Wenn Sie noch immer glauben, die ARD-Tagesschau sei eine objektive Nachrichtensendung, so schränken Sie diese Aussage bitte ein um “außer es geht um die ARD”.Dieses Video hätte sicher auch dem ARD-Medienmagazin Polylux gut zu Gesicht gestanden. Dort aber wird solch ein Bericht wohl nie zu sehen sein, schließlich geht es um ein Flaggschif der ARD:
Eine kurze Geschichte über die Unabhängigkeit from Berlin Institute on Vimeo.
Das Berlin Institute, das dieses Video produziert hat, hat Rechtsaufsichtsbeschwerde gegen die Tagesschau eingereicht.










34 Kommentare zu “Tagesschau verklärt die Welt”
Ist richtig, das Kommentatorenverdienstkreuz am Band würde ich mir dafür auch nicht gerade geben. Lag auch daran, dass das Kommentierte von einem Dritten stammte und an inhaltlicher Kritik das meiste schon gesagt schien.
Komisch, unter einem anderen Eintrag hier schien sich gerade ein tatsächlich löschwürdiger Frustkommentator rumzutreiben, hatte was Ähnliches gerade bei uns, inhaltlich völlig abstrus, vielleicht ist Freitagnacht ja so eine Zeit dafür.
Dummyblogger: Sorry, die Löschung erfolgte wohl in einer Spam-Attacken-Beseitigung. Allerdings hätte ich gedacht, das von meinem Lieblingsmagazin ein wenig mehr Inhalt und Argumentation kommt.
also mir ist auch schon aufgefallen, dass die ARD teilweise, wenn es um die ARD geht, einseitig berichtet bzw. auch irgendwelchen ARD-Projekten und sendungen viel mehr Sendezeit gibt. Da war mal mindestens 2 Minuten lang nen Beitrag in der Tagesschau über ne Themenwoche der ARD, wo ich glatt dachte “ist das jetzt schon die Werbung?”.
Ansonsten sind es denke ich solche Kleinigkeiten mit denen man mit nem guten Anwalt punkten muss, denn irgendwie werden die immer sich ne Hintertür offenhalten um das abzuschwächen.
Sehe ich recht, dass meine sehr knappe Bemerkung, es handele sich um ein lächerliches Wichtigtuer-Filmchen, gelöscht worden ist? Ist das nicht von derselben Qualität wie die berechtigten Bemerkungen der Vorposter?
Mit diesem Machwerk ist R M-L heißer Kandidat für den Medienwitzbold des Monats
Für Jemanden, der sich, wenn man sich andere Beiträge ansieht, für schlauer hält als das Bundesverfassungsgericht ist das aber ein ganz ganz dünnes Filmchen. Ich hätte gern als Nächstes hier eine Bastelanleitung für ein Mediaberater-Türschild.
Einfach nur unreflektiertes Öffentlich-Rechtliches-Bashing
Robin: Wenn das Thema so wichtig ist: mehr Recherche, viel mehr davon. Weniger Effekte, dann wird die Bauchlandung nicht ganz so schmerzhaft.
Und wer offensiv mit einem Medieninstitut wirbt, sollte sich nicht rausreden, dass das beworbene Stück nur Hobby war.
Holla, soviel Kommentare zu meinem ja etwas länglichem, ja ein wenig vehementen, ja ein wenig effektheischerischen Filmchen. Ist ja ganz grossartig, dass hier alle kommentieren – schade nur, dass sich niemand die Mühe gemacht hat, zum Telefon zu greifen und mal einen der Medienjuristengurus oder bei der EU oder bei Kai Gniffke nachzufragen.
Interessant ist an der Geschichte tatsächlich noch, dass die Berichterstattung auch in anderen Medien zunächst nach dem Schema verlief – Verfahren eingestellt, kaum was weiter los. Dass lag zu einem guten Teil auch daran, dass da ungeprüft Pressebriefings übernommen wurden und dass das EU- Schreiben erst Wochen später veröffentlicht wurde. Zudem muss man verstehen, dass “Einstellung” in diesem Fall juristisch auch bedeutet, dass die Bundesrepublik eine sehr lange Liste von Maßnahmen rechtsverbindlich zugesichert hat. Was die bedeuten, sehen wir in diesen Tagen, wo es zur Umsetzung geht: Drei-Stufen-Test, nur noch journalistisch-redaktionelle Online-Angebote der Anstalten und so weiter.
Zeit habe ich übrigens nicht viel. Die Recherche erfolgte nebenbei. Den Film habe ich an einem Wochenende zusammengebaut. Deshalb erübrigt sich auch die Frage nach dem Auftraggeber.
Dass auch mal ein Blogger wie Knüwer Fan sein kann, finde ich natürlich toll.
Und ja, ich arbeite an schnellerer Präsentation und noch einsehbar relevanteren Themen.
Aus meiner Warte ist das Thema jedoch sehr relevant. Kommunikationspolitik besteht ganz maßgeblich aus Sprachregelungen und die muss man immer wieder hinterfragen. Zum anderen erscheint es mir sehr wichtig, einen öffentlichen Diskurs über Nachrichtenqualität und die neue digitale Medienordnung zu führen.
Gruss,
Robin
Was für ein müdes Stückchen ARD-Bashing nach dem Motto: Ist zwar im Grunde nichts dran, aber irgendwas wird schon hängen bleiben. Danke, Stefan N. für die detaillierte Auseinandersetzung damit: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/bowling-for-tagesschau/
Ich geh lieber wieder Fernsehen kucken als halbausgegorene Internetgeschichten zu verfolgen.
Ich liebe Ihr Blog ja dafür, dass Sie eine Meinung haben, für die Sie nicht immer Argumente brauchen. Ich glaube sogar, dass Sie recht haben, wenn Sie der Tagesschau unterstellen, dass sie nicht wirklich objektiv über den ÖR berichtet. Das Beispiel, dass Meyer-Lucht aufbauscht und an das Sie sich dranhängen ist super schwach (ich will nicht “dämlich” schreiben).
Mir erscheint es nur so, als ob heute, Tagesschau et al. um Längen objektiver in eigener Sache berichten als das einer der privaten Sender könnte oder wollte. Und das Programmhinweise viel seltener zu Nachrichten gemacht werden.
Thomas: “Flaggschif” ist wohl auch Ironie? Oder doch nur ein Fehler?
Der Schuss ist wohl mal ein bisschen nach hinten losgegangen
Nicht zugeben zu können, wenn mal was nicht so gut gelaufen ist, das ist doch, laut Blogger-Knüwer, ne alte Journalistenkrankheit. Quod errat demonstrandum, Herr Journalisten-Knüwer.
Mann, Mann, Mann… Das hat echt gedauert, bis einer den ironischen Teil bemerkt hat.
Das Thema “Polylux” ist der eigentliche Witz an dem Eintrag – über den Inhalt des Videos hat sich ja schon Stefan Niggemeier trefflich ausgelassen.
Wer sich fortwährend in einer herablassenden Art über Kollegen auslässt und jeden Fehler in Bezug auf Internet-Berichterstattung geißelt, der sollte sich bei der Formulierung “ARD-Medienmagazin Polylux” mal an die eigene Nase fassen und noch mal kurz nachrecherchieren, ob Polylux ein Medienmagazin ist oder je sein wollte…
Vielleicht sollte man aber um dem Blog-Eintrag ein wenig an Peinlichkeit zu nehmen auch ganz schnell “Polylux” durch “Zapp” und ARD durch NDR ersetzen und dann hoffen, dass er schnell im Archiv verschwindet.
Lukas: Was Polylux ist, weiß keiner so genau. Also kann “Medienmagazin” ja nicht verkehrt sein
Offenbar kann man über öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht unideologisch berichten. Weder in der “Tagesschau”, noch bei Herrn Meyer-Lucht (der übrigens offenbar einfach sämtliche Medienblog-Betreiber, die ihm so einfielen, angeschrieben zu haben scheint) oder hier im Blog.
Einigen könnten wir uns aber bestimmt zu unser aller Wohl darauf, einfach nirgendwo mehr über öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu berichten.
Aber mal was anderes: “ARD-Medienmagazin Polylux”?!
Ich lese hier auch gerne mit, aber diese Geschichte ist wirklich albern.
bin ja auch sehr ör (und gez) kritisch, aber diese tatsachen sind mir gerade mal nen nebensatz wert
Ach Herr Knüwer, geben sie doch einfach zu, daß sie in diesem Fall miserabel (oder besser gesagt: gar nicht?) recherchiert haben, statt nach Ausflüchten zu suchen.
Ich frage mich aber, ob Stefan den Übersetzungs-”Fehler” nicht ganz anders bearbeitet hätte, wäre er nicht in der Tagesschau passiert…
Stefan Niggemeier hat Sie erwischt – und er hat nicht mal Unrecht…
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/bowling-for-tagesschau/
Robin Meyer-Lucht scheint zuviel Zeit zu haben. Nächster Themenvorschlag. Die irreführende Wettervorhersage.
Lieber Chefredakteur, bitte lesen Sie genau. Das Stück schildert nachrichtlich die Reaktion der ARD auf das Urteil. Leider ist dabei ein wertender Satz, nämlich der erste des Vorspanns, reingerutscht. Mutmaßlich geschah dies durch Eingriff unserer Online-Redaktion. In Print stand nämlich (so weit ich dies sehe) als Vorspann:
“Brüssel eröffnet wohl doch kein EU-Beihilfeverfahren gegen Deutschland wegen des Verdachts der Quersubventionierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Diese Entscheidung im jahrelangen Streit um die Finanzierung von ARD und ZDF stößt allerdings auf scharfe Kritik der privaten Sender. Sie sehen bereits ihre dringend benötigten Zusatzgeschäfte in Gefahr.”
Hallo Thomas Knüwer,
haben Sie sich eigentlich die Mühe gemacht nachzuforschen, ob die Anschuldigungen in dem Video tatsächlich richtig sind? Oder gehen Sie davon aus, dass das schon alles stimmt, weil öffentlich-rechtliche Sender eben einfach so sein müssen, wie das Berlin-Institute sie darstellt? Dass auch andere Medien die Einstellung des verfahrens ähnlich bewertet haben, sehen Sie unter anderem hier http://www.handelsblatt.com/news/Unternehmen/IT-Medien/_pv/_p/201197/_t/ft/_b/1255645/default.aspx/ard-feiert-sieg-im-gebuehrenstreit.html
W.Koch:
Kurzfassung? Gerne doch: Die ARD hat in einem Bericht über die Entscheidung der EU-Kommission zur Zulässigkeit von Rundfunkgebühren nicht den VPRT zitiert. Deshalb ist die Tagesschau mit der Nachrichtensendung der DDR vergleichbar.
Thomas: Was den öffentlich rechtlichen Rundfunk angeht, hast Du einen blinden Fleck. Natürlich kann man die ARD lang und breit kritisieren. Das Videofilmchen da ist aber lächerlich.
interessant wäre auch zu wissen, wer herrn meyer-lucht für diesen beitrag bezahlt hat.
Eine Zusammenfassung der Videoaussage für Leute ohne Zeit, Plugins oder dicke Leitung wäre hilfreich. Danke.
Nach 1 Minute hab ich abgebrochen.
Was ist so schwer daran, zügig auf den Punkt zu kommen ohne die ganze dämliche Effekthascherei?
quod erat expectandum. Unabhängig berichten, das funktioniert nun einmal nur bei Themen, bei denen man nicht selbst betroffen ist. Warum sollte das in der ersten Reihe anders sein?
Aber sachlich falsche Übersetzungen (“made a deal -> “Rahmenbedingungen”) und Darstellungen, das ist schon gediegen.
Bisschen aufgebauscht, finde ich.
Wahnsinnige Enthüllung! Das ist wirklich vollkommen überraschend, dass eine öffentlich-rechtliche Nachrichtensendung positiv über öffentlich-rechtlichen Rundfunk berichtet. Also echt jetzt.
Auch wenn der Beitrag inhaltlich vollkommen korrekt ist, finde ich ihn in seiner Musikauswahl und Bildgestaltung überdramatisch. Der Videoautor tut so, als hätte er die größte Verschwörung aller Zeiten aufgedeckt, aber eigentlich ist das ganze recht selbstgerecht geworden. Man hätte das ganze vermutlich auf weniger als die Hälfte kürzen können.