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	<title>Indiskretion Ehrensache</title>
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	<description>Notizen aus dem Journalistenalltag von Thomas Knüwer</description>
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		<title>Umzug der Indiskretion</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 14:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Blog ist umgezogen. Seit dem 1. November werden hier keine neuen Beiträge mehr gepostet, sondern nur noch unter www.indiskretionehrensache.de.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Blog ist umgezogen.  Seit dem 1. November werden hier keine neuen Beiträge mehr gepostet, sondern nur noch unter <a href="http://www.indiskretionehrensache.de">www.indiskretionehrensache.de</a>.</p>
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		<title>Friedhof der kugeligen Tiere</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 10:57:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesen Tagen laufen die Medientage zu München. Es ist eine Veranstaltung, die groß ist. Und gestrig. Vor drei Jahren war ich zum ersten Mal dort. Und zum ersten Mal desillusioniert. Die Elefantenrunden, deren Teilnehmer wie Teilnehmerzahl Jahr für Jahr anschwellen, sind die ultimative Dokumentation der Rat-, Ideen- und Kompetenzlosigkeit deutscher Medienmanager. &#8220;Die Schlacht um [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In diesen Tagen laufen die Medientage zu München. Es ist eine Veranstaltung, die groß ist. Und gestrig. </p>
<p>Vor drei Jahren war ich zum ersten Mal dort. Und zum ersten Mal desillusioniert. Die Elefantenrunden, deren Teilnehmer wie Teilnehmerzahl Jahr für Jahr anschwellen, sind die ultimative Dokumentation der Rat-, Ideen- und Kompetenzlosigkeit deutscher Medienmanager. </p>
<p>&#8220;Die Schlacht um den Online-Markt ist für die deutschen Verlage verloren&#8221;, <a href="http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=941">sagte 2006 Johannes von Bismarck vom Investor Veronis Suhler</a> &#8211; es wurde als Majestätsbeleidigung empfunden. </p>
<p>Grandios auch jener Wortwechsel zwischen Peter Michael Herbst, Chefredakteur der &#8220;Saarbrücker Zeitung&#8221; und Katharina Borchert, Chefredakteurin von Der Westen:</p>
<p>Herbst: &#8220;Im Internet und in Weblogs ist mir zu viel Thrash.&#8221;<br />
Borchert: &#8220;Den gibt es in klassischen Medien genauso.&#8221;<br />
Herbst: &#8220;Da lese ich ihn aber nicht.&#8221;</p>
<p>Oder <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1573">Günter Beckstein anno 2007</a>: &#8220;Das Internet ist ein neues Medium&#8221;, verkündete er und behauptete an der &#8220;Spitze des Fortschritts&#8221; zu stehen.</p>
<p>Ja, so viel Ignoranz in einem Homo Sapiens &#8211; das trifft man selten so konzentriert wie bei den Münchener Medientagen. </p>
<p>Und dieses Jahr? Schauen Sie selbst.<br />
<span id="more-637909"></span><br />
&#8220;Wenn man einen Friedhof neu organisieren möchte, macht es keinen Sinn die Leichen zu fragen.&#8221;</p>
<p>(<a href="http://twitter.com/PickiHH/status/5226839095">Pickihh via Twitter</a>)</p>
<p>(Gefunden bei <a href="http://gutjahr.biz/blog/2009/10/muenchner-medientage/">Richard Gutjahr</a>)</p>
<p>Traurig nur, dass jene Elefanten nicht alleine sterben, sondern zahlreiche Mitarbeiter mit sich reißen.</p>
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		</item>
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		<title>Leistungsschutzrecht + Paid Content = Verlagsleichen</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/2009/10/28/leistungsschutzrecht-paid-content-verlagsleichen/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 16:06:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Es könnte sein, dass ich im Folgenden Denkfehler mache. Aber ich kaue seit einigen Tagen an etwas herum &#8211; und finde diese Fehler nicht. Weshalb ich Sie, liebe Leser, um Ihre Hilfe bitte. Was mich bewegt ist eine These: Die Bundesregierung will eine Leistungsschutzabgabe für die Inhalte von Zeitungsverlagen einrichten. Gleichzeitig wollen Verlage auf Paid [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es könnte sein, dass ich im Folgenden Denkfehler mache. Aber ich kaue seit einigen Tagen an etwas herum &#8211; und finde diese Fehler nicht. Weshalb ich Sie, liebe Leser, um Ihre Hilfe bitte.</p>
<p>Was mich bewegt ist eine These: Die Bundesregierung will eine Leistungsschutzabgabe für die Inhalte von Zeitungsverlagen einrichten. Gleichzeitig wollen Verlage auf Paid Content setzen.</p>
<p>Und ich glaube: Die Kombination aus beidem ist der ultimative Verlagskiller.<br />
<span id="more-637905"></span><br />
<b>Im Moment weiß niemand wie das von der Bundesregierung geplante und von den Verlagshäusern gewünschte Leistungsschutzrecht en detail aussehen wird.</b> Hinter vorgehaltener Hand gestehen Verlagsmanager sogar, dass sie nicht mal wissen, wie es im Groben aussehen könnte. Derzeit ist das Leistungsschutzrecht noch in einem sehr frühen Stadium der Träumerei. </p>
<p>Generell aber gibt es zwei mögliche Ausrichtungen. Es könnte konzipiert sein wie die Kopiererabgabe oder wie Gema. </p>
<p>Lehnt es sich an die Kopiererabgabe an, würde vermutlich für jeden in Deutschland verkauften Computer oder jeden Internetanschluss eine Gebühr erhoben. Die würde dem individuellen Käufer oder Nutzer nicht weh tun, insgesamt käme aber eine Menge Geld zusammen.</p>
<p>Das Gema-Modell wäre komplizierter. Denn hier müsste entschieden werden, wer für welche Verwendung welche Summe zahlt. </p>
<p>Und ganz nebenbei: Wie das Geld ausgeschüttet wird ist auch vollkommen offen, der Begriff &#8220;Hauen und Stechen&#8221; für das, was die Verlage dann anstellen werden, eine Untertreibung, die so tief ist wie der Marianengraben. </p>
<p>Doch egal, welche Variante gewählt wird, eines ist sicher: Die Inhalte der Verlage werden freigegeben. Und ich bin mir nicht sicher, ob sich die Verantwortlichen der Konsequenzen bewusst sind. </p>
<p>Sprich: Ist die Eingabe eingeführt, können die Texte der Verlage von jedermann oder von jedermann der zahlt genutzt werden. Diese Zahlung wäre absehbar deutlich geringer, als das was eine Lizenzierung beim Verlag direkt aktuell kostet.</p>
<p>Da eine solche Lösung immer eine Nivellierung darstellt, würde im Fall der Gema-Lösung für einen Artikel aus dem Lokalteil Senden der &#8220;Westfälischen Nachrichten&#8221; der gleiche Betrag fällig wie für eine Unternehmensanalyse des &#8220;Handelsblatt&#8221;. Mehr noch: Im Extremfall werden nicht nur Zeitungen sondern auch Magazine und Fachzeitschriften einbezogen &#8211; und die Differenz wird nochmals größer.</p>
<p>Gleichzeitig würde eine Verwertungsgesellschaft eine Monopolstellung einnehmen, die von ihr verlangten Preise stünden also unter Beobachtung. </p>
<p>Wenn dann die Verlage Paid-Content-Wälle einführen, steht die Tür offen für Konkurrenten. Die kaufen einfach die Inhalte ein und veröffentlichen sie gratis &#8211; garniert mit Werbung. Da sie gleichzeitig keine Verlagshäuser unterhalten, keine Redaktionen, Kantinen oder Personalabteilungen, wären ihre Kosten verschwindend gering &#8211; verglichen mit den Verlagen.</p>
<p>Folge: Die Kombination aus Leistungsschutzrecht und Paid Content wäre geplanter Suizid.</p>
<p>Was übersehe ich?</p>
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		</item>
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		<title>Diese miesen, raubenden Blogger-Schweine</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/2009/10/27/diese-miesen-raubenden-blogger-schweine/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 07:55:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Her mit dem Leistungsschutzrecht! Sofort! Denn es ist einfach unerträglich, ja, es ist zum Kotzen, wie diese sogenannten Blogger sich Texte klauen und einfach so publizieren. Zum Kotzen! Gratismentalität des Internet! Teert sie! Federt sie! Hängt sie höher. Was ich meine? Ich meine diesen haargegelten Blogger mit der Brille. Kaum hat er sein Internet-Tagebuch aufgemacht, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Her mit dem Leistungsschutzrecht! Sofort! Denn es ist einfach unerträglich, ja, es ist zum Kotzen, wie diese sogenannten Blogger sich Texte klauen und einfach so publizieren. Zum Kotzen! Gratismentalität des Internet! Teert sie! Federt sie! Hängt sie höher. </p>
<p>Was ich meine? </p>
<p>Ich meine diesen haargegelten Blogger mit der Brille. Kaum hat er sein <a href="http://www.kaidiekmann.de/">Internet-Tagebuch </a>aufgemacht, da passt er sich direkt an in dieser Piratenwelt. </p>
<p>Ohne zu fragen scannt er ein Interview aus der angesehenen Zeitschrift &#8220;Lettre&#8221; ein. Eines, das richtig wichtig ist für &#8220;Lettre&#8221;, weil es die Zeitschrift für viele zum ersten Mal in den Fokus rückt. </p>
<p>&#8220;Lettre&#8221; hat das diesem Blogger sogar verboten. Explizit. Stört ihn aber nicht, die Sau. Solche Menschen gehören aus den Medien radiert. Internet-Verbot. Lebenslang.</p>
<p>Gut, jetzt, zugegeben. Er hat den Text jetzt nicht in seinem Blog veröffentlicht. Große Teile wurden auf Papier gedruckt, warum auch immer. Und den Rest gab es auf so einer Internet-Homepage.</p>
<p>Aber trotzdem: Blogger wie dieser sind eine Geißel für die Menschheit. </p>
<p>Ach so, wie der heißt, der Blogger?</p>
<p><a href="http://www.turi2.de/2009/10/27/heute2-lettre-international-fordert-schadenersatz-bild-7251354/">Kai Diekmann. </a></p>
<p>Nachtrag: Am 25. November sitze ich in Köln auf einem Podium mit Springer-Außenminister Christoph Keese. Es könnte lustig werden.</p>
<p>Nachtrag II: Übrigens finde ich das Diekmann-Blog in seiner irrwitzigen Übersteigerung ganz, ganz großartig.</p>
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		</item>
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		<title>Der merkwürdige Chorgeist der Berliner Polit-Journalisten</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 19:28:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht habe ich mich geirrt. Vor ein paar Tagen habe ich mich gefragt, ob die indirekte Subventionierung der Tageszeitungen durch die Bundesregierung dazu führen wird, dass deren Polit-Berichterstattung handzahm wird. Wird? Nun ja. Es scheint, ein Großteil der Hauptstadtberichterstatter ist es längst. Das demonstriert ein erschreckendes Video aus eine Pressekonferenz mit Angela Merkel. Am vorletzten [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht habe ich mich geirrt. <a href="http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/2009/10/21/bundesregierung-will-tageszeitungen-subventionieren/">Vor ein paar Tagen habe ich mich gefragt,</a> ob die indirekte Subventionierung der Tageszeitungen durch die Bundesregierung dazu führen wird, dass deren Polit-Berichterstattung handzahm wird. </p>
<p>Wird? Nun ja. Es scheint, ein Großteil der Hauptstadtberichterstatter ist es längst. Das demonstriert ein erschreckendes Video aus eine Pressekonferenz mit Angela Merkel.<br />
<span id="more-637900"></span><br />
<b>Am vorletzten Wochenende, beim Ehemaligen-Treff des Uni-Radio Münster, traf ich nach längerer Zeit mal wieder die geschätzte Kollegen<a href="http://www.weissercappuccino.de/"> Lisa Louis</a>.</b> Sie studiert derzeit in Paris Journalismus und absolvierte jüngst ein Praktikum bei Sky News in London. Wo die Unterschiede zwischen französischen und britischen Journalisten liegen, wurde sie gefragt.</p>
<p>Die Franzosen seien sehr unkritisch, sagte sie, fast buckelnd. Die Engländer dagegen würden fast jede Frage als Angriff auf den Interviewpartner formulieren. Und wenn bei einer Pressekonferenz der Mensch oben auf dem Podium die Frage nicht beantworte, würde sie so oft von anderen Anwesenden wiederholt, bis der Konferierende einknickt. </p>
<p>Daran musste ich denken, als ich dieses, im Web bereits heftig herumgereichte Video sah:</p>
<p>Da fragt ein niederländischer Journalist einfach mal an. Sicher, nicht ohne Ironie. Doch ist die Frage berechtigt. Und sie wird nicht nur nicht beantwortet &#8211; offensichtlich ist sie für Merkel gefühlte Majestätsbeleidigung. </p>
<p>Das Schlimmste aber ist: Mitleidig wird der Fragende belächelt, niemand springt ihm bei. Es ist eine für den Berufsstand des deutschen Journalisten traurige Szene. Einfach nur traurig.</p>
<p><i>(Nachtrag: Nachdem es in den Kommentaren angesprochen wurde: Ich weiß, dass Korpsgeist heißt. Eigentlich. Aber das hier ist ja keine schlagkräftige Armee, sondern ein Chor, der das gleiche Liedchen in verschiedenen Tonarten anschlägt. Ein fröhliches, unkritisches Lied. Und nun hefte ich das Wort Chorgeist unter &#8220;misslungene Wortspiele&#8221; ab.)</i></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Schlechte Nachrichten für Social-Media-Hasser</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/2009/10/22/schlechte-nachrichten-fur-social-media-hasser/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 17:02:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[In Deutschland wird der Bereich Social Media, Web 2.0 oder Usergeneratedschnickschnack immer noch gern als Kinderspielzeug angesehen, als sinnloser Zeitvertreib verfetteter Nerds (Merke: Für deutsche Medien sind ehemalige &#8220;Freaks&#8221; jetzt &#8220;Nerds&#8221;). Und auch hier in den Kommentaren der Indiskretion geht es heftig zur Sache, wenn ich über das Thema schreibe. Social Media zu verteufeln ist [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Deutschland wird der Bereich Social Media, Web 2.0 oder Usergeneratedschnickschnack immer noch gern als Kinderspielzeug angesehen, als sinnloser Zeitvertreib verfetteter Nerds (Merke: Für deutsche Medien sind ehemalige &#8220;Freaks&#8221; jetzt &#8220;Nerds&#8221;). Und auch hier in den Kommentaren der Indiskretion geht es heftig zur Sache, wenn ich über das Thema schreibe.</p>
<p>Social Media zu verteufeln ist eine bequeme Haltung: Dann muss man sich mit dem Thema nicht beschäftigen. Dummerweise spricht eine Studie des Pew-Instituts aus den USA eine andere Sprache.<br />
<span id="more-637898"></span><br />
<b>Eine Stelle des <a href="http://www.internet-manifest.de/">Internet-Manifestes</a> die besonders reichlich Prügel bezog, war die These 3.</b> </p>
<p>In der steht:<br />
<i>&#8220;Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag.&#8221;</i></p>
<p>Selbst internetaffine Menschen bestritten das. Ist es ein Zeichen von Minderwertigkeitskomplexen? </p>
<p>Wikipedia gehört für fast jeden Internet-Nutzer zum Alltag (was nicht heißt, dass er sie jeden Tag benutzt &#8211; sondern, dass er sie benutzt, ohne groß darüber nachzudenken). Auf Youtube werden jeden Tag eine Milliarde Videos abgerufen. Und jeder zweite Koblenzer ist Mitglied bei Wer-kennt-wen (wobei ich von einer hohen Fake-Rate ausgehe).</p>
<p>Und nun räumt das Pew-Institut auch noch mit dem bequemen Vorurteil auf, das seien alles soziophobe Teenager, die sich dort tummeln. <a href="http://www.pewinternet.org/Reports/2009/17-Twitter-and-Status-Updating-Fall-2009.aspx">Nach seiner jüngsten Telefonbefragung unter mehr als 2000 Amerikanern</a> taxierte Pew das Durchschnittsalter von Facebook-Nutzern in den Vereinigten Staaten auf 33 Jahre. </p>
<p>Das deckt sich mit meinem subjektiven Gefühl für den deutschen Markt. Ich entdecke bei Facebook derzeit verschollene Schulfreunde, die weder in der Wirtschaft gelandet sind, noch groß was mit Internet zu tun haben. Es sind Ärzte, Lehrer, Sozialpädagogen &#8211; und sie sind um die 40. </p>
<p>Beim Web 2.0-Summit präsentierte Facebook-Vizepräsident Mike Schroepfer weitere eindrucksvolle Zahlen. Jeden Tag liegt die Gesamtnutzungsdauer von Facebook weltweit bei acht Milliarden Minuten. Zwei Milliarden Fotos werden pro Monat hochgeladen, in Spitzenzeiten werden 1,2 Millionen pro Sekunde betrachtet. Das erscheint logisch: Gerade für Menschen, die Freunde und Verwandte in der Fernse haben ist Facebook ein ideales Mittel, um Familienbilder vorzuzeigen.</p>
<p>Hinzuzufügen ist: Deutschland hängt zurück &#8211; was wir in den USA heute sehen, wird in Deutschland in zwei bis drei Jahren Wirklichkeit.</p>
<p>Das gilt auch für Twitter. Das Durchschnittsalter der US-Twitter-Nutzer liege bei 31, sagt Pew. Überhaupt: Twitter. 19 Prozent der US-Internet-Nutzer nutze schon Dienste wie Twitter, um andere Menschen auf dem Laufenden zu halten. </p>
<p>Nun werden einige Kommentatoren hier wieder aufschreien: TWITTER! ALLES SINNLOS! BRAUCHT KEINER!</p>
<p>Wenn aber die Pew-Zahlen tatsächlich repräsentativ sind, dann hat der Kurznachrichtendienst den Sprung vom Hype in die Masse bereits geschafft. Und das wird auch in Deutschland passieren. Ich habe es schon einmal geschrieben: Twitter ist die neue SMS &#8211; und mehr.</p>
<p>Gerade weil der Dienst so einfach ist, ist er einerseits so vielseitig und wird andererseits völlig unterschätzt. Das ist typisch für Social Media: Software wird immer komplexer, denn Programme werden von einem Nutzer verwendet, der meist nicht darauf angewiesen ist, dass jemand anders die neuen Funktionen beherrscht. Bei Social Media ist es genau anders herum: Wenn Funktionen nicht benutzt werden, bricht die Kommunikation ab. Deshalb muss jede Erweiterun sehr simpel gehalten sein. </p>
<p>Twitter ist das perfekte Beispiel. Seit heute bin ich Beta-Tester der Listenfunktion. Nun kann ich jene, die ich mitlese, in Listen ordnen, was die Übersicht erleichtert &#8211; einfach, kompakt und ohne jede Erklärung zu nutzen. </p>
<p>Auch außerhalb dessen, was Twitter selbst entwirft begegnen mir ständig neue Einsatzmöglichkeiten. Zum Beispiel am vergangenen Freitag, als ich <a href="http://www.scpreussen-muenster.de/news/index.php?detail=1920">dem grandiosen 4:0-Sieg des SC Preußen Münster gegen Eintracht Trier</a> beiwohnte. </p>
<p>Die Lizenzgebühren für Hörfunkübertragungen der Regionalliga waren dem lokalen Radiosender Antenne Münster zu hoch &#8211; es gibt keine Live-Reportagen mehr. Eine Iphone-App könnte ein gewisses Surrogat bieten. Sie heißt <a href="http://voicetweety.wordpress.com/">Voice Tweety</a> und ermöglicht die Aufnahme von Tondateien und das automatische Tweeten eines Links zu ihnen. </p>
<p>Somit reportierte ich als Manni Breuckmann für ganz arme <a href="http://twaud.io/qnv">jedes</a> <a href="http://twaud.io/qnx">der</a> <a href="http://twaud.io/qny">vier</a> <a href="http://twaud.io/q7q">Tore</a> und den <a href="http://twaud.io/q7r">Endstand</a> &#8211; zur Verwunderung meiner Sitznachbarn.</p>
<p>Bleibt bei allem die Frage: Wird es bleiben? </p>
<p>Mancher bezweifelt das. Vor allem, weil er keine Refinanzierung sieht. Nun ist es extrem schwer, die tatsächlichen Zahlen der US-Web-Unternehmen zu schätzen &#8211; und einen Einblick gewähren die Firmen nicht. Doch ist es bemerkenswert, wenn Facebook mitten in einer historischen Wirtschaftskrise verkündet, nun einen positiven Cash-flow zu haben. Twitter generiert erste Einnahmen und Ideen für weitere gibt es genug. Gleichzeitig sind die Kostenbasen jeweils extrem niedrig.</p>
<p>Ist das ganze nicht vielleicht eine Modeerscheinung? Vielleicht wird Twitter von einem anderen Dienst abgelöst, vielleicht auch Facebook. So ist halt die Marktwirtschaft, heute fährt auch niemand mehr NSU oder Horch. Festzuhalten aber ist: Die Menschen begeistern sich nun seit über 10 Jahren für Dienste, die ihnen Kommunikation erleichtern. Selbst als Geocities und seine Kopisten scheiterten, blieben ihre Grundfunktionen anderswo erhalten und wurden weiter entwickelt (weshalb ich den Begriff Web 2.0 auch weiterhin nicht mag &#8211; aber er hat sich nun mal festgesetzt).</p>
<p>Und deshalb bin ich geneigt, Sean Parker zuzustimmen. Der Napster-Mitgründer sprach ebenfalls beim Web 2.0 Summit und prophezeite: <a href="http://www.techcrunch.com/2009/10/22/sean-parker-twitterfacebook-will-soon-dominate-the-web-not-google/">Google werde wichtig bleiben, doch künftig würden Facebook und Twitter das Web dominieren. </a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum Blog-Lesen lohnt</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/2009/10/22/637894/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 16:29:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Gelegentlich werde ich gefragt, wo sie denn seien, die tollen Blog mit den wertvollen Informationen. In solchen Momenten verweise ich auf ein bestimmtes Weblog, es heißt &#8220;Stationäre Aufnahme&#8221; und ist für mich das schlagende Beispiel dafür, wie sich die Medienwelt verändert hat. Heute sollten alle einen Artikel der Stationären Aufnahme lesen, die sich interessieren für: [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gelegentlich werde ich gefragt, wo sie denn seien, die tollen Blog mit den wertvollen Informationen. In solchen Momenten verweise ich auf ein bestimmtes Weblog, es heißt <a href="http://gesundheit.blogger.de">&#8220;Stationäre Aufnahme&#8221;</a> und ist für mich das schlagende Beispiel dafür, wie sich die Medienwelt verändert hat. </p>
<p><a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1511299/">Heute sollten alle einen Artikel der Stationären Aufnahme lesen, die sich interessieren für:</a></p>
<p>a) die Pharmaindustrie<br />
b) Pharma-Journalismus<br />
c) ein fragwürdiges Bestsellerbuch<br />
d) Fehlleistungen von ARD, &#8220;Süddeutscher Zeitung&#8221; und Spiegel Online.</p>
<p>Die Geschichte geht ungefähr so: Produzent einer Salbe, die angeblich Neurodermitis heilen soll, geht mit der Behauptung spazieren, die Pharmaindustrie wolle die Kranken nicht heilen. Fakt dürfte eher sein: Der Herr ist von einem Seriositätslevel, das unter 100 Prozent liegt. </p>
<p>Eine solche Gemengelage werden wir künftig häufiger erleben. Auf der einen Seite ausgedünnte Redaktionen, die recherchefrei einem Buchautor glauben, werden korrigiert von jemand, der sich mit hochspeziellem Wissen auf ein Fachgebiet konzentriert, einfach weil es ihm Spaß macht. </p>
<p>Jeder Pharmajournalist würde durch die Lektüre der Stationären Aufnahme bereichert. Sie dübelt sich in Themenbereich so tief ein, wie es im Tagesgeschäft einer Redaktion kaum noch möglich ist. Ja, jeder Journalist könnte profitieren &#8211; wenn er Blogs denn lesen würde. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bundesregierung will Tageszeitungen subventionieren</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/2009/10/21/bundesregierung-will-tageszeitungen-subventionieren/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 16:59:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun scheint es so weit zu sein: Die Bundesregierung will Zeitungshäuser staatlich subventionieren. Sicher, sie wird es anders nennen &#8211; das doch Ergebnis ist eindeutig. Das wird jeden einzelnen Computer ein wenig teurer machen &#8211; das ist erträglich. Weniger erträglich werden die Folgen sein. Denn von einer regierungskritischen Presse dürfen wir uns damit in Deutschland [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nun scheint es so weit zu sein: Die Bundesregierung will Zeitungshäuser staatlich subventionieren. Sicher, sie wird es anders nennen &#8211; das doch Ergebnis ist eindeutig.</p>
<p>Das wird jeden einzelnen Computer ein wenig teurer machen &#8211; das ist erträglich. Weniger erträglich werden die Folgen sein. Denn von einer regierungskritischen Presse dürfen wir uns damit in Deutschland wohl verabschieden.<br />
<span id="more-637888"></span><br />
<b>Moralische Grundsatzfrage: Darf ein Unternehmer für sein wirtschaftliches Überleben &#8211; und damit für die Weiterbeschäftigung seiner Angestellten &#8211; lügen?</b> </p>
<p>Die Antwort ist nicht so einfach. Die Frage aber ist aktuell &#8211; für jeden Verleger. </p>
<p>Denn nach Informationen von Carta plant die Bundesregierung tatsächlich ein Leistungsschutzrecht für Verlage. <a href="http://carta.info/16569/koalition-plant-leistungsschutzrecht-fuer-verlage/">Angeblich heißt es im Koalitionsvertrag:</a><br />
<i><br />
&#8220;Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein als andere Werkmittler. Wir streben daher die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an.&#8221;</i></p>
<p>Käme es so, wären die Verleger und Verlagsmanager mit einer Lüge zum Wohle ihres wirtschaftlichen Überlebens durchgekommen. Denn seit Monaten behaupten sie, was schlicht nicht stimmt: Dass im Internet ihre Texte ebenso raubkopiert würden, wie Musik oder Filme. </p>
<p><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/hamburger-bankrott-erklaerung/">Auf Nachfrage von Stefan Niggemeier aber waren sie nicht in der Lage, irgendwelche konkreten Belege dafür zu liefern.</a> Und natürlich können sie das auch gar nicht. Denn die Zahl der raubkopierten Artikel ist höchst überschaubar. Oft genug handelt es sich um Unternehmen oder Personen, über die berichtet wurde &#8211; und die nun dafür zahlen sollen, die Berichterstattung über sie auf den eigenen Homepages zu verwenden. </p>
<p>Und selbst da, wo tatsächlich Rechteverstöße vorliegen, ist die Sache simpel: Es existiert inzwischen Software, und Verlage setzen diese auch ein, die das Web nach Texten durchforstet &#8211; und nach dem Auffinden folgt die Abmahnung. Das funktioniert alles in allem auch recht ordentlich.</p>
<p>Doch das löst nicht das größte Problem der Zeitungshäuser: Sie sterben. Sie brauchen Geld. Zur Not halt vom Staat. </p>
<p>Und der gibt es ihnen nun. Schweren Herzens wohl kaum, denn auch Angela Merkel weiß, wie es in Frankreich aussieht. Dort haben indirekte Subventionen die Presse handzahm gemacht. Regierungskritische Berichterstattung bewegt sich dort in überschaubaren Bahnen. So etwas ist für jeden Politiker höchst angenehm. </p>
<p>Auch in Deutschland dürfen wir uns auf etwas in der Art einstellen. Denn natürlich wird die Höhe jener Leistungsschutzrechte alle paar Jahre angepasst &#8211; und dann sitzen Verlage mit einer Aufsichtsbehörde am Tisch, die unter politischem Einfluss steht. Wer mag es sich da vorher mit den Herren des Geldes verderben?</p>
<p>Natürlich gibt es noch eine Möglichkeit, dass alles anders wird. Denn wir reden bei Leistungsschutzrecht natürlich über digitale Texte. Die Verlage werden nicht umhin kommen, eine Kröte zu schlucken: Jeder, der im Netz veröffentlicht, wird ebenfalls beteiligt werden müssen &#8211; denn ansonsten wäre das ganze eine zu offensichtliche Print-Subvention. Mit zunehmender Zahl der reinen Online-Publikationen sinkt somit die potenzielle Einnahme. Schon mittelfristig könnten sogar Angebote entstehen, die allein darauf abzielen, jene Leistungsschutz-Abgaben einzukassieren. </p>
<p>Trotzdem werden die Print-Verlage sich handzahm geben &#8211; denn sie sind einerseits die absehbar größten Profiteure der Staatsunterstützung und andererseits besondes abhängig davon. Obwohl: Vielleich ist ja DPA der noch viel größere Leistungsempfänger &#8211; schließlich bestehen weite Teile der Online-Auftritte deutscher Medien aus den Meldungen der Agentur.</p>
<p>Ein Leistungsschutzrecht also verlängert die künstliche Beatmung der Tageszeitungsverlage. Statt der Marktwirtschaft Raum zu geben, setzt die schwarz-gelbe Regierung auf tiefrotes Denken &#8211; ganz im Sinn des persönlichen Machterhalts.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Annette Weber &#8211; Instyle aber out of touch</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/2009/10/19/annette-weber-instyle-aber-out-of-touch/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 18:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Durch den Twitter-Stream von <a href="http://twitter.com/lyssaslounge">Katharina Borchert</a> wurde ich gerade auf einen "Panorama"-Beitrag und eine dazugehörige Geschichte von W&#038;V online aufmerksam, die mich fassungsslos macht. 

Sie handelt von Annette Weber, Chefredakteurin des Möchtegern-Mode-Blättchen "Instyle" - eine Dame, die anscheinend "Der Teufel trägt Prada" ungefähr 23652 mal zu oft gesehen hat - und sich nun für die Münchener Anna Wintour geriert. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Durch den Twitter-Stream von <a href="http://twitter.com/lyssaslounge">Katharina Borchert</a> wurde ich gerade auf einen &#8220;Panorama&#8221;-Beitrag und eine dazugehörige Geschichte von W&#038;V online aufmerksam, die mich fassungsslos macht. </p>
<p>Sie handelt von Annette Weber, Chefredakteurin des Möchtegern-Mode-Blättchen &#8220;Instyle&#8221; &#8211; eine Dame, die anscheinend &#8220;Der Teufel trägt Prada&#8221; ungefähr 23652 mal zu oft gesehen hat &#8211; und sich nun für die Münchener Anna Wintour geriert. <span id="more-637887"></span><b>Ob Annette Weber am Morgen noch in den Spiegel gucken kann?</b> Damit meine ich nicht, dass die mager ernährte Dame im <a href="http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama350.html">&#8220;Panorama&#8221;-Stück</a> optisch unterernährt wirkt. Nein, es geht um die Frage, wie eine Chefredakteurin, die im eigenen Blatt Frauen feiert die Familie und Beruf vereinen, in ihrer Redaktion mit einer genau entgegengesetzten Wertevorstellung führen kann. Zumindest darf man dies der &#8220;Panorama&#8221;-Recherche entnehmen.</p>
<p>Wohlgemerkt: Hier geht es nicht um ein sensationell anspruchsvolles Produkt. Einigermaßen talentierte Journalisten dürfte die alleinige Arbeit an &#8220;Instyle&#8221; intellektuell nicht wirklich fordern. Und gerade deshalb sollte die Arbeit mit Teilzeitkräften absolut machbar sein.</p>
<p>Grandios sind auch ihre Äußerungen zu den &#8220;Modeassistenten&#8221;, <a href="http://www.wuv.de/nachrichten/medien/annette_weber_schockt_burda_belegschaft">die W&#038;V ins Auge gefallen sind</a>. Und ich empfehle die detaillierten Kenntnisse von Weber zu überprüfen, indem man das Video <a href="http://www.instyle.de/10jahre/videos#">&#8220;Redaktionsalltag bei Instyle&#8221; </a>einfach mal nur audio laufen lässt &#8211; man glaubt in einer Realsatire gelandet zu sein. </p>
<p>Leider aber ist das die Realität. Die Realität einer Chefredakteurin, die jedweden Kontakt zur wirklichen Welt verloren zu haben scheint &#8211; zur wirklichen Welt ihrer Mitarbeiter und zur wirklichen Welt ihrer Leserinnen. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Die transatlantische Digital-Spaltung</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/2009/10/19/die-transatlantische-digital-spaltung/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 18:15:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knüwer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/die-transatlantische-digital-spaltung</guid>
		<description><![CDATA[In den USA läuft die Diskussion um Netz-Neutralität immer heißer. Ein Thema, dem sich weder deutsche Medien großartig widmen noch Politiker oder gar Manager. 

Meine Meinung dürfte keine Überraschung sein. Ich zitiere mal aus dem <a href="http://www.internet-manifest.de/">Internet-Manifest</a>:
<i>"4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit."</i>

Deshalb möchte ich Ihr Auge auf einen anderen Aspekt der Diskussion lenken.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In den USA läuft die Diskussion um Netz-Neutralität immer heißer. Ein Thema, dem sich weder deutsche Medien großartig widmen noch Politiker oder gar Manager. </p>
<p>Meine Meinung dürfte keine Überraschung sein. Ich zitiere mal aus dem <a href="http://www.internet-manifest.de/">Internet-Manifest</a>:<br />
<i>&#8220;4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.<br />
Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.&#8221;</i></p>
<p>Deshalb möchte ich Ihr Auge auf einen anderen Aspekt der Diskussion lenken.<span id="more-637881"></span><b>Eine Gruppe von 24 Internet-Manager hat einen Brief an die US-Kommunikations-Regulierungsbehörde FCC geschrieben</b>, berichtet das &#8220;<a href="http://blogs.wsj.com/digits/2009/10/18/facebook-and-twitter-founders-join-net-neutrality-wars/">Wall Street Journal</a>&#8220;.  Darin heißt es:</p>
<p><i>“We believe a process that results in common sense baseline rules is critical to ensuring that the Internet remains a key engine of economic growth, innovation and global competitiveness&#8230;</p>
<p>An open Internet fuels a competitive and efficient marketplace, where consumers make the ultimate choices about which products succeed and which fail. This allows businesses of all sizes, from the smallest start-up to larger corporations, to compete, yielding maximum economic growth and opportunity.&#8221;</i><br />
<a href="http://online.wsj.com/public/resources/documents/netneutrality20091018.pdf"><br />
(Den vollständigen Brief hat WSJ.com als PDF-Dokument verlinkt.)</a></p>
<p>Klare Worte zu einem wichtigen Thema.</p>
<p>Und in Deutschland? Wann haben deutsche Manager eigentlich mal etwas zum Internet als Standorfaktor gesagt?</p>
<p>Anscheinend nie. Oder nur sehr wenig. Eine Suche bei Google mit verschiedenen Begriffen wie Vorstand, Wirtschaftsstandort, Standort Deutschland und so weiter und so weiter fördert erschreckendes zu Tage. Fast alle Suchergebnisse bei Google sehen so aus:</p>
<p><img src="http://data.blogg.de/7944/images/spaltung.jpg" alt="" /></p>
<p>Relativ schnell tauchen lokale Wirtschaftsförderer auf, ich finde auch nach längerer Suche kein einziges Statement eines Wirtschaftsführers &#8211; übrigens auch nicht von jemand aus der Internet-Branche.</p>
<p>Das ist natürlich irgendwie keine Überraschung. Aber doch erschreckend den Rückstand der Ex-Technologie-Nation Deutschland doch so deutlich vor Augen geführt zu bekommen. </p>
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