»Thomas Knüwer 25. June 2009, 17:06 Uhr

Verleger hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht!

Nun also auch das “Wall Street Journal”. Les Hinton, Chef von Dow Jones, Mutter des “WSJ” wählte harsche Worte zu Google, wie Crain’s New York Business berichtet:

“There is a charitable view of the history of Google,” said Mr. Hinton, who is also publisher of The Wall Street Journal. “[It] didn’t actually begin life in a cave as a digital vampire per se. The charitable view of Google is that the news business itself fed Google’s taste for this kind of blood.”

By offering its content free on the Web, the newspaper industry “gave Google’s fangs a great place to bite,” he continued. “We will never know what might have happened had newspapers taken a different approach.”

Auch in Deutschland gibt es diese Ansicht. Google der Dieb, der Vampir, der Blutaussager.

Also, liebe Verleger und Geschäftsführer: Habt Ihr einen Arsch in der Hose? Habt Ihr Eier? Dann holt den Knoblauch gegen den digitalen Vampir heraus. Eure IT-Abteilung hat ihn. Er besteht aus einer simplen Programmzeile, die verhindert, dass die Google-Roboter Eure Seite besuchen und auflisten.

Und dann steht dazu, dass Eure Online-Auftritte gen Nirvana driften, an Anzeigenumsätzen verlieren und Eure Geschichten sich nicht mehr verbreiten.

Das wäre eine mannhafte und leicht zu bewältigende Handlung. So lange aber, bis Ihr dies tatsächlich tut, seid ihre weinende Mädchen, die sich überfordert fühlen vom Wandel ihrer Branche.

Es ist menschlich, sich überfordert zu fühlen. Nur darf man dann nicht die Verantwortung für Mitarbeiter übernehmen.

»Thomas Knüwer 25. June 2009, 17:06 Uhr

    14 Kommentare zu “Verleger hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht!”


  1. hape says:

    Zur Ergänzung: Eine ähnliche Platte hat auch ZDF-Fernsehratsvorsitzender Ruprecht Polenz bei den NRW-Medientagen aufgelegt. Nicht gebührenfinanzierte und reichlich im Programm beworbene öff-r Webseiten seien ein Problem für Zeitungen im Onlinegeschäft, sondern Google-News. Ich interpretiere das so, dass Linksetzung Zeitungswebsites gefährdet, weshalb das ZDF lieber nur intern verlinkt als bei Aktuellem auf lesenswerte weitere Quellen verweist.

  2. @Mr. Jones: Ehrlich gesagt, ich kenne ne ganze Reihe von Kollegen, die mit Musik im Kopf oder Kopfhörer schreiben. Das wäre nochmal nen Blog-Eintrag wert…

  3. Marvin says:

    Kann man als junger, internetaffiner Mensch wirklich all diese Probleme in Medienwirtschaft und Politik auf einen Generationskonflikt zurückführen?

    Ich denke nicht, dass wir von den Verlegern erwarten können, dass sie das Echo des Schusses doch noch hören. Aus Pferdezüchtern sind auch keine Autobauer geworden. Sie werden Absterben und Platz für andere machen…

  4. Mr Jones says:

    @Thomas Knüwer: Wenn das mit dem Song nicht stimmt, ist es sehr schön erfunden. Wenn es stimmt, ist die Vorstellung ziemlich lustig, nach Soundtrack zu schreiben. Wie auch immer… Schönen Abend!

  5. @Mr. Jones: Ich bin ein Freund von Heinz Rudolf Kunze. Während dieses Artikels lief in meinem Kopf sein Song “In der Sprache, die sie verstehen”.

  6. Sanníe says:

    Ist zwar richtig, aber egal, was sie da sagen.

    Ich nehme an, die Bundesregierung wird weitere Förderprogramme für gedruckte Zeitungen auflegen und den Diebstahl von urheberrechtlich geschütztem Material mit scharfen Worten verurteilen.
    Solche Sachen sind einfach zu komplex für die und sachlich richtige Argumente können da gar nicht ausrichten. Das wissen wir ja inzwischen.

  7. DonDahlmann says:

    Eventuell würde es auch helfen, wenn die Verlage nicht noch zusätzlich Keywords bei Google einkaufen würden. Aber hey – ist man Schizophren, wird einem wenigstens nicht langweilig.

  8. Mr Jones says:

    Mann Mann Mann: “weinende Mädchen” “Eier”
    Auch wenn man nur in diesem Internetdings schreibt, Herr Knüwer, könnte man seine chauvinistischen Reflexe ein wenig unter Kontrolle halten, oder?
    Selbst wenn man in der Sache völlig Recht hat.

  9. Sebs says:

    Danke ;) Genau so hab ichs auch schon vor kurzem gepostet. ;)
    Stop whining sagt man da bei so Killerspielen im Indernetz

  10. Alex says:

    Danke für das Verpacken einer richtigen Aussage in überholte und doofe Gender-Stereotypen.

  11. Sidasa says:

    schöner Beitrag.

    btw: IT-Abteilung ist nicht zwingend die Online-Abteilung

  12. Wesly says:

    Alle Mann Richtung web 2.0, dann müssen auch nicht wie beim Handelsblatt stellen gestrichen werden.

  13. Muriel says:

    Ja, die Kiste mit den Ausreden ist weit und tief. Die Idee, dass Google quasi ein Parasit ist, der von Nachrichtenseiten im Internet lebt und diese dadurch schädigt, finde ich, äh, interessant.

  14. c_lippok says:

    Großartiger Beitrag. Genau das Richtige für einen warmen Nachmittag im Büro. BTW: Auch die Twitter-Beiträge vom goa waren hervorragend.