»Thomas Knüwer 23. July 2008, 18:30 Uhr

Die Affaire Hademar Bankhofer (Aktualisiert: WDR feuert Bankhofer)

Die meisten Menschen, ich gestehe: ich auch, finden ihn knuffig, den Hademar Bankhofer. Man darf ihn wohl als Deutschlands bekanntesten Ernährungsberater bezeichnen. Seit zwei Tagen aber muss er um seinen Ruf kämpfen. Denn man muss die Frage stellen: Hat Bankhofer im Rahmen des ARD-Frühstücksfernsehens PR für die Firma Klosterfrau betrieben?Die kurze Zeit, da ich über die Pharmabranche schrieb, ist lang vorbei. Ein Weblog, dessen Autoren sich aber richtig in diese Industrie verbeißen ist die Stationäre Aufnahme. Wenn Sie das Zusammenspiel von PR und Pharmabranche interessiert, finden Sie nirgends kundigere Geschichten als unter gesundheit.blogger.de.

Gemeinsam mit Boocompany hat Stationärsaufnahme-Blogger Hockeystick ein Video veröffentlicht, das Hademar Bankhofer in verschiedenen Sendungen zeigt:

Link: sevenload.com

(Nachtrag: Auch Sevenload meinte, wie Youtube, das Video löschen zu müssen. Weiterhin aber ist es bei Boocompany zu sehen.)

Konzentrieren wir uns bei diesen Beispielen auf das Thema Klostermelisse, die auch im sendungsbegleitenden Artikel auf der ARD-Homepage erwähnt wird.

Die Klostermelisse ist ein eingetragenes Markenzeichen der MCM Klosterfrau, dem Unternehmen, das Klosterfrau Melissengeist herstellt, wie in den Kommentaren bei Stationäre Aufnahme nachzulesen ist:

Registernummer/Aktenzeichen: 30166056.5
UG01 – Kurzer Überblick
Markentext: Klostermelisse
Markenform: Wortmarke
Inhaber: Maria Clementine Martin Klosterfrau Vertriebsgesellschaft mbH, 50670 Köln
Leitklasse: 05
Klassen: 05
Letzter Verfahrensstand: Marke eingetragen

Nur deshalb darf die Firma Klosterfrau auch behaupten, dass allein ihr Produkt Klostermelisse enthält.

Der Begriff der Klostermelisse dürfte in der Tat alt sein. Denn in “Irrungen und Wirrungen” schreibt Theodor Fontane:
“Lene bezwang nur mit Müh ihre Verlegenheit und bat, um wenigstens etwas zu sagen, um etwas Melissentee, Klostermelisse, wovon sie auch schon gehört habe.”

Allerdings: Dr. Alois Machalek, der wissenschaftliche Leiter des Wetterfühligkeits-Therapiezentrums Badgastein nennt in der “Ärzte Woche” als lateinischen Namen der Klostermelisse “Melissa officinalis”. Dies aber ist der schlichte Begriff für die Haus-und-Hof-Melisse. Oder ist auch er PR-beeinflusst?

Das unterschwellige Einbringen der Klostermelisse nämlich beherrscht die Firma Klosterfrau sehr gut. Nehmen wir nur die Apothekergärten, “ein Netzwerk von inzwischen ca. 20 Lehr- und Schaugärten für eine zeitgemäße Pflanzenheilkunde”. Circa? Hoffentlich sind Apotheker bei der Herstellung ihrer Medikamente korrekter als beim Zählen ihrer Gärten.

Zur Eröffnung eines neuen Apothekergartens in Bad Salzelmen lesen wir:
“Die vom Fördergremium “Der Apothekergarten” gewählte Wappenpflanze des Gesamtprojektes ist die Melisse (Melissa officinalis). In den Gärten ausgestellt wird die Klostermelisse, eine besonders wirkstoffreiche, von der Klosterfrauforschung entwickelte Hochleistungssorte.”

Ja, da schau her, welche Ehre. Überraschen kann das aber nicht. Denn:
“Verantwortlich für das didaktische Konzept, die Betreuung, den Ausbau und den Neuaufbau der Gärten zeichnen das Institut für Arzneipflanzenforschung und Phytotherapie, Apotheker Dr. Alexander Schenk/Havixbeck und Apotheker Dr. Jürgen Kreimeyer, Leitung Kommunikation Klosterfrau/Köln.”

Der WDR berät derzeit über die Sache. Eine Sprecherin sage mir, dass eventuell morgen eine Stellungnahme erfolgen könnte.

Die Firma Klosterfrau schreibt folgendes:

“Herr Bankhofer ist – wie auch diverse weitere Wissenschaftler, Mediziner und Pharmazeuten – seit geraumer Zeit beratend für unser Haus tätig. Er berät und informiert über weltweite Trends im Hinblick auf Gesundheitsthemen, Naturstoffe, Vitalstoffe, prophylaktische Maßnahmen und Studien, sowie darüber hinaus über innovative Zusammensetzungen, insbesondere naturbelassener Produkte.

Wir möchten in diesem Zusammenhang nachhaltig darauf hinweisen, dass mit Herrn Bankhofer keine weiteren Verträge bestehen; dieses bezieht sich insbesondere auch auf so genannte Werbe- und PR-Verträge.

Die vorliegende Zusammenarbeit als solche beruht logischerweise auf den langjährigen Erfahrungswerten von Herrn Bankhofer, die dieser auch ergänzend durch seine Vortragstätigkeiten in den USA einbringt.

Unabhängig davon stehen Herrn Bankhofer seitens des Hauses Klosterfrau die gleichen frei verfügbaren wissenschaftlichen Informationen zu Produkten oder Wirkstoffen zur Verfügung wie allen anderen Journalisten auch.

Abschließend wird unsererseits bekräftigt, dass Herr Bankhofer von uns nicht gezielt veranlasst wurde, Produkte oder Wirkstoffe unseres Hauses zu nennen.”

Und auch Hademar Bankhofer selbst hat mir geschrieben:

“Sehr geehrter Herr Knuewer,

ich bin sehr froh, daß Sie mir die Möglichkeit geben, eine Stellungnahme abzugeben zu diesem konstruierten, anonymen Angriff, was ich schon grundsätzlich feige finde. Das wirft ein schiefes Licht auf den Angreifer.

Ich bin entsetzt und erschüttert, wie man, um jemand abzuservieren, haarsträubende Kombinationen schafft. Ich habe nicht gewußt, daß man unter dem Mantel der Ethik so unseriöse und raffinierte Film-Collagen zusammenstellen kann.

Da tauchen immer wieder Hinweise auf das ARD Morgenmagazin auf, und im Grunde genommen wird nur ein ARD-Fall zitiert und der entbehrt jeder Grundlage. Wenn ich vor Jahren bei unserem Bericht von den deutschen Apothekergärten von einem, den ich nicht einmal selbst ausgesucht habe, live berichtet habe, dabei vor den Beschreibungstafeln der Kräuter stehe und bei einem Kraut “Klostermelisse” lese, die es wirklich als Zucht gibt, und ich sage das Wort “Klostermelisse” ist es an den Haaren herbeigezogen, hier Schleichwerbung vorzuwerfen. Die wäre stichhaltig, wenn ich A – Geld bekommen hätte und B – “Klosterfrau Melissengeist” gesagt hätte, was nicht der Fall war. Das Wort Klostermelisse ist doch mit keinem Produkt erkennbar verbunden. Wenn jemand in der Apotheke geht und nach der Klostermelisse verlangt, wird er einfach Melissentee kriegen, aber kaum eine Flasche Klosterfrau Melissengeist. Außerdem nennt die Firma Abtei ihre Kräuter ja aucn Klosterkräuter bzw Klostermedizin. Ich verstehe also die dramatische Erschütterung des Anklägers wirklich nicht.

Wenn in der Collage die Sendung “Spektrum Gesundheit” genannt und gezeigt wird, so möchte ich darauf hinweisen, daß schon vor Jahren die Süddeutsche Zeitung recherchiert hat und mich von Schuld freigeschrieben hat. Da muß es sogar bei der ARD Unterlagen geben. Außerdem: Warum darf eine Gesundheitsendung, in der ich übrigens gar nicht die Themen auswähle, nicht über ein neues Atemgerät berichten, das Menschen helfen kann?

Besonders dreist ist es aber, in diese “ Aufdeckungs-Collage” die Sendung “Die gesunde halbe Stunde” einzubinden , und zwar nur mit kurzen Segmenten. Bei dieser Sendung vom österreichischen ORF-Sender TW 1, der mit Deutschland absolut nichts zu tun hat, handelt es sich um ein Pilot-Projekt, das sich an die neuen Richtlinien der EU für gesponserte Sendungen hält und die streng von den Juristen des ORF überwacht wird. Da sind am Ende der Sendung die Sponsoren offengelegt. Das hat nichts mit mir zu tun. Ich moderiere die Sendung. Es ist wirklich unseriös, diese Sendung in den deutschen “Reigen” der Anschuldigungen einzuschmuggeln. Hier von Schleichwerbung zu reden, ist lächerlich.

Man braucht doch nur meine Auftritte im ARD Morgenmagazin der letzten Jahre anschauen. Da wird man nichts, absolut nichts finden.Auch das hat seinerzeit schon die Süddeutsche in einem Schreiben bestätigt.

Und nun zu Ihren Fragen:

1. Warum verwenden Sie wiederholt den Begriff “Klostermelisse”, wenn es sich dabei bekanntermaßen um einen Produktnamen und damit in diesem Kontext um Werbung handelt?

Ich verwende den Namen Klostermelisse – in der ARD fiel er vor 3 Jahren ein einziges Mal -, weil es sich um eine Züchtung handelt, die für die Arznei-Herstellung besonders viele Wirkstoffe enthält und die im Elbro-Delta gebaut wird. Diese Züchtung heißt eben so.

2. Stehen oder standen Sie mit den Züchtern oder Vertreibern dieses Krauts in irgendwelchen geschäftlichen Beziehungen?

Nein. Ich kenne die Leute nicht. Aber ich habe neben Salbei, Pfefferminze, Bohnenkraut und vielen anderen auch diese Melisse bei mir im Garten.

3. Wie verhält sich das mit den Produzenten oder Vertreibern jener Produkte, über die Sie mit Vertretern der Hersteller in jenen Sendungen diskutiert haben, deren Ausschnitte gerade in mehreren Weblogs zu sehen sind (u.a. BooCompany) – und warum verzichten Sie dabei auf Benennung von Konkurrenzprodukten?

Für die Sendung “Spektrum Gesundheit” werden Themen und Gäste nicht von mir, sondern von der Redaktion bestimmt und eingeteilt. Ich moderiere die Sendung, habe nur während des Interview Konakt zu meinen Studiogästen und kriege fürs Moderieren vom Sender mein Honorar. Aber: Wenn es ein neues Atemgerät gibt,so kann man ja keinen Mitbewerber nennen. Und ich sehe auch kein Problem, so ein neues Gerät, wie auch einen neuen Wirkstoff gegen eine Krankheit vorzustellen, solange ich kein Geld dafür nehme. Sie glauben doch nicht wirklich, daß ich ein Thema in eine so aufwendige Sendung ” hineinschmuggeln” könnte, wie sich das der kleine Maxi vorstellt.

Und wie gesagt: Es ist mehr als perfide, in diesen Block Szenen einer österreichischen Sendung einzubauen, die vom ORF-Sender TW 1 mit einer Produktionsfirma prodziert wird, wo wiederum ich nur moderiere und die Themen vorgegeben bekomme. Und wie gesagt:Es handelt sich um ein Projekt genau nach den neuen Sponsoring-Richtlinien der EU, die in Österreich anerkannt wurden und die von Juristen der Senders begleitet wird. Also kein Recht, von Schleichwerbung zu reden.

Mit einem Wort: Da ist jemand, der den Bankhofer weghaben will und der mit allen Tricks dafür auffährt… Mir würde sehr interessieren, wer dahinter steckt.

Abschließend darf ich Ihnen mitteilen und versichern, daß ich mit keiner Firma, die mit dem Thema Gesundheit – Nahrungsergänzungen und Arzneimittel – zu tun hat, einen Werbe- und P.R.-Vertrag habe. Und ich darf Ihnen auch versichern, daß ich für meine Arbeit im TV, Radio und Print von den Fernsehstationen, den Radiostationen und Zeitungen meine Honorare beziehe und von Seiten einer Firma für diese Arbeiten kein Geld geflossen ist.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Hademar Bankhofer”

Das alles klingt gut. Hat aber einen Schönheitsfehler. Auf den wies ich Bankhofer auch hin – die Exklusivität in der Verwendung jener ominösen Klostermelisse. Seine Antwort:

“Ganz ehrlich: Die Tatsache, daß das Wort Klostermelisse eine eingetragene Marke ist und daß Klosterfrau eine von vielen Firmen ist, die die Gärten fördert, ist mir jetzt erst im Zuge dieser Diskussion bekannt geworden. Ich weiß auch nicht, wie diese Förderng aussieht. Tut mir leid. Damit habe ich mich auch nie befaßt.

Und was die Pflanze betrifft,kann ich nur vermuten und raten: Da diese Melisse in Spanien in einem besonders sonnigen Gebiet wächst in der spanischen, besonders mineralstoffreichen Erde –wie sie ja auch in der Mancha zu finden ist -, hat sie meßbar vermutlich besonders intensive ätherische Öle, die ja aus Wasserstoff, Kohlenstoff und Sauestoff unter Mitwirkung von Chlorophyll und Sonne in der Pflanze produziert werden.”

Und so bleibt ein dummes Gefühl. Hat Bankhofer die Andrea Kiewel gemacht? Die Dementis von Seiten Bankhofers und der Klosterfrau sind das, was wir Journalisten “hart” nennen. Gleichzeitig gibt es die unbestreitbare Verbindung zwischen Bankhofer und der Klosterfrau. Und: Bankhofer macht eben auch PR für andere Produkte.

Die Affaire Bankhofer ist vielleicht nur die Geschichte eines liebenswerten Herren, der einfach alles für gut verkauft, wenn ihm es als gut verkauft wurde. Von einem, der den Überblick verloren hat. Das höchste Gut von Hademar Bankhofer war der Schein von Expertentum und Neutralität, mit denen er sich umgab. Es ist gut möglich, dass er diese Werte leichtfertig verspielt hat. Das finale Urteil aber ist noch nicht gefällt.

Nachtrag vom 24.7.: Das Video hatte zunächst eine falsche Quellenangabe. Das habe ich korrigiert.

Nachtrag vom 24.7.: Der WDR kündigt die Zusammenarbeit mit Bankhofer. Hier der Text:

“WDR beendet Zusammenarbeit mit Prof. Hademar Bankhofer

Köln, 24.07.08 – Der WDR hat seine Zusammenarbeit mit Prof. Hademar Bankhofer, der bislang als Gesundheitsexperte in der Service-Rubrik des ARD-Morgenmagazins tätig war, mit dem heutigen Tage beendet. Grund dafür ist der Anschein auf Schleichwerbung u.a. für Produkte aus dem Gesundheitsbereich. Zudem hat Prof. Bankhofer gegenüber dem WDR unterschiedliche Aussagen zu dem Sachverhalt gegeben.

Hademar Bankhofer hatte der Redaktion des ARD-Morgenmagazins gestern schriftlich versichert, dass er *mit keiner Firma, die mit dem Thema Gesundheit, Nahrungsergänzungen und Arzneimittel – zu tun hat, einen
Werbe- und PR-Vertrag habe und von Seiten einer Firma für seine Arbeiten kein Geld geflossen sei*.

Auf erneute Nachfrage des WDR bestätigte er heute, mit der Firma MCM Klosterfrau einen Beratervertrag abgeschlossen zu haben. Damit kann aus Sicht des WDR der Anschein von Schleichwerbung nicht ausgeschlossen werden. Nachdem vorgestern erste Hinweise auf Auffälligkeiten eingegangen waren, hat die Redaktionsleitung des ARD Morgenmagazins die Zusammenarbeit mit Hademar Bankhofer nach den heutigen Gesprächen beendet. Ungeachtet dessen wird der Sachverhalt im einzelnen noch aufgeklärt.

Dem WDR war der Beratervertrag nicht bekannt. An den Sender sind auch keinerlei Gelder geflossen.”

Mit dem Thema beschäftigt sich aus die neue Ausgabe der bel étage – noch mit altem Kenntnisstand:

»Thomas Knüwer 23. July 2008, 18:30 Uhr

    22 Kommentare zu “Die Affaire Hademar Bankhofer (Aktualisiert: WDR feuert Bankhofer)”


  1. Muster says:

    Der Abschied????
    Man beachte den Artikel “das müssen Sie hören”

    http://www.gesundheitswelten.com/presse.asp

  2. Seh geehrte Damen und Herren,
    zu dieser, für mich “Wortklauberei” ob nun Klosterfrau odere Melisse ist mir völlig “wurscht” wenn es mir helfen kann. Herr Prof. ist ein sehr kluger und beliebter Mensch und jetzt wird er so richtig abgekanzelt, man wollte ihn loswerden denke ich. Mir hat er jedenfalls das Leben gerettet, denn hätte ich seine Sendung 1999 nicht im ARD Morgenmagazin gesehen, wäre ich heute tot! Ich hatte einen sehr langen Leidensweg und hatte mich auf Umwegen versucht zu bedanken, da ich den Mann vorher kaum kannte. Er betreute mich in meiner schweren Zeit liebevoll, rief mich an, sprach mir Mut zu und besuchte mich sogar. Alles unentgeltlich! Natürlich ist es so im Leben, man kann nicht alle Menschen super finden, auch, wenn sie im Fernsehen zum größten Teil den Menschen helfen. Ich kann und will das alles nicht verstehen, denn so ein Mann hat bestimmt keine Veranlassung in allem einen finaziellen Gewinn zu sehen. Bin sehr enttäuscht vom Morgenmagazin und schaue es nicht mehr an!

  3. asklahre says:

    Spät kommt sie, die Genugtuung, aber sie kommt. Ich werde nie vergessen, wie mich Anfang 2002 der Unternehmenskommunikator von Klosterfrau mehrfach aus dem Auto in der Redaktion anrief und mir ins Ohr schrie, ich hätte jetzt die einmalige Gelegenheit, den Herrn “Professor” B. als Gesundheitsexperten für eine Telefonaktion, eine Kolumne oder am besten gleich für eine ganze Serie zu buchen. Die Penetranz dieses Mannes, fortan von mir nur noch Schreimeier genannt, war unerträglich. Ich weigerte mich hartnäckig (nicht nur in diesem Kontext), noch während der Probezeit wurde ich gefeuert.

  4. Thomas Schmitz says:

    So ganz “unfreiwillig” ist dieses Atemgerät ja wohl nicht in das Leben des Herrn B. getrteten, wie die Website des Herstellers beweist, wo sie erwähnen, dass er sich in seinem Buch lobend über das Gerät auslässt:
    http://www.atemluft.info/Bankhofer_schreibt_ueber_Airnergy.6186.0.html

  5. Avantgarde says:

    “Laut “SZ” empfahl Bankhofer den Fernsehzuschauern zum Beispiel die vermeintlichen Heilkräuter Klostermelisse und Königsartischocke. Klostermelisse werde von der MCM Klosterfrau angeboten. Die Königsartischocke ist ein eingetragener Markenname der Firma Hepar-SL forte, deren Webseite wiederum zur Klosterfrau Healthcare Group führt.”

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,568077,00.html
    Sagt SPON. Toll diese SZ. Was die alles rausfindet.

  6. Solon says:

    Der Spiegel muss sich halt an sein Glaubensdogma halten, dass Weblogs in Deutschland nicht relevant sind. Jeder braucht halt irgendetwas, woran er ganz fest glaubt. Für uns Außenstehende und Ungläubige mögen die Rituale und die Weltsicht von Spiegel.de-Redakteuren häufig seltsam erscheinen, aber wir haben letztlich kein Recht, den Spiegel.de-Redakteuren einfach so ihren Glauben und ihre Kultur der Weblog-Verachtung zu nehmen. Schließlich beruht vermutlich ein Großteil ihrer Identität auf diesem Glauben und wer weiß, ob die Spiegel.de-Redakteure noch handlungs- und lebensfähig wären, wenn man ihnen ihren schönen Glauben zerstören würde…

  7. marcus says:

    schön auch wie SpOn über die Geschichte berichtet ohne zu erwähnen wo sie losgetreten wurde. Qualitätsmedium galore.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,567864,00.html

  8. lupe says:

    Ich bin leicht übergewichtig. Nun weiß ich, warum: Ich habe noch nie von Herrn Bankhofer und seinen feinen Ratschlägen gehört. Hätte ich es getan, wäre ich bestimmt ein Nomalgewichtiger. Das macht mich sehr traurig.

  9. Früher wäre eine solche Story tot gewesen, weil man eben nichts nachweisen kann. Heute gibt es Blogs und man vergisst einfache Standards. Du hast nicht wirklich einen Beweis, sondern nur eine Vermutung. Früher hätte ein Chefredakteur gesagt: Dann bring mir einen Mitarbeiter von Klosterfrau, der das von mir aus anonym bestatigt. Heute wird einfach mal gebloggt. Aber wenigstens hast Du die Beteiligten zu Wort kommen lassen. Andere setzen sich selbst darüber hinweg.

  10. Wenn jemand seit “geraumer Zeit” beratend für das entsprechende Unternehmen tätig ist, dann kann er nicht darauf verweisen, vom Markenstatus der “Klostermelisse” nichts gewusst zu haben. Und wenn er glaubt, dass sich Schleichwerbung in profanem Bezahlen für das Nennen von Begriffen äussert, dann spielt der Herr “Professor” den naiven. Gerade in der unterschwelligen Suggestion liegt die Perfidität von Schleichwerbung.

    Ich glaube, dass man auch andere Heil- und Wohlfühlapostel einmal dringend untersuchen sollte, die teilweise seit Jahrzehnten in diversen – manchmal eigenen Sendungen – fast schamlos ihre kommerziellen Interessen hinter Ratgebertätigkeit verbrämen. Es kann sein, dass da der Herr “Professor” wie ein Waisenknabe abschneidet.

  11. Marcus says:

    Bankhofer sagt: “Das Wort Klostermelisse ist doch mit keinem Produkt erkennbar verbunden. Wenn jemand in der Apotheke geht und nach der Klostermelisse verlangt, wird er einfach Melissentee kriegen, aber kaum eine Flasche Klosterfrau Melissengeist.”

    Ich war heute in einer Apotheke und habe nach Klostermelisse und Königsartischocke gefragt: was wollten die Apotheker mir verkaufen?

    Könnt Ihr hier nachlesen:
    http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/07/herr-bankhofer-und-die-klostermelisse.php

  12. Robert says:

    Ergänzend vielleicht die Tatsache, dass HD als Dozent für Kommunikation an der Uni Leipzig tätig ist. Im Schwerpunkt PR.

  13. Marcus says:

    1. Es geht nicht nur um Klostermelisse. Bei der Königsartischocke ist es dasselbe Muster (eingetragenes Warenzeichen verbunden mit einem bestimmten Produkt Hepar SL)

    2. Und Bankhofer hat die Klostermelisse ja nicht nur im Moma vor Jahren erwähnt. Zuletzt erst hat er einen Artikel für die Programmzeitschrift rtv (Klostermelisse gegen Sommergrippe) veröffentlicht und es gibt ein Interview im Sächsischen Boten (ebenfalls Thema Sommergrippe). Dort nennt der fragende Redakteur dann zwischen den Erklärungen Bankhofers das Produkt Klosterfrau Melissengeist (hier dokumentiert:
    http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/07/blogger-bezichtigen-bankhofer-der-schleichwerbung.php)

  14. strappato says:

    Beim Wetrerfühligkeits-Doktor liest sich das Trainingsprogramm so:

    “Im Vordergrund der Phytotherapie stehen die wissenschaftlich geprüfte Anwendung der Melisse officinalis (Melissengeist nach dem Originalrezept der Klosterfrau Maria Clementine Martin)”. Das ist das Kölner Produkt.

  15. SvenR says:

    “Herr Bankhofer ist – wie auch diverse weitere Wissenschaftler, Mediziner und Pharmazeuten…” finde ich spaßig. Sollte es nicht “Professor Bankhofer” heißen, so viel Zeit müsste doch schon sein. Außerdem ist mir nicht bekannt, dass er ein Wissenschaftler, Mediziner oder Pharmazeut im engeren Sinne ist. Ich würde ihm das Label Gesundheitsjournalist und -autor geben.

    Aber das nur am Rande. Ich würde ihm gern glauben. Ich habe bei Stefan Niggemeier ja schon so argumentiert http://www.stefan-niggemeier.de/blog/hademar-bankhofer-der-melissa-mann/#comment-155923, dass er „Klostermelisse” so verwendt, wie ich „Tempo” oder „Fön”.

    Wie schön, dass Sie die ganze Bandbreite draufhaben: Vom Draufkloppen über differenziert darstellen bis hin zur feinen Ironie. Großes Lob.

  16. weltherrscher says:

    @saizew
    schön ruhig bleiben, nur nicht aufregen. trink doch mal etwas klostermelisse, soll total beruhigen..

  17. strappato says:

    Das video ist von “hockeystick” gemeinsam mit Boocomany. Es wurde auf dem Blog “Stationäre Aufnahme” veröffentlicht.

    Es ist in der Tat schwierig, bei Bankhofer die Tätigkeit als Moderator/Journalist/Autor/Berater und die Tätigkeit als PR-Ikone zu trennen. Für die Klosterfrau Healthcare Group ist er werbend tätig

    Das könnte jedoch auch Klosterfrau mit einem Vermarkter vereinbart haben, wie die Columbus Webservice GbR, die laut Impressum Werbung für die Internetseite bankhofers-gesundheitstipps.de verkauft, darunter auch “Advertorials”, die nicht gekennzeichnet werden. Auch an Klosterfrau

    Es ist schwer da den Überblick zu gewinnen. Wenn er mit keiner Firma einen Werbevertrag hat, würde ich ab seiner stelle z.B. das Unternehmen BODYTECT GmbH verklagen, für das mit ihm als Testemonial heute eine PR-Pressemitteilung herausgegeben wurde – mit Hinweis auf das Internetangebot unter Bankhofers Namen.

    Sehr schwierig…

  18. saizew says:

    @weltherrscher

    Gut, das man zum kommentieren vorher nicht recherchieren braucht, nicht wahr? Vielleicht mal ein bisschen mehr in der stationären aufnahme lesen, bevor du hier sowas absonderst von “unrecherchiert” und so….

  19. weltherrscher says:

    schade!
    ich finde herrn bankhofer einfach nur “knuffig”. er ist megasymphatisch, kommt natürlich rüber, man glaubt ihm schlicht.

    ich hoffe mal, auch für mich und meinen glauben an die menschheit, dass es tatsächlich so ist, wie herr bankhofer geschrieben hatte.

    und wenn ich länger drüber nachdenke, finde ich durchaus, dass vielleicht der falsche getroffen wurde, nur um der ARD was vor die füsse zu werfen aka ein fass aufzumachen. muss das sein? kann man einen netten herren nicht einfach einen netten herren sein lassen? es gibt eh schon viel zu wenig interessante menschen im TV. muss man dann die wenigen, ob mit oder ohne fehlern, anklagen? zudem auch noch relativ unrecherchiert (gilt nicht für dich thommas)?

    man, man, man..hauptsache auflage, oder wie? ist das jetzt auch schon in den blogs angekommen?
    schade!

    ich frage mich gerade auch, was von beiden dingen eigentlich schlimmer ist?

  20. Fritz says:

    Heute schon Pommes rot-weiss gefrühstückt?

    Der Gesundheitswahn zieht wohlfeile Kreise in der ARD ??

  21. Tobias says:

    Aber eine Affaire ist im Deutschen eine Affäre. Und ein Portrait ein Porträt. Wollte ich jetzt mal loswerden, weil das hier (und nicht nur hier) andauernd falsch steht. Nur weil man es im Französischen anders schreibt, schreibt man es im Deutschen noch lange nicht so. Einfach mal in den Duden schauen ;-)

    Aber ansonsten: Schön, dass hier auch mal die andere Seite zu Wort kam.