»Thomas Knüwer 28. August 2009, 11:49 Uhr

Ein paar Minuten für die PR-Fortbildung

Es ist schon ein paar Tage alt. Und auch in einigen Blogs ist es bereits aufgetaucht. Trotzdem möchte ich nochmal jedem Berufskommunikator dieses Video der PR-Agentur Real Wire ans Herz legen – weil es so schlicht und einfach erklärt, wie sich PR in den Zeiten des Web verändert:

Online PR is all about Community from RealWire on Vimeo.

»Thomas Knüwer 28. August 2009, 11:49 Uhr

    9 Kommentare zu “Ein paar Minuten für die PR-Fortbildung”


  1. Lars says:

    Es ist doch echt schmerzhaft zu sehen, dass völlig normative soziale verhaltensweisen von der pr-industrie als neue “online-community”-standards verkauft werden. Würde sich jeder so verhalten, einige soziale intelligenz vorausgesetzt, wie er/sie sich wünschte im normalen “offline”-leben behandelt zu werden, wären wir online schon einen gewaltigen schritt weiter.
    Wenn das die PR-Industrie in Deutschland endlich mal kapieren würde, täte das dem Business gut. In Angel-Sachsonia ist man da einen erheblichen Schritt weiter.
    Aber das wirklich schmerzhafte dürfte wohl sein, dass selbst offline für die meisten unserer geschätzten mitbürger eine menge nachholbedarf besteht.

    Never be rude to an arab…

  2. schusch says:

    Apropos PR im Internet:

    Wenn die Firma JAKO meint, dass auch schlechte Presse gute Presse ist, dann sind die genial. Konsequenter geht es nicht.

    Innerhalb eines Vormittages hat sich die erste Google-Seite zu deren Firmennamen erheblich verändert.

  3. @ Tom: Es ist genau so – Thomas Kuhn hat es in seinen Büchern über ‘Paradigmenwechsel’ vielfach beschrieben: Menschen ändern ihre Ansichten nicht, die Ansichten ändern sich, wenn die bisherigen Träger veralteter Ansichten endlich in der Kiste liegen.

  4. Tom says:

    Ich habe das Gefühl, es wird sich auf absehbare Zeit nichts am heutigen Zustand ändern. Auch dann nicht, wenn allen völlig bewusst wäre, dass es falsch ist was sie tun.

    Begründung: es sind feste Arbeitsabläufe und Personal an die alte Strategie gebunden.
    Daraus folgt:
    1. des bestehende Personal wird die alte Strategie (und damit seine Existenzberechtigung) verteidigen
    2. das Management wird die alte Strategie verteidigen um nicht umlernen zu müssen (selbst wenn sie wissen, dass es besser geht)
    3. die “Unternehmens-Community” (d.h. die Mitarbeiter) werden vom PR-Prozess ausgeschlossen bleiben, weil die höheren Ebenen deren Input nicht als gleichwertig akzeptieren
    4. viele Personen in der mittleren Leitungsebene wollen nicht umlernen und lehnen jegliche Veränderung grundsätzlich ab (haben wir die letzten 20 Jahre schließlich auch nicht gebraucht).

    Beispiel:

    Ich hatte neulich ein offenes Dokument an dem die gesamte Firma mitwirken sollte. Eine Mind-Map, in der alle Mitarbeiter selbstständig und gleichberechtigt ihre Fach- und Spezialkenntnisse eintragen sollten.

    Der PR-Manager ging wie folgt mit dieser Aufgabe um: zuerst hat er Einträge anderer Mitarbeiter in “seinen” Bereich streichen und die Einträge von seiner Sekretärin nach “seinen” Kenntnissen mit Office neu erstellen lassen und mich angewiesen, die Mind-Map nach diesen Angaben für ihn zu ändern.

    Nach kurzer Zeit hat der PR-Manager mich erneut einbestellt und sich lautstark beschwert, dass ich und andere Mitarbeiter in “seinem” Bereich der Mind-Map “schon wieder” Ergänzungen vorgenommen haben, ohne sich vorher seine “Genehmigung” einzuholen.
    Der PR-Manager mahnte an, dass die “Firmen-Community” sich an die Hierarchie halten müsse – er würde schließlich auch keine Ergänzungen im Bereich “Entwicklung” vornehmen, ergo dürfe niemand ohne Rücksprache Kompetenzen im Bereich PR anmelden.

    Dies ist ein sehr typisches Beispiel für die heutige Mentalität im PR-Bereich in vielen Firmen.

    Überlegen wir, wie viel Zeit die Verlage benötigt haben, um vom freien manuellen Satz, zum strukturierten manuellen Satz und schließlich zum automatischen Satz zu kommen.
    Wir sind seit etwa 20 Jahren dabei und werden noch ca. 10 Jahre brauchen, bis wir behaupten können im Wesentlichen “fertig” zu sein.

    Wäre man unverschämt würde man sagen: es dauert genau solange, bis die Führungspersonen, welche die Weiterentwicklung des Unternehmens blockieren, zu einem ausreichend großen Teil gestorben, gegangen oder in Rente sind. Oder bis die Firma pleite ist – je nachdem welches der beiden Ereignisse zuerst eintritt.

  5. @ Karl-Hugo: Genau – und so kommt es dank billigem PR-Content dann zur Anzeigenkrise bei den Zeitungen!

  6. Karl-Hugo says:

    @klaus: Wohl wahr. Der klassische PR-Agentur-Kunde versteht nicht, dass Herr Knüwer kein Interesse daran har, über das neue Modell seiner elektrischen Zahnbürste zu schreiben.

    Im klassichen Fall hat er zunächst seine Sekretärin drangsaliert (im besten Fall mit einem 1-Tages-Seminar in PR), Herrn Knüwer per Telefon und Mail zu bombardieren.

    Die nächste Zündstufe ist,dass der Kunde dann bei einer Agentur aufkreuzt und von ihr wissen will, bis wann man ihn im Handelsblatt platzieren kann.

    Das Ganze soll natülich die Werbung ersetzen, da man für Anzeigen kein Geld hat.

    Karl-Hugo

  7. Klaus says:

    Das Problem sind nicht die PR-Leute, sondern deren Kunden bzw. in Unternehmen Chefs.

  8. Jan Söfjer says:

    schönes video. so selbstverständlich und doch für viele pr-leute nicht.

  9. Chat Atkins says:

    Hihi – der ‘aufdringliche Himbeertoni’ soll gewissermaßen zum ‘angenehmen Zeitgenossen’ mutieren. Ja, denn ma gutes Gelingen …