»Thomas Knüwer 19. November 2007, 17:27 Uhr

Kindle – die Verzweiflung des Jeff Bezos

Es scheint, das Iphone treibt manchen Manager im Netz-Business zu Verzweiflungstaten. Zum Beispiel zum Versuch, ein Gerät auf den Markt zu werfen, das sich in absehbarer Zeit überlebt hat. Wie das neueste Projekt aus dem Hause Amazon.Was hat “Business Week”-Kollegen da geritten? In einem Video sehen wir ihn im Sessel kuschelnd, ein Gerät in der Hand haltend, dass mich an einen Blutdruckmesser anno 1998 erinnert. Dieses Teil aber, Kindle genannt, wird von Levy wie von Amazon als Revolution des Buch-Geschäfts gefeiert.

“Die Zukunft des Lesens” soll es verkörpern, glauben wir der “Business Week”, was nur beweist, wie weit manche Journalisten gehen, wenn sie eine Exklusiv-Geschichte bekommen. Denn schon ein Blick auf das schmucklose Teil zeigt, dass es niemals eine Chance im Markt haben wird:

Was es kann? Büchertexte anzeigen. Und Zeitungstexte. Und man kann mit ihm direkt Bücher bestellen und sich per Wlan übertragen lassen.

Faktisch also ist dies eine Art Ipod Touch für Bücher. Nur: Wo ist der Sex-Appeal, der Spaß, den der Touch (und das Iphone) vermitteln? Und wer ist so heiß auf ein Buch, dass er es stante pede lesen will?

Jeder Versuch, E-Books zu etablieren, ist bisher gescheitert. Vorhersehbar gescheitert, möchte ich ergänzen. Denn Bücher sind ein langsames Medium. Ich brauche nicht von jetzt auf gleich den Lesestoff. Vielleicht wäre der Kindle erfolgreich, gäbe es nicht gerade Amazon und seine Konkurrenten, die Bücher innerhalb eines Tages nach Hause liefern.

Sicher, so ein Reader ist leichter als ein Packen Bücher. Nur: Wer Bücher im Packen verschlingt, der liebt eben auch das Medium Buch. Und die paar Leute, bei denen das anders ist, reichen nicht für einen Markt.

Ach ja, Online-Zeitungen kann man damit auch lesen. Wie schön. Dafür aber habe ich dann wieder den Ipod Touch – und mit dem kann ich sogar die Videos gucken, die auf den Online-Seiten der Zeitungen zu finden sind.

Ich mag nicht glauben, aber vielleicht bin ich zu gutgläubig, dass ein Jeff Bezos an den Erfolg des Kindle glaubt. Vielmehr fürchte ich, er hat erkannt, dass der Kindle unbrauchbar wird, sobald Iphone und Ipod Touch (und vielleicht später ein Apple Tablet-PC) sich als mobile Surf-Quelle durchgesetzt haben. Und damit wenigstens ein wenig was von den Entwicklungskosten reinkommt, wirft Amazon das Teil jetzt auf den Markt, auf dass sich ein paar Dumme finden.

Ein Live-Blogging der offiziellen Präsentation gibt es übrigens bei Techcrunch.

Nachtrag: Hier der Kindle im Einsatz…

Nachtrag vom 25.1..: Jeff Jarvis hat auch so seine Bedenken…

»Thomas Knüwer 19. November 2007, 17:27 Uhr

    37 Kommentare zu “Kindle – die Verzweiflung des Jeff Bezos”


  1. Toni Sailer says:

    Wie die Zeit doch Lügen straft. An alle sogenannten Experten!

  2. @David: Nö, das sehe ich weiterhin genauso wie dort beschrieben. Der Kindle ist zwar in den USA ein großer Erfolg, aber dass dieser große Erfolg noch nicht in andere Länder exportiert wurde, hat ja auch seine Gründe.

    Die grundsätzliche technische Anlage des Kindle ist verfehlt, in einigen Jahren wird er entweder komplett anders aussehen oder eine kurze Phase der Geschichte sein. Meine Prognose: Wir werden Tablet-PC bekommen, die erheblich mehr Funktionen haben als der an vielen Seiten so limitierte Kindle.

  3. David says:

    ob der Verfasser dieses Textes dies heute wohl auch noch so schreiben würde?

    time proofed you wrong mate

  4. B. Troffenheit says:

    So einen Artikel nach knapp 6 Monaten zu betrachten ist schon sehr erfrischend.
    Inzwischen haben sich doch tatsächlich soviele Dumme gefunden, dass das Gerät immer noch ständig ausverkauft ist.

  5. Kimble-Fan says:

    “…den Ipod Touch – und mit dem kann ich sogar die Videos gucken, die auf den Online-Seiten der Zeitungen zu finden sind.”

    HaHa, da ist wohl ein iPhone-Liebhaber ohne eigenes iPhone. Flash wird nämlich nicht unterstützt. Und die meisten Videos auf Webseiten sind nunmal im Flash-Format.

    Soooo toll ist das iPhone also auch nicht.

    Das Kimble ist ideal für wissenschaftliche Arbeit – Volltextsuche sag ich da nur. Das soll mal ein gedrucktes Buch nachmachen.

  6. silv says:

    Da der Beitragsschreiber bereits einige negative Faktoren genannt hat, möchte ich hier lediglich ein paar positive Punkte hinzufügen. Ihr hättet absolut Recht was das Design angeht. Es sieht weder revolutionär aus, noch ist es elegant. Aber wie man so schön sagt. “You can’t judge a book by its cover.” Der Kindle besitzt entgegen den meisten Erwartungen kein LCD Display, sondern echtes e-Ink Papier. Der Vorteil liegt auf der Hand, energieschonend, leicht und keine Irritationen durch Spiegelungen. Ich bin ein Bücherwurm, hasse jedoch die schweren Papiere die immer mehr bei der Bücherherstellung Verwendung finden. Dagegen wiegt ein Kindle nur einen Bruchteil eines Handbuches und enthält doch über 200 Bücher. Optische Features wie verstellbare Schriftgrößen und die einfache Bedienung (anschalten und lesen) machen Kindle auch für ältere Menschen attraktiv.

    silv

  7. WortWerker says:

    Ist diese feurige Diskussion schon erloschen? Nein? Gut. Dann gieße ich ein wenig Öl nach: http://friedhelmbrust.blogspot.com/2007/11/zndeln.html

  8. Mark S says:

    Allen Nörglern sei dieser Beitrag empfohlen:
    http://medienkonvergenz.com/2007/11/21/ein-paar-weitere-kommentare-zum-amazon-kindle/
    Hat mich jedenfalls nachdenklich gemacht, ob meine Ablehnung gegen das Teil wirklich berechtigt ist.

  9. Armin says:

    Das Ding scheint wirklich nichts zu taugen:

    http://news.bbc.co.uk/1/hi/technology/7107118.stm

    (Amazon Kindle sells out on debut)

  10. Mit Verlaub: Es ist natürlich prima, eine klare Meinung zu haben. Noch besser wäre es, das kritisierte Objekt auch schon mal selbst ausprobiert zu haben.

    Ich habe seit gestern einen Kindle (teilweise aus beruflichen Gründen) und muss sagen, dass ich davon deutlich mehr davon beeindruckt bin, als ich es erwartet hätte. Das Gerät ist in natura viel weniger hässlich als auf Fotos (wenn auch natürlich weit entfernt von einer iPhone-artigen Designqualität) und liegt ziemlich gut in der Hand.

    Wer wie ich viel reist, wird den Kindle lieben. Denn unterwegs immer mehrere Bücher zu schleppen ist wirklich kein Spass. Stattdessen nur dieses kompakte Gerät mitzunehmen, ist da wirklich eine erhebliche Verbesserung. Und ich zumindest gehöre zu den Leuten, die ein Buch gern sofort haben wollen, wenn ich z.B. irgendwo von einem interessanten neuen Titel höre.

    Vor zehn Jahren konnte sich auch keiner vorstellen, dass Leute einmal mobiles Websurfen oder e-Mail-Lesen als selbstverständlich und unverzichtbar empfinden würden. Kann man sich denn nicht mehr Zeit nehmen, bis man wieder am Computer ist? Und manch einer trauert noch den haptischen Qualitäten der guten alten Langspielplatte nach. Aber die Welt hört längst MP3s aus kleinen, unsinnlichen Elektronikkästchen. Ich glaube, so wird es auch mit Büchern kommen. Das gedruckte Buch ist nicht mehr als ein Datenträger, der auf eine Nischenrolle reduziert werden wird, sobald es etwas Besseres gibt. Und der Kindle ist ein grosser Schritt in die richtige Richtung.

    Jeff Bezos ist ein ziemlich radikaler Visionär und investiert manchmal in Ideen, die erst viele Jahre später funktionieren. Ich glaube, das wird auch mit eBooks zu sein.

  11. Woo says:

    naja, diese ueberall-online-Funktion gibts halt auch nur in USA (afaik), und duerfte wohl auch einen gewissen Teil des doch stolzen Preises ausmachen. Wuerde mich zumindest nicht wundern wenn der Amazon da nicht an einen der dortigen Mobilfunkanbieter irgendwelche Pauschalen zahlen muesste. Ausserdem seh ich bei der Produktbeschreibung irgendwie nur die online gekauften Buecher erwaehnt, also nix mit Import meiner vorhandenen ebooks oder gar Anzeige von PDF und/oder DOC etc?!

  12. Andreas says:

    Hmmm, ich stimmte zu: Vermutlich wird sich *dieses* Gerät nicht durchsetzen. Aber ein möglicher Nachfolger… wer weiß?

    Es mag nicht so sexy sein wie ein iPhone, nur: Ein simples schwarz-weißes mit Buchstaben gefülltes Buch ist in dieser Denke ja auch deutlich unsexier als ein buntes Hochglanzmagazin. Und trotzdem gibt es da einen Markt.

    Dazu kommt: Das Display ist eben ein Textdisplay und darauf optimiert, d.h. scharf und auch bei Sonnenlicht (angeblich) gut zu lesen, das ist bei vielen anderen Geräten dieser Art nicht der Fall. Und es erreicht damit eine Batterielaufzeit, die nicht ständig zum Neuauflagen zwingt.

    Was in den USA dazu kommt: Das Ding verbindet sich praktisch magisch via Mobilfunk ohne Vertrag oder Einrichtung mit Amazon und kann so Bücher runterladen.

    Ein nettes Video von einem US-Nutzer habe ich mal in meinem Blog eingebunden: http://www.streim.de/2007/11/21/not-so-kindle/

    Interessant in dem Amazon-Werbevideo übrigens: Eine Funktion ist dort explizit, morgens schon die Zeitung runtergeladen auf dem Küchentisch zu finden, wenn man aufsteht.

  13. Woo says:

    Muss denn heutzutage wirklich JEDES neue Tech-Gadget mit dem iPhone verglichen werden, selbst wenn es so absolut garnichts mit ihm gemeinsam hat? Gibt es denn nichts anderes mehr? Mittlerweile kommt mir bei dem Wort bereits die Galle hoch, in Erwartung des naechsten Applejuenger-Mantras.
    Derdiedas Kindle ist ein EBook-Reader, das iPhone ist ein PDA der sich fuer ein Telefon haelt. Keine Gemeinsamkeiten.. abgesehen vielleicht davon dass man das iPhone vielleicht dazu bewegen kann, Textdateien anzuzeigen.

    Ad topic: Zugegeben, derdiedas Kindle ist potthaesslich und zu teuer, aber deswegen gleich Ebooks pauschal totzusagen halte ich fuer falsch. Ich persoenlich lese sehr gern Buecher und habe rund zwanzig Regalmeter in Papierform im Arbeitszimmer, aber gerade den Roman fuer zwischendurch den ich einmal, vielleicht zweimal im Leben lese, muss ich nicht zwangsweise auf Papier haben. Das kostet unnoetig viel, verbraucht Rohstoffe und verstaubt dann im Regal. Genau aus diesem Grund spekuliere ich schon seit einigen Wochen auf den neuen Reader von Sony.. 299 USD, schickes Design, eine Sammlung von 100 literarischen Klassikern gibts kostenlos dazu, ansonsten kann er auch PDF und DOC. Einziges Manko: Ich haetts gern in DIN A5.. das momentan uebliche Postkartenformat ist mir zu klein.
    Ich sehe hier durchaus einen interessanten Markt in den naechsten Jahren.

  14. giglio says:

    Einige der Kommentatoren hätten sich zumindest die Mühe machen können, sich über die technischen Daten und den Funktionsumfang der einzelnen Geräte zu informieren.

    Egal ob man zu den iBewunderern oder den iAllergikern zählt, die Handhabung und die grafische Benutzeroberfläche des iPhones/iPod Touchs bedeuten endlich einmal wieder eine echte Innovation im Bereich User-Interfaces.

  15. kodix says:

    Ich kann die Kritik einiger Kommentatoren hier an der iBewunderung voll und ganz verstehen. Zumal dann auch noch das Ende der Maus prophezeit wird, das ist in der Tat an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Fehlt nur noch, dass das Ende des PCs noch draufgepackt wird, klar, Apple schafft das, kein Ding, schliesslich waren sie die Ersten und werden wieder die Ersten sein, wenn das Ende naht ;-)

    Wer Apple von Anfang an kennt, der weiss, dass es Apple niemals nur um menschengerechte Bedienung ging, sondern viemehr darum, ihre proprietären Produkte an möglichst viele anungslose Anwender zu verticken, denen Sex-Appeal eines Produktes wichtiger ist, als eine nachvollziehbare Funktionalität. Vor allem das iPhone zeigt es deutlich: Trotz vorhandener Ausbaufähigkeit der Hardware hat Apple zunächst alle Schnittstellen im iPhoneOS dicht gemacht, damit ja nicht irgendwer eigene Erweiterungen bauen kann. Erst nach massiven Protesten in den Staaten habe sie ein paar dieser Schnittstellen wieder geöffnet. Und es geht weiter mit der Bevormundung: Mit den Exklusiv-Verträgen von Apple mit den Telekom-Anbietern sichert sich Apple einen Goldesel, der sich gewaschen hat: Apple verdient an jedem einzelnen Anruf, der per iphone getätigt wird, mit. So ein dreistes Geschäftsmodell ist selbst MS noch nicht gelungen.

    Solange es ein paar Dumme gibt, die sowas mitmachen, verdient sich Apple mir reinen Designprodukten dumm und dämlich und ihre Kunden finden das auch noch sexy. Allein diese Situation ist es, weshalb ich trotzdem ein klein wenig Sympathie für Apple habe ;-)

    Das Kindle ? Nun, sieht richtig übel aus, aber wenigstens hat mal jemand versucht, Inhalt über die Form zu stellen …

  16. Tim Lochmüller says:

    Ein sehr verehrter Kollege hat mal gesagt, ein guter Journalisten mache sich nie mit einer Sache gemein, auch nicht mit einer guten. Und ich füge hinzu: schon gar nicht mit einem Wirtschaftsunternehmen.

    Oder um es anders zu sagen, Herr Knüwer, Ihre grenzen- und kritiklose iBewunderung nervt – um es gelinde zu sagen. Ansonsten gehe ich Igors Weg und sage Adieu.

    Das macht nichts, ich weiß …

  17. Harald says:

    Da hat z.B. Sony aber wesentlich hübschere und funktionalere eBook Reader im Produktportfolio.

    http://www.sony.com/reader

  18. Igor says:

    Ich muss zugeben, dass ich dem Drang nicht widerstehen konnte, welche Reaktion folgt. Nun bin ich ein wenig ernuechtert aber das war ich ja schon nach dem urspruenglichen Beitrag. Dafuer habe ich aber zwei gute Beispiele, wie angemessen Kritik am Kindle eigentlich aussehen koennte:

    1) http://diveintomark.org/archives/2007/11/19/the-future-of-reading

    2) http://daringfireball.net/2007/11/dum

    Zugegeben, die beiden Autoren sind keine Journalisten, sondern Techniker. Aber vielleicht ist es ja heute auch schon ein Vorteil.

    Mark: Das N810 ist ein fabelhaftes Geraet, Linux basiert, sehr guter Browser, KDE-Technik im Hintergrund. Definitiv fortschrittlicher als ein iPod Touch oder ein Kindle.

  19. ich warte übrigens auf das nokia n810, ein ipod touch tastatur und wlan. oder so ähnlich. auch und gerade, um texte mobil zu lesen.

  20. mogx says:

    Was ist das überhaupt für ein grottenschlechtes Promo-Bild? Ist das vielleicht gar kein offizielles Bild von dem Reader? Ein Fake? Oder hat einer mit seiner völlig unterdurchscnittlichen Handykamera einen “Erlkönig” abgelichtet?

  21. bernd says:

    sieht aus, als hätte der designer vom zune auch den kindle entworfen
    imho ganz schwach: das ding kann nur grautöne darstellen

  22. woset says:

    Ergänzung: Schade ist bei dem Gerät wiederum, dass Amazon versucht per DRM die Kindle-Käufer zu binden. Auch deshalb wird sich das Ding nicht durchsetzen. iLiad und cabook gehen definitiv in die richtige Richtung. Mal sehen was uns diese Damen und Herren – http://www.plasticlogic.com/index.php -
    an Rohmaterial bieten wenn es los geht.

  23. Pit says:

    Ich find das Ding super :-)

  24. ralf says:

    p.s.: ich will nicht kleinlich sein, aber im artikel wird immer von der “business week” gesprochen, wo doch der abgebildete titel deutlich macht, dass es sich um die newsweek handelt… ;-)

  25. ralf says:

    das ganze ist wahrscheinlich ein amerikanisches design-problem… es gibt ein paar e-book reader (inzwischen), die wesentlich ansprechender sind, z.b. bookeen’s cybook (http://www.bookeen.com – aus frankreich) und auch der iLiad von iRex (http://www.irextechnologies.com – aus holland). amerikanische autos sehen zumeist auch nicht sonderlich schön aus… das wirkliche problem ist bisher vor allem der preis (inhaltstechnisch ist das angebot im amazon store ja ordentlich – wie zu erwarten). der irex-reader kostet 649 euro, das cybook um die 400 und auch der kindle ist zu teuer für den massenmarkt. ein e-book-reader für 129 euro… das wär’s. mit e-ink und wlan.

  26. woset says:

    Mal abgesehen davon, dass das Großbild ein Vorserienmodell darstellt (etwas abgewandelt im Design und nun auch heller und nicht C64-Grau scheint das Ding ja nun zu sein)glaube ich ich auch nicht, dass sich DIESER ebook reader hier durchsetzen wird. Ich kenne aber eine Menge Leute, die Ihre Großmutter für einen A-4 Reader mit eInk-Technologie und sauberer pdf-Unterstütung und vernünftiger Anbindungsmöglichkeit an Ihre bestehende Infrastruktur in Zahlung geben würden. Das sind Leute die es leid sind lange Dokumente (technische/medizinische Dokumentationen oder z.B. Gesetze/Kommentare oder sondtige Fachliteratur an augenschädigenden und kopfschmerzverursachenden hintergrundbeleuchteten Displays anzustarren. DA liegt der Markt und nicht bei Tante Paula.

  27. dogfood says:

    Passend dazu: Fake Steve über Kindle

    http://fakesteve.blogspot.com/2007/11/first-spy-shots-of-amazons-new-portable.html

    (Der Mann schreibt seit seinem Outing immer besser)

  28. Robert says:

    Ich bin noch im Besitz eines Rocket-EBooks und muss sagen, dass ich das Gerät sehr gerne benutzt habe!
    Leider gibt es keine (oder zumindest nur sehr wenige) deutschsprachige Bücher und der Serial-Port ist bei den neuen PCs auch nicht mehr drin. So gammelt es leider vor sich hin. Ich wäre wieder bereit mir ein neues EBook zuzulegen, zu einem vernünftigen Preis, wenn es alle Formate anzeigen kann (PDF, HTML, PS, LIT, etc…), für Hörbucher hab ich meinen iPod, dafür brauche ich kein Buch.
    Ich hätte meine Büchersammlung am liebsten so, wie meine Musiksammlung…auf einem Datenträger, und von der Art und Weise der Verwaltung so wie iTunes im Zusammenspiel mit dem iPod! Wenn diese dämliche Buchpreisbindung dann auch noch fallen würde, dann hätten EBooks in Deutschland wirklich eine Chance!
    Ein Buch auf einem Mobiltelefon zu lesen halte ich für genauso unbequem, wie eine Fußballübertragung oder einen Spielfilm darauf anzuschauen, ich hab doch nicht zuhause einen superbreiten HDTV-Fernseher stehen, damit ich mir den Krempel nachher auf dem “Mäusekino” anschaue!
    Ich will ein EBook und ich will ALLES darauf lesen können…auch meine alten Lem- und Lovecraft-Schinken, und ggf. auch die Bücher aus dem Projekt Gutenberg.
    Die Handhabung wie beim Rocket-E-Book wäre dafür völlig ausreichend!

  29. Rainersacht says:

    Wii bitte? Ende der Maus? Das ehemals Rollkugeleingabegerät genannte Teil ist eine wahrhaft geniale Erfindung, und Doug Engerlbart hätte dafür einen Nobelpreis seiner Wahl verdient.

    “Apple ist es gelungen, für die Menschen zu programmieren.” Na hörnesema, Herr Kollege, “für die Menschen” ist copyrighted by The Beck. Oder ist Jobs am Ende Soze?

  30. Rainersacht says:

    Okay, ihr iPhoriker seid immer voll total fasziniert, wenn Nicht-Technik-Fanatiker/innen munter mit den Funktionen herumspielen, dabei ist das nichts anderes als der schleichende Tod des Gadgets. Denn: Wer herumspielt, der nutzt nicht. Letztlich die Geschichte des immer noch grandiosen Scheitern des Prinzips “Mac” – schon an meinem ersten Würfel von Anfang 1985 haben Technophobe immer gern herumgespielt, aber keiner hat je einen gekauft. So wird’s mit dem iPhone auch gehen, er wird die 1,5-Prozenter-Lösung sein so wie seine Computerbrüderchen aus dem Hirne Jobs’. An dieser Stelle jaulen meine Grafik-Desigern – all of them brainwashed by Apple – immer auf und sagen: Aba där Eipott!!! Und wollen damit beweisen, dass der MP3-Player aus dem Apfelhaus so erfolgreich ist, weil er sooooo einfach und vor allem In-Tu-I-Tiv zu bedienen, dass sogar Nicht-Technik-Fanatiker daran herumspielen (Besser daran als an sich selbst, denkt der Bischof). In Wahrheit ist der iPod das MS-DOS unter den MP3-Abspielern: Er hat zum richtigen Zeitpunkt den Standard gesetzte. Gut, die Mitbewerber haben sich aber auch samt und sonders dusselich angestellt (Rio? Pleite. Archos? Chaos auf allen Ebenen. Creativ? Soundkarte mit Gehäuse. usw.).

    Meine Theorie ist ja, dass das Gros der Konsumenten rein garnix intuitiv bedienen will und dass ihm der Spassss am Fummeln bei Geräten am Heck vorbei läuft. Die überwiegenden Mehrheit von Otto und Lotte Normaluser will einfach, dass der Kram funktioniert.

  31. Ach, Igor, wenn Sie nicht mehr mögen, dann lesen Sie halt nicht mehr weiter. Dann bekommen Sie meine Antwort auch nicht mehr mit.

    Also: Ein solches Gerät wie das Kindle schreckt ab. Das kaufen sich allenfalls Technik-Fanatiker. Das Iphone dagegen kann man nicht überschätzen. Nach einigen Tagen Beobachtung bei einer Nicht-Technik-Fanatikerin, tritt genau das ein, was ich vermutete: Munter wird herumgespielt mit den Funktionen. Und das geht so elegant und einfach, wie bei keinem anderen technischen Gerät, das ich kenne. Apple ist es gelungen, für die Menschen zu programmieren. Und das setzt Iphone und Ipod Touch massiv von vielen anderen Gerätschaften ab. Und ich bleibe auch dabei: Dies (und die Nintendo Wii) sind der Anfang vom Ende der Maus.

    Was den Westen betrifft: Er ist in vielen Punkten eine echte Innovation. Aber er hat auch mit massiven technischen Problemen zu kämpfen – und mit schwacher Nachrichtensteuerung. Doch das Geo-Tagging ist – so es läuft – ein absoluter Knaller. Den wollen bald alle Lokalzeitungen haben, wetten?

  32. Igor says:

    Ich musste schon nicht schlecht staunen, Herr Knuewer, die Zusammenfassung von ihrem Beitrag koennte lauten: Ist nicht so huebsch wie ein iPod Touch und Amazon liefer Buecher innerhalb von einem Tag.

    Wer spricht eigentlich in diesem Beitrag, der BWLer oder der Apple-Fan in ihnen? Der Journalist haette naemlich ein paar andere als Argumente gefunden, als “baeh, haesslich”. Es gibt in der Tat ein paar Dinge, die man ueber das Kindle bemaeckeln kann. Vorallem der Einsatz von propietären Formaten, anstatt das Geraet direkt zu oeffnen. Oder vielleicht die Tatsache, dass man nur eine ausgewaehlte Anzahl an Blogs lesen darf – wer sich das ausgedacht hat, weiss ich naemlich auch nicht.

    Ich will nicht falsch verstanden werden, das Geraet sieht scheiße aus. Ein wenig wie Requisite fuer einen 70er Jahre SciFi-Film aber so einen kleinen Rant ueber die Tatsache, dass es kein Apple ist? Das ist schwach, so schwach, dass ich nach ihrer kostenlosen Werbung fuer DerWesten – ist schon eine Weile her, war nicht hier und man ist ja mit Katharina gut befreundet, ich weiss – einfach mal den Feed aus meinem Reader loesche. Hab’ genug zu lesen, da muss ich mir nicht solche Toene geben.

  33. qnr says:

    Mich erinnert das Ding an eine Feinwaage. Passt ja auch irgendwie zur New Economy, aus der Amazon mal hervorgegangen ist…

  34. Xpress says:

    Enthüllt: Die geheimen Produkte aus der Entwicklungsabteilung von Robotron

  35. s. says:

    Naja.

    Nur weil der Kindle nicht hübsch ist, würde ich E-Books noch nicht zum Scheitern verurteilt sehen. Immerhin gibt es noch nicht so lange Displays, die dem Kontrast von Papier nahekommen und die so wenig Strom verbrauchen, daß man lange lesen kann. Warum soll nicht Apple irgendwann das iBook (na gut, das gab es schonmal, vlt. also unter anderem Namen) rausbringen und Bücher über iTunes verkaufen?

    Und der ITMS ist urst erfolgreich, obwohl man sich auch CDs von heute auf morgen nach hause bestellen kann. Zwar mag man heute vielleicht die Belletristik lieber morgen auf Papier lesen, aber bei Fachbüchern oder Reiseführern sieht das schon anders aus.

    Die Verlage wiederum werden einen Distributionsweg, der ihnen einen Teil der sehr hohen Lagerhaltungskosten für Bücher einspart, irgendwann auch unterstützen. Auch eine Gerätesubvention ist vorstellbar.

    Es ist wiederum egal, daß Leute wie ich vmtl. nicht Kunde würden (obwohl mir das Reiseführerszenario schon ganz gut gefällt) – Amazon funktioniert ja auch, obwohl ich dort noch nie bestellt habe, sondern alles bei der Buchhändlerin um die Ecke kaufe.

  36. offline says:

    1st Generation. Ausserdem über Mobilfunk angebunden und hat eine eigene E-Mailadresse, die pdf und doc anzeigen kann…

    Prinzipiell clever. Nächstes Jahr zu Weihnachten gibts dann den Nachfolger für $99.

    Zerreissen bitte erst nächstes Jahr.

  37. Mart says:

    Generell hätte ich schon gerne einen E-Book-reader. Aber dieses Ding ist so dermaßen abstossend hässlich … brrr