»Thomas Knüwer 14. July 2008, 16:39 Uhr

Gute Reise, Peter Müller!

Heißen Sie Müller, Meier, Schulte oder Schmidt? Haben Sie Lust, ein paar Tage frei zu nehmen? Irgendwohin zu fliegen? Dann gehen Sie einfach mal zum Flughafen und holen sich Ihre Bordkarte bei Air Berlin ab. Gut, es gibt einen Nachteil: Jemand anders, der den Flug bezahlt hat, bleibt daheim.Also irgendwie bin ich ja schon stolz wie Bolle. Kürzlich hielt ich einen Vortrag über dieses ganze Internet-Zeugs und Martin Richter, der im Podium saß, hat daraufhin das Bloggen angefangen. Und nicht nur das: Er hat gleich mal einen Treffer in Sachen Einträge gelandet.

Die Geschichte, die er erzählt, ist mundnichtmehrzukriegend. Denn offensichtlich ist es zwar dringend nötig, sich am Flughafen entwürdigenden Sicherheitskontrollen zu unterziehen, sich Schuhen und Gürtel zu entledigen. Aber wer dann da im Flugzeug sitzt – das ist weniger wichtig.

Wer bei Air Berlin seine Bordkarte mit dem Personalausweis abholt, kann sein blaues Wunder erleben. Denn die Check-In-Automaten der Airline lesen nur seinen Nachnamen und die ersten drei Buchstaben des Vornamens ein. Somit bekam Martin Richter die Flüge von Martina Richter angezeigt – und konnte zumindest in einem Fall auch die Bordkarte dazu abholen.

Richter fragte nach (Diesen Satz notiert sich bitte mal die Blogger-recherchieren-nicht-Fraktion). Und erhielt einiges an Stottern und müden Rechtfertigungen.

Mir gegenüber meinte Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel, Richter sein ein “Extremfall”. Eigentlich dürfe das nicht gehen mit dem Bordkarten-Abholen. Aber das Verfahren sei ja genehmigt vom Luftfahrtbundesamt. Und die Lufthansa mache das auch so.

Das aber ist nicht ganz korrekt. Bei der Lufthansa muss der Fluggast zusätzlich seinen Buchungscode eingeben. Und somit werden ihm keine fremden Flüge angezeigt. Und auch die Rechtfertigung Air Berlins, Bordkarten ließen sich einfach mit der Scheck- oder Meilenkarte abholen, zieht nicht ganz: In diesen Fällen muss man dem anderen, wollte man in seinem Namen fliegen, erst etwas entwenden. Bei Air Berlin muss man das nicht – das ist durchaus ein Unterschied.

Trotzdem sieht Hauptvogel aber keine Probleme bei dem Verfahren. Er forderte mich auf, ein Szenario zu nennen, bei dem diese Sache eine Gefahr darstelle. Offensichtlich ist bei Air Berlin Sicherheit gleichgesetzt mit der eigenen Vorstellungskraft.

»Thomas Knüwer 14. July 2008, 16:39 Uhr

    33 Kommentare zu “Gute Reise, Peter Müller!”


  1. Herr Fauhli says:

    @Ralph Schneider:

    völlig deiner Meinung. Und anstatt sich hier kindergarten-like wegen irgendwelchem pipapo an den Kragen zu gehen, sollte man wirklich einmal darüber nachdenken, ob und wie sehr man sich selbst ärgern würde, wenn das teure flugticket in die usa (–>Frau Feli:) einfach weg ist und der Nachbar, der zufällig den gleichen namen hat, damit ein paar schöne tage hat.
    Zum Thema Nagelpfeile kann ich nur sagen, dass falls jemand wirklich etwas “böses” im sinn haben sollte, er sich garantiert auch nicht davon abhälten lässt, weil er nur noch x ml mitnehmen darf. Soweit ich weiss gibt es durchaus auch sprengstoffe, die in der erlaubten Menge erheblichen schaden anrichten können…

  2. *Gelöscht* says:

    ***Hier stand ein ausschließlich beleidigender Kommentar.***

  3. Ralph Schneider says:

    @Herr ich: Muss jetzt doch noch meinen Senf dazugeben.
    1.) Selbst anonym zu stänkern und dann zu behaupten, das sei Blogger-Stil, ist so ziemlich das letzte.

    2.) Für die Vermeldung des Sachverhalts, dass bei Air Berlin Bordkarten fälschlicherweise an Kunden mit identischem Namen herausgegeben werden können, reicht Knüwers Recherche vollkommen aus. Er hat die Information des Herrn Richter gecheckt, indem er selbst bei Air Berlin angerufen hat und eine fast identische Antwort bekam, die den Fall bestätigte. Anders wäre es, wenn Herr Hauptvogel etwas Widersprüchliches ausgesagt hätte – dann hätte Knüwer den Widersprüchen auf den Grund gehen müssen.

    3.)Es lassen sich durchaus Szenarien denken, in denen die laxe Handhabung bei Air Berlin problematisch ist. Dabei sehe ich nicht so sehr die Sicherheitsgefährdung als den Ärger, den Kunden haben können, wenn ein Ticket auf diese Weise an den Falschen ging.
    Interessant finde ich aber die Haltung des Air-Berlin-Sprechers, der den Anruf des Kunden offenbar nicht als wertvollen Hinweis auf ein Problem sieht, sondern diesen eher abwimmelt. Bezeichnend auch, dass das Kontaktformular gar nicht funktioniert. Um so wichtiger finde ich es, dass so ein Fall in die Presse kommt und die Firma auf diesem Weg vielleicht dazu gebracht wird, den Missstand zu beseitigen.

  4. Frau Feli says:

    PS @ niels: ziehe Gedanken zurück (Info -> verantwortlich handeln?!). Nur komisch, dass es dazu keinen Aufschrei von allen Seiten gibt. Selbst nach dem Artikel von Thomas Knüwer (Mit Berlin-Ticket nach Griechenland). Vielleicht muss es erst wieder irgendeinem B-Promi passieren, damit auch andere Medien darauf aufmerksam werden.

  5. Frau Feli says:

    @ niels: Faszierend! Oder eher erschreckend?! Ich werde, wenn ich das nächste mal zu lange am Flughafen stehe, mal schauen, wie weit ich komme!;)
    (Ich frag mich gerade, ob es zu verantworten ist die Info überhaupt ins Netz zu stellen..? Es gibt ja genug Nerds, die das wirklich tun würden und nicht so schnell nach Hause müssen wie wir…)

    Außerdem: Seit 5 Jahren fliegen ich im Schnitt einmal jährlich in die USA, fast nie non-stop. Das Thema “Sicherheit: Schuhe aus, Gürtel aus und Mund auf”, kann ich nur belächeln: Ich nehmen aus Überzeugung — und im Zweifelsfall zum Selbstschutz ;-) — immer eine Nagelpfeile mit an Bord.
    Ich brauch sie überhaupt nicht, aber ich freu mich jedesmal, wenn ich wieder durch die Kontrolle gekommen. Und sie liegt jedes mal in der Seitentasche meiner Handtasche, nicht aufwendig versteckt. Wenn man mich jemals erwischt, wede ich sie übrigens ohne großes Theater abgeben.
    Aus New York durfte ich neulich auch eine Flasche Sprite mit an Bord nehmen.:)

  6. niels says:

    Was das Lufthansa-Etixen angeht, habe ich im letzten Sommer das hier erlebt:

    Vergangenes Wochenende war ich in Budapest und wartete Sonntag mittag auf meinen Suisse-Flug Richtung Heimat. Weil noch kein Checkin-Counter bekanntgegeben war und ich sowieso ein Spielkalb bin, was Computertech- nologie und ähnliches Zeug angeht, wollte ich ausprobieren, ob man Suisse-Flüge auch am Lufthansa-Automaten einchecken kann – gehören ja schließlich zur selben Familie.

    Der Automat verlangt bekanntlich erst Ticket oder die bei Buchung als ID angegebene Kreditkarte und dann Buchungsnummer oder erstes Flugziel der einzucheckenden Verbindung. Weil wir ein papierloses Ticket hatten, habe ich die Kreditkarte reingeschoben. Weder mit “Zürich” noch mit dem Buchungscode kam ich weiter, also habe ich spaßeshalber das endgültige Ziel “Hamburg” eingegeben und siehe da – der Automat bat mich, den Checkin-Vorgang zu bestätigen.

    Der Haken dabei: Weder Vorname noch Flugdaten stimmten. Offenbar hatte der Automat von meiner Kreditkarte nicht die Nummer ausgewertet -wie ich das beim Eticketing vermutet hätte-, sondern nur den Nachnamen. Karl Bock* hätte sich sicher gewundert, wenn man ihm abends erzählt hätte, daß er keine Bordkarte kriegt, weil er schon eingecheckt ist.

    _____________
    *Vorname geändert.

  7. Youngster says:

    @all: Diese Diskussion führt doch zu nichts. Reden wir über etwas “angenehmeres”… wie wäre es mit Tour de France und Doping? ;-)

  8. ich says:

    Mal geben sich die anderen einfach mehr Mühe. In meinem Job muss man sich auch anstrengen. Mal schnappen einen die anderen halt die Aufträge weg, ist da auch keine passende Erklärung. Aber das Problem betrifft ja nunmal die ganze Wirtschaft. Wenn die Mitarbeiter den Erfolg nicht direkt im eigenen Portemonee spüren, motiviert das einfach zu wenig. In Konferenzen sitzen, im Internet surfen ist manchmal eben viel angenehmer als zu arbeiten (und damit meine ich nun wirklich nicht Sie persönlich).

  9. Nur hat das mit dem Thema hier nichts zu tun. Mal ist die FT vorn, mal wir. So ist das Geschäft…

  10. ich says:

    @Knüwer: Naja und wenn der gegenüber beleidigend wird und so aufgeregt schreibt, dass er Buchstaben verschluckt, dann hat man wohl Recht gehabt. Ist schon doof, wenn die anderen die besseren Geschichten haben.

  11. SvenR says:

    @ Ned:

    Schweden ist meines Wissens nach seit 1996 Schengen-Staat, somit braucht’s keine Passkontrolle. Die wirklich bösen Buben bekommt man sowieso nicht mit Passkontrollen an Passagierflughäfen. Glauben Sie mir, Schengen ist klasse.

    Ich war diese Jahr gefühlte 100 mal in London (FRA-LCY). Da muss man seinen Pass beim Gepäck aufgeben, beim zur Sicherheitskontrolle gehen, einem deutschen Zöllner, vorm Einsteigen in den Bus, einem englischen Zöllner und im Zweifel noch mal der englischen Polizei zeigen. Außer Zoll und Polizei wollen alle auch noch die Boardkarte sehen, nach dem Einsteigen in Flugzeug auch die Purser nochmal bevor man sich hinsetzen darf. Zurück verhält es sich spiegelbildlich.

  12. @ich: Und es gibt Vergleich, die so was von dumm sind…

  13. Ned says:

    Sicherheit? Dazu fällt mir spontan auch etwas ein. Ich bin vor einigen Wochen mit Air Berlin nach Schweden geflogen und habe dabei meine Bordkarte und die meiner Begleitung ebenfalls per “Automat” mit meinem Ausweis erhalten. Eine weitere Personenkontrolle fand danach nicht mehr statt. Ich hätte die Bordkarte also jedem umherstehenden Menschen in die Hand drücken können und der wäre dann an meiner Stelle einfach so nach Schweden eingereist. Ob nun EU-Bürger gesuchter Verbrecher, illegaler Immigrant oder nicht.

  14. ich says:

    Naja eventuell schon, immerhin könnte ja auch ein Fabrikationsfehler dahinter stecken und eine gute Geschichte locken. Aber naja, ist ja alles nur meine Meinung.

    Bei so einer Einstellung muss sich aber niemand wundern, wenn eine Geschichte wie die Conti-Übernahme von der britischen FT ausgegraben wird und das Handelsblatt und Co. mal wieder leer ausgehen!

  15. @Ich: Man kann eine Recherche auch übertreiben. Flughafenmitarbeiter befragen? Ich bitte Sie. Diese Sache ist eine Petitesse und keine große Reportage. Der Zusammenhang ist erklärt, die Beteiligten sind befragt. Mehr ist für ein solches Geschichtchen auch nicht nötig. Man befragt auch nicht bei einer Geschichte über einen Autounfall den Hersteller des Autos.

  16. ich says:

    PS:

    Herr Knüwer hat dazu ja auch noch einen Artikel verfasst: http://www.handelsblatt.com/journal/business-travel/mit-berlin-ticket-nach-griechenland;2011691

    Habe ich gerade erst gesehen, aber wie befürchtet: Schön einfach gemacht, nur wiedererzählt, was der Blogger erzählt hat. DAZU brauche ich keinen Journalist, Blogs lesen kann ich alleine!!!

  17. ich says:

    @ Pechmann: Zu 1.: Auf die Frage von Herrn Knüwer eingehen? Wenn Herr Knüwer nach etwas Bedenkzeit ursprüngliche Antworten noch erweitert, bekomme ich das halt nicht mit. Kann ja nicht damit rechnen, dass er noch nach einer Denkpause nachlegt.

    2. Rumstänkern ist doch gerade bei Bloggern beliebt, nur in ihren Kommentaren haben es die Möchte-Gern-A-Blogger nicht so gern.

    3. Ich habe nie gesagt, dass das Telefon nicht zur Recherche gehört, sorgfältiges Lesen aber sicher auch :-)

    4. 5 Dinge sollten jawohl jedem normalen Menschen einfallen: Martin Richter hat ja zumindest schon einmal Beweise gesichert. Für einen Blogger ist das ja auch ausreichend genug – habe ich nie etwas gegen gesagt. Herr Knüwer, der aber nun einmal als Journalist arbeitet, hätte da doch durchaus etwas mehr Kreativität entfalten können (Mal bei der Konkurrenz nachhören, was die so sagen; eventuell mal das “normale” Flughafenpersonal befragen; den Hersteller deratiger Maschinen kontaktieren, und und und.

    PS: Wie gesagt, ich bin KEIN Journalist, wer einer ist, sollte seinen Job aber ernst nehmen. Das ist nunmal meine Meinung und dazu stehe ich. Zumindest eine so genannte “Zweite Quelle” wäre doch auch bei Herrn Knüwer drin sein müssen.

  18. Herr Schmidt says:

    Gut, damit wäre dann ja wohl mein diesjähriger Urlaub gesichert. ^^

  19. @ich: Wie wäre es, wenn Sie erstmal auf die Frage von Herrn Knüwer eingehen? Ist gar nicht so leicht wenn man einfach nur Stunk machen will, was?
    Mal eine Frage: Wenn eine Telefonat nicht zur Recherche gehört, was ist es denn dann?

    Und bitte nennen Sie mir doch einmal die 5 Dinge (natürlich unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt betrachtet), die Ihnen spontan einfallen. Ich bin gespannt.

  20. Sven Türpe says:

    Bei welchem Szenario *stellt* es denn nun eine Gefahr dar und welchen Sicherheits-Overhead ist deren Abwehr wert? Welche Maßnahmen wären konkret angezeigt und welche Nebenwirkungen hätten sie?

  21. fees says:

    bei der lufthansa gibts 2 arten von elektronischen checkin.
    1. auf miles&more oder kreditkarte (das ticket wird beim ausstellen darauf geladen).
    2. auf pass/perso damit kann man nur am schalter seine bordkarte abholen.
    in beiden fällen braucht man keinen buchungscode.

  22. Gruss

    Ich habe mir sagen lassen, dass man heutzutage die
    Kunstpflanzen und Kunstpalmen nicht mehr von echten Pflanzen
    unterscheiden kann. Ich nehme nun die wunderbaren Exemplare von Sunrise.

    Kunstpflanzen

    Sunrise.de Kunstpflanzen sollen mit die besten sein.
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    ( Sunrise Echtblattpalmen)

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  23. Volker says:

    ..zumindest führt es die amerikanischen passierdatenbanken ad absurdum.

  24. Vetter Itt says:

    @Christian

    soweit ich informiert bin, reicht bei LH Flügen nicht das bloße vorlegen von Pass/Perso, zumindest der Buchungscode ist zwingend notwendig (alternativ auch Kreditkarte /M&M Karte mit der gebucht wurde).

  25. Stefan says:

    Beängstigend… vor allem für jene mit “handelsüblichen” Namen.

    @Herr ich: Ein netter Schlag gegen den verkommenen deutschen Journalismus. Pausalisieren macht das Leben so viel leichter. ;)

  26. Christian says:

    Sind Sie sicher, dass man bei der Lufthansa den Buchungscode eingeben muss? Ich meine, das Ticket mal ohne gekriegt zu haben. Aber bin mir nicht sicher.

  27. Anderer Gregor says:

    Szenarien? Oooch …

    1) Der Spontanurlauber: Wem eventueller Aerger egal ist, und wer einfach mal “irgendwo hin” will, kann — bei haeufigem Nachnamen — einfach mal hin und wieder beim Flughafen vorbeischauen und schauen, ob es gerade was im Angebot gibt. Aerger gibt es halt nur, wenn sich der Zielflughafen/Air Berlin die Arbeit machen, *alle* Passagiere zu kontrollieren.

    2) “Hoppla”. Wer einen sehr haeufigen Namen hat, koennte es sogar riskieren, einfach irgend einen Billigflug nach Hintertupfingen zu buchen, und am Abflugtag nachschauen, ob es nicht was Besseres gibt. “Woher soll ich denn wissen, dass das das falsche Ticket war? Der Name stimmt doch, die Codes kann sich eh keiner merken, und ich hab nur auf das Gate geguckt.” Mit etwas Glueck bemerkt’s der edle Spender auch erst in Hintertupfingen … oder die freundliche Dame am Schalter korrigiert den Irrtum fuer ihn.

    3) “Hier geht gar nix mehr”
    Einfach zwei Koffer Backsteine, Elektroschrott etc. fremd einchecken, nach Hause gehen, und das Radio einschalten …

    Und das sind nur die ersten drei Szenarien, die mir eingefallen sind … (1) wird mit Sicherheit irgendwann von nem experimentierfreudigen Jugendlichen ausprobiert, und (3) ist (dank der momentanen Sicherheitsparanoia) durchaus als DOS sicherheitsrelevant …

    Und wenn mir schon sowas einfaellt, werden Kriminelle in der naechsten Zeit sicherlich noch mehr Ideen haben …

  28. Recherche? Klar. Ich kann die Mail an Air Berlin vorlegen. Ich kann die Antwort vorlegen und ich habe ein Foto gemacht von der Buchung von Marieluise. Reicht das als Beweis?

    Innerdeutsch wird keine Ausweiskontrolle gemacht.

    Aber die Frage, die sich stellt, muß doch eigentlich lauten: Ein Amt gibt ein Verfahren frei, muß ich deshalb das verantwortliche Handeln mit Daten jeglicher Art einstellen?

  29. ich says:

    Herr Knüwer, es ist doch einfach ein Fakt, dass Journalisten heute kaum mehr recherchieren und Blogger dies erst recht nicht tun. Ich finde es eher erschreckend, dass Ihnen bis auf den Anruf auch nicht mehr einfällt – und wenn es dann heißt, dazu sagen wir nichts, geben Sie direkt auf?! Ich bin kein Journalist, mir fallen aber noch auf Anhieb mindestens 5 Dinge ein, die ich gemacht hätte, um mehr herauszufinden – aber das ist Ihnen wohl zu kompliziert. Am Schreibtisch arbeitet es sich in den deutschen Redaktionen wohl doch am besten.

    Einen schönen Abend

  30. Macbeth says:

    Wirklich sicherheitsrelevant ist das nicht. Die Ausreisekontrolle (zur Abwehr von Fluchtversuchen etc.) ist eh an den Ausweis geknüpft, und wenn man den richtig gefälscht hat, kann man auch bisher gut das Land verlassen. Nur zahlen muss man dann selbst.

    Auch bezüglich möglichem Terrorismus sehe ich kein Problem. Wer im Flugzeug sitzt ist doch eigentlich egal, durch die Sicherheitskontrolle müssen alle.

    Zudem teile ich eh die weit verbreitete Meinung, die Hysterie rund um’s Fliegen (siehe: Schuhkontrolle, Krieg gegen Flüssigkeiten) ist übertrieben. Wie sollen wir die Sicherheitsbehörden jemals zur Vernunft bringen, wenn wir die Sicherheitskeule auch jedes mal als Totschlagargument rausholen?

    Alles was also möglich ist, ist jemanden um seinen Flug zu bringen. Dieser zurückgelassene Passagier wird sich aber mit ziemlich Sicherheit beschweren, sodass schon am Ankunftsflughafen die Polizei auf den Falschen Herrn Schmidt warten dürfte. Das Risiko wäre mir zu hoch.

  31. Youngster says:

    Man soll ein Szenario nennen? Pass fälschen (das können die schweren Jungs unter uns sicher) und dann ab zum Flughafen. Hans Müllers oder Stefan Meiers sowie Martin Wagners gibt es wie Sand am Meer…

  32. @ich: Ach, Herr ich – was hätten Sie denn gerne noch mehr gehabt an Recherche?

    Dies ist für mich ein typisches Beispiel für das, was Dan Gilmor “Random acts of journalism” nennt. Man sieht ein interessantes Thema, hakt als normaler Mensch nach – und bekommt eine Auskunft, die bei einem Journalisten auch nicht großartuig anders ausgefallen wäre.

    Im Gegenteil: Hauptvogel wollte mir gegenüber nicht einmal die Zahl der Buchstaben nennen, die im Vornamen identisch sein muss. Das sei sicherheitsrelevant. Ein Nicht-Journalist kam in diesem Fall sogar weiter.

  33. ich says:

    Ich lach mich schlapp Herr Knüwer,

    da schafft es mal ein Blogger zum Telefon zu greifen und Sie machen das zum Beweis dafür, dass Blogger auch mal recherchieren nicht. Wenn bei Ihnen ein Telefonat schon eine richtige Recherche ist, sollten Sie den Job einfach direkt aufgeben!

    Schönen Tag noch!