Artikel mit dem Tag: Politik

Die SMS-Welt der Brigitte Zypries

Guido Westerwelle bereitet sich seit Jahren darauf vor, Außenminister zu werden. Und er findet keine Zeit für einen Englischkurs. Das ist peinlich und zeugt von der grandiosen Fehlwahrnehmung des eigenen Seins durch deutsche Volksvertreter.

In diese Kategorie fällt auch Brigitte Zypries. Justizministerin war sie und hat bereits einmal erfahren, das sie verdammt dumm dastehen kann, wenn sie beginnt über das Internet zu reden. Also, über Grundlagen wie “Was ist ein Browser”.

Aus Erfahrung wird man klug, heißt es gemeinhin. Doch das gilt nicht für Volksvertreter. In einem Anfall bemerkenswerter Verblendung wagte sich Zypries diesmal auf ein Podium und sprach über diese Internetzwebsdingsbums. Beim MetaRheinMain ChaosDay in Darmstadt. Was dann passierte? Schauen Sie selbst. » Weiterlesen

Spiegelein, Spiegelein, in der Hand

Auch kleine Dinge können ja Freude machen. Zum Beispiel das heutige Titelblatt des “Spiegel”. Das besteht aus einem jener Plastikkärtchen, dessen Bild sich je nach Betrachtungswinkel ändert (wie heißen die eigentlich? Oder ist das der Pümpel der optischen Täuschung?).

So oder so könnte es ausgehen, oder könnte man wählen ist die Botschaft. Eine einfach schöne Idee – möge diese Kreativität mit gutem Einzelverkauf belohnt werden!


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Die prügelnden Polizisten und das Youtube-Exempel

Am vergangenen Wochenende ist etwas passiert, was nicht nur Besucher künftiger Demonstranten betreffen wird. Es wird sich auswirken auf das Verhältnis vieler Bürger zur Polizei und dem Verhalten von Polizisten bei der Begegnung mit größeren Menschenmengen. Und wenn nicht jemand an der Spitze der Polizei einlenkt, dann drohen uns bald viel Aggression, Blut und Youtube-Videos. » Weiterlesen

Twitter, die Wahlen und der mediale Resonanzboden

Twitter hat die Wahl verraten. Sozusagen. Gestern, bei den Landtagswahlen trat ein, was vorhersehbar war: Mehrere Nutzer veröffentlichten am Nachmittag, circa ab 16.30 Uhr, Prognosezahlen.

Was danach passierte, ist auf vielen Ebenen Vorlage für Medien-Lehrbücher. » Weiterlesen

Die Gestrigkeit des Medienstandortes NRW

Es gab eine Zeit, da glaubte Nordrhein-Westfalen an den Umbruch. Den erfolgreichen Umbruch. Weg von Kohle und Stahl, gezwungenermaßen, denn deren Produktion war in der westlichen Welt zu teuer geworden. Und hin zu Technologie, IT, Medien.

Tatsächlich passierte einiges. Da entstanden Gründerzentren und Fernsehsender und die Musikindustrie machte sich Köln zur Hauptstadt.

Das alles ist vorbei. Der Medienstandort NRW ist ein einem traurigen Zustand. » Weiterlesen

Was Teheran, SPD und Ursula von der Leyen gemeinsam haben

Gerade verlor ich mich im Internet. Oder besser: Ich verlor mich auf Twitter. Dort ist das aktuell meistverwendete Stichwort “Iranelection“. Auf Platz drei “Functioning Iran“. Platz vier: “Teheran“. Platz sieben: “Functioning“.

Wir sehen eine Revolution. Nein, wir sehen zwei Revolutionen. Der Ausgang der einen, der politischen, ist ungewiss. Die zweite, die technische, wird uns erhalten bleiben. Denn die Welt hat sich nicht nur solidarisiert mit den Protestzügen in Teheran – sie wird Teil der Proteste.

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Ein kleines Loch im Damm

43.151. Das ist die aktuelle Zahl. Doch wenn dieser Blog-Eintrag geschrieben ist, wird sie schon gestiegen sein. Es ist die Zahl der Unterzeichner einer Petition gegen die Internet-Sperren des Familienministeriums.

Diese Zahl an sich ist nur halb bemerkenswert, ignoriert man, dass diese Petition nicht einmal drei Tage online ist. Und dass der erste Schwung natürlich schon abgeklungen ist – aber trotzdem noch im Alle-paar-Sekunden-Takt ein neuer Unterzeichner hinzukommt.

Das könnte weitreichendere Folgen haben, als nur eine Anhörung in Berlin – es könnte einiges verändern in der Wahrnehmung des Internet in Deutschland. » Weiterlesen

Das potemkinsche Dorf namens CDU.de

Den Obama würd ja jeder gerne machen in Berlin und in den Ländern. Das Internet als Hebel nutzen, um gewählt zu werden – schöner Traum.

Nur seien wir ehrlich: Dafür ist es zu spät. Jetzt, sieben Monate vor der Wahl, sich Gedanken über Online-Strategien zu machen ist viel zu spät. Der Pseudo-Relaunch von CDU.de deutet an, wieviel Dilettantismus wir in diesem Bereich im Superwahljahr 2009 noch erwarten dürfen. » Weiterlesen

Die kleine Revolution zum Präsidentenwechsel

Pünktlich mit der Vereidigung von Barack Obama wandelte sich auch die Homepage des Weißen Hauses.

Erste Überraschung: Sie hat jetzt auch ein Blog.

Die nächste Überraschung versteckt sich in den Zeilen des ersten Eintrags:

“One significant addition to WhiteHouse.gov reflects a campaign promise from the President: we will publish all non-emergency legislation to the website for five days, and allow the public to review and comment before the President signs it.”

Das war zwar im Wahlkampf so angekündigt worden – doch es scheint nun in greifbare Nähe zu rücken. Man ist versucht zum Klischee zu greifen: Amerika, Du hast es besser… » Weiterlesen

CDU, SPD und eine Frage des Web-Stils

“Es kam, wie es kommen musste” ist eine der schlimmsten journalistischen Floskeln. Manchmal aber auch die einzig richtige Beschreibung dessen, was wir Menschen so fabrizieren.

“Es kam, wie es kommen musste” gilt auch für die Polit-Kommunikation: Die eine Partei probiert ein Instrument aus, die andere macht es nach – und das schlechter. Dieses Instrument heißt Twitter. Und auch jemand von der CDU/CSU nutzt es jetzt. » Weiterlesen