Gestern machte über Twitter und Blogs ein sehr kluger Artikel die Runde. Er stammt vom geschätzten Spiegel-Online-Kollegen Christan Stöcker und ist überschrieben mit: “Die Generation C64 schlägt zurück“.
Gut, die Überschrift vergessen wir mal, die ist nicht so glücklich. Der Rest des Stücks umschreibt aber sehr gut, wie sich ein erheblicher Teil der Gesellschaft fühlt. Diejenigen, die Technik nicht als Feind, sondern als Chance begreifen. Die innovationsfreudig sind, kommunikativ und weltoffen. Und die sich nun ob dieser Tugenden, und gemeinhin werden diese Eigenschaften als Tugenden begriffen, aufs Übelste beschimpft, beleidigt und in eine Außenseiterrolle gedrängt fühlen. Gern darf da nochmal darauf hingewiesen werden, dass Wirtschaftsminister zu Guttenberg die Unterzeichner der Online-Petition, eines demokratischen Instrumentes, in die Nähe von Pädophilen rückte.
Was Stöcker gestern beschrieb, bekommt heute eine neue Brisanz. Denn nachdem der Versuch Internetsperren über das Scheinargument der Kinderpornobekämpfung zu errichten sich in Richtung PR-Gau entwickelt, steht nun die nächste Stufe an – eingeleitet von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.Vielleicht werden die Lehrbücher der Polit-PR einmal Wolfgang Schäubles Vorgehen in diesen Monaten erwähnen – als Beispiel, wie man es nicht macht.
Dazu bedarf es zunächst einer langen Volte. Schon seit längerem ist bekannt, dass Schäubles Gedankengut mitgeprägt wird durch Otto Depenheuer, Juraprofessor zu Köln. Dessen Werk “Selbsbhauptung des Rechtsstaats” hat Schäuble 2007 im Interview mit der “Zeit” den Kollegen dort zur Lektüre empfohlen. Und wer würde sich der Empfehlung eines Innenministers verschließen?
Mit Gunter Hofmann hat sich einer der erfahrensten “Zeit”ler ans Lesen gemacht. Auszüge aus seiner Rezension:
“In eine geradezu paranoid anmutende, extrem hermetische Gedankenwelt sieht man sich versetzt…
Jener Zusammenprall der Kulturen, der Samuel Huntington zufolge droht, er findet aus Sicht des Autors längst statt. Mitten im »Zeitalter des Terrorismus« befänden wir uns, seien mit der »Realität eines weltweiten Bürgerkriegs konfrontiert«…
So vollkommen dichotomisch ist dieses Weltbild, dass nur noch Freund oder Feind übrig bleiben: Hier der Westen, dort der islamische Terror…
»Verfassungspatriotisch gestimmte Bürger allein«, die den Staat im Konfliktfall »im Stich lassen«, hülfen nicht weiter, argumentiert Depenheuer. Man muss den Staat auf Krieg umrüsten. Die Feinde kommen nicht mehr von außen, sie kommen von innen. Der harmlose Nachbar von nebenan kann es sein. Alles potenzielle Schläfer, alles Verdächtige…
Guantánamo, so Depenheuer, sei eine »verfassungstheoretisch mögliche Antwort im Kampf der rechtsstaatlichen Zivilisation gegen die Barbarei des Terrorismus«…”
Motto: Wer den Rechtsstaat bewahren will, muss jenseits davon operieren. Man könnte es einen Sieg des Terrorismus nennen. Dass alles Fassade ist, diese rechtsstaatlichen Standards, das soll ja bewiesen werden. Dies ist die wahre Kapitulation, sie ist der rechte Skandal…”
Die “Zeit” ist in ihrem vernichtenden Urteil nicht allein. Der “Tagesspiegel” schreibt von einer “Werbeschrift für ein rechtsfreies „Feindstrafrecht“ mit dem irreführenden Titel „Die Selbstbehauptung des Rechtsstaats“”. Die “NZZ” schreibt, Depenheuers Buch sei “von pathetischen Suggestionen und markigen Sentenzen eines pointierten Antiliberalismus im Geiste Carl Schmitts nicht frei, sondern voll.” Zu einem Unionspapier, das auf Depenheuers Gedanken basiert, schrieb die “Financial Times Deutschland” am 23.5.2008 (nicht frei online), es gehöre in den “Papierkorb und nicht ins nächste Wahlprogramm”.
Wer solch krude Thesen wie die von Depenheuer empfiehlt – und dies nicht scherzhaft tut -, der muss das Internet hassen mit all seinen Freiheiten und Liberalitäten. Und natürlich kann er es in der Meinung, den Staat schützen zu müssen, nicht zulassen, dass jedermann diese Freiheiten ausnutzen darf. Denn jedermann ist der Feind.
Der erste Versuch, diese Freiheiten durch die kalte Küche zu beschneiden, ging schief. Die scheinbar narrensichere Idee, den Kampf gegen Kinderpornographie vorzuschieben, droht zu scheitern. Die Zahl der Menschen, die sich mit Namen im Rahmen der Online-Petition gegen die Internet-Sperren richten, geht gen 110.000. Das lässt sich nicht einfach wegwischen.
Nun folgt die nächste Eskalationsstufe. Und man darf nun auch davon sprechen. Denn es fällt schwer, an einen Zufall zu glauben, wenn die wütenden Reaktionen gegen die Internet-Sperre so eng zusammenfallen mit dem Programm Innere Sicherheit, dass Schäuble heute im bei der Innenministerkonferenz vorstellen wird, wie unser Kollege Peter Müller vorab erfuhr.
Nach den Kinderpornos müssen nun Terroristen herhalten. Und die Jugendlichen. Und gemeuchelte Greise. Oder wie es in einer Vorabmeldung der Nachrichtenagentur AFP heißt:
“Die Jugendgewalt ist nach Einschätzung der Innenbehörden neben dem Terrorismus und der Internet-Kriminalität eines der zentralen Sicherheitsprobleme in Deutschland…
Vielmehr sei zu befürchten, dass ältere Menschen zunehmend Opfer von Gewalt würden. Der Anteil nichtdeutscher Jugendlicher und Heranwachsender an den Gewalttätern sei hoch.”
Und was braucht es zur Bekämpfung? Peter Müller zitiert das Programm:
“Insbesondere die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnik erfordert entsprechende gesetzliche Ermächtigungsgrundlagen…
Notwendig sind Befugnisse für verdeckte Eingriffe in informationstechnische Systeme, die Anpassung der Möglichkeiten der Telekommunikationsüberwachung und Maßnahmen nach G 10 im Rahmen der vom Bundesverfassungsgericht gezogenen Grenzen.”
G 10 wird das Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post – und Fernmeldegeheimnisses abgekürzt.
Lassen wir es uns auf der Zunge zergehen: Da soll die Telekommunikation verdeckt überwacht werden wegen Terrorismusgefahr. Oder auch wegen simplen Verbrechern. Alles eins, geht es nach Wolfgang Schäuble. Denn es heißt auch, schön simpel erklärt für die politische Generation Web 0.0:
“Angriffe auf die Integrität und Sicherheit von Datensystemen bergen in unserer modernen Informationsgesellschaft ein hohes Gefahrenpotenzial. Kriminelle können mit einem Mausklick Tausende schädigen.”
Ja, wie jetzt? Es geht also um Betrüger? Schon sie rechtfertigen eine massive Aufweichung rechtsstaatlicher Kriterien? Ja, meint das Schäuble-Papier:
“Eine zunehmende Bedeutung haben internetgebundene Angriffe auf Rechnersysteme von Wirtschaftsunternehmen und Regierungsstellen…
Deutsche Firmen stellen auf Grund der hohen Innovationskraft ein überdurchschnittlich attraktives Ziel für fremde Nachrichtendienste dar.”
Was wird da alles in einen Topf geworfen? Kampf gegen Terror, Kriminalität und deren Prävention, die anscheinend nicht Firmen leisten sollen – sondern der Staat.
Gut möglich, dass die Wirtschaft von dieser Vorstellung mäßig begeistert ist. Denn wieso sollte der Staat mehr Kompetenz im – ohne Frage wichtigen – Kampf gegen Wirtschaftskriminalität und -spionage entwickeln, als ihre spezialisierten Dienstleister? Jener deutsche Staat, der es in einem Treppenwitz von Projekt seit über zehn Jahren nicht schafft, einen digitalen Polizeifunk zu errichten?
Das Mischmasch der Argumente ist bizarr, so wie diese Äußerungen:
“Beispielsweise werden Terroristen in Ausbildungslagern systematisch im Umgang mit moderner Informationstechnik und konspirativer Kommunikation geschult.”
Wahrscheinlich benutzen die sogar Facebook, wird irgendwann ein Politiker einwerfen. Denn für deutsche Volksvertreter ist ja sogar das Einstellen wackeliger Videos bei Youtube ein Zeichen von “Professionalisierung” der Terroristen.
BND-Präsident Ernst Uhrlau warnt dann auch schon mal davor, dass die Terrorgefahr vor den Wahlen steige.
Das Dumme ist nur: Terrorkampf allein wird nicht reichen, um die von Schäuble gewünschten Überwachungsmethoden zu erreichen. Denn – und das darf nie vergessen werden – es gibt keine steigende Zahl von Terroranschlägen in Deutschland: Es gibt gar keine Terroranschläge in Deutschland. Der letzte, durch eine ausländische Institution beeinflusste Terroranschlag dürfte vor 17 Jahren stattgefunden haben.
Die Angst der Bürger ist deshalb, sagen wir, gering. Das ist dumm aus Sicht des Innenministeriums. Also muss sie gesteigert werden. So wird das Bild an die Wand gemalt von jugendlichen Egoshooter-Spielern die sich an das Jagen von greisen Rentnern machen, angefeuert durch den Glauben an den Islam.
All das ist krude und hätte vor 10 Jahren doch noch funktioniert. Denn die meisten Menschen sind eben nur flüchtige Nachrichtenkonsumenten. Serviert man ihnen all diese Szenarien häppchenweise, verteilt über Wochen, dann wären sie einst der politischen Line gefolgt.
Heute sieht das anders aus – und da kommt das Internet ins Spiel. Heute schnappen sich wenige, politisch hoch interessierte Bürger all die Aussagen und paaren sie mit Hintergrundinformationen, setzen sie in zeitliche Zusammenhänge, kommentieren all das und schließlich vernetzen sie sich. Und dabei nehmen sie mehr Menschen mit, als ein Wolfgang Schäuble oder eine Ursula von der Leyen sich das vorstellen.
So wird die neue Eskalationsstufe jene Entwicklung, die Christan Stöcker in seinem Generation-C64-Artikel beschreibt beschleunigen. Es entsteht eine gewaltige Kluft zwischen den Herschenden und den Sich-Beherrscht-Fühlenden. Das kann und wird auf Dauer nicht gut gehen. Macht die Regierung auf ihrem Kurs weiter, wird etwas passieren. Ob es der völlige Zusammenbruch der Wahlbeteiligung ist, die Gründung einer oder mehrer neuer Parteien, eine Bewegung außerhalb des Parlaments – ich weiß es nicht. Doch das es so bleibt, wie es heute ist, kann ich nicht glauben. Es sei denn, die Volksvertreter begreifen endlich, dass sie das Volk vertreten sollen – und nicht bekämpfen.










79 Kommentare zu “Bundesregierung vs. das Internet – die nächste Eskalationsstufe”
Ein sehr guter Artikel, und eine klare Analyse der Motivationen von Schäuble + Co.
Ich möchte allerdings noch auf weiteres in der cruden Vorstellungswelt des H.Schäuble hinweisen.
Wie man http://www.zeit.de/2006/10/Verdonk und identischen Verlautbarungen konnte man entnehmen das :
Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble nannte Rita Verdonks Integrationspolitik letzte Woche in Brüssel bei einem Innenministertreffen »vorbildlich«. Verdonks hohe Anforderungen an Einwanderer seien »im Prinzip, was wir auch in Deutschland verwirklichen wollen«.
Vielleicht sollte man dazu anmerken das Rita Verdonk inzwischen nicht nur nicht mehr der Regierung angehört, sondern das sogar ihre extrem Rechtsgerichtete Partei Sie rausgeworfen hat!
Neben vielen kontroversen Einschätzungen kann man die “Verfassungstreue” dieser “vorbildlichen” Politikerin an folgendem Erkennen:
Am 12. Dezember 2006 löste Verdonk erneut eine Regierungskrise aus: das neu gewählte Parlament sprach ihr das Misstrauen aus, da sie sich geweigert hatte, einen Parlamentsbeschluss zu akzeptieren, der sie anwies, rechtskräftig abgelehnte Asylbewerber vorerst nicht mehr auszuweisen.
Eines ist sicherlich beiden gemeinsam, sie empfinden Gesetze und Verfassungen als überflüssiges Beiwerk – als etwas was man als “Mächtiger” ganz im Stile von Carl Schmitt mit einem “überstaatlichen Notstand” schlicht und einfach beiseite schieben kann!
Hallo Nils, du wolltest petieren? Nachfolgend mein Vorschlag:
Text der Petition
Der Bundestag bzw. die zuständige Instanz möge eine amtsärztliche psychologische Eignungsprüfung für Herrn Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble wegen potenzieller Unzurechnungsfähigkeit einleiten.
Begründung
Herr Dr. Schäuble hat im Jahre 1990 ein schreckliches Attentat erleiden müssen. Bei diesem Anschlag auf seinen Leib und sein Leben wurde seine Wirbelsäule derart verletzt, daß Herr Dr. Schäuble nunmehr ab dem 3. Brustwirbel querschnittsgelähmt ist und zur Fortbewegung auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Die Lähmung ab dem 3. Brustwirbel zieht nach sich, daß sämtliche willkürliche Bewegungen von Körperteilen, deren Innervierung aus dem Bereich des 4. Brustwirbel oder den abwärts darunter gelegenen Wirbeln stammt, nicht mehr möglich ist. Zudem ist auch die Sexualfunktion eines derart verletzten Menschen ist in den allermeisten Fällen unterbunden. Männer, die ihre sexuellen Aggressionen nicht mehr körperlich abreagieren können, neigen zu Gewaltphantasien und Paranoia. Der Petent ist der Ansicht, daß die hohe Wahrscheinlichkeit einer solchen psychischen Erkrankung Herrn Dr. Schäubles, der ja Bundesinnenminister ist mit der damit einhergehenden immenschen Verantwortlichkeit für das Wohl und Weh vieler Menschen, eine amtsärztliche Untersuchung der psychischen Tauglichkeit des Ministers erfordert.
Hervorragender Text. Danke dafür. Auch meine Meinung: Schäuble ist krank. Eine Petition, die seinen Rücktritt fordert, würde ich sofort mitzeichnen. Gibts eigentlich einen Satz von Frau Merkel zur Aktion Kipo und zu den weiteren Vorhaben von Herrn Schäuble ? Ist das alles von ihr abgesegnet ?
Ach ja:
Bitte nicht vergessen, heute unbedingt eure Stimme abzugeben!
Bis 18 Uhr habt ihr noch Zeit!
Also gut, Leute, lasst uns mal Nägel mit Köpfen machen in dieser Sache:
Wer sich imstande sieht, eine juristisch einwandfreie Formulierung zu finden, wie man eine solche Petition gestalten könnte, der möge diese hier bitte posten.
Ich stelle mich gerne als Petent zur Verfügung.
Es muss etwas geschehen, verfassungsschädliche Personen wie Dr. Wolfgang Schäuble, die unsere Freiheit gefährden, müssen aus hohen Ämtern entfernt werden!
Könnte man bestimmt, müsste nur korrekt und nicht beleidigend formuliert werden. Das Korrekte würde ich ja noch hinbekommen – aber ich würde bestimmt beleidigend werden …
“Hoba kommentiert:
Schäuble müsste dringend mal Psychologisch auf die Tauglichkeit als Innenminister untersucht werden. Das meine ich absolut ernst.”
“Müssen denn solche Leute, die ein so wichtiges Amt ausführen, wie z.B. ein Herr Schäuble, nicht von Zeit zu Zeit auch mal psychologisch untersucht werden?
Das ist doch in vielen anderen Berufen auch so.
Wo kann man das mal beantragen – kennt sich da jemand aus?”
Kann man da nicht eine Petition einreichen? Es gäbe sicherlich eine ganze Menge Mitzeichner.
Die Demokratie wird nicht von den Wählern gefährdet, sondern von den Nichtwählern!
Jeder sollte mal unter http://www.wahl-o-mat.de für sich selbst testen, welche der 32 aufgestellten Parteien überhaupt wählbar ist. Meine Wahlentscheidung stand schon fest – und der Wahl-O-Mat hat sie dann doch beeinflusst bzw, geändert. Es lohnt sich, mal zu schauen, was die einzelnen Parteien mit Europa und mit UNS wirklich vorhaben. – Und gebt eure Stimme ja nicht einer extremistischen oder einer der grossen und etablierten Parteien.
ABER GEHT WÄHLEN!!!
Jede Partei bekommt pro abgegebener Stimme Geld. Aber auch Nichtwähler bringen den Parteien noch Geld ein. Wer also aus reinem Protest oder aus Faulheit gar nicht wählt, verschwendet Steuergelder und erliegt dabei noch dem Irrglauben, er hätte mit seiner Protestaktion der Bundespolitik sämtliche politischen Bemerkungen mitgeteilt, die er in den vergangenen vier Jahren im Privatumfeld oder am Stammtisch geäußert hat. Nichtwählen ist kein Protest und birgt Gefahren!
Müssen denn solche Leute, die ein so wichtiges Amt ausführen, wie z.B. ein Herr Schäuble, nicht von Zeit zu Zeit auch mal psychologisch untersucht werden?
Das ist doch in vielen anderen Berufen auch so.
Wo kann man das mal beantragen – kennt sich da jemand aus?
bzw. nicht offen sagen, daß eben jener entwaffelt werden müßte?
na ja, was den schäuble betrifft und das, was ihn karmisch 1990 wieder eingeholt hat.. je nach dem, wo die nervenleitung in der wirbelsäule durch querschnitt gelähmt ist, funktioniert das eine oder andere darunter auch nicht mehr richtig. beine bewegen, hüfte bewegen, schniedelwutz bewegen. und wenn bei einem unbestritten machtgeilen manne nur noch die macht aber nicht mehr die geilheit zum abreagieren seiner körperlichen und geistigen spannungen zur verfügung ’stehen’, verwandelt sich die nicht abreagierte spannung in gewaltphantasien und paranoia. so ein mann kann im wahrsten sinne des wortes nicht mehr seinen mann stehen und ist aufgrund seiner verfassung (nicht der, die er ändern will) eine wirklich äußerst große gefahr. wie funktioniert das eigentlich mit amtsenthebungsverfahren? zum rücktritt auffordern hilt ja nicht viel, zum rückrollen wohl auch nicht. *kicher* aber im ernst, wie sehr haben dort oben so viele einen an der waffel, daß sie nicht sehen, daß der einen an der waffel hat?
diese ganze postmoderne-sci-fi-cyberpunk-scheiße wird wahr werden und dann werden sich einige noch umgucken.
Heute schnappen sich wenige, politisch hoch interessierte Bürger all die Aussagen und paaren sie mit Hintergrundinformationen, setzen sie in zeitliche Zusammenhänge, kommentieren all das und schließlich vernetzen sie sich. Und dabei nehmen sie mehr Menschen mit, als ein Wolfgang Schäuble oder eine Ursula von der Leyen sich das vorstellen.
UND DAS IST GUT SO.
Manchmal habe ich den Verdacht, dass der Sicherheitswahn Herrn Schäubles und die Ablehnung von freien unkontrollierbaren Medien, daher rührt, dass ihm 1990 selbst etwas widerfahren ist. Vielleicht fürchtet er deshalb alles, was er nicht kontrollieren kann?
Ein wesentliches Problem besteht mitunter darin, dass nichtstaatliche Organisationen wie der CCC das Internet und die Methoden vermeintlicher Terroristen zur verschlüsselten Kommunikation wesentlich besser kennen als selbst die bestbezahltesten Berater der politischen Elite und für diese damit suspekt erscheinen müsssen – denn warum sammelt jemand ohne Hintergedanken derartiges Wissen an?
Und da die politische Elite den Generalverdacht als angenehmen Kontrapunkt zur Unschuldsvermutung zu empfinden scheint, ist der Konflikt vorprogrammiert.
Die Politik der Spät-68er hat jetzt noch Zeit zum umdenken, bevor sie sich selbst zur Obsolenz verdammt. Die “Generation C64″ wird früher oder später einen gesellschaftlichen Umschwung herbeiführen – ob dieser die ältere Generation mitnimmt oder wegschwemmt, wird sich erweisen.
Marvelous! Ich wähl jetzt…Die Piraten
@Astrid
Mit den FW wäre ich vorsichtig, die verfolgen im Prinzip die gleichen Ziele wie CDU/FDP
In Schweden stehen die Piraten in den Umfragen als drittstärkste Partei bei 8% – und könnten damit ins EU-Parlament einziehen. Über deutsche Unterstützung freuen sie sichb estimmt
http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/piraten-werden-ins-eu-parlament-einziehen/
Die Piratenpartei hat in Bezug auf Internetnutzung ein sehr gutes Programm – nur leider nicht annähernd Chancen die 5%-Hürde zu knacken. Jede Stimme an sie wäre zwar ein “Zeichen”, mehr aber nicht.
Ich habe mich entschlossen, meine Sitmme den “Freien Wählern” zu geben, sie sind genau das, was oben gefordert wird. Nicht rechtsmittelinksschrägoben, sondern sachorientiert. Auf Kommunalebene sind sie sehr bekannt, in Bayern lehren sie die CSU das Fürchten, und zur Europawahl treten sie das erste Mal an. 5% sind auf jeden Fall drin. Lasst uns unsere Stimmen bündeln und die Republik verändern!
Wenn alle hier Lesenden – die ja zu Recht überwiegend positive Rückmeldung geben – wenigstens ein- oder zwei Nicht-Internet-Nutzer in ihrer Umgebung ansprechen:
Solche, bei denen die Möglichkeit einer Meinungsänderung wahrscheinlich erscheint, dann wäre doch für die kommenden Wahlen – Europa und Bundestag, Kommunalwahlen in manchen Ländern – schon etwas gewonnen.
Gerade Europa ist deshalb von Bedeutung, weil dort (auch) “Internet-Gesetze” verabschiedet werden die hier ‘bindend’ sind [http://www.blackouteurope.eu/] und die nur durch Wahl der “richtigen” EU-Parlamentarier verhindert werden können:
Die erste Attacke wurde Anfang Mai – hier weitgehend unbemerkt(!) – abgewehrt. Aber im Herbst steht eine neue Runde an …. es gilt daher selbst zu wählen (Entscheidungshilfe “wahl-o-mat”!) und viele Menschen in der eigenen Umgebung zu mobilisieren.
Wenn die “Mit-Zeichner” sich überwiegend gegen die etablierten Parteien entscheiden wird das in Politik umgesetzt – was bei der Petition, die sicher wichtig & richtig war, trotz der großen Zahl der Teilnehmenden nicht unbedingt zwangsläufig ist ….
Ich habe mein gesamtes bisheriges Leben (60+) ‘frei’ von fremden Zwängen gelebt und mir manchmal eine ‘blutige Nase’ geholt damit es so blieb. Jetzt hoffe ich auf die Unterstützung durch ‘die Jüngeren’, die durch ihre Aktivitäten sich selbst schützen und dazu beitragen können den Rechtsstaat & das Grundgesetz zu erhalten. Mit entsprechenden Mehrheiten ließen sich sogar die bisherigen Einschränkungen rückgängig machen ….
Bzgl. Depenheuer gibt es einen hervorragenden Radio-Beitrag:
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=26263
Ich danke Ihren unendlich für diesen Artikel. Ich habe selten einen so guten Text gelesen. Er trifft es auf dem Punkt und ist am Puls der Zeit.
Es wird Zeit diesen geisteskranken Innenminister loszuwerden. Der hat sie nicht mehr alle beisamen.
Ich pfeife auf die Terrorgefahr. Selbst wen sie real WÄRE, würde ich damit Leben. Lieber in Freiheit sterben, als in einem Überwachungsstaat auf sein Ende zu warten.
Man lebt nur einmal. Angst kann ich nicht gebrauchen.
Sind wir doch mal ganz ehrlich und nennen das Kind beim Namen (solange man das noch ungestraft darf):
Unser Staat wird nicht von Terroristen bedroht. Unser Staat wird von innen von Faschisten bedroht.
Auch ich möchte mich für diesen Artikel bei Ihnen bedanken, da er genau das ausdrückt, was ich schon lange denke! Und ich bin sehr froh darüber, das die vielen Kommentare zu Ihrem Artikel zeigen, das dieses Land anscheinend doch noch kein “Rudel ferngelenkter” ist.
Leider werden immer wieder schlechte Zeiten in diesem Lande genutzt, um schon lange geplante Gesetze durchzubringen oder Entscheidungen zu treffen, wie unsere traurige Geschichte es Anfang des letzten Jahrhunderts bewies.
Ich hoffe, das die heutigen Möglichkeiten zu kommunizieren genau der Entscheidende Punkt sind, warum diese Rechnung nicht aufgeht…
Vielleicht ist auch genau das, was unserer Regierung Angst macht. Denn die Technik und somit auch die Kommunikation hat sich in den letzten Jahren so rasant entwickelt, aber leider die Herren Politiker nicht!
Zu Herrn Schäuble kann ich nur sagen, das ich Ihn schon sehr lange für einen der gefährlichsten deutschen Politiker halte, der meines Erachtens Mitglied einer seiner Gesinnung nach zu linken Partei ist.
Zeit für mindestens EINE neue Partei, die Bürgerrechte, Freiheit und soziale Gerechtigkeit an oberster Stelle im Programm hat.
JETZT!
Schäuble-Muntefering-SpaßGuido-(die Grünen haben doch schon gar kein Gesicht mehr): WEG DAMIT…
Der Artikel ist super – danke – spannend zu lesen, wie fast immer!
Einfach ein guter Artikel. Danke.
Die einzigen Kriminellen, die ich wahrnehme, sind Datenhändler wie Spammer, etc. – und die werden von der Politik der Großen Koalition (CDU und SPD) GESCHÜTZT. Der Datenschutzgipfel, der Bestimmungen enthält, die schon seit über einem Jahrzehnt hergeschoben werden, findet noch immer nicht statt ! Man solle nicht überstürtzt handeln, es sei eine wohl überlegte Entscheidung – aber innerhalb von 2 Monaten eine Zensur mit aller Gewalt durchboxen wollen ist okay ? Alles klar: Meine Lieblingsbegründung zu der Verschiebung des Datenschutzgipfels: Man wolle die Wirtschaft damit nicht zusätzlich in Zeiten der Krise belasten; super ! Habt ein Herz für Datenhändler !
Ich muss sagen, wenn ich höre, welche Personen in diesem Staat an der Gesetzgebung beteiligt sind, kriege ich richtig Angst. Angst vor der Zukunft.
Denn was scheinbar dem Schutze des Volkes dienen soll, wird benutzt, um Selbiges zu überwachen.
Wir sind das Volk, und das Volk ist der Feind – zumindest, wenn es nach Menschen wie Schäuble und Depenheuer geht.
Jeder Mensch, der dem Terrorismusgeschwätz glauben schenkt, jeder, der gerne ein bisschen Freiheit für ein bisschen Sicherheit hingibt, weil er ja eh nix zu verbergen hat, JEDER, der jetzt nicht aufsteht um sich zu wehren wird irgendwann in ein paar Jahren in Orwells Horrorvision aufwachen und merken, das es dann zu spät ist.
“Angst essen Freiheit auf…”