Artikel mit dem Tag: Internet

Die transatlantische Digital-Spaltung

In den USA läuft die Diskussion um Netz-Neutralität immer heißer. Ein Thema, dem sich weder deutsche Medien großartig widmen noch Politiker oder gar Manager.

Meine Meinung dürfte keine Überraschung sein. Ich zitiere mal aus dem Internet-Manifest:
„4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.“

Deshalb möchte ich Ihr Auge auf einen anderen Aspekt der Diskussion lenken. » Weiterlesen

Die Social-Media-Zählung

Noch immer heißt es gern, dieses ganze Web-2.0-Social-Media-User-Generated-Schnickschnack-Gedöns sei das Hobby einer kleinen Gruppe Internet-Süchtiger.

Ist es nicht. Es ist Alltag für einen großen Teil der Bevölkerung in der westlichen Welt. Und sehr schön deutlich macht das ein Counter von Personalizemedia:

(Gefunden beim Guardian.)

Und hier noch das Ganze für den Bereich Mobile:

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Das Leben des Yahoo

Es tut schon weh. Viele, die jene wilde Zeit der New Economy recht nah mitbekommen haben, mögen Yahoo – zumindest die Marke. Deshalb ist es sehr schmerzhaft zu sehen, dass es ausgerechnet die Markenführung ist, die dem Web-Konzern sein nächstes Problem bereitet. Denn möglicherweise ist die gerade laufende Kampagne „It’s Y!ou“ ein weiterer, heftiger Fehlschlag. Das zumindest behauptet ein US-Marktforschungsinstitut. » Weiterlesen

Der Wirtschaftsnobelpreis und die digitale Zeit

Das Ökonomie-Team des Handelsblatts hat heute auch für Nicht-VWLer wie mich sehr verständlich die Theorien der Wirtschaftsnobelpreisträger 2009 erklärt.

Zu Elinor Ostrom schrieben sie:

„Seit den 50er-Jahren konzentriert sich die 1933 in Los Angeles geborene Professorin der Indiana University auf die Frage, wie Menschen Gemeinschaftsgüter nutzen, die allen uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Beispiele dafür sind Weideland, Wälder, Fischvorkommen oder Seen.

Die traditionelle Volkswirtschaftslehre postuliert, dass es bei diesen sogenannten Allmendegütern einen Hang zur übermäßigen Ausbeutung der Ressourcen gibt – weil jeder Nutzer nur seinen privaten Nutzen im Sinn habe, während sich die Kosten auf die gesamte Gesellschaft verteilen. Daher empfehlen Ökonomen meist die Privatisierung solcher Gemeinschaftsgüter – oder aber deren staatliche Regulierung.

Ostrom dagegen hat in zahlreichen Fallstudien gezeigt: In der Realität sind Menschen häufig sehr wohl in der Lage, Gemeinschaftseigentum nachhaltig und vernünftig zu verwalten – ohne staatliche Vorschriften und ohne das Eigentum zu privatisieren. Oft gelinge es den Nutzern, eigene Regeln und Sanktionsmechanismen zu schaffen, die eine übermäßige Ausbeutung verhindern. „Die theoretischen Standardargumente gegen Gemeineigentum sind zu simpel“, schreibt die Akademie der Wissenschaften.“

Bin ich der einzige, der bei der Lektüre dachte, Frau Ostrom könnte in vielen Debatten rund um Internet und Urheberrecht einen wertvollen Beitrag leisten?
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Yahoo – it’s boring you

Krisen haben unterschiedliche Auswirkungen auf Unternehmen, immer aber sind sie extrem. Da sind die einen, die schlechte Zeiten nutzen um zuzuschlagen. Eine Krise ist eine Chance, es ist die Zeit, etwas Neues zu starte, zu gründen (Disclosure: Dieser Satz ist nicht aus neutraler Warte geschrieben.)

Und da ist das andere Extrem: Angst. Wer Angst hat, geht selten Risiken ein. Er setzt auf Bewährtes und wartet ab, bis alles wieder besser ist.

Womit wir bei der neuen Werbekampagne von Yahoo wären. » Weiterlesen

Alles neu: Ich verlasse das Handelsblatt

Ein kleiner Eintrag in eigener Sache: Am kommenden Mittwoch werde ich das Handelsblatt verlassen. » Weiterlesen

Ein paar Worte für Youtube

Seit einiger Zeit gibt es eine Kooperation des Handelsblatts mit Youtube und der Uni St. Gallen. Ziel ist es vor allem mittelständischen Unternehmen ein wenig mehr über das Netz zu erzählen.

Dazu gibt es einen Youtube-Kanal, für den ich auch ein paar Sachen gesagt habe. » Weiterlesen

Ein paar Minuten für die PR-Fortbildung

Es ist schon ein paar Tage alt. Und auch in einigen Blogs ist es bereits aufgetaucht. Trotzdem möchte ich nochmal jedem Berufskommunikator dieses Video der PR-Agentur Real Wire ans Herz legen – weil es so schlicht und einfach erklärt, wie sich PR in den Zeiten des Web verändert:

Online PR is all about Community from RealWire on Vimeo.

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Udo di Fabio – ein fassungsloser Verfassungsrichter

Es gibt hochrangige Menschen, die einfach so Dinge daher reden, ohne sie zuvor groß zu reflektieren. Schlimmer noch: Sie tun das auch auf Podien, zu denen sie geladen wurden um zu sprechen.

Udo di Fabio ist Verfassungsrichter und war geladen. Vom „Solinger Tagblatt“, das seinen 200. Geburtstag feierte. Was di Fabio dort dann verzapfte, ist für einen Mann seines Standes ein trauriges Exempel für die Rückständigkeit vieler Deutscher in entscheidenden Positionen. » Weiterlesen

Der Nachwuchs ist weiter als der Vorwuchs

Es gibt Momente, da gewinnt man Hoffnung. Hoffnung, dass es irgendwann doch noch so etwas wie Online-Journalismus in Deutschland geben könnte. Einen Journalismus also, der Geschichte mit den medialen Mitteln erzählt, die dazu passen. Ohne Leserverdummung durch Klickstrecken, dafür mit einer guten Mischung aus Information und Unterhaltung.

Einen dieser Momente erlebte ich bei einem Blick auf das Werk eines Nachwuchsjournalisten-Kurses der Konrad Adenauer Stiftung. „Unaufhaltsam – Wie Mobilität uns verändert“, heißt die dort entstandene Web-Seite. Sie ist keine Revolution, aber weitaus sinnvoller multimedial als alle Nachrichten-Sites in diesem Lande. Besonders gut gefällt mir die Idee, Klickstrecken durch Mouse-over zu ersetzen.

Bleibt zu hoffen, dass die Damen und Herren später, im wahren Berufsleben auch diese Möglichkeiten erhalten – und nicht blockiert werden von Medienhäusern, die im Internet ihre Leser so nett behandeln wie Gefängniswärter in Guantanamo ihre Häftlinge. » Weiterlesen