»Thomas Knüwer 16. April 2008, 18:01 Uhr

Gehen Sie in das Gefängnis und ziehen Sie ein Twitter ein

Warum ist es so toll, sich mit dem Internet zu beschäftigen, sich dort zu tummeln und zu kommunizieren und so viel Zeit zu investieren? Weil Geschichten passieren wie die von James Karl Buck, einem Amerikaner, der in Ägypten verhaftet wurde. Ja, nochmal Twitter. Einfach, weil mir die Geschichte gerade vor die Augen gefallen ist. Aber keine Sorge, ich schreib auch noch über andere Dinge.

Jener Mr. Buck, dessen unglaubliche Geschichte die “San Jose Mercury News” erzählt, wurde vergangene Woche in Ägypten verhaftet, als er eine Demonstration fotografierte. Ihm gelang es aber ein einziges Wort über Twitter zu senden: “Arrested”.

Daraufhin schickten ihm seine ägyptischen Freunde Verhaltensvorschläge und die in den USA alarmierten die Botschaft in Kairo, die Uni Berkeley, an der Buck studiert, sowie mehrere Medien. Einen Tag später war er frei, sein Übersetzer aber wird weiter festgehalten, weshalb es eine Online-Petition gibt, die sich für seine Freilassung einsetzt.

»Thomas Knüwer 16. April 2008, 18:01 Uhr

    10 Kommentare zu “Gehen Sie in das Gefängnis und ziehen Sie ein Twitter ein”


  1. Tim says:

    Und der Übersetzer ist noch in Haft, weil er nicht twittert…?

  2. Umso mehr du über Twitter schreibst, desto kürzer und flüchtiger werden deine Blog-Einträge. Eines Tages kannst du Twittern nicht mehr vom Bloggen unterscheiden

  3. Onyro says:

    Zellen mit Mobilfunkverbindung, und nicht mal das Handy wird einem abgenommen. Cool, so was gibt’s für Otto-Normal-Gefangene nicht mal in den besten Knästen von Deutschland oder USA.

  4. Don Alphonso says:

    Das mit dem “einzigen Wort” ist wohl auch eine falsche Darstellung:

    “Thanks so much for the tireless work and all the support everyone! Got a few hours sleep but will continue hunger strike til both free. … … 10:05 AM April 11, 2008 from txt
    Alive and ok. Still in jail 09:16 AM April 11, 2008 from txt
    Ok but still detained no charge. With mohamed in prosecutor bldg 12:52 AM April 11, 2008 from txt
    Taking us to general prosecutor, charging mhmd 11:21 PM April 10, 2008 from txt
    Still holding us no charges very scared for my translator 10:40 PM April 10, 2008 from txt
    Arrested 06:33 PM April 10, 2008 from txt”

    http://twitter.com/jamesbuck?page=2

    Es wäre vielleicht jetzt mal eine coole Sache, wenn jemand den Knaben mal genauer befragen könnte. Sicher ist Ägypten keine lockere Demokratie, ich glaube auch, dass er ein paar aufregende Sachen erlebt hat, aber ich glaube nicht, dass man in einem ägyptischen Gefängnis eingesperrt so läsig mal eben twittert, und nach der Entlassung im (!) Polizeigebäude noch einen Hungerstreik durchzieht, und die Polizei sehr nett ist.

  5. Don Alphonso says:

    Ich stelle mir gerade die Szene vor: Ägyptisches Gefängnis. Achmed der Knochenbrecher vor James.

    Jams so: Time out!
    Achmed so: Hä?
    James so: Ich muss mal eben twittern, mit meinem Handy.
    Achmed so: Twittern? Itsch cool Man! Darüber tausche ich mich mit Donald aus Bagdad über die neuesten Foltertrends aus! Prima Sache! Mach mal!
    James so: OK, supi, danke!

  6. Detlef Borchers says:

    In der Online-Darstellung stimmt zumindest die Sache mit dem Presseausweis nicht. Zu meiner Zeit musste der gekauft und von der Botschaft bestätigt werden. Dafür gabs dann wieder eine von den dicken Marken, die in den Pass geklebt wurden.

  7. Don Alphonso says:

    http://jameskarlbuck.com/ klingt aber noch etwas anders.

    Der gute Mann sollte sich mal besser auf eine Version festlegen. Oder passt er nur ein paar Hypeschreibern so besser in das Konzept?

  8. Detlef Borchers says:

    Ist das nicht alles etwas arg unwahrscheinlich? Ich kann mir wohl vorstellen, dass jemand noch “Arrested” tippen kann, aber wenn jemand in Ägypten verhaftet wird, ist mit Sicherheit der Kommunikationsknochen weg, von wegen gute Ratschläge…

  9. StoiBär says:

    GGRRR, noch ein Twitterbeitrag und ich werf dich aus dem Feed!