der Stadt.

Wolfram Schreiner von der Spin-Doktor-Beratung Yrrsynn; Johannes “Eckman” Eckmeyer, Gründer der Werbeagentur “Zum pinken Bambi” (und Mitinvestor der “Pink Mile” – die Frage nach seiner Lieblingsfarbe ist rhetorisch); und Alfried Freiherr von zu Herlingsfeld-Graubünden, der Pate der Zu Herlingsfeld-Graubünden Kommunikation & Cie. haben schon mehr als eine Flasche Veuve konsumiert sowie die Auswahl der scheckheftgepflegten Damen begutachtet. Noch immer aber fehlt der Chef.

“Feigling. Der weiß halt, dass er verloren hat und heute löhen muss”, giftet Eckmeyer gegen den Verbindungsbruder. Im Studium haben sich die vier kennengelernt, in der Verbindung Notburga-Silensia, genauer gesagt.

Alle sind sie in der Kommunikationsbranche gelandet. Und alle haben sie Spaß an bösem Humor. Weshalb sie alle Jahre wetten: Jeder bekommt einen Politiker zugelost und muss versuchen, diesem eine möglichst abseitige Kampagne aufzuschwatzen. Und wer letzter wird – der zahlt einen Abend in der “Pink Mile” mit allem Zip und Zap und Drauf und Drunter. Vor allem dem Drauf und Drunter.

Der Chef der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt, das schien sicher, würde verlieren. SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier wollte schon nicht mitspielen – gnädigerweise haben die drei es dem Chef erlaubt einen anderen SPD’ler zu wählen. Die Auswahl fiel auf den Nürnberger Günter Gloser. Und von dem war bisher nichts zu hören gewesen. Der Looser des Abends schien festzustehen.

In diesem Moment betritt der Chef das suiteartige Separée der “Pink Mile”, begrüßt von einem lauten Gröhlen seiner Verbindungskumpanen: Die Demütigung möge beginnen. » Weiterlesen

Piraten-Chef Jens Seipenbusch im Interview

Heute war ich für eine Hintergrundgeschichte beim Landesparteitag der Piratenpartei. Nach einem längeren Gespräch habe ich Partei-Chef Jens Seipenbusch zu einer kleinen Live-Übertragung via Handy gebeten:

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Sex, Lügen und Wahlplakate in der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt

Alle paar Jahre erreicht die Genervtheit der Mitarbeiter der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt einen Höhepunkt. Der Grund ist ein Spiel des Chefs, eine Art Wette, seit Jahrzehnten betrieben von ihm und drei Studienfreunden, die ebenfalls in der Kommunikationsbranche gelandet sind. Es ist ein übles, zynisches, die Gesellschaftsgrundlagen verachtendes Spiel

Dem Team der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt schwant schon Böses, als der Chef zum All-Hands-Meeting im gläsernen Konferenzraum ruft.

“Mal sehen, welche politische Karriere diesmal den Bach runtergeht”, murmelt Senior Consultant Sabine. Und ihre Freundin, Junior-Consultant Tanjaanja pflichtet ihr bei: “Wenn er die SPD gezogen hat, fällt es wenigstens nicht so auf…”
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Ulla Schmidt lässt Verlage gesunden

Die Kreativität der Jung-von-Matt-Leute in Sachen Ulla Schmidt scheint kein Ende zu kennen. Heute gibt es diese doppelseitige Anzeige:

Und ich hätte nie gedacht, dass ich das mal schreiben würde: Aber so langsam tut mir die Gesundheitsministerin fast ein wenig leid. Immerhin aber sorgt ihre Mischung aus Polit-Arroganz und Dummheit für eine kleine Sonderkonjunktur bei Verlagen. » Weiterlesen

Der Lügen-Limbo der Ursula von der Leyen

Es gibt Dinge, die sind nur schwer zu fassen. Zum Beispiel das Verhalten von Familienministerin Ursula von der Leyen. Es ist eine Art und Weise, die eine demokratische Gesellschaft nicht hinnehmen sollte. Sicher, es gab schon immer Politiker, die gelogen haben. Aber gab es schon mal jemanden, für den die Unwahrheit derart zum Alltagsinstrument geworden ist?

Kritik hat sie dafür schon reichlich kassiert. Hier zum Beispiel ein Beitrag aus dem NDR-Magazin “Zapp”:

Doch die Dame scheint einen neuen Trendsport zu erfinden: Lügen-Limbo – how low can you go? Antwort: So low, dass selbst diplomatische Konflikte mit aufstrebenden Technologienationen kein Grund sind, den Tanz abzubrechen. » Weiterlesen

Weshalb die Diskussion um Internet-Sperren Deutschlands Politikern (und dem Allensbach-Institut) Angst machen sollte

In diesen Minuten, da ich dies schreibe, beginnt im Bundestag die Diskussion um Internet-Sperren im Schein-Kampf gegen Kinderpornographie. Alles andere als ein Durchwinken des entsprechenden Gesetzes wäre eine Überraschung.

Und doch wird uns das, was in den vergangenen Wochen passiert ist noch lange beschäftigen. Denn Deutschland hat sich verändert. Es rumort. Das deutschsprachige Internet ist politischer geworden. Und was sich in Ansätzen zeigte, wird im Wahlkampf noch deutlicher werden: Die klassischen Täuschungsmanöver, die Politiker in Jahrzehnten gelernt haben, werden nicht mehr so einfach funktionieren. Es steht ein gewaltiger Wandel an. » Weiterlesen

Amtlich: Ursula von der Leyen hat gelogen

Nun ist es amtlich: Ursula von der Leyen hat gelogen. Öffentlich. Oder aber die Bundesregierung hat gelogen – in einer Antwort auf eine offzielle Bundestagsanfrage.

Die Internetsperren im angeblichen Kampf gegen Kinderpornographie verwandeln sich von der Schlammschacht in einen ernsthaften Skandal. » Weiterlesen

Bundesregierung vs. das Internet – die nächste Eskalationsstufe

Gestern machte über Twitter und Blogs ein sehr kluger Artikel die Runde. Er stammt vom geschätzten Spiegel-Online-Kollegen Christan Stöcker und ist überschrieben mit: “Die Generation C64 schlägt zurück“.

Gut, die Überschrift vergessen wir mal, die ist nicht so glücklich. Der Rest des Stücks umschreibt aber sehr gut, wie sich ein erheblicher Teil der Gesellschaft fühlt. Diejenigen, die Technik nicht als Feind, sondern als Chance begreifen. Die innovationsfreudig sind, kommunikativ und weltoffen. Und die sich nun ob dieser Tugenden, und gemeinhin werden diese Eigenschaften als Tugenden begriffen, aufs Übelste beschimpft, beleidigt und in eine Außenseiterrolle gedrängt fühlen. Gern darf da nochmal darauf hingewiesen werden, dass Wirtschaftsminister zu Guttenberg die Unterzeichner der Online-Petition, eines demokratischen Instrumentes, in die Nähe von Pädophilen rückte.

Was Stöcker gestern beschrieb, bekommt heute eine neue Brisanz. Denn nachdem der Versuch Internetsperren über das Scheinargument der Kinderpornobekämpfung zu errichten sich in Richtung PR-Gau entwickelt, steht nun die nächste Stufe an – eingeleitet von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. » Weiterlesen

“Auch Taliban lesen Zeitung”

Das tatsächliche Weltbild eines Menschen offenbart sich oft nicht in seinen durchdachten Äußerungen. Erst recht nicht, wenn diese Person eine des öffentlichen Lebens ist, die weiß, dass jede Äußerung auf die Goldwaage gelegt wird. Nein, das wahre Weltbild zeigt sich zwischen den Zeilen. In unbedacht hingeworfenen Sätzen.

Nehmen wir nur Verteidigungsminister Franz Josef Jung. Er gab unseren Kollegen vom Berliner Büro ein Interview. Auf die Frage, warum Taliban-Führer nicht verhaftet würde, wenn ihre Namen bekannt sei, antwortete er:

“Die Bundeswehr hat gerade einen hochrangigen Terroristen festgenommen. Mehr kann ich zu dem Thema aus Sicherheitsgründen nicht sagen. Auch die extremistischen Taliban lesen Zeitung!”

Unseren Vertrieb wird es freuen, dass ein Minister annimmt, die Zeitung gelange bis an den Hindukusch. » Weiterlesen