Mit Ratlosigkeit ist die Atmosphäre im gläsernen Konferenzraum der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt nur unzureichend umschrieben. “Verzweiflung gepaart mit totalem Nicht-mehr-weiter-wissen” trifft es wohl eher, es ist als ob im Hintergrund die Band Wir sind Helden ihr Lied “Von hier an blind” anstimmt.
“Vielleicht… Nein”, versucht Senior Consultant Lars die Stille aufzubrechen.
Noch zwei Monate sind es bis zum Oktoberfest. Und bei diesem hat der Kunde Mediadonis, tätig in der Beratung für Suchmaschinenoptimierung, ein großes Event geplant. An einem Tisch soll sich die Branche treffen und networken. Allein: Es meldet sich niemand an. Und der Kunde wird unruhig.
In dieses Loch der Kreativität stürmt Marcel, gerade zurück aus Kalifornien. Sein Abercrombie & Fitch-T-Shirt spannt sich über dem Bauch, seine von kleinen chinesischen Fingern in Handarbeit zerrupfte Designer-Jeans hängt mühsam an der untrainierten Hüfte. Von der Zigarre in seinem Mund rinnt ein kaum wahrnehmbarer Speichelfaden über das Kinn.
“Woooooaaaaazzzz uuuuuuupppp!” brüllt er durch den Konferenzraum.
Egal ob Lars, Senior Consultant Sabine oder Junior Consultant Tanja-Anja, sie alle wissen: Immer, wenn sie denken, es kann nicht mehr schlimmer kommen – dann kommt Marcel. Eine Viertelstunde dauert es, den Managing Partner zu briefen. Ein paar Sekunden dreht er seine Cohiba im Mund, dann schüttelt er demonstrativ den Kopf: “Guys, das alles ist mir zu klein. Zu piefig. Zu ernst. Think big! Think Hollywood!”
Die drei Mitarbeiter der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt werfen sich eindeutige Blicke zu: Es wird fürchterlich werden.
Marcel macht weiter: “Sweetys, das ist das Net. Die Zukunft! Kiss the future! Everybody online, looking good! Und ihr wollt hier 500 Euro für ein Networking-Event verlangen! Und das nur, weil es einen Tisch in einem Oktoberfestzelt habt. That’s not spicy! Think about it!” Dann stürmt er aus dem Konfi.
“Vielleicht sollten wir den Preis auf 750 Euro setzen. Was billig ist, ist nichts wert”, sagt Sabine.
“Und dann sollten wir nicht ,Einladung’ drüberschreiben sondern ‘Treffen Sie SEO-Top-Entscheider’”, sagt Lars.
“Noch jemand Kaffee?”, sagt Tanja-Anja.
Am Nachmittag präsentieren die drei Marcel ihre Ergebnisse. Er atmet tief ein, dann fährt er sich mit der rechten Hand durch sein gebräuntes Gesicht. “You’re right, you’re right… Wie soll man auch hier” – mit einer weiten Geste weist er in Richtung des Großraumbüros hinter der Glaswand – “in den richtigen Mood kommen? Wir brauchen ein anderes Setting, wenn wir was reißen wollen. Lars, komm mit!”
“Äh… und wir”, fragt Sabine.
“Sorry, für solch ein delicate project braucht man eine… intimere Atmosphäre”, antwortet der Managing Partner und zieht den offensichtlich verdutzten Lars mit sich.
Kurz vor den “Tagesthemen” klingelt dann Sabines Handy. Lars ist dran, nur schwer zu verstehen durch die schwülstige Hintergrundmusik, die klingt wie eine Kirmes-Kopie von “Je t’aime”.
“Machse mal Deinen Lappi an? Wir hams”, sagt Lars leicht undeutlich.
“Ja, ja – aber wo seid Ihr? Was macht Ihr?”
“Nicht jetzt, Swetlana”, sagt Lars, “Ähm, wir… wir sind im Kreativcenter Red Mile, äh, Red Office.”
Ein lautes PLOPP dringt schmerzhaft an Sabines Ohren. “War das eine Sektflasche?”, fragt sie.
“Quatsch, natürlich nicht. Sekt. Pffff… Sie fragt ob das Sekt war…”, sagt Lars offensichtlich zu jemand anders, Marcels dunkles Lachen mischt sich mit dem von Lars, dann hört Sabine Marcel im Kommandoton: “Zuzana – befruchte mal Lars Gedanken!”
“WAS – IST – BEI – EUCH – LOS?”, verlangt Sabine zu erfahren.
“Ach, das iss nen Spontanworkshop mit Top-Leuden aus Lännern mit den bessen Suchmaschinenoptimierern. Osseuropa, also. Aber jess hör ma zu: Wir setzen den Preis pro Platz beim Kotzober… Oktoberfest auf 5000 Euro.”
“BITTE? HABT IHR EINEN AN DER SCHACKE?”
“Komm runter, babe… Dafür gibt’s ja auch nur zehn Plätze. Mehr kriegen wir sowieso nicht mehr voll.”
“NENN MICH NICHT BABE!”
“Hey, think big, think sexy, think Hollywood. Es gibt doch auch was für die Kohle. Mein Kumpel Alex beschafft uns jeden Abend sechs Playboy-Playmates…”
“WAS?”
“Frauenquote, Sabinchen, Frauenquote… Und no Softdrinks. Bier gibt’s nur als Herrengedeck mit versenktem Enzian drin. Und der Text für die Einladung braucht mehr Drive. Schreib mal mit, Honey…”
“NENN MICH NICHT HONEY!”
“Anyway, also erstmal versetzen wir uns in die Situation der Kunden:
Stell Dir vor, Du bist im VIP Bereich der angesagtesten Münchner Clubs nach einem anstrengenden Tag mit viel essen, trinken und feiern auf der größten Party der Welt -> dem Oktoberfest”
Sabine tippt mit, ihr Kopf schütteln kann Lars nicht sehen.
“Und dann weiter… Ooooooo, das ist eine toooolle Ideehehehehe, Zuzana, jaaaahhaaaaaa, YESYESYES! DU BIST SO KREEEHAAAATIIIIIEEEEFFF!”
“Lars?”, fragt die Senior Consultant mit brüchiger Stimme.
“Huh, das war… anregend. OK, jetzt hab ich die richtige Wischen für das Ding. Schreib mit…”
Und schon am nächsten Morgen hat das Oktoberfest von Mediadonis und Quadzilla eine ganz neue Dimension angenommen:
“Stell Dir vor, Du bist im VIP Bereich der angesagtesten Münchner Clubs nach einem anstregenden Tag mit viel essen, trinken und feiern auf der größten Party der Welt -> dem Oktoberfest!
Du sitzt an einem Tisch mit Leuten wie mir, SEO-Legende Quadzilla, rSnake von ha.ckers.org und einigen weiteren internationalen SEOs und SuperAffiliates (da die Zeit knapp wird, bloggen wir es jetzt schon mal und machen die weiteren Leute sofort bekannt, wenn sie zusagen!). Zwischen uns SEOs werden 6 ehemalige Playmates im Dirndl sitzen, so dass auch eine gewissene Frauenquote gegeben ist
Der Alkohol wird in Strömen fließen, und die Leute werden redseliger werden, so dass bestimmt auch der ein oder andere gute Tipp verraten wird. Die Diskussionen werden sich darum drehen, wie man heutzutage wirklich noch viel Geld im Internet verdienen kann, und wie Dein Business bzw. Deine Seite im speziellen noch erfolgreicher werden kann!
That’s how we’ll roll at SEOktoberfest.
Letztes Jahr zum Oktoberfest war Quadzilla bei mir hier in München, und es war richtig geil! Und als Quadzilla vor 2 Wochen mich wieder hier besucht hat, kamen wir auf die Idee das SEOktoberfest zu veranstalten – 20 Leute aus dem Internetbusiness (davon 10 echte Experten aus der ganzen Welt, die man sonst nie in Deutschland zu Gesicht bekommen würde) auf der größten Party der Welt!
Die besten Tische in den besten Zelten (Hippodrom und Käfer!), VIP in den angesagtesten Clubs (z.B. das berühmte P1), Getränke und Essen bis zum Umfallen – alles inklusive, und natürlich neue Freunde und Ideen fürs eigene Business gewinnen – das ist die Essenz vom SEOktoberfest!
Die Motivation hinter dem SEOktoberfest ist eine “Konferenz” zu schaffen, die WIR besuchen wollen würden! So etwas gab es noch nie – Elite Retreat meets Oktoberfest! Und uns geht es nicht darum Geld damit zu verdienen, mit den 10 freien Plätzen werden exakt alle Kosten gedeckt werden! Würden wir Geld damit verdienen wollen, hätten wir es für mehr Leute ausgelegt – aber wir wollen das ganze klein & elitär halten, um Dir die beste Chance zu geben auch wirklich etwas für Dein Geld zu bekommen!
Bist Du dabei?
Die Kosten belaufen sich auf 5.000 Euro pro Person. Wenn Du Dir das nicht leisten kannst, dann ist das SEOktoberfest sowieso nichts für Dich…
Aber wenn Du schon Erfolg im Internet hast, und Dein Business einfach auf die nächste Ebene hieven willst, dann solltest Du Dir wirklich überlegen, ob das SEOktoberfest nicht etwas für Dich sein könnte…
Es gibt nur 10 freie Plätze!
Nochmal alle Fakten:
-> 24. und 25. September 2008
-> VIP Box an beiden Tagen im Hippodrom und dem Käfer
-> VIP After-Partys in den angesagtesten Clubs Münchens
-> Essen, Getränke, Restaurants etc. etc. alles inklusive
-> 1-on-1 Zeit mit den Experten soviel Du willst
Außerdem gibt es on-top noch 1 Jahr exklussiven Access zum SEO Blackhat Forum (kostet normalerweise $100 pro Monat!), und zwei Stunden Follow-Up Consulting mit Quadzilla und mir, so dass auch wirklich nichts im Alkoholrausch gelerntes wieder wirkungslos verpufft
Nur noch 60 Tage, dann geht´s los – also sei schnell und kontaktiere mich!
Sei dabei beim geilsten Event des Jahres, dem SEOktoberfest!”
(Vielen Dank für den Hinweis an Rentaseo.)
Weitere Abenteuer der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt:
Kurz vor Mitternacht
Koffeein-Schock
Mai-Ausflug
Frühlingsgefühle
Wahlkampf
Marcelinho
Arbeitsverweigerungskampf
High-Society
Verzweiflungstat
Frisches Blut
Niederschlag
Weibliche Waffen
Imagewandel
Vroni
Lingua franca
Angie
Dumm gelaufen
Neue Republik
PC-Maus
Gedanken eines Chefs
Rooobiiiiiieee
Daviiiiiiiid
Geliebte “Bunte”
Sich einfach zulassen
Ein fröhlich’ Lied
Backenfutter
Kaiserslautern
Have yourself a merry little christmas
DFB
Ein Prosit der Gemütlichkeit
Kollerkommunikation
Die Zahl des Monats
Job-TV 24
Valentinstag
Sepp Blatter
Neue Sanftmut
Street Credibility
Nike
James Bond
Rolling Stones
Eröffnungsspiel
Paris Hilton
Bunte Pillen
Sigmar Gabriel
Gastautorin
Jack Bauer
Second Life
Markus Schächter
KPMG
Keine Re-Publica
Biblische Gärten
Der Deutsche Direktmarketing-Verband
Weihnachtsfeier
Winterdepression
BMW
Ruhr hoch n
Kleingruppenhaltung










96 Kommentare zu “Oktoberfest in der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt”
Lustige Geschichte. Schön zu lesen
Lustige Geschichte.
@Bernie
…nur dass Sie sechs Monate zu spät kommen mit diesem Kommentar – auch schon aufgewacht?
“Mediadonis für arme kommentiert:”
[...] …da gibt es doch viel sinnlosere dinge die man in Deutschland unterlassen sollte z.b. Handelsblatt lesen.”
…oder einfach pubertierende Kindern (s. 99% aller Kommentare), die nichts besseres zu tun haben, als ihren geistigen Dünnschiss im Internet loszuwerden und von Sachlichkeit Lichtjahre entfernt sind, keine Plattform mehr zu bieten. Schade, dass man Artikel aus Blogs nicht einfach schließen kann wie einen Thread. Ich versuch’s mal, bin gespannt wie lange es dauert bis hier weiter geflamt wird. SEO-bitches
[closed]
Was ist denn hier los? Markus ist klasse. Er hilft auch Anfängern immer gerne und hat meinen absoluten Respekt.
Wow, die Untiefen des Sommerlochs bringen ja mal wieder abstrus-peinliche Diskussionen hervor – da kann man ja nur froh sein, keiner der “besten public SEOs” zu sein
Mein Tipp: gönnt euch doch alle mal 4 Wochen offline Urlaub – dann relativiert sich die Sicht auf den SEO-Käse vielleicht mal wieder etwas …
Der Artikel ist auf jeden Fall sehr witzig und hat es verdient kommentiert zu werden.
Beim kleinen Marcus hatte ich schon immer den Eindruck, dass er versucht das Niveau Herrn Bohlens zu erreichen. Und was soll ich sagen: Er ist auf dem besten Weg dorthin. Also, schön brav weitermachen, damit wir alle was zu lachen haben.
adele, euer artus
@NM rulzz: Werbelink? Das ist halt mein Blog…
und zu: “vereins- und -Geburtstagsjounalist” – stimmt, Geld verdienen kann man damit nicht. Wenn das aber keiner macht, haben wir bald wirklich nur noch die PR-Meldungen im Mash-Up-Format in der Zeitung.
Ach ja: HÄTTE ich die 5.000 Euro grad “rumliegen”, hätt ich mir schon lang ein Ticket gekauft. Warum? Just4Fun. Dann wär ich aber auch auf der SES in San Jose auch dabei (http://www.searchenginestrategies.com/sanjose/) Warum? Auch Just4Fun. Sind halt nette und aufgeschlossene Leute die SEOs.
Hallo SEOWoman,
verdient man als “Vereins- und 90-Geburtstags-Journalist” auf Zeilenhonorar (ab und zu auf Abruf) bei einem Ableger der Mittelbayerischen jetzt so viel, dass man sich 5.000 Euro leisten kann?
Vielleicht bist Du sogar einer der tandlerschen Top-SEOs? Das umfangreiche Wissen und die Erfahrungen seit … wie man hört 9 Monaten (?) … würde Dich da schon qualifizieren.
Übrigens gut getarnt, Dein Werbelink
*lol* Dabei sollte die Journalisten-Branche sich lieber um die eigene Kohle kümmern. Denn die stauben grad die Verlagsbosse ab und für Redaktionen, bzw. Freie Mitarbeiter bleibt kaum was übrig – oft werden wegfallende Stellen nicht mehr besetzt (http://www.news-aus-neumarkt.de/wem-gehort-die-suddeutsche-zeitung/). Wofür halten die Firmen sonst ihre PR-Abteilungen? Ist ja auch billiger die Marketing-Mitteilungen abzudrucken als echte Recherche zu betreiben – am Schluss würden Journalisten dabei noch irgendeinen “Dreck am Stecken” aufdecken. “Ne ne, die Journalisten lassen wir da lieber mal raus” mag sich mancher Verlagsboss denken.
Also können die Verlagsbosse Abends mit den Unternehmern gut auf Party (und Oktoberfeste) gehen und alle sind glücklich. Wenn da bloß nicht die SEOs und überhaupt die ganzen Blogger wären… In Frankreich sollen sich schon Journalisten zusammenschließen und eigene Blogs mit recherchierten Inhalten veröffentlichen, nachdem sie in ihren eigenen Blättern nur noch mit Maulkorb arbeiten dürfen (http://netzpolitik.org/2007/frankreich-journalisten-gegen-konzentrationseffekte/).
Ja, ich bin in beiden Branchen aktiv – Journalist UND SEOin. Beides erst seit 2007. Und ich glaube dass Journalismus und SEO Schnittmenge hat, weil die beste Plattform für gute Journalisten das Internet ist/wird, weil in den Print-Medien bald keine Meinung mehr gegönnt wird. Und die 5.000 Euro für SEOktoberfest sind halt einfach grad der Marktwert für dieses Internet-Insiderwissen.
Genial, das nenne ich Marketing. Schon lange keinen solchen Aufruhr mehr gesehen! Daran wird man sich in Jahren noch erinnern. Ich darf gratuilieren!
ja. über solche kommentare muss man sich nicht wundern, wenn man sich als journalist in einem seit monaten ausgetragenen streit instrumentalisieren lässt. mediadonis und süss können sich schon länger nicht ab.
Nun über die Fähigkeiten vom Macrus P. Tandler kann man die so viel nettes finden.
http://www.google.de/search?hl=de&q=Black-Hat-SEO
Ich würde sagen… Porsche mal wieder
richtige URL
http://polizist.in/archives/99-Erste-Bilder-vom-SEOktoberfest.html
Was für eine Posse – sind doch alle nur neidisch auf den Mediadonis
@Nico Oh, sind wir wieder unparteiisch
Du weisst ganz genau, dass Marcus mehr als umstritten in der Szene ist und viele mit seinem Fanclub (s. Besäufnis) nichts zu tun haben wollen und solche Events meiden. Es gibt ein paar hundert wirklich pofessionelle SEO in Deutschland, die werden wohl kaum unter den Mitläufern zu finden sein. Ausser Du willst die Jungs auf den Bildern als SEO-Prof bezeichnen.
Ein klein wenig Wahrnehmungsschwierigkeiten der Herr?
Ich empfehle auch zur allgemeinen Belustigung http://polizist.in
Vielen Dank für diese gelungene Unterhaltung sowie das Popcorn. :mampf: Alleine dieser Beitrag und die folgende Diskussion hat viele schlechtere Posts wettgemacht.
Hach, was ist der Wespenschwarm aufgeregt…
@Kein SEO: So ist es. Ich finde es höchst lustig, was hier derzeit abgeht. Allein schon Nicos Gebaren ist großartig. Mal schauen, ob dieser Eintrag die 300 Kommentare des “GNTM”-Artikels toppt.
Mit solchen “Events” demontiert sich die “Szene” schon selbst genug. Aber noch besser wird es durch die Kommentare hier.
Und da wundert man sich, dass SEOS in der realen Welt größtenteils als überbezahlte Spinner und Spammmer bezeichnet werden?
Vielleicht macht man aber sowas auch nur, weil die eigentliche Arbeit (das Optimieren) eben so unglamourös ist
oh oh, da reagiert aber jemand nicht mehr so souverän und lustig.
Meine Konzentrationsfähigkeit reicht dafür auf jeden Fall nicht. (Ein “Format” – was auch immer das bedeuten soll? Wahrscheinlich bedeutet ein “Format”, dass man sich ohne große Recherche auf Themen schmeisst, von denen man keine Ahnung hat. Mässig lustige Satire zur Präsentation der eigenen Unwissenheit hinsichtlich einem bestimmten Thema?)
Ich werde jetzt mal schnell mein Handelsblatt Abo stornieren, und leg mich dann wieder hin. Ist ja wirklich zu lächerlich was hier mittlerweile abgeht!
@Nico: Ich biete hier niemand eine Plattform. Und für alle, die es immer noch nicht begriffen haben. Die “Kleine PR-Agentur am Rande der Stadt” ist ein Format. Das können Sie der Liste von über 50 Geschichten entnehmen, die unter dem Artikel steht. Da könnte man sich Gedanken machen – wenn die Konzentrationsfähigkeit dazu reicht.
Soso, Herr Knüwer will sich jetzt näher mit dieser Branche beschäftigen. In Wirklichkeit hat er aber scheinbar noch nicht mal alle Kommentare gelesen, da er immer noch von einer “Oktoberfest-Saufereien mit Playmates” schreibt, und daher klar beweist, dass er den wahren Sinn dieser Veranstaltung noch nicht verstanden hat. Das sich ein Haufen junge erfolgreiche Geeks halt anders austauschen, als ne Horde journalistische Anzugträger (die wohl eher so Cocktail- & Schnittchen After-Work Partys bevorzugen) ist wohl schwer zu kapieren.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, denn wenn die Recherche dann wieder nur umfasst mit dem ursprünglichen Tippgeber Rentaseo zu reden, dann wird der nächste Beitrag über diese Branche auch nicht viel besser werden. Über polarisierende Figuren wie den Mediadonis wird dann lieber gedisst und gelacht, weil das ist ja auch viel einfacher, bzw. gibt er einem effekthaschenden Journalisten so schön viel Angriffsfläche (und lustigerweise macht er das sogar absichtlich, gerade weil er sich auch gern mal “zum Affen” macht, um augenzwinkernd darauf hinzuweisen, dass manche nicht alles so Ernst nehmen sollen)
Im Interview auf Turi2 (http://turi-2.blog.de/2008/07/17/interview2-thomas-knuewer-handelsblatt-4458626) gab Herr Knüwer noch an, dass “die meisten Menschen sind in gewissen Bereichen klüger als wir”, aber hier zieht er (ohne zu wissen, von wem er eigentlich schreibt) über eine der schillernsten Figuren dieser Branche vom Leder, OHNE eben anzuerkennen, dass dieser wohl klüger, als eben er selber hinsichtlich dieser Branche ist!
Die “Branche” (oder von den jüngeren auch “Szene” genannt) wird auf jeden Fall immer schlimmer derzeit. Da werden jeden Tag Grabenkämpfe ausgetragen, wie ja noch am Tag zuvor bspl. Rentaseo Matthias Süß mit einer seiner Verflossenen (die sich lustigerweise ebenfalls als SEO verdient). Auf jeden Fall geht es meist nicht mehr sachlich zur Sache. Hier wird sich nicht über Themen gestritten (was ja rein faktisch unmöglich ist in einer derartigen “Geheimwissenschaft” *winkmitdemzaunpfahl*), sondern lieber auf der persönlichen Ebene beleidigend gegeneinander geschossen.
Und das sich eben auch das Handelsblatt auf diese Ebene begibt, bzw. den ganzen Hassern und Neidern hier ein Forum bietet ist, ist wirklich mehr als bedauerlich!
Also, als SEO und Journalist/Buchautor, soviel dazu:
- Über den Artikel hier hab ich herzlich gelacht. Er hat zwar kaum etwas mit dem Gegenstand der Satire zu tun, passt aber gut zu den bei mir so beliebten Werbeagenturen.
- Ich schätze Mediadonis (nein, er hat mir keinen Backlink für dieses Posting versprochen *g*) und finde seine Idee grundsätzlich geil – auch wenn ich das ein oder andere aus meiner speziellen Sicht ein wenig in Frage stelle.
Macht euch alle locker, Jungs…
Ja, mit dieser Branche sollte man sich wirklich einmal beschäftigen. es gibt etliche seriöse Suchmaschinenoptimierer, welche eine sehr solide Arbeit abliefern, ohne den eigenen Stellenwert überzubewerten. Diese wissen, dass schlechter Content auch mit der besten Optimierung mit seriösen Mitteln nicht zu pushen ist.
Und dann gibt es diese SEO-Inzest-Szene, die inhaltsarme Beiträge in eigenen Blogs gegenseitig bejubelt (natürlich ohne “no-follow” Attribut, damit die Suchmaschinen viele Kanten erkennen) und in kollektive Weinerei verfällt, wenn Google “topical neighbourhoods” abstraft, die kaum “nach draußen” verlinken. Die sind es, welche in einem Besäufnis für 5000€ eine sinnvolle Seminarveranstaltung sehen. Der Sinn einer solchen Veranstaltung dürfte jedoch eher darin zu suchen sein, dass man ein bißchen von SEO zu SEO aus dem Nähkästchen plaudern kann und sich wieder ein bißchen in SEO-Inzest üben kann.
Leider sind die SEOs, welche sich auf ihren Pagerank einen runterholen diejenigen, welche am lautesten nach draußen schreien, wie toll sie doch sind und wie doof all jene sind, die sich in Sachen SEO zurückhalten (und mit einem Blog wie Deinem hoch gerankt zu werden, gehört eh verboten, das ist nur Glück!). Von den seriösen SEOs hört man leider kaum etwas, wahrscheinlich sind die auch mittlerweile peinlich berührt, wenn man sie nach ihrer Tätigkeit fragt und sie sagen eher etwas wie “standard- und suchmaschinenkonforme Analyse und Optimierung von Webseiten” als “SEO”.
Was sollen diese Sandkastenspiele? Marcus ist eine Rampen-Sau – im positiven Sinne des Wortes. Das kann er und versteht es, die Menschen zu unterhalten. Alle, die diese Art der Unterhaltung mögen, sollen das Oktoberfest – oder, wenn sie es sich nicht leisten können bzw. wollen – eine andere Veranstaltung besuchen, wo Marcus auftritt. Gelegenheiten gibt es genug. Alle anderen sollen sich ihre eigene Form der Unterhaltung suchen und den Party-SEOs ihren Spass gönnen.
@Jounalist, dessen Identität uns nichts angeht, und Thomas Knüwer: Auch wenn ich selbst aus dem journalistischen Bereich komme, frage ich mich ernsthaft, warum die Diskussionen hier nach einer Beschäftigung mit “dieser” Branche verlangen oder die Bilder einer Party nach getaner Arbeit peinlich sein sollen. Die Online-Branche ist bunt, manchmal schrill keinesfalls homogen und auf jeden Fall lebendig. Und das ist auch gut so. Für mich hört es sich ein wenig nach der Suche nach Skandälchen in der Politik an, mit denen dann eine ganze Berufsgruppe durch den Dreck gezogen wird. Das sollten Sie besser der Zeitung mit den vielen Fotos überlassen, die haben da viel mehr Erfahrung …
Linkbaiting betreibe ich? Ne, schon klar.
Diese Diskussion zeigt mir vor allem eines: Es wird Zeit, sich mit dieser Branche zu beschäftigen. Eine Branche, die bei Oktoberfest-Saufereien mit Playmates nicht über den Stil, sondern über den Preis diskutiert und deren Mitglieder, die mich nie zuvor kontaktiert haben, E-Mails schreiben wie “muss man jetzt schon im handelsblatt blog über sone scheisse lesen. vielen dank.” (ja, das ist der komplette Text), ist definitiv eine Betrachtung wert…
Was mich wirklich wundert:
Anscheinend verdient jede Dritte Kommentator so viel, dass 5.000 Euro locker aus der Portokasse zu zahlen sind. Auch wird der Nutzen der Teilnahme als so unermesslich hoch dargestellt.
Warum frage ich mich, warum sind dann nicht alle Karten sofort verkauft worden? Warum wird so massiv Werbung gemacht? Mit Rundmails, in Podcast etc.?
5000 Euro sind doch ein Klacks, liebe Kommentatoren und in einem Monat hat man diese vergnügungssteuerpflichtige Veranstaltung dank dieser Geheimtips, die man dort aufschnappen kann wieder herinnen.
Nur liebe Kommentatoren … warum hat sich keiner angemeldet? Sistrix sind als “Top SEO” (Zitat s.o.) geladen, bekommt – so vermute ich – entsprechende Aufwandsentschädigung. Aber die anderen …
Und ich muss sagen, dass ich von den Bildern schockiert bin, die unter der ein paar Kommentare weiter oben veröffentlichen URL zu finden sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass DAS die Top SEOs sein sollen!
Replikator Handelsblatt? Was haben wir morgen von diesem Text, der nur wieder eine Kopie von Gelesenem ist? Bei fraglicher Wertung.
Seit nun drei Tagen denke ich über diesen Post hier nach. Als zu bewertende Zahl stehen die 5.000 EUR. Eine Menge “Holz” in Deutschland. Viel kann man damit sogar weltweit erreichen. Nehme ich unsere Branche in Deutschland ins Visier, dann bestätigt sich mein Kalkül. Immerhin würden mich eine Teilanhme nach Steuern (leider Höchststeuersatz) mehr als die Hälfte netto kosten. Vielleicht sogar die ganzen 5.000 EUR, wenn dass Finanzamt keine Akzeptanz für Agenda und Sponsoring walten lassen will.
Der Reiz für solch ein Event ist zumindest da. Für unsere Agentur muss ich leider absagen, da es keine Garantie gibt, dass Kontakte und Infos sich rechnen. Aber hier geht es nicht um unser kleines Land und deren Kunden. Hier sind dann wohl “Internationals” am Start. Das Oktoberfest ist ein weltweites Spektakel.
Unter dem Mantel “SEO” sind da sicherlich auch Super-Affiliates aus US vertreten, die mit gleichem deutschen Aufwand locker mehr als das Zehnfache in den USA als Provision erzielen. Gefühlte Kosten wären es dann 500 EUR. Durchaus rentabel.
Perspektive Tellerand
Über die Teilnahmepreise wird hier geneidet. In anderen Ländern gelacht. Und dann ganz weit weg gestaunt. Herr Tandler ist kein Krösus ganzheitlich betrachtet. Never. Peinlich, dass die Ethik zur Bewertung seiner Kunstfigur hier angezweifelt wurde und schneiderische Theorien des Journalismus hier vollends versagen.
> vom deutschen SEO Nr.1 Sistrix ganz zu schweigen
??? Denn Sistrix kannste doch auf jedem drittklassigen SEO-Treffen finden. Und so sonderlich gerisse hat sich da noch niemand um ihn.
Ganz ohne Häme, Herr Knüwer .. die Geister, die ich rief ..
Hoffentlich passiert mir das mal nicht, dass ich so einen Haufen Scheiße aufrühre wie diese “SEO-Branche”.
Ich frage mich nur gerade, warum eigentlich soviel palawert wird. Meine Güte, wer die 5K ausgeben kann und will soll hingehen und das gesamte andere Fussvolk so einfach den schnabel halten. Nur weil ein SEO auf dem Oktoberfest eine Fete abzieht mit All-You-Can-Sauf und All-u-can-eat und der andere SEO seine Seminare für 100Euro im Oberpfälzer Wald verkloppen muss ich das kein Grund, um jetzt so einen Mist zu schreiben.
Wer kann der Kann, wenn der Oberpfälzer SEO Guru die Idee gehabt hatte, dann wären bestimmt die gleichen Kommentare aufgekommen? Gewiss nicht.
Also geht wieder zurück in Eure Artikelverzeichniss und tragt Eure Kunden ein… sie werden es verdient haben…..
Sistrix ist einer der besten SEOs Deutschlands???
Ich seh schon Andi, dass Du von nichts nen Plan hast!!!
Wo rankt Sistrix denn – frag Dich das mal!!!
Viel Spaß damit!
Berty
Thomas Knüwer starts Linkbaiting, und jeder halbwegs intelligente SEO sollte dies bemerkt haben, also was regt ihr euch so auf, wenn die Nachfrage da ist, soll er doch verlangen was er will, da gibt es doch viel sinnlosere dinge die man in Deutschland unterlassen sollte z.b. Handelsblatt lesen.
Apropos SEO Szene …
http://www.sexpuppen24.de/blog/pubcon-mein-einstieg-in-die-seo-welt/
Es lohnt sich nicht nur die Bildchen anzuschauen, sondern auch den Links im Text zu folgen
Sollte der Beitrag nun Satire sein? Ich habe den Eindruck der Autor kennt weder den Karikierten, noch die Branche genug, um sich darüber lustig machen zu können.
Habe nun, ach! Viellaber-Sophie,
Journalisterei und BlogZine,
Und leider auch SEOlogie!
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Thomas, heiße Knüwer gar,
Und ziehe schon an die zwehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Leser an der Nase herum -
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir [...]
Ne, datt wird zu traurig. Aber traurig ist auch so ein schäbiger Artikel. Die Absicht ist ja durchaus klar, aber wenn man irgendwas durch den Kakao ziehen oder karikieren will, muss man es mit Stil tun und, naja, einer besseren Schreibe. Da hör’ ich lieber dem Marcus ihm sein “genau” bei SEOFM, das ist treffender. Außerdem hat der ein besseres P/L, bei Dir kosten ja 2 Werbeanzeigen schon 5000 (ohne Playmetze).
Unglaublich dieses Geheule, als wird jemand dazu gezwungen, die 5k zu zahlen.
Im übrigen ist es immer wieder faszinierend, wie steuerbar das Volk der Schreiberlinge ist. Polarisiere ein wenig, und wirf ihnen ein appetitliches Häppchen vor den Latz. Der Rest folgt auf dem Fuße.
Hey Marcus, häng beim nächsten Mal am besten noch ‘ne “0″ an das Sümmchen ran, dann beißt auch die breite Masse der Textsklaven an…
Ich wollte das “Glückspiel” noch konkretisieren: Poker im Internet.
Dass sich Herr Tandler im doch sehr zwielichtigen Gewerbe des Glückspiels bewegt, auf “Events”, deren Veranstaltungsland sich danach richtet, ob deren “Stars” vom Flughafen weg verhaftet werden oder nicht, mag der ein oder andere als bezeichnend für die Person ansehen.
Es wurde noch Johannes Beus alias Sixtrix und Matthias Süß (rentaseo) genannt. Ich wurde mich über die beiden wirklich.
Den einen habe ich auf der SES gesprochen, den anderen bei einem Kamin-Gespräch getroffen. Herr Beus setzt seinen Ruf aufs Spiel, weil er an solchen “Hollywood”-Veranstaltungen teilnimmt und Herr Süß weil er solche Veranstaltungen durch seine Kritik daran erst bekannt macht.
Es bleibt ein Kopfschütteln.
Marcus T. das ist eine Deiner geilsten Marketing-Aktionen, die ich kenne – einfach köstlich! Und es gibt genügend Multiplikatoren, wie diesen Blog hier, die mithelfen, den Erfolg der Aktion zu sichern. Sehr geil!
In vielen Kommtaren erkennt man mal wieder ganz klar die Missgunst vieler Deutschen. Marcus und Sistrix gehören zu den besten SEOs in D. Und wie es nun mal so ist, gibt es in dieser Liga leider mehr Neider, als Gönner. Ich finde die Idee vom Oktoberfest klasse. Wann hat man sonst die Chance mit solch hochkarätigen SEOs sowohl zu feiern als auch über Tipps und Tricks zu quatschen? Nirgends! Aus dem Grund kann ich wirklich einige von euch nicht verstehen, die sich in zig Kommentaren über den angeblich “überteuerten” Preis auslassen. Wie Nico schon meinte… auf der SMX blättert man schnell genau so viel hin, darf sich dann aber verschiedene Vorträge nur anhören und hat keine Möglichkeit, Input für seine eigenen Projekte zu bekommen.
Die SEO-Branche ist halbseiden und operiert an der Schnittstelle zwischen “Geschäft” und “organisierter Kriminalität”, da passt eine solche Veranstaltung gut ins Bild, es ist zielgruppengerecht und passt auf das charakterliche Profil dieser Gestalten.
Popcorn, danke. *mampf, mampf*
Ist halt eine sehr inhomogene Branche, mit leider auch sehr viel Missgunst…
Aber gut, ich pushe es ja auch ein wenig mit der stark polarisierenden Kunstfigur des Mediadonis
Ich habs verdient
Und ich bin langsam begeistert, wie sich hier eine Branche selbst enthüllt, nur weil man ein kleines Satirchen schreibt. Popcorn noch jemand?
Sensationell wie sich hier Leute anmuten Dinge zu kommentieren von denen Sie keine Ahnung haben. Für Karten für ein Rolling Stones Konzert werden hunderte von Euros auf den Tisch gelegt und der Nutzen ist gleich 0.
Hier kann man mehr Nutzen als auf jedem anderen deutschen Event aus der Aktion ziehen und alles ist böse!
€ 5.000,-? Who cares? Wer bereit ist das Geld auszugeben weiss was er dafür bekommt!
@Frank: Die Sache ist für mich eigentlich abgeschlossen, aber bevor hier irgendwelche Fakten verdreht werden -> Es stimmt weder der Umfang meiner Tätigkeit für HB, noch der Name des Geburtstagskinds (Fe…)… Gestern hat nämlich A.H. gefeiert (fängt mich Fe ein Spitzname an, den ich nicht kenne?). Wenn Du mir ne eMail schreibst nenn ich Dir gern den richtigen Namen, bzw. würde mich interessieren wer den Fe ist, nicht das ich gestern nen Geburtstag verpennt habe…
@Walmo: Die Doppelcomments tun mir leid, aber im ersten Fall lags an der falschen Zwischenablage, und in den anderen Fällen (wie auch wieder eben gerade…) daran, dass Blogg.de scheinbar keine Anführungszeichen in den Comments zulässt, so bricht der Comment lustigerweise genau dort ab, wo man ein Anführungszeichen im Text hat… komische Sache. Sorry!