» 19. Oktober 2009, 20:15 Uhr

Die transatlantische Digital-Spaltung

In den USA läuft die Diskussion um Netz-Neutralität immer heißer. Ein Thema, dem sich weder deutsche Medien großartig widmen noch Politiker oder gar Manager.

Meine Meinung dürfte keine Überraschung sein. Ich zitiere mal aus dem Internet-Manifest:
“4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.”

Deshalb möchte ich Ihr Auge auf einen anderen Aspekt der Diskussion lenken.Eine Gruppe von 24 Internet-Manager hat einen Brief an die US-Kommunikations-Regulierungsbehörde FCC geschrieben, berichtet das “Wall Street Journal“. Darin heißt es:

“We believe a process that results in common sense baseline rules is critical to ensuring that the Internet remains a key engine of economic growth, innovation and global competitiveness…

An open Internet fuels a competitive and efficient marketplace, where consumers make the ultimate choices about which products succeed and which fail. This allows businesses of all sizes, from the smallest start-up to larger corporations, to compete, yielding maximum economic growth and opportunity.”

(Den vollständigen Brief hat WSJ.com als PDF-Dokument verlinkt.)

Klare Worte zu einem wichtigen Thema.

Und in Deutschland? Wann haben deutsche Manager eigentlich mal etwas zum Internet als Standorfaktor gesagt?

Anscheinend nie. Oder nur sehr wenig. Eine Suche bei Google mit verschiedenen Begriffen wie Vorstand, Wirtschaftsstandort, Standort Deutschland und so weiter und so weiter fördert erschreckendes zu Tage. Fast alle Suchergebnisse bei Google sehen so aus:

Relativ schnell tauchen lokale Wirtschaftsförderer auf, ich finde auch nach längerer Suche kein einziges Statement eines Wirtschaftsführers – übrigens auch nicht von jemand aus der Internet-Branche.

Das ist natürlich irgendwie keine Überraschung. Aber doch erschreckend den Rückstand der Ex-Technologie-Nation Deutschland doch so deutlich vor Augen geführt zu bekommen.

» 19. Oktober 2009, 20:15 Uhr